KREBSOP DIE 4.

Keine Ruhe in unserem nicht vorhandenen Alltag.


Wir bekommen immer noch keine Ruhe in unseren eigentlich gar nicht vorhandenen Alltag.
Genau vor einem Jahr, im August 2025, bekam Bayda die Diagnose: aggressiver Krebs.
Die erste Operation hat sie nur knapp überstanden. Beim späteren Fädenziehen fiel einer anderen Tierärztin jedoch ein weiterer Knoten in der Brustleiste auf. Sie wunderte sich, warum in Deutschland nicht gleich die gesamte Brustleiste entfernt worden war.


Zwei Monate später kamen wir genau zu dieser Tierärztin zurück, um die erste Brustleiste vollständig entfernen zu lassen. Bayda war damals noch 14 Jahre alt – und vor allem war der Krebs noch nicht in der Lunge angekommen. Sie überstand die Operation gut.


Im Mai 2026 folgte die nächste große OP. Mittlerweile 15 Jahre alt, bekam Bayda auch die zweite Brustleiste entfernt. Dieses Mal verlief die Operation schwieriger. Für einen auffälligen Lymphknoten blieb während des Eingriffs keine Zeit mehr.
Leider bestätigte die anschließende Laboruntersuchung unsere Sorge: Auch in diesem Lymphknoten wurden aggressive Krebszellen gefunden – derselbe Krebs wie zuvor in der Brust.
Der Krebs ist also weitergewandert.


Eigentlich wollte unsere Tierärztin Bayda keine weitere Operation mehr zumuten. Doch die genauere Analyse brachte zumindest einen Hoffnungsschimmer: Der betroffene Bereich scheint abgekapselt zu sein. Damit besteht die Chance, dass sich die Erkrankung von dort aus noch nicht weiter ausgebreitet hat.
Und genau diese Chance möchte unsere Tierärztin Bayda geben.


Der nächste OP-Termin ist morgen, am 12. August 2026. Allerdings nur unter drei Bedingungen: Bayda muss fit sein, ihre Blutwerte müssen stimmen und der Krebs darf noch nicht in der Lunge angekommen sein.
Bayda ist fit.
Und deshalb ist die Hoffnung groß, dass sie noch einmal operiert werden kann.
Natürlich ist jede Operation ein Risiko – ganz besonders für unsere ältere Prinzessin. Aber wir vertrauen unserer Tierärztin. Und Baydas biologisches Alter scheint ohnehin nicht viel mit der Zahl in ihrem Pass zu tun zu haben. Sie hat Lebensfreude, sie möchte raus, sie möchte entdecken und es geht ihr im Alltag gut.


Tatsächlich ist Bob momentan weniger fit als Bayda. Ob das noch mit seiner lebensbedrohlichen Situation Ende Juni zusammenhängt? Auch er hat zwei Tage später einen weiteren Termin.
Doch jetzt sind wir erst einmal froh, dass wir angekommen sind.
Zwölf Stunden vor Baydas OP-Termin. Wieder viele Kilometer und viele Tage später.
Und diese Reise hatte es in sich.
1000 Dank an unseren neuen Akku – und auch an den Getriebeschaden, der uns noch kurz vor der Abfahrt überraschte. So etwas braucht wirklich niemand vor einer solchen Reise. Zum Glück passierte es wenigstens eine Woche vor der geplanten Abfahrt und nicht irgendwo unterwegs.


Bis heute die Nachricht mit den Anweisungen für die letzten Stunden vor der OP kam, war unsere kleine Welt noch mehr oder weniger in Ordnung.
Diese Reise gehörte Bayda.
Sie bekam den Panorama-Ausguckplatz im eVan und wir entschieden uns bewusst für die kühlere Route entlang der Küste. Bayda ist zwar eine Wüstenhündin, liebt aber grünes Gras genauso sehr wie Sand. In letzter Minute hatten wir sogar noch eine mobile Klimaanlage besorgt, damit diese lange Reise mitten im Hochsommer überhaupt gut machbar war.
Und Bayda?
Sie hatte während der gesamten Reise eine wahre Freude.
Genau deshalb wurde es mit der Nachricht heute plötzlich emotional.


An der letzten Ladesäule sprach mich eine ZOE-Fahrerin auf die Hunde an. Und da kullerten bereits die Tränen. Sie hatte selbst schon einen Hund verloren – und irgendwann lagen wir uns tatsächlich einfach in den Armen.
Was für eine emotionale Begegnung an einer Ladesäule.


Obwohl ich diese Strecke schon mehrfach gefahren bin, habe ich mich anschließend auf den letzten 20 Kilometern tatsächlich noch verfahren.
Verkehrschaos. Stau.
Bitte einfach nur ankommen.
Und dann: geschafft.
Unser Lieblingsstellplatz.
Es fühlt sich mittlerweile fast ein bisschen wie nach Hause kommen an.
Und dann machte es plötzlich: brumm, brumm.
Zu später Stunde kam noch ein Wohnmobil, stellte sich direkt ans Meer – und das Brumm-Brumm ging weiter. Zehn Minuten. Zwanzig Minuten. Dreißig Minuten.
Das ging nicht mit mir.
Ich brauche meine Ruhe!
Also meldete sich das deutsche Ich in mir und klopfte an die Tür.
Ob es denn vielleicht möglich wäre, den Motor abzustellen?
Nein. Nicht möglich. Licht gäbe es nur bei laufendem Motor.
Autsch.
Zum Glück sind sie nach etwa 45 Minuten wieder abgefahren.
Und schon wieder so ein kleiner Vorteil von eCampern …


Jetzt liegen nur noch wenige Stunden vor uns.
Und morgen wird alles gut gehen.
Der Krebs wird nicht in der Lunge sein. Baydas Blutwerte werden gut sein. Und am Nachmittag werde ich meine Prinzessin wieder in die Arme schließen können.
Natürlich weiß ich, dass ein Hundeleben irgendwann zu Ende geht. Und ich weiß auch, dass Bayda ein gutes Leben hatte und hat.
Aber sie ist eben nicht „nur mein Hund“.
Da sind verdammt viele Gefühle.
Seit wir auf engstem Raum gemeinsam im eVan leben, sind wir zu einem unglaublichen Team geworden. Im Rückblick muss ich sogar sagen, dass wir vermutlich ohne das ganze Gerichtsdrama niemals so eng zusammengewachsen wären.
Dieses Drama hätte trotzdem nicht sein müssen.
Aber hätten wir sonst so viel Zeit gemeinsam im eVan verbracht? Wären wir so viele Kilometer zusammen gefahren? Hätten wir all diese verrückten, schönen, schwierigen und manchmal völlig unerwarteten Momente miteinander erlebt?
Wer weiß.
Kurzum: Wir haben das Beste aus der Situation gemacht.
Oder besser gesagt: Wir machen es noch immer.
Mit ganz viel Unterstützung von ganz lieben Menschen da draußen.
Und jetzt zählt erst einmal nur morgen.
Bayda. ❤️

AUSZEICHNUNG ALS BARFUSSLÄUFERIN

Mehr als nur barfuß – eine Freundschaft fürs Leben

Es bereitet mir große Freude, anderen Menschen eine Freude zu machen. In diesem Fall beruht diese Freude jedoch auf absoluter Gegenseitigkeit.

Noch bevor ich 2012 meinen ersten Job nach dem Studium bei TWIKE im Raum Marburg antrat, hatte ich mich bereits dem Vorfußlaufen verschrieben. Meine ersten fünf Marathons absolvierte ich schon während meiner Studienzeit. Allerdings war das damals etwas zu viel des Guten – ich zog mir einen Meniskusriss zu und eine Operation wurde empfohlen.

Statt den operativen Weg zu gehen, entschied ich mich für ein Vorfußlaufseminar in der Schweiz. Diese Entscheidung sollte mein Leben nachhaltig verändern. Während meiner Zeit in Marburg lernte ich schließlich die Barfußlauf-Community kennen. In dieser inspirierenden Gemeinschaft konnte ich mich Schritt für Schritt zurückkämpfen – bis hin zu meinem ersten Barfußmarathon.

Heute blicke ich auf mehr als zehn Jahre Barfußlaufen zurück. Noch immer werde ich unterwegs regelmäßig darauf angesprochen oder bewundert. Für mich selbst ist es längst zur Normalität geworden. Über die Jahre haben sich Sehnen, Muskulatur und Lauftechnik so entwickelt, dass auch längere Distanzen für mich gesund und schmerzfrei möglich sind. Seit ich barfuß laufe, gehören Knieprobleme – zumindest bei mir persönlich – der Vergangenheit an.

Diese positiven Erfahrungen gebe ich gerne weiter. Gleichzeitig nutze ich den besonderen Aufmerksamkeitseffekt des Barfußlaufens immer wieder, um auf Themen aufmerksam zu machen, die mir am Herzen liegen. So absolvierte ich beispielsweise den Barfußmarathon in Marrakesch im Hundekostüm, um auf Sterilisationsprojekte für Straßenhunde aufmerksam zu machen. Wer auffällt, kann Menschen erreichen – und manchmal sogar zum Nachdenken bewegen.

Das Marburger Barfußteam war für mich jedoch weit mehr als eine sportliche Gemeinschaft. Es wurde während meiner Zeit bei TWIKE zu einem wichtigen sozialen Anker.

Mein Alltag bestand damals gefühlt aus TWIKE, TWIKE, TWIKE, Hunden und noch mehr TWIKE. Das Unternehmen lag in einem kleinen Dorf, und das wöchentliche Lauftraining war oft meine einzige Gelegenheit, aus dieser beruflichen Bubble herauszukommen und nach Marburg zu fahren. Dort traf ich Menschen, mit denen nicht die Arbeit im Mittelpunkt stand, sondern die gemeinsame Freude am Laufen.

Aus diesen Begegnungen entstanden Freundschaften, die inzwischen seit weit über zehn Jahren bestehen.

Besonders dankbar bin ich dafür, dass mich das Barfußteam auch während einer der schwierigsten Phasen meines Lebens begleitet hat. Während der jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen (leider immer noch bis zum heutigen Tage) nach meiner unschönen Trennung von TWIKE stand die Gruppe stets hinter mir. Diese Unterstützung war alles andere als selbstverständlich und bedeutet mir bis heute sehr viel.

Die Stadt Marburg fühlt sich immer noch ein Stück weit wie Heimat an. Und das Barfußteam hat daran einen entscheidenden Anteil. Deshalb versuche ich jedes Jahr im Sommer, möglichst viele gemeinsame Trainings und Laufveranstaltungen mitzunehmen. Es ist jedes Mal ein bisschen wie nach Hause kommen.

Alle vier Jahre wird traditionell der Marburger Barfußlaufpreis verliehen. Nach über zehn Jahren Barfußlaufen durfte ich diese besondere Auszeichnung in diesem Jahr selbst entgegennehmen.

Sie steht für mich nicht nur für sportliche Leistungen, sondern vor allem für eine Gemeinschaft, die mich über viele Jahre begleitet, getragen und unterstützt hat.

Genau deshalb habe ich mich über diesen Preis ganz besonders gefreut. Er ist für mich weit mehr als eine Auszeichnung – er ist ein Symbol für Freundschaft, Zusammenhalt und einen gemeinsamen Weg, der vor vielen Jahren mit einem einzigen Schritt begann. Barfuß.

BOB hat überlebt !

Der Albtraum ist vorbei – und der Worst Case ist zum Glück nicht eingetreten

Nach einer stationären Nacht in der Tierklinik erhielt ich einen Anruf. Ich sollte ihnen helfen, Bob aus seiner Hundebox zu holen, damit weitere Untersuchungen durchgeführt werden konnten. Bereits während der Bluttransfusion musste er sediert werden. Ohne mich war Bob für das Klinikpersonal kaum handelbar.

Da das auf Dauer keine Lösung war, durfte ich ihn schließlich – auf eigenes Risiko – mitnehmen. Die Tierärzte erklärten mir genau, worauf ich als „Hundekrankenschwester“ achten musste. Beim kleinsten Anzeichen einer Verschlechterung sollte ich sofort zurück in die Klinik fahren. Außerdem standen weiterhin regelmäßige Blutkontrollen an. Sollte der Hämokritwert erneut sinken, würde Bob weitere Blutspender benötigen.

Nach der Bluttransfusion stieg sein Hämokritwert von 15,3 auf 18. Eigentlich immer noch viel zu niedrig, um einen Hund aus der Klinik zu entlassen. Trotzdem durfte er mit mir gehen.

Die Familie des Spenderhundes nahm uns zunächst bei sich auf. Bei Temperaturen von fast 40 Grad war selbst in meinem eVan keine ausreichende Kühlung mehr möglich. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Gleichzeitig begann die Suche nach weiteren Blutspendern. Da Bob zunächst „positives Blut“ erhalten hatte, musste auch eine mögliche zweite Bluttransfusion wieder von einem Hund mit positiver Blutgruppe stammen. Das Problem: Die wenigsten Hundehalter kennen die Blutgruppe ihres Hundes. Im Ernstfall müssen deshalb oft mehrere Hunde kommen und getestet werden.

Meine eMobilitäts-, Lauf- und veganen Communities waren einfach unglaublich. Innerhalb kürzester Zeit meldete sich tatsächlich eine Hundehalterin aus dem Raum Frankfurt, deren Hund die passende Blutgruppe hatte und sofort losgefahren wäre, um Bob zu helfen. Diese Hilfsbereitschaft hat mich zutiefst berührt.

Am nächsten Tag stand die nächste Blutkontrolle an. Die Nacht war alles andere als gut, aber Bob begann endlich wieder zu fressen.

Und tatsächlich: Sein Hämokritwert war von 18 auf 22 gestiegen. Noch immer ein kritischer Wert, aber wir konnten dem vorgesehenen Spenderhund für diesen Tag erst einmal absagen.

Von da an ging es weiter bergauf.

Nur zwei Tage später war der Wert bereits von 22 auf unglaubliche 32 gestiegen! Bobs Normalwert liegt bei etwa 39.

Parallel dazu kehrten auch seine Lebensgeister zurück. Er fing wieder an zu hüpfen, zu rennen und zu spielen. Für eine Hundemama, die kurz davor war, ihren besten Freund zu verlieren, sind solche Momente unbeschreiblich.

Doch eine Frage bleibt bis heute offen: Was war eigentlich die Ursache für diesen massiven Blutverlust?

Wir tappen weiterhin im Dunkeln.

Fest steht lediglich, dass Bob am Abend, bevor er das Fressen einstellte und es ihm so schlecht ging, ein Schnitzel bekommen hatte. Eine Tierärztin vermutete zunächst eine mögliche Schweinefleischallergie – eine Erklärung, da Bob aus Marokko stammt und dort nie Schweinefleisch gefressen hat. Später stellte sich jedoch heraus, dass es gar kein Schweineschnitzel, sondern Kalbfleisch gewesen war.

Damit stehen wir wieder am Anfang.

Zum Glück scheinen die Magentabletten anzuschlagen. Bob verliert kein Blut mehr und bildet inzwischen wieder ausreichend eigenes.

Dieser Albtraum ist noch einmal gut ausgegangen. Er hat mir aber auch gezeigt, wie unglaublich wichtig ein funktionierendes Netzwerk ist.

Mein größter Dank gilt dem Spenderhund und seiner Familie, den Menschen, die unseren Blutspender-Notruf geteilt haben, allen, die uns in diesen schweren Tagen unterstützt haben, und ganz besonders dem finanziellen Unterstützer. Die Behandlungskosten beliefen sich auf rund 4.000 Euro.

Nicht jeder kann eine solche Summe aufbringen. Und genau das bedeutet für viele Hunde leider, dass am Ende nur noch die Einschläferung bleibt. Diesen Gedanken auszusprechen, tut weh. Ich bin dankbar, dass Bob diese Chance bekommen hat.

Ebenso danke ich von Herzen für die kühlen Räumlichkeiten, in denen wir während der fast 40 Grad heißen Tage unterkommen durften.

Jetzt hoffe ich, dass es weiter bergauf geht.

Denn eigentlich steht bereits Mitte Juli Baydas nächste Krebsoperation an, welche wir aber erst schaffen im August durchzuführen.

Bitte drückt meinem kleinen Krebs-Warrior weiterhin ganz fest die Daumen, dass er auch seine vierte Krebsoperation gut übersteht.

DRINGEND LEBENSRETTER FÜR BOB GESUCHT. JETZT!

Es ging alles sehr schnell.

Bob wurde zunehmend schwächer. Am Ende waren seine Schleimhäute fast weiß – Zunge und Zahnfleisch wirkten regelrecht blutleer. Meine Angst war riesig und sie ist bis jetzt geblieben.

Bereits um 7:00 Uhr morgens waren wir beim Tierarzt, um 8:00 Uhr wurden wir als Notfall behandelt. Die Blutwerte zeigten sofort einen extrem kritischen Zustand. Ohne Zeit zu verlieren wurden mehrere Tierkliniken in Frankfurt und Gießen kontaktiert, um einen Platz für Bob zu finden.

Schließlich fuhren wir direkt nach Frankfurt. Dort angekommen, sahen wir eine überfüllte Klinik und wurden informiert, dass Hunde dort im Triage-System nach Dringlichkeit aufgenommen werden. Bob war bereits als akuter Notfall angemeldet – und wurde entsprechend priorisiert.

Sein Zustand war lebensbedrohlich. Die Schleimhäute waren nahezu vollständig entfärbt. Kurz darauf kam das Triage-Team direkt zu uns. Die Einschätzung war eindeutig: Bob braucht sofort eine Bluttransfusion. Jede Minute zählt.

Während ich nur noch funktionierte, wurde parallel alles organisiert. Ein Spenderhund wurde gesucht. Gute Freunde aus der Region südlich von Wiesbaden machten sich sofort auf den Weg – mit ihrem Hund, trotz der rund 1,5 Stunden Anfahrt.

In der Zwischenzeit wurde Bob mehrfach geröntgt, um die Ursache des Blutverlustes zu finden. Leider blieb sie unklar. Da sein Kot schwarz war und somit auf innere Blutungen hindeutete, wurde ein Verdacht auf den Magen-Darm-Trakt gelegt. Bob bekam sofort Magenschutz und wurde stationär aufgenommen.

Die Situation fühlte sich an, als würde alles gleichzeitig passieren – zu schnell, zu viel, zu überwältigend.

Dann kam der Spenderhund. Obwohl er eigentlich nicht alle idealen Kriterien erfüllte (Auslandshund, erst seit zwei Jahren in Deutschland), blieb keine Alternative: Die Klinik hatte kein Blut mehr. Die Entscheidung war klar – entweder dieses Blut oder Bob hätte keine Chance.

Der Spenderhund wurde gründlich untersucht, die Blutwerte waren stabil und geeignet. Über 400 ml Blut wurden entnommen und direkt zu Bob gebracht. Die Transfusion sollte mindestens fünf Stunden dauern.

Ich durfte ihn in dieser Zeit nicht sehen. Man sagte mir, ich würde nur informiert werden, falls sich sein Zustand verschlechtert.

Falls sich seine Blutwerte am nächsten Tag nicht stabilisieren, würden weitere Spenderhunde aus dem Raum Frankfurt benötigt werden.

Währenddessen versuchte ich selbst, irgendwie den Überblick zu behalten. Es war heiß, alles war zu viel. Ich versuchte einen Moment Ruhe zu finden und gleichzeitig über mein Netzwerk weitere mögliche Spenderhunde zu organisieren.

Und dann geschah etwas, das mir Hoffnung gab: Innerhalb der Communities wurde mein Aufruf weitergetragen – sogar über Influencer auf YouTube. So konnte bereits ein weiterer Spenderhund für den nächsten Tag organisiert werden. Auch für Donnerstag gibt es möglicherweise eine Zusage. Aus der veganen Community kam ebenfalls Unterstützung.

Diese Welle der Hilfe hat mich überwältigt. Alleine hätte Bob das nicht überstanden.

Gleichzeitig bleibt die wichtigste Frage offen: Was ist die Ursache für den massiven Blutverlust? Und wird Bob stabil bleiben?

Ich selbst begleite seit einem Jahr meine Krebshündin Bayda, was diese Situation zusätzlich emotional sehr schwer macht. Auf Bob war ich nicht vorbereitet. Es ist einfach alles zu viel gewesen.

Trotzdem bin ich dankbar. Mein Hund wurde zumindest für heute durch viele Menschen, Netzwerke und Gemeinschaften gerettet – auch finanziell. Dafür fehlen mir fast die Worte.

Bob fehlt mir sehr. Er ist in der Klinik, ohne mich, und ich weiß, wie schwer das für ihn sein muss – und auch für mich ist es kaum auszuhalten.

Ich hoffe sehr auf einen positiven Anruf morgen.

Maxus EV80 – elektrischer Transporter / eCamper zu verkaufen

Ein Maxus EV80 steht zum Verkauf. Ja, der Name kommt euch vielleicht bekannt vor – es ist genau der Elektrotransporter, den ich selbst als eVan nutze. Der gleiche, aber nicht derselbe.

Das Fahrzeug ist Baujahr und erstmals zugelassen 2017 und hat einen Kilometerstand von 314.500 km. Die realistische Reichweite liegt bei bis zu 120 km. Der TÜV ist gültig bis 12/2027.

Als Einstiegsfahrzeug zum eCamper-Ausbau kann ich den Maxus EV80 grundsätzlich weiterempfehlen – mit wichtigen Einschränkungen, die man kennen sollte:

MAXUS selbst bietet für dieses Modell inzwischen kaum noch technische Unterstützung. Dafür gibt es eine sehr aktive Community, die sich gegenseitig intensiv über eine WhatsApp-Gruppe hilft – das ist in der Praxis oft die wichtigste „Werkstatt“.

Auch beim Laden gibt es Besonderheiten: An einigen neueren DC-Schnellladern, zum Beispiel bestimmten Alpitronic-Säulen, kann dieses Fahrzeug nicht mehr laden. Laden über Typ 2 funktioniert jedoch zuverlässig. Für eine volle Ladung von ca. 30 kWh benötigt man etwa 6,5 Stunden – also ideal für eine Übernachtungspause.

Wer Zeit mitbringt und Freude am Abenteuer hat, findet hier ein spannendes Fahrzeug. Ich selbst bin mit dem Maxus EV80 bereits bis nach Gambia gefahren – er hat sich dabei als zuverlässiger Reisebegleiter bewiesen.

Das Fahrzeug ist ab Ende Juli für 3.500 Euro zu haben.

Bei Interesse gerne melden: info@twikingfuture.blog

New Chapter: From biking to twiking to court to eCAMPING

Von Biking über Twiking und Court zum eCamping

Schon vor einiger Zeit habe ich – ohne viele Worte darüber zu verlieren – den bisherigen Blogtitel von twikingfuture von „from biking to twiking to court“ um das Thema eCamping erweitert.

Der Weg dorthin war lang, spannend, aufregend, wunderschön – aber nicht immer einfach. Heute bin ich erneut in einer Nische angekommen, die mich mit voller Leidenschaft erfüllt.

Ich erinnere mich noch gut an die Frage während meines Studiums, was ich denn einmal mit meinem Mathematikstudium – ergänzt durch Volkswirtschaft und Geographie – machen möchte. Ehrlich gesagt hatte ich darauf nie eine wirklich passende Antwort. Rückblickend musste ich sie auch gar nicht haben. Denn alles, was ich seitdem gemacht habe, waren Pionierprojekte, die sich Schritt für Schritt entwickelt haben.

Selbst das „Court“-Projekt war wohl ein solches Pionierprojekt. Bis heute kenne ich niemanden, der bereits zweimal mit beziehungsweise gegen seinen Arbeitgeber vor einem Landesarbeitsgericht stand und insgesamt mehr als 20 Gerichtsverfahren geführt hat – und weitere werden leider immer noch folgen. Erst durch die erste Etappe des „Bikings“ kam ich überhaupt zum „Twiking“. Über dessen Arbeitgeber wiederum begann 2021 mein persönlicher „Ultramarathon-Gerichtsprozess“. Und genau dadurch öffnete sich schließlich die Tür zum eCamping.

Diese Tür habe ich dankbar angenommen, bin hindurchgegangen – und voilà: Hier bin ich.

Rückblickend hätte mir kaum etwas Besseres passieren können. Lediglich der Weg dorthin hätte etwas weniger steinig sein dürfen. Andererseits lernt man gerade auf diesen schwierigen Wegen oft die interessantesten und inspirierendsten Menschen kennen.

Am wertvollsten war und ist für mich jedoch die intensive Zeit, die ich weiterhin mit meinen beiden Seniorenhunden verbringen darf. Mit 14 und 15 Jahren begleiten sie mich noch immer auf meinem Weg – und teilen sogar die Leidenschaft für unsere neue Welt des eCampings.

Viele Freunde aus der TWIKE-Community, in der ich als TWIKE-Pilotin nach wie vor fest verwurzelt bin, konnte ich in meine neue Community mitnehmen. Darüber freue ich mich sehr. Gleichzeitig bin ich weiterhin eng mit der eMobility-Community verbunden – heute sogar intensiver als zuvor und mit viel Potenzial für die Zukunft.

Für mich ist eCamping eine konsequente Erweiterung des LOHAS-Lebensstils. LOHAS steht für „Lifestyle of Health and Sustainability“ und beschreibt eine Lebensweise, die Gesundheit, Nachhaltigkeit und bewusstes Handeln miteinander verbindet.

Durch das eCamping kann ich diese Werte heute noch intensiver leben als zu meinen reinen „Twiking“-Zeiten. Gleichzeitig erreiche ich damit deutlich mehr Menschen als innerhalb der vergleichsweise kleinen Twiking-Bubble.

Zugegeben: Ich bin ein echter „Bubble-Mensch“. Viele meiner Interessen bewegen sich seit jeher in kleineren Nischen unserer Gesellschaft. Umso mehr freue ich mich, nun Teil einer größeren Community zu sein – einer Community, die aus meiner Sicht nicht nur realistischer, sondern auch zukunftsorientierter ist und enormes Potenzial besitzt.

Mein herzlicher Dank gilt allen Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet haben – insbesondere seit Beginn des „Court“-Marathons. Und ebenso danke ich allen, die mich heute auf meinem Weg im eCamping unterstützen, inspirieren und begleiten.

Let’s LOHAS!

4. Internationales Microlinotreffen

Anfang Juni fand das vierte internationale Microlino-Treffen statt – mit zahlreichen „kunterbunten“ Knutschkugeln und einer ebenso farbenfrohen Stimmung. Nicht nur die Bilder bleiben in Erinnerung, sondern vor allem der Austausch unter den Teilnehmenden, der mich stark an die früheren, größeren TWIKE-Pilottreffen erinnert hat. Damals kamen TWIKE-Fahrer aus vielen verschiedenen Ländern zusammen – eine Zeit, die mir bis heute sehr positiv in Erinnerung geblieben ist.

Umso schöner ist es zu sehen, dass die Microlino-Piloten diese Tradition auf ihre eigene Weise weiterleben. Besonders bemerkenswert war dabei die internationale Beteiligung: Der wohl am weitesten angereiste Teilnehmer kam aus Ungarn.

Den inoffiziellen Titel für die längste „Urlaubsreise“ sichern sich jedoch zwei mir persönlich bekannte Microlino-Fahrer. Sie haben tatsächlich den Weg mit ihren beiden Fahrzeugen bis in die Sahara auf sich genommen – eine beeindruckende Tour, die echten Pioniergeist zeigt.

Mein Herz schlägt weiterhin für diesen eMobilitäts-Pioniergeist, insbesondere dann, wenn er mit kleinen, effizienten Fahrzeugen gelebt wird. Ein herzliches Dankeschön an euch beide – eure Reise und euer Spirit haben mir große Freude bereitet.

Link: Wochenblatt.ch: Ein Haufen kunterbunter Knutschkugeln (04.06.2026)

Leichtelektromobilität zwischen Vision und Flop: Das dreirädrige eMobil mit Pedalen

Der PS.SPEICHER stellt diesen Juni das E-Mobilitäts-„Objekt des Monats“ vor: den Sinclair C5 – ein dreirädriges Elektrofahrzeug mit Pedale aus den 1980er-Jahren, das seiner Zeit eigentlich voraus sein wollte.

Entwickelt vom britischen Erfinder Sir Clive Sinclair, sollte der C5 eine günstige, einfache und emissionsarme Alternative für urbane Mobilität sein. Mit Elektroantrieb, Pedalunterstützung und einer maximalen Geschwindigkeit von rund 25 km/h war die Idee klar: Mobilität für alle, besonders im Stadtverkehr.

Doch die Realität sah anders aus. Der C5 wurde schnell zum kommerziellen Flop: geringe Reichweite, Sicherheitsbedenken, fehlender Wetterschutz und ein insgesamt ungewohntes Fahrgefühl führten dazu, dass sich das Fahrzeug kaum durchsetzen konnte. Nur rund 14.000 Einheiten wurden produziert, viele davon blieben unverkauft.

Heute bewertet der PS.SPEICHER den C5 neu: nicht nur als Scheitern, sondern als spannenden Vorläufer moderner E-Mobilitätsideen. Viele der damaligen Fragen – etwa zu nachhaltigem Stadtverkehr, Energieeffizienz und alternativen Fahrzeugkonzepten – sind aktueller denn je.

Die integrierten Pedale sind nicht jedermanns Sache. Doch danach kam der Renault Twizy und aktuell versucht Microlino sich auf dem Markt zu behaupten. Leichtelektromobilität hat nicht nur eine Daseinsberechtigung, sondern ist 2026 unabdinglich.

Auch die Parallelen mit dem TWIKE sind sehr spannend. Dieses ebenfalls dreirädrige Dreirad mit Pedalen wurde bereits 1986 auf der Expo in Kanada ausgestellt wurde. Allerdings wurden lediglich knapp über 1000 Fahrzeuge gebaut in ca. 25 Jahren und die Produktion musste 2019 eingestellt werden. Immerhin fahren immer noch knapp 600 TWIKE Piloten auf den Strassen. Leider wird die Community immer kleiner, doch ich bin weiterhin dankbar ein Teil davon zu sein. Denn die meisten TWIKE Piloten haben verstanden, dass oftmals ein Fahrzeug mit zwei Sitzplätzen ausreicht. Um die Pedalerie kann man sich streiten. Viele pedalieren nicht mit aber präferieren die Pedale, da man die Füße während der Fahrt auflegen kann und eine angenehmere Sitzposition hat. Das man sich während einer Autofahrt sportlich bewegen sollte sehe ich kritisch. Mir persönlich wäre es lieber, wenn sich die Menschen die Zeit nehmen um wirklich draußen in der Natur sich richtig zu bewegen. Die Pedalerie im Fahrzeug hat mich noch nie ins Schwitzen gebracht und im Stadtverkehr sehe ich es als kritisch an.

Doch jedes dieser Leichtfahrzeuge trägt zu einer „Gegendemo“ gegen das oftmals unnötige Aufrüsten im Verkehr bei.

Link zum Artikel: PS.Speicher: Emobilität zwischen Vision und Flop (Juni 2026)

Doch nicht krebsfrei!

Heute ging es zu einem spanischen Tierarzt nach Albacete, um Bayda und Bob die Fäden ziehen zu lassen. Keine besondere Empfehlung, wir hatten die Praxis einfach über Google Maps gefunden. Schließlich sollte es ja nur ums Fädenziehen gehen. Dachten wir zumindest.

Dann klingelte das Telefon.

Unsere Tierärztin aus Portugal war dran. Die Ergebnisse der Untersuchung von Baydas Lymphknoten waren eingetroffen. Leider wurden bösartige Zellen gefunden. Die einzige gute Nachricht: Sie sind ummantelt. Dennoch empfiehlt sie uns Mitte Juli eine weitere Operation.

Bayda hat absolute Priorität.

Allerdings steht bei mir im Juli auch die jährliche Transplantat-Untersuchung an. Sobald diese abgeschlossen ist, werden wir direkt losfahren. Mitten in der Sommerhochsaison, mitten in der größten Hitze. Aber das spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass sich der Krebs nicht weiter ausbreitet und insbesondere nicht die Lunge erreicht.

Vor diesem Anruf waren wir noch voller Zuversicht. Einfach die Fäden ziehen lassen und das Kapitel endgültig abschließen. So hatten wir es uns vorgestellt.

Nun also zum Tierarzt in Albacete.

Wie so oft befinden sich die Tierarztpraxen mitten in der Innenstadt. Parkplätze sind dort Mangelware. Doch diesmal hatten wir Glück: Direkt vor der Praxis war ein Platz frei, und wir kamen sogar sofort dran.

Bob mochte den Tierarzt auf Anhieb. Seine Fäden waren schnell entfernt und die Sache erledigt.

Bei Bayda sah das anders aus. Sie vertraut ausschließlich unserer Tierärztin in Portugal. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Behandlung. Die Fäden saßen sehr fest, und weder Bayda noch der Tierarzt schienen die nötige Geduld für diesen langen „Reißverschluss“ aus Nähten aufzubringen.

Schließlich bekam Bayda eine Spritze und schlief wenige Minuten später ein. Nun konnte der Tierarzt in Ruhe die komplette Bauchnaht entfernen. Anschließend erhielt sie eine weitere Spritze, um wieder aufzuwachen.

Ich war ziemlich beunruhigt, denn sie tat sich schwer, zurückzukommen. Umso erleichterter war ich, als sie schließlich die Augen öffnete.

Doch damit begann unser eigentlicher Albtraum.

Während der Weiterfahrt schrie Bayda ununterbrochen. Es war kaum auszuhalten, und ich kam langsam an meine Grenzen. Wir brachen die Fahrt ab und suchten eine Wiese auf, damit sie sich ausruhen konnte. Doch selbst dort fand sie keine Ruhe.

Hatte sie Schmerzen? Waren es Nebenwirkungen der Spritzen?

Ich wusste es nicht und informierte sofort unsere Tierärztin. Auch sie war besorgt.

Bayda ist mittlerweile 15 Jahre jung. In meinem Kopf kreisten die Gedanken. Wir hatten bis hierhin alles geschafft – und nun das?

Erst gegen Abend, nach einer gefühlten Ewigkeit, wurde sie langsam ruhiger. Es war ein Tag, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Später fand ich noch eine Lademöglichkeit mitten auf einer Golfanlage. Und wie erwartet: Bayda liebt das satte Grün der Golfplätze über alles.

Am nächsten Morgen konnte sie genau das genießen. Als sie aufwachte, blickte sie auf endlose grüne Flächen – und wir waren einfach nur dankbar, dass es ihr wieder besser ging.

Pfingsten einmal komplett anders


Wir sind irgendwo im Nirgendwo mitten in Spanien unterwegs – auf der Strecke von Lissabon nach Valencia. Einige der Ladepunkte, die wir bereits vom letzten Jahr kennen, steuern wir erneut an. Zum Beispiel die kleine Bar mit der Ladesäule davor. Hier hat man einfach alles im Blick: die Hunde, den eVan und das entspannte Treiben drumherum. Dazu gibt es kalte Getränke und Tapas. Sobald die letzten Gäste gegangen sind, wird es herrlich ruhig – perfekt zum Übernachten.

Am nächsten Morgen wacht man direkt neben einem kleinen Teich auf. Ideal für die Hunde und natürlich auch fürs Frauchen. Nur etwa 30 Kilometer weiter liegt außerdem einer unserer liebsten Triathlonspots. Wer früh genug am Parkplatz ankommt, ergattert sogar noch etwas Schatten. Dann kann es direkt losgehen mit Hundejoggen, Biken und anschließendem Schwimmen. Dieses Mal allerdings ohne die Bike-Einheit. Trotzdem: immer wieder wunderschön dort.

Statt weiter über die Schnellstraße zu fahren, möchte ich diesmal die Gegend etwas intensiver erkunden. Ziel ist zunächst eine Typ-2-Ladesäule. Etwas weiter entfernt gäbe es zwar auch eine DC-Schnellladesäule, doch die Anzeige von 200 kW macht mich skeptisch. Zu oft hat der eVan an bestimmten Schnellladern Probleme gemacht. Also wird erst einmal gemütlich an der Typ-2-Säule genuckelt.

Doch die Neugier siegt. Wer weiß, ob wir irgendwann noch einmal hier vorbeikommen – also besser jetzt testen, ob die 200-kW-Station mitten in der Pampa funktioniert. Und tatsächlich: Sie funktioniert! Offenbar kommunizieren die Ladesäulen von TOTAL Energies deutlich besser mit dem Maxus als die von Iberdrola.

In Ciudad Real kam dann allerdings das absolute Worst-Case-Szenario. Einige Typ-2-Lader waren wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb, andere ausschließlich Hotelgästen vorbehalten oder nur in Tiefgaragen zugänglich. Gleichzeitig scheint Iberdrola hier beinahe ein Monopol auf die DC-Ladesäulen zu haben.

Also versuchte ich mein Glück bei einem Supermarkt. Doch in Spanien sind viele Supermärkte sonntags geschlossen – und oft zusätzlich durch Tore abgesperrt, sodass auch die Ladesäulen außerhalb der Öffnungszeiten nicht erreichbar sind. Genau so war es auch hier.

Ich beschloss daher, am nächsten Morgen wiederzukommen. Es fehlten lediglich 30 Kilometer bis zur nächsten sicheren DC-Ladesäule und etwa 15 Kilometer bis zu einer eher fragwürdigen Schnelllademöglichkeit ohne Typ-2-Option. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich allerdings selbst nur noch rund 15 Kilometer Restreichweite. Zu riskant.

Der Supermarkt sollte um 9 Uhr öffnen. Vorher ging ich noch mit den Hunden spazieren und wunderte mich bereits, warum alles so ruhig war. Dann fiel der Groschen: Pfingstmontag! Ich hatte den Feiertag komplett übersehen.

Damit war klar: kein Laden, kein Wasser, keine Donuts für Baydas Medikamente und auch kein Essen.

Also griff ich zur Electromaps-App. Eigentlich nutze ich sie nur selten, doch manchmal zeigt sie eben doch noch andere Ladestationen an. So auch diesmal. Ich fuhr zur angegebenen Tankstelle – nur um festzustellen, dass die Ladesäule längst nicht mehr existierte. Genau das ist leider häufig das Problem bei Electromaps: Sie waren echte Pioniere, wirken inzwischen aber oft teuer und unzuverlässig.

Immerhin zeigte die App noch eine weitere 7-kW-Ladesäule an. Ich brauchte schließlich nur etwa 30 Kilometer Reichweite. Problematisch war lediglich die dafür notwendige Ladezeit von mehreren Stunden.

Und dann stand ich schon wieder vor einer Schranke: Zutritt nur für Mitglieder. Ein Fitnessstudio.

Aber laden musste ich – egal wie.

Also erklärte ich an der Rezeption meine kleine Challenge. In solchen Momenten bin ich wirklich dankbar für mein Spanisch. Die Lösung: eine Tagesmitgliedschaft.

Und so hat mir die Electromaps-App am Ende doch noch geholfen. Ja, eigentlich kann ich mit Muckibuden überhaupt nichts anfangen – aber die Gelegenheit, mal wieder alle Muskelgruppen zu aktivieren, habe ich trotzdem genutzt. Dazu gab es sogar ein 25-Meter-Schwimmbecken. Gar kein schlechter Deal.

Den eVan konnte ich währenddessen entspannt offen stehen lassen, Wassernachschub gab es ebenfalls, und schließlich ging es mit rund 40 Kilometern zusätzlicher Reichweite weiter.

Interessant wurde es dann noch einmal am Abend: In einer kleineren Stadt entdeckten wir tatsächlich einen geöffneten Supermarkt – trotz Feiertag. Natürlich haben wir direkt angehalten. Kurz darauf sahen wir sogar noch weitere geöffnete Discounter.

Da versteht man plötzlich wirklich nur noch Spanisch.