Die „Busfahrerin“ ist wieder da – und VanLife Überraschungen ebenfalls.

Ostern kommt immer näher – doch manche Überraschungen kommen mir sprichwörtlich dann doch zu nahe.

Die erste Fahrt nach fünf Monaten mit meinem Bus steht an. Und zwar geht es direkt zu einem 10 km Lauf mit dem Barfusslaufteam der Laufschule Marburg.

An viel Schlaf ist nicht zu denken, denn bis nach Marburg sind es einige km und der Lauf findet bereits am Vormittag statt. Also bis in die Nacht reinfahren und am frühen Morgen weiter.

Dann mal einsteigen und losfahren. Äh, Moment, irgendwas stimmt doch nicht mit meinem Bus. Es sieht nicht nur im Inneren aus als ob der Blitz eingeschlagen hätte, es riecht auch dermaßen ungesund.

Alles durcheinander, angebissen, riechend…meine Blicke gleiten den Wänden hoch … Schimmel.

Kurzum, der Bus stand 5 Monate draußen, war somit gerade beim längeren Werkstattaufenthalt in DE Kälte und Nässe ausgesetzt und hat somit Schimmel gebildet. Lecker. Und hier soll ich nun die Nacht verbringen? Die restlichen Spuren lassen auf Mäuseparty schließen. Ob diese wohl immer noch drin sind? Mein Magen macht sich bereits beim Gedanken daran bemerkbar …

Da muss ich jetzt durch … und todmüde nach einer Woche Anreise bin ich ebenfalls. Beim Gedanken bei diesem Wetter am nächsten Vormittag 10 km barfuß auf Tempo zu laufen wird mir auch andere.

Es bringt nichts … los geht es.

Und bei den vielen Ladehalte hatte ich auch gleich Zeit ziemlich viele Sachen mit Mäusebiss gleich auszusortieren. Glücklicherweise schmeckt das Plastik der Sportkleidung nicht. Diese blieb als fast einzige Kleidung verschont.

Da ich allerdings nur mit einem Rucksack angereist kam, hatte ich natürlich damit gerechnet, auf meine Kleidung im Bus zurückgreifen zu können. Der Plan ging nicht auf, da dass meiste nur noch für die Mülltonne geeignet war.

Dann hatte ich noch das glückliche Händchen, dass die Autobahnausfahrt zu meinem Laufevent gesperrt war. Das Navi führte mich 10 km weiter, um auf der anderen Autobahnseite diese 10 km wieder zurückfahren zu dürfen mit dem gleichen Resultat: Auch diese Autobahnausfahrt war gesperrt.

Jetzt galt es gleich zwei Herausforderungen zu überwinden. Denn bis zur nächsten Ausfahrt hätte ich es reichweitenbedingt nicht geschafft und dann hätte ich zugleich auch meinen Laif verpasst. Seltsame Situationen bedürfen manchmal eigenen Lösungsansätze. Die naheliegendste Lösung bestand darin durch die Absperrung zu fahren und glücklicherweise schien an diesem Samstag Vormittag keiner zu arbeiten und es gelang mir gut hindurchzukommen.

Ich kam 10 Minuten vor dem Lauf an. Ausreichend Zeit mich umzuziehen, meine Startnummer in Empfang zu nehmen und unaufgewärmt zu starten.

Bei 10 km Läufen ist mein Vorsatz jedesmal um die 50 Minuten zu laufen. Doch bereits bei der Hälfte merkte ich, dass es mir nicht gelingen wird den angestrebten 5er Pace aufrechtzuerhalten.

Und noch nie haben sich meine Waden wie Steine angefühlt. Doch auch noch nie bin ich unaufgewärmt bei Kälte barfuß einen 10 km Lauf gelaufen.

Die Reise, die bizarre kurze Nacht, Mäuse, Schimmel, gesperrte Autobahnausfahrten … vielleicht alles gerade etwas viel.

Das Ziel hieß somit irgendwie ankommen. Und da ich ziemlich gut mittlerweile im Zähneaufeinanderbeissen geworden bin, schaffte ich es dennoch unter 54 Minuten und erfreute mich umso mehr über den erreichten ersten Platz in meiner Altersklasse.

Und ganz toll war, das mir als „Durchreisende“ im Anschluss noch die Möglichkeit einer Dusche angeboten wurde.

Was für ein Tagesanfang.

Doch der eigentliche „Höhepunkt“ wird wohl erst am Nachmittag stattfinden.

Seid gespannt … in meinem Leben gibt es seit zwei Jahren fast nur noch Unglaubliches … und gerne wäre ich manchmal einfach nur Mitleserin dieses Blogges.

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