
Es ist einfach unglaublich.
Wieder einmal sitze ich auf dem Parkplatz der Tierklinik und warte. Heute Morgen ging alles erstaunlich schnell. Ich brachte Bayda hinein und hörte anschließend stundenlang nichts mehr. Irgendwann ging ich deshalb davon aus, dass die Röntgenaufnahmen keine Metastasen in der Lunge gezeigt hatten, die Blutwerte für die Operation ausreichten und der Eingriff bereits begonnen hatte.
Diese Stunden des Wartens sind jedes Mal zermürbend. Zum Glück gelang es mir diesmal, mich zumindest für eine Weile in meine Arbeit zu vertiefen. Doch je mehr Zeit verging, desto größer wurden die Nervosität und die Ungewissheit. Während ich gerade mit einer Freundin telefonierte, kam endlich die erlösende Nachricht: Alles sei gut verlaufen, die Tierärztin würde mich gleich anrufen.
Das Telefonat bestätigte meine Hoffnung. Keine Anzeichen von Krebs in der Lunge, die Blutwerte waren gut und die Operation verlief erfolgreich. Allerdings entdeckte die Tierärztin noch einen weiteren kleinen Knoten. Davon wurde eine Probe entnommen. Nach ihrer Einschätzung handelt es sich wahrscheinlich lediglich um ein Lipom – also einen gutartigen Fettknoten. Einen solchen hatten wir während Baydas dritter Operation auch bei Bob entfernen lassen. Nun heißt es trotzdem wieder: auf das Laborergebnis warten.
Bayda schlief zu diesem Zeitpunkt noch ihren Narkoserausch aus. Ich wartete gemeinsam mit Bob im eVan und merkte plötzlich, wie die enorme Anspannung der vergangenen Tage langsam von mir abfiel. An ihre Stelle trat vor allem eines: tiefe Dankbarkeit.
In den vergangenen vier Jahren haben die zahlreichen Gerichtsprozesse und die vielen Operationen meiner Hunde mein Leben vollkommen verändert. Ich habe mich bewusst für einen minimalistischen Lebensstil im eVan entschieden. So bleiben wir flexibel und mobil. Die Hunde können immer wieder neue Orte entdecken, wir verbringen viel Zeit in der Natur und haben den Freiraum, den wir alle so dringend brauchen.
Natürlich bringt dieses Leben auch Herausforderungen mit sich. Es ist oft anstrengend und emotional belastend. Doch dank wunderbarer Menschen, spannender Projekte und vieler kleiner Lichtblicke gelingt es uns immer wieder, die Balance zu finden. Ohne diese Unterstützung würde vieles ganz anders aussehen. Wir versuchen einfach, aus den Umständen das Beste zu machen.
Am Nachmittag durfte ich Bayda endlich wieder abholen. Sie war noch völlig benommen. Die Tierärztin musste schmunzeln und sagte auf Portugiesisch sinngemäß, Bayda „schwimme noch in der Mayonnaise“ – eine Redewendung, die ich bis dahin noch nie gehört hatte.
Den Rest des Tages verschlief sie fast vollständig. In diesem Moment war ich besonders froh, dass ich kurz vor unserer Abreise noch eine Klimaanlage für den eVan besorgt hatte. Gerade an heißen Tagen ist sie nach einer Operation eine enorme Erleichterung.
Jetzt sind wir endlich wieder alle zusammen.

In zwei Tagen steht die nächste Kontrolle an. Bis dahin sollten auch die Ergebnisse der Gewebeprobe des neu entdeckten Knotens vorliegen. Und dann muss die Tierärztin sich unbedingt auch Bob ansehen, der erst vor wenigen Wochen dank einer schnellen Bluttransfusion nur knapp überlebt hat.
Heute überwiegt jedoch erst einmal ein Gefühl: Dankbarkeit. Für Bayda. Für die Tierärztin. Und dafür, dass wir diesen Tag gemeinsam geschafft haben.































