
Wir sind irgendwo im Nirgendwo mitten in Spanien unterwegs – auf der Strecke von Lissabon nach Valencia. Einige der Ladepunkte, die wir bereits vom letzten Jahr kennen, steuern wir erneut an. Zum Beispiel die kleine Bar mit der Ladesäule davor. Hier hat man einfach alles im Blick: die Hunde, den eVan und das entspannte Treiben drumherum. Dazu gibt es kalte Getränke und Tapas. Sobald die letzten Gäste gegangen sind, wird es herrlich ruhig – perfekt zum Übernachten.


Am nächsten Morgen wacht man direkt neben einem kleinen Teich auf. Ideal für die Hunde und natürlich auch fürs Frauchen. Nur etwa 30 Kilometer weiter liegt außerdem einer unserer liebsten Triathlonspots. Wer früh genug am Parkplatz ankommt, ergattert sogar noch etwas Schatten. Dann kann es direkt losgehen mit Hundejoggen, Biken und anschließendem Schwimmen. Dieses Mal allerdings ohne die Bike-Einheit. Trotzdem: immer wieder wunderschön dort.

Statt weiter über die Schnellstraße zu fahren, möchte ich diesmal die Gegend etwas intensiver erkunden. Ziel ist zunächst eine Typ-2-Ladesäule. Etwas weiter entfernt gäbe es zwar auch eine DC-Schnellladesäule, doch die Anzeige von 200 kW macht mich skeptisch. Zu oft hat der eVan an bestimmten Schnellladern Probleme gemacht. Also wird erst einmal gemütlich an der Typ-2-Säule genuckelt.


Doch die Neugier siegt. Wer weiß, ob wir irgendwann noch einmal hier vorbeikommen – also besser jetzt testen, ob die 200-kW-Station mitten in der Pampa funktioniert. Und tatsächlich: Sie funktioniert! Offenbar kommunizieren die Ladesäulen von TOTAL Energies deutlich besser mit dem Maxus als die von Iberdrola.

In Ciudad Real kam dann allerdings das absolute Worst-Case-Szenario. Einige Typ-2-Lader waren wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb, andere ausschließlich Hotelgästen vorbehalten oder nur in Tiefgaragen zugänglich. Gleichzeitig scheint Iberdrola hier beinahe ein Monopol auf die DC-Ladesäulen zu haben.
Also versuchte ich mein Glück bei einem Supermarkt. Doch in Spanien sind viele Supermärkte sonntags geschlossen – und oft zusätzlich durch Tore abgesperrt, sodass auch die Ladesäulen außerhalb der Öffnungszeiten nicht erreichbar sind. Genau so war es auch hier.
Ich beschloss daher, am nächsten Morgen wiederzukommen. Es fehlten lediglich 30 Kilometer bis zur nächsten sicheren DC-Ladesäule und etwa 15 Kilometer bis zu einer eher fragwürdigen Schnelllademöglichkeit ohne Typ-2-Option. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich allerdings selbst nur noch rund 15 Kilometer Restreichweite. Zu riskant.
Der Supermarkt sollte um 9 Uhr öffnen. Vorher ging ich noch mit den Hunden spazieren und wunderte mich bereits, warum alles so ruhig war. Dann fiel der Groschen: Pfingstmontag! Ich hatte den Feiertag komplett übersehen.
Damit war klar: kein Laden, kein Wasser, keine Donuts für Baydas Medikamente und auch kein Essen.
Also griff ich zur Electromaps-App. Eigentlich nutze ich sie nur selten, doch manchmal zeigt sie eben doch noch andere Ladestationen an. So auch diesmal. Ich fuhr zur angegebenen Tankstelle – nur um festzustellen, dass die Ladesäule längst nicht mehr existierte. Genau das ist leider häufig das Problem bei Electromaps: Sie waren echte Pioniere, wirken inzwischen aber oft teuer und unzuverlässig.
Immerhin zeigte die App noch eine weitere 7-kW-Ladesäule an. Ich brauchte schließlich nur etwa 30 Kilometer Reichweite. Problematisch war lediglich die dafür notwendige Ladezeit von mehreren Stunden.
Und dann stand ich schon wieder vor einer Schranke: Zutritt nur für Mitglieder. Ein Fitnessstudio.
Aber laden musste ich – egal wie.
Also erklärte ich an der Rezeption meine kleine Challenge. In solchen Momenten bin ich wirklich dankbar für mein Spanisch. Die Lösung: eine Tagesmitgliedschaft.

Und so hat mir die Electromaps-App am Ende doch noch geholfen. Ja, eigentlich kann ich mit Muckibuden überhaupt nichts anfangen – aber die Gelegenheit, mal wieder alle Muskelgruppen zu aktivieren, habe ich trotzdem genutzt. Dazu gab es sogar ein 25-Meter-Schwimmbecken. Gar kein schlechter Deal.
Den eVan konnte ich währenddessen entspannt offen stehen lassen, Wassernachschub gab es ebenfalls, und schließlich ging es mit rund 40 Kilometern zusätzlicher Reichweite weiter.
Interessant wurde es dann noch einmal am Abend: In einer kleineren Stadt entdeckten wir tatsächlich einen geöffneten Supermarkt – trotz Feiertag. Natürlich haben wir direkt angehalten. Kurz darauf sahen wir sogar noch weitere geöffnete Discounter.
Da versteht man plötzlich wirklich nur noch Spanisch.


























