
Heute ging es zu einem spanischen Tierarzt nach Albacete, um Bayda und Bob die Fäden ziehen zu lassen. Keine besondere Empfehlung, wir hatten die Praxis einfach über Google Maps gefunden. Schließlich sollte es ja nur ums Fädenziehen gehen. Dachten wir zumindest.
Dann klingelte das Telefon.
Unsere Tierärztin aus Portugal war dran. Die Ergebnisse der Untersuchung von Baydas Lymphknoten waren eingetroffen. Leider wurden bösartige Zellen gefunden. Die einzige gute Nachricht: Sie sind ummantelt. Dennoch empfiehlt sie uns Mitte Juli eine weitere Operation.
Bayda hat absolute Priorität.
Allerdings steht bei mir im Juli auch die jährliche Transplantat-Untersuchung an. Sobald diese abgeschlossen ist, werden wir direkt losfahren. Mitten in der Sommerhochsaison, mitten in der größten Hitze. Aber das spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass sich der Krebs nicht weiter ausbreitet und insbesondere nicht die Lunge erreicht.
Vor diesem Anruf waren wir noch voller Zuversicht. Einfach die Fäden ziehen lassen und das Kapitel endgültig abschließen. So hatten wir es uns vorgestellt.
Nun also zum Tierarzt in Albacete.
Wie so oft befinden sich die Tierarztpraxen mitten in der Innenstadt. Parkplätze sind dort Mangelware. Doch diesmal hatten wir Glück: Direkt vor der Praxis war ein Platz frei, und wir kamen sogar sofort dran.
Bob mochte den Tierarzt auf Anhieb. Seine Fäden waren schnell entfernt und die Sache erledigt.
Bei Bayda sah das anders aus. Sie vertraut ausschließlich unserer Tierärztin in Portugal. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Behandlung. Die Fäden saßen sehr fest, und weder Bayda noch der Tierarzt schienen die nötige Geduld für diesen langen „Reißverschluss“ aus Nähten aufzubringen.
Schließlich bekam Bayda eine Spritze und schlief wenige Minuten später ein. Nun konnte der Tierarzt in Ruhe die komplette Bauchnaht entfernen. Anschließend erhielt sie eine weitere Spritze, um wieder aufzuwachen.
Ich war ziemlich beunruhigt, denn sie tat sich schwer, zurückzukommen. Umso erleichterter war ich, als sie schließlich die Augen öffnete.
Doch damit begann unser eigentlicher Albtraum.
Während der Weiterfahrt schrie Bayda ununterbrochen. Es war kaum auszuhalten, und ich kam langsam an meine Grenzen. Wir brachen die Fahrt ab und suchten eine Wiese auf, damit sie sich ausruhen konnte. Doch selbst dort fand sie keine Ruhe.
Hatte sie Schmerzen? Waren es Nebenwirkungen der Spritzen?
Ich wusste es nicht und informierte sofort unsere Tierärztin. Auch sie war besorgt.
Bayda ist mittlerweile 15 Jahre jung. In meinem Kopf kreisten die Gedanken. Wir hatten bis hierhin alles geschafft – und nun das?
Erst gegen Abend, nach einer gefühlten Ewigkeit, wurde sie langsam ruhiger. Es war ein Tag, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Später fand ich noch eine Lademöglichkeit mitten auf einer Golfanlage. Und wie erwartet: Bayda liebt das satte Grün der Golfplätze über alles.
Am nächsten Morgen konnte sie genau das genießen. Als sie aufwachte, blickte sie auf endlose grüne Flächen – und wir waren einfach nur dankbar, dass es ihr wieder besser ging.































