New Chapter: From biking to twiking to court to eCAMPING

Von Biking über Twiking und Court zum eCamping

Schon vor einiger Zeit habe ich – ohne viele Worte darüber zu verlieren – den bisherigen Blogtitel von twikingfuture von „from biking to twiking to court“ um das Thema eCamping erweitert.

Der Weg dorthin war lang, spannend, aufregend, wunderschön – aber nicht immer einfach. Heute bin ich erneut in einer Nische angekommen, die mich mit voller Leidenschaft erfüllt.

Ich erinnere mich noch gut an die Frage während meines Studiums, was ich denn einmal mit meinem Mathematikstudium – ergänzt durch Volkswirtschaft und Geographie – machen möchte. Ehrlich gesagt hatte ich darauf nie eine wirklich passende Antwort. Rückblickend musste ich sie auch gar nicht haben. Denn alles, was ich seitdem gemacht habe, waren Pionierprojekte, die sich Schritt für Schritt entwickelt haben.

Selbst das „Court“-Projekt war wohl ein solches Pionierprojekt. Bis heute kenne ich niemanden, der bereits zweimal mit beziehungsweise gegen seinen Arbeitgeber vor einem Landesarbeitsgericht stand und insgesamt mehr als 20 Gerichtsverfahren geführt hat – und weitere werden leider immer noch folgen. Erst durch die erste Etappe des „Bikings“ kam ich überhaupt zum „Twiking“. Über dessen Arbeitgeber wiederum begann 2021 mein persönlicher „Ultramarathon-Gerichtsprozess“. Und genau dadurch öffnete sich schließlich die Tür zum eCamping.

Diese Tür habe ich dankbar angenommen, bin hindurchgegangen – und voilà: Hier bin ich.

Rückblickend hätte mir kaum etwas Besseres passieren können. Lediglich der Weg dorthin hätte etwas weniger steinig sein dürfen. Andererseits lernt man gerade auf diesen schwierigen Wegen oft die interessantesten und inspirierendsten Menschen kennen.

Am wertvollsten war und ist für mich jedoch die intensive Zeit, die ich weiterhin mit meinen beiden Seniorenhunden verbringen darf. Mit 14 und 15 Jahren begleiten sie mich noch immer auf meinem Weg – und teilen sogar die Leidenschaft für unsere neue Welt des eCampings.

Viele Freunde aus der TWIKE-Community, in der ich als TWIKE-Pilotin nach wie vor fest verwurzelt bin, konnte ich in meine neue Community mitnehmen. Darüber freue ich mich sehr. Gleichzeitig bin ich weiterhin eng mit der eMobility-Community verbunden – heute sogar intensiver als zuvor und mit viel Potenzial für die Zukunft.

Für mich ist eCamping eine konsequente Erweiterung des LOHAS-Lebensstils. LOHAS steht für „Lifestyle of Health and Sustainability“ und beschreibt eine Lebensweise, die Gesundheit, Nachhaltigkeit und bewusstes Handeln miteinander verbindet.

Durch das eCamping kann ich diese Werte heute noch intensiver leben als zu meinen reinen „Twiking“-Zeiten. Gleichzeitig erreiche ich damit deutlich mehr Menschen als innerhalb der vergleichsweise kleinen Twiking-Bubble.

Zugegeben: Ich bin ein echter „Bubble-Mensch“. Viele meiner Interessen bewegen sich seit jeher in kleineren Nischen unserer Gesellschaft. Umso mehr freue ich mich, nun Teil einer größeren Community zu sein – einer Community, die aus meiner Sicht nicht nur realistischer, sondern auch zukunftsorientierter ist und enormes Potenzial besitzt.

Mein herzlicher Dank gilt allen Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet haben – insbesondere seit Beginn des „Court“-Marathons. Und ebenso danke ich allen, die mich heute auf meinem Weg im eCamping unterstützen, inspirieren und begleiten.

Let’s LOHAS!

4. Internationales Microlinotreffen

Anfang Juni fand das vierte internationale Microlino-Treffen statt – mit zahlreichen „kunterbunten“ Knutschkugeln und einer ebenso farbenfrohen Stimmung. Nicht nur die Bilder bleiben in Erinnerung, sondern vor allem der Austausch unter den Teilnehmenden, der mich stark an die früheren, größeren TWIKE-Pilottreffen erinnert hat. Damals kamen TWIKE-Fahrer aus vielen verschiedenen Ländern zusammen – eine Zeit, die mir bis heute sehr positiv in Erinnerung geblieben ist.

Umso schöner ist es zu sehen, dass die Microlino-Piloten diese Tradition auf ihre eigene Weise weiterleben. Besonders bemerkenswert war dabei die internationale Beteiligung: Der wohl am weitesten angereiste Teilnehmer kam aus Ungarn.

Den inoffiziellen Titel für die längste „Urlaubsreise“ sichern sich jedoch zwei mir persönlich bekannte Microlino-Fahrer. Sie haben tatsächlich den Weg mit ihren beiden Fahrzeugen bis in die Sahara auf sich genommen – eine beeindruckende Tour, die echten Pioniergeist zeigt.

Mein Herz schlägt weiterhin für diesen eMobilitäts-Pioniergeist, insbesondere dann, wenn er mit kleinen, effizienten Fahrzeugen gelebt wird. Ein herzliches Dankeschön an euch beide – eure Reise und euer Spirit haben mir große Freude bereitet.

Link: Wochenblatt.ch: Ein Haufen kunterbunter Knutschkugeln (04.06.2026)

Leichtelektromobilität zwischen Vision und Flop: Das dreirädrige eMobil mit Pedalen

Der PS.SPEICHER stellt diesen Juni das E-Mobilitäts-„Objekt des Monats“ vor: den Sinclair C5 – ein dreirädriges Elektrofahrzeug mit Pedale aus den 1980er-Jahren, das seiner Zeit eigentlich voraus sein wollte.

Entwickelt vom britischen Erfinder Sir Clive Sinclair, sollte der C5 eine günstige, einfache und emissionsarme Alternative für urbane Mobilität sein. Mit Elektroantrieb, Pedalunterstützung und einer maximalen Geschwindigkeit von rund 25 km/h war die Idee klar: Mobilität für alle, besonders im Stadtverkehr.

Doch die Realität sah anders aus. Der C5 wurde schnell zum kommerziellen Flop: geringe Reichweite, Sicherheitsbedenken, fehlender Wetterschutz und ein insgesamt ungewohntes Fahrgefühl führten dazu, dass sich das Fahrzeug kaum durchsetzen konnte. Nur rund 14.000 Einheiten wurden produziert, viele davon blieben unverkauft.

Heute bewertet der PS.SPEICHER den C5 neu: nicht nur als Scheitern, sondern als spannenden Vorläufer moderner E-Mobilitätsideen. Viele der damaligen Fragen – etwa zu nachhaltigem Stadtverkehr, Energieeffizienz und alternativen Fahrzeugkonzepten – sind aktueller denn je.

Die integrierten Pedale sind nicht jedermanns Sache. Doch danach kam der Renault Twizy und aktuell versucht Microlino sich auf dem Markt zu behaupten. Leichtelektromobilität hat nicht nur eine Daseinsberechtigung, sondern ist 2026 unabdinglich.

Auch die Parallelen mit dem TWIKE sind sehr spannend. Dieses ebenfalls dreirädrige Dreirad mit Pedalen wurde bereits 1986 auf der Expo in Kanada ausgestellt wurde. Allerdings wurden lediglich knapp über 1000 Fahrzeuge gebaut in ca. 25 Jahren und die Produktion musste 2019 eingestellt werden. Immerhin fahren immer noch knapp 600 TWIKE Piloten auf den Strassen. Leider wird die Community immer kleiner, doch ich bin weiterhin dankbar ein Teil davon zu sein. Denn die meisten TWIKE Piloten haben verstanden, dass oftmals ein Fahrzeug mit zwei Sitzplätzen ausreicht. Um die Pedalerie kann man sich streiten. Viele pedalieren nicht mit aber präferieren die Pedale, da man die Füße während der Fahrt auflegen kann und eine angenehmere Sitzposition hat. Das man sich während einer Autofahrt sportlich bewegen sollte sehe ich kritisch. Mir persönlich wäre es lieber, wenn sich die Menschen die Zeit nehmen um wirklich draußen in der Natur sich richtig zu bewegen. Die Pedalerie im Fahrzeug hat mich noch nie ins Schwitzen gebracht und im Stadtverkehr sehe ich es als kritisch an.

Doch jedes dieser Leichtfahrzeuge trägt zu einer „Gegendemo“ gegen das oftmals unnötige Aufrüsten im Verkehr bei.

Link zum Artikel: PS.Speicher: Emobilität zwischen Vision und Flop (Juni 2026)

Doch nicht krebsfrei!

Heute ging es zu einem spanischen Tierarzt nach Albacete, um Bayda und Bob die Fäden ziehen zu lassen. Keine besondere Empfehlung, wir hatten die Praxis einfach über Google Maps gefunden. Schließlich sollte es ja nur ums Fädenziehen gehen. Dachten wir zumindest.

Dann klingelte das Telefon.

Unsere Tierärztin aus Portugal war dran. Die Ergebnisse der Untersuchung von Baydas Lymphknoten waren eingetroffen. Leider wurden bösartige Zellen gefunden. Die einzige gute Nachricht: Sie sind ummantelt. Dennoch empfiehlt sie uns Mitte Juli eine weitere Operation.

Bayda hat absolute Priorität.

Allerdings steht bei mir im Juli auch die jährliche Transplantat-Untersuchung an. Sobald diese abgeschlossen ist, werden wir direkt losfahren. Mitten in der Sommerhochsaison, mitten in der größten Hitze. Aber das spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass sich der Krebs nicht weiter ausbreitet und insbesondere nicht die Lunge erreicht.

Vor diesem Anruf waren wir noch voller Zuversicht. Einfach die Fäden ziehen lassen und das Kapitel endgültig abschließen. So hatten wir es uns vorgestellt.

Nun also zum Tierarzt in Albacete.

Wie so oft befinden sich die Tierarztpraxen mitten in der Innenstadt. Parkplätze sind dort Mangelware. Doch diesmal hatten wir Glück: Direkt vor der Praxis war ein Platz frei, und wir kamen sogar sofort dran.

Bob mochte den Tierarzt auf Anhieb. Seine Fäden waren schnell entfernt und die Sache erledigt.

Bei Bayda sah das anders aus. Sie vertraut ausschließlich unserer Tierärztin in Portugal. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Behandlung. Die Fäden saßen sehr fest, und weder Bayda noch der Tierarzt schienen die nötige Geduld für diesen langen „Reißverschluss“ aus Nähten aufzubringen.

Schließlich bekam Bayda eine Spritze und schlief wenige Minuten später ein. Nun konnte der Tierarzt in Ruhe die komplette Bauchnaht entfernen. Anschließend erhielt sie eine weitere Spritze, um wieder aufzuwachen.

Ich war ziemlich beunruhigt, denn sie tat sich schwer, zurückzukommen. Umso erleichterter war ich, als sie schließlich die Augen öffnete.

Doch damit begann unser eigentlicher Albtraum.

Während der Weiterfahrt schrie Bayda ununterbrochen. Es war kaum auszuhalten, und ich kam langsam an meine Grenzen. Wir brachen die Fahrt ab und suchten eine Wiese auf, damit sie sich ausruhen konnte. Doch selbst dort fand sie keine Ruhe.

Hatte sie Schmerzen? Waren es Nebenwirkungen der Spritzen?

Ich wusste es nicht und informierte sofort unsere Tierärztin. Auch sie war besorgt.

Bayda ist mittlerweile 15 Jahre jung. In meinem Kopf kreisten die Gedanken. Wir hatten bis hierhin alles geschafft – und nun das?

Erst gegen Abend, nach einer gefühlten Ewigkeit, wurde sie langsam ruhiger. Es war ein Tag, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Später fand ich noch eine Lademöglichkeit mitten auf einer Golfanlage. Und wie erwartet: Bayda liebt das satte Grün der Golfplätze über alles.

Am nächsten Morgen konnte sie genau das genießen. Als sie aufwachte, blickte sie auf endlose grüne Flächen – und wir waren einfach nur dankbar, dass es ihr wieder besser ging.

Pfingsten einmal komplett anders


Wir sind irgendwo im Nirgendwo mitten in Spanien unterwegs – auf der Strecke von Lissabon nach Valencia. Einige der Ladepunkte, die wir bereits vom letzten Jahr kennen, steuern wir erneut an. Zum Beispiel die kleine Bar mit der Ladesäule davor. Hier hat man einfach alles im Blick: die Hunde, den eVan und das entspannte Treiben drumherum. Dazu gibt es kalte Getränke und Tapas. Sobald die letzten Gäste gegangen sind, wird es herrlich ruhig – perfekt zum Übernachten.

Am nächsten Morgen wacht man direkt neben einem kleinen Teich auf. Ideal für die Hunde und natürlich auch fürs Frauchen. Nur etwa 30 Kilometer weiter liegt außerdem einer unserer liebsten Triathlonspots. Wer früh genug am Parkplatz ankommt, ergattert sogar noch etwas Schatten. Dann kann es direkt losgehen mit Hundejoggen, Biken und anschließendem Schwimmen. Dieses Mal allerdings ohne die Bike-Einheit. Trotzdem: immer wieder wunderschön dort.

Statt weiter über die Schnellstraße zu fahren, möchte ich diesmal die Gegend etwas intensiver erkunden. Ziel ist zunächst eine Typ-2-Ladesäule. Etwas weiter entfernt gäbe es zwar auch eine DC-Schnellladesäule, doch die Anzeige von 200 kW macht mich skeptisch. Zu oft hat der eVan an bestimmten Schnellladern Probleme gemacht. Also wird erst einmal gemütlich an der Typ-2-Säule genuckelt.

Doch die Neugier siegt. Wer weiß, ob wir irgendwann noch einmal hier vorbeikommen – also besser jetzt testen, ob die 200-kW-Station mitten in der Pampa funktioniert. Und tatsächlich: Sie funktioniert! Offenbar kommunizieren die Ladesäulen von TOTAL Energies deutlich besser mit dem Maxus als die von Iberdrola.

In Ciudad Real kam dann allerdings das absolute Worst-Case-Szenario. Einige Typ-2-Lader waren wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb, andere ausschließlich Hotelgästen vorbehalten oder nur in Tiefgaragen zugänglich. Gleichzeitig scheint Iberdrola hier beinahe ein Monopol auf die DC-Ladesäulen zu haben.

Also versuchte ich mein Glück bei einem Supermarkt. Doch in Spanien sind viele Supermärkte sonntags geschlossen – und oft zusätzlich durch Tore abgesperrt, sodass auch die Ladesäulen außerhalb der Öffnungszeiten nicht erreichbar sind. Genau so war es auch hier.

Ich beschloss daher, am nächsten Morgen wiederzukommen. Es fehlten lediglich 30 Kilometer bis zur nächsten sicheren DC-Ladesäule und etwa 15 Kilometer bis zu einer eher fragwürdigen Schnelllademöglichkeit ohne Typ-2-Option. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich allerdings selbst nur noch rund 15 Kilometer Restreichweite. Zu riskant.

Der Supermarkt sollte um 9 Uhr öffnen. Vorher ging ich noch mit den Hunden spazieren und wunderte mich bereits, warum alles so ruhig war. Dann fiel der Groschen: Pfingstmontag! Ich hatte den Feiertag komplett übersehen.

Damit war klar: kein Laden, kein Wasser, keine Donuts für Baydas Medikamente und auch kein Essen.

Also griff ich zur Electromaps-App. Eigentlich nutze ich sie nur selten, doch manchmal zeigt sie eben doch noch andere Ladestationen an. So auch diesmal. Ich fuhr zur angegebenen Tankstelle – nur um festzustellen, dass die Ladesäule längst nicht mehr existierte. Genau das ist leider häufig das Problem bei Electromaps: Sie waren echte Pioniere, wirken inzwischen aber oft teuer und unzuverlässig.

Immerhin zeigte die App noch eine weitere 7-kW-Ladesäule an. Ich brauchte schließlich nur etwa 30 Kilometer Reichweite. Problematisch war lediglich die dafür notwendige Ladezeit von mehreren Stunden.

Und dann stand ich schon wieder vor einer Schranke: Zutritt nur für Mitglieder. Ein Fitnessstudio.

Aber laden musste ich – egal wie.

Also erklärte ich an der Rezeption meine kleine Challenge. In solchen Momenten bin ich wirklich dankbar für mein Spanisch. Die Lösung: eine Tagesmitgliedschaft.

Und so hat mir die Electromaps-App am Ende doch noch geholfen. Ja, eigentlich kann ich mit Muckibuden überhaupt nichts anfangen – aber die Gelegenheit, mal wieder alle Muskelgruppen zu aktivieren, habe ich trotzdem genutzt. Dazu gab es sogar ein 25-Meter-Schwimmbecken. Gar kein schlechter Deal.

Den eVan konnte ich währenddessen entspannt offen stehen lassen, Wassernachschub gab es ebenfalls, und schließlich ging es mit rund 40 Kilometern zusätzlicher Reichweite weiter.

Interessant wurde es dann noch einmal am Abend: In einer kleineren Stadt entdeckten wir tatsächlich einen geöffneten Supermarkt – trotz Feiertag. Natürlich haben wir direkt angehalten. Kurz darauf sahen wir sogar noch weitere geöffnete Discounter.

Da versteht man plötzlich wirklich nur noch Spanisch.

ePioniere 2026: Mit dem Elektromotorrad von Deutschland nach Südafrika?

Es gibt sie natürlich immer noch – die ePioniere. Auch im Jahr 2026.

Der deutsche YouTuber Marc (@marctravels) versucht, mit seinem Elektromotorrad Energica von Deutschland bis nach Südafrika zu fahren. Ein ambitioniertes Projekt, das gleichzeitig auch einer Marke neuen Rückenwind geben könnte: Energica. Die italienische Firma war zwischenzeitlich insolvent, wurde jedoch durch einen Aufkauf wiederbelebt.

Die technischen Daten klingen vielversprechend: rund 300 km Reichweite und die Möglichkeit, per DC-Schnellladung zu laden. Doch genau hier beginnt die Realität der Langstrecke.

Laden bis Südafrika – (noch) nicht wirklich möglich

DC-Laden endet auf dieser Route faktisch bereits in Südmarokko. Der letzte verlässliche Schnelllader befindet sich in Agadir. Die Frage ist also: Kommt der nächste erst wieder in Südafrika?

Immerhin hat die erstmals ausgetragene RIVE2Dakar-Challenge gezeigt, dass sich Ladeinfrastruktur zumindest bis südlich von Dakar erweitern lässt. In Gambia ist das Reisen mit Schuko-Laden noch machbar. Ab Guinea wird es jedoch deutlich komplexer: schlechte Straßenverhältnisse, Regenzeit und zunehmende logistische Herausforderungen kommen hinzu.

Auch die Grenzübertritte werden Richtung Süden immer anspruchsvoller. Freunde von mir (@offroadfun.de) mussten ihre Reise erst kürzlich kurz vor Togo abbrechen und umkehren. Dazu kommen politische Unsicherheiten in mehreren Regionen. Nigeria beispielsweise gilt aktuell nur im Konvoi als sinnvoll durchquerbar.

Mit dem E-Motorrad durch Afrika – zwischen Vision und Realität

Natürlich gibt es Reisende, die diese Strecken dennoch bewältigen – mit Auto, Fahrrad oder in seltenen Fällen sogar mit Elektrofahrzeugen. Besonders beeindruckend war bislang die Durchquerung durch vier leichte Elektrofahrzeuge Ami von Citroën (@lacroisiereverte)

Zurück zu Marc:

Als er in Marokko ankam, kam ich gerade aus Gambia zurück.

Zufällig genau zum richtigen Zeitpunkt: Seine Freundin hatte in Indien einen Unfall, und Marc suchte kurzfristig einen sicheren Stellplatz für seine Energica. Diesen konnte ich ihm organisieren.

Nur wenige Tage später wurde zudem seine geplante Flugroute über Dubai gestrichen. Mit mehreren Umwegen und unterschiedlichen Airlines schaffte er es schließlich zurück nach Marokko – allerdings angeschlagen und gesundheitlich nicht auf der Höhe.

Ursprünglich war geplant, die Reise gemeinsam mit seiner Freundin bis nach Südafrika fortzusetzen. Doch ihre Genesung wird noch Zeit brauchen.

Die Sahara als erster echter Härtetest

Noch nicht vollständig erholt, aber mit gemischten Gefühlen, brach Marc schließlich Richtung Mauretanien auf. Die Sahara ist für jedes Fahrzeug eine Herausforderung – für ein Elektrofahrzeug umso mehr: extreme Winde, große Distanzen und der ständige Blick auf die verbleibende Reichweite.

Screenshot

Auch Marc geriet in einen Saharasturm und versuchte, Energie zu sparen, indem er im Windschatten eines LKWs fuhr. Dieser hielt jedoch unerwartet an, um einen Anhalter mitzunehmen.

Es kam zum Unfall. Die Energica wurde beschädigt und verlor Flüssigkeit. Damit verschärfte sich die Situation zusätzlich: gesundheitlich angeschlagen, alleine unterwegs und nun auch noch mit einem beeinträchtigten Motorrad.

Eine vernünftige Entscheidung

Meiner Meinung nach hat Marc genau richtig gehandelt: Er hat die Reise abgebrochen.

Ich bin dankbar, in solchen Momenten auf gute Kontakte zurückgreifen zu können. Schnell konnte ein Pickup organisiert werden, und Marc erreichte sicher seine Fähre.

Das Motorrad schaffte es anschließend noch zurück nach Hause. Kurz darauf trat Marc auch seinen Flug nach Indien an.

Ein neuer Abschnitt

Heute geht es ihm wieder besser. Er lächelt wieder – und hat sich sogar ein lokales Tuk-Tuk zugelegt. Seine Freundin kann inzwischen auf ein privates „Taxi“ zugreifen, bis sie selbst wieder Motorrad fahren kann.

Marc ist derzeit mit seiner EV-Motorrad-Community in Bangalore unterwegs.

Klingt alles ein bisschen verrückt? Vielleicht. Aber ich kann diesen Lebensstil gut nachvollziehen. Und es tut gut, immer wieder andere „schwarze Schafe“ zu treffen, die ähnlich denken und reisen.

Ich hoffe, dass ich ihn wieder in Afrika treffe, wenn es irgendwann wieder heißt:

Deutschland – Südafrika 2.0

Endlich krebsfrei? Anbei die Laborresultate

Ehrlich gesagt war ich in der Nacht davor ziemlich nervös. Gleichzeitig war da aber vor allem eines: große Dankbarkeit, dass Bayda auch diese Operation überstanden hat. Und doch ist der Mensch wohl nie ganz zufrieden. Sobald die erste Erleichterung da ist, hofft man direkt auf den nächsten guten Befund. Natürlich wünschen wir uns weiterhin, den Krebs zu besiegen – oder ihn zumindest dauerhaft in den Griff zu bekommen. Die dritte OP haben wir überhaupt nur gewagt, weil Baydas Werte trotz ihres Alters von inzwischen 14 Jahren immer noch erstaunlich gut sind.

Heute stand die zweite Nachkontrolle an – inklusive der Laborergebnisse.

Fangen wir mit Bob an: Seine beiden Wunden heilen so hervorragend, dass bereits jede zweite Naht entfernt werden konnte. Zum Glück ist er völlig vernarrt in unsere Tierärztin. Bei anderen Menschen wäre das Ganze vermutlich nur mit Maulkorb und mehreren Helfern möglich gewesen. Ich war wirklich positiv überrascht.

Und dann die größte Erleichterung des Tages: Beide eingeschickten Proben von Bob waren krebsfrei.

Was für ein Moment.

Auch bei Bayda sieht die Heilung der langen „Reißverschlussnaht“ über den gesamten Unterbauch sehr gut aus. Da es allerdings eine zusammenhängende Naht ist, können die Fäden noch nicht teilweise gezogen werden. Nächste Woche werden wir unterwegs einen Tierarzt aufsuchen und bei beiden Hunden die restlichen Nähte entfernen lassen.

Dabei musste ich direkt wieder an das Drama mit dem „Loch im Bauch“ denken, nachdem eine Freiburger Klinik beim ersten Versuch die Fäden gezogen hatte. Nach der zweiten OP hat es glücklicherweise problemlos funktioniert – also wird hoffentlich auch das dritte Mal gut gehen.

Inzwischen sind auch Baydas Laborergebnisse eingetroffen. Der histopathologische Befund nach der Entfernung der zweiten Milchleiste klingt insgesamt eher günstig.

Untersucht wurde die entfernte Milchleiste mit mehreren Zitzen sowie zwei kleinen Knoten. Dabei wurden ein weißer und ein brauner Knoten gefunden – beide allerdings sehr klein, jeweils nur etwa 0,8 × 0,5 cm groß. Von einem der beiden wusste ich bereits, der zweite war mir bis dahin nicht bekannt.

Beide Tumore waren kapsuliert, was häufig ein Zeichen für langsameres Wachstum ist. Außerdem wirkten die Zellen nur wenig bösartig. Sie waren also nur leicht verändert und zeigten nur geringe Zellteilung – ebenfalls ein eher positives Zeichen.

Den aggressiveren Tumor Grad 2 hatten wir bereits auf der ersten Milchleiste. Bis heute bin ich unserer Tierärztin unglaublich dankbar, dass sie ihn nur einen Monat nach der ersten Operation eines anderen Tierarztes entdeckt hat. Dort war er offenbar übersehen worden. Ich verstehe bis heute nicht, warum damals nicht direkt die gesamte Milchleiste entfernt wurde. Auch unsere jetzige Tierärztin kann das nicht nachvollziehen. Vermutlich hätte man Bayda dadurch eine weitere große Operation ersparen können.

Nun ist es aber, wie es ist.

Sind wir damit erstmal krebsfrei?

Ganz ehrlich: Ich bin noch vorsichtig optimistisch – aber weiterhin nervös.

Es fehlen nämlich noch die Ergebnisse des stark vergrößerten Lymphknotens. Diesen konnte die Tierärztin während der OP nicht mehr entfernen, weil Bayda die zusätzliche Operationszeit körperlich nicht mehr geschafft hätte. Stattdessen wurde eine Probe entnommen und ins Labor geschickt. Die Ergebnisse sollen nächste Woche kommen.

Im besten Fall handelt es sich lediglich um eine Entzündung oder um eine gutartige Veränderung. Dann könnten wir sogar noch einmal über eine weitere Operation nachdenken. Sollte allerdings der bösartige Tumor aus der ersten Milchleiste bereits gestreut haben, dann werden unsere Möglichkeiten leider sehr begrenzt sein.

Immerhin bleibt die Lunge weiterhin frei von Metastasen.

Die Sektkorken knallen also noch nicht. Aber allein die Tatsache, dass wir aktuell weiterhin „komplett“ sind, gibt mir gerade unglaublich viel Hoffnung.

Erste Nachkontrolle verlief gut

Hier sind sie also – meine beiden tapferen frisch Operierten. Und das Schönste: Beide können schon wieder lächeln.

Nicht nur die beiden fühlen sich bei dieser Tierärztin gut aufgehoben, sondern auch ich. Alle Nähte sehen weiterhin sehr gut aus, es gibt keine Entzündungen und der nächste Kontrolltermin ist in einer Woche.

Bis dahin sollten auch die Laborergebnisse vorliegen.

Bei Bob wurden mehrere Weichteile am Knochen seines Beins entfernt, außerdem ein bereits schwarz gewordener Auswuchs. Deshalb warten wir bei ihm gleich auf zwei Laborberichte.

Bei Bayda wurde die komplette zweite Milchleiste entfernt. Auch dort saß noch ein Tumor. Zusätzlich fehlt noch die Untersuchung des Lymphknotens – dieser soll beim nächsten Termin punktiert werden.

Wenn alles gut läuft, könnten wir danach endlich wieder mit unserem eVan weiterreisen und unterwegs irgendwo die Fäden ziehen lassen.

Selbst falls der Lymphknoten betroffen sein sollte, wäre wohl doch noch eine weitere OP möglich. Aber wohl nur wenn es ein anderer Krebs wäre… Das muss ich nochmal nachfragen. An der Kommunikation liegt es jedenfalls nicht – die Tierärztin spricht wirklich sehr gutes Englisch.

Im Alltag achte ich aktuell sehr darauf, dass beide Hunde sich nicht zu viel bewegen. Bob würde am liebsten schon wieder richtig loslegen, während Bayda die Ruhepause vollkommen genießt.

Die meiste Zeit stehen wir an unserem absoluten Lieblingsplatz mit dem eVan. Dieser Ort tut uns allen unglaublich gut: ruhig, direkt mit Blick aufs Meer und alles Wichtige in Reichweite.

Bayda liegt tagsüber am liebsten draußen und beobachtet das Leben um sich herum. Dazu kommen viele nette Hundebegegnungen und sympathische Camper.

Und ich? Ich wurde tatsächlich wieder herzlich beim lokalen Schwimmverein aufgenommen, dem ich beim letzten Aufenthalt hier beigetreten bin. Das Training tut mir unglaublich gut. Das Beste: Hier kann man sogar noch um 22:30 Uhr deutscher Zeit seine Bahnen schwimmen. Zu dieser Uhrzeit schlafen beide Hunde längst tief und fest, sodass ich sie ohne schlechtes Gewissen alleine lassen kann.

Auch mit den Temperaturen haben wir gerade großes Glück. Für Mai ist es hier noch angenehm kühl – perfekt für uns.

Denn natürlich läuft nicht alles problemlos: Unsere EcoFlow hat den Geist aufgegeben. Kein Strom für die Ventilatoren, kein Strom zum Kochen … das Thema steht also ebenfalls ganz oben auf der Liste für die kommende Woche.

Aber noch wichtiger als alles andere ist gerade die Genesung der Hunde.

Und ich bin einfach unglaublich froh, dass beide schon wieder so viel Lebensfreude zeigen.

Jetzt heißt es weiter: Medikamente nehmen, schonen, keine Fäden aufziehen, keine Entzündungen riskieren …

Das schaffen wir. 

Wir schaffen das nochmal!

Einige Stunden nach Bob konnte ich schließlich auch Bayda wieder in die Arme schließen. Sie stand noch etwas neben sich von den Medikamenten, war aber sichtlich glücklich, wieder bei uns zu sein.

Die Operation verlief leider nicht ganz wie geplant. Weil Blutdruck und Herzfrequenz während des Eingriffs abfielen, musste die OP schneller beendet werden als vorgesehen. Der auffällige Lymphknoten blieb daher zunächst unangetastet.

Nun beginnt die nächste Herausforderung: die ersten kritischen 24 Stunden nach der Operation. Die erste Etappe dabei: die wichtigen Medikamente irgendwie in den Hund bekommen.

Bayda ist nicht nur unglaublich stur, sondern auch erschreckend clever – selbst im medikamentösen Dämmerzustand. Fleischbällchen? Viel zu verdächtig. „Das gibt es sonst nie, da könnten Tabletten drin sein.“ Also konsequent ignoriert. Nachdem wir gefühlt den halben Supermarkt mit sämtlichen Delikatessen leergekauft hatten, dann endlich die Überraschung: Donuts funktionieren! Sie sind groß genug, um selbst größere Tabletten zu verstecken, und mit süßen Leckereien rechnet Bayda offenbar überhaupt nicht. Die Erleichterung war riesig – ein wichtiger Schritt geschafft.

Die nächste Challenge ließ allerdings nicht lange auf sich warten: Während das 22-Kilo-Leichtgewicht Bayda es sich vorne im eVan gemütlich macht, residiert das 30-Kilo-Schwergewicht Bob traditionell in der zweiten Etage des hinteren Busbereichs. Bisher war das kein Problem – Bob sprang einfach selbst herauf und ich musste ihn höchstens während der „Flugphase“ etwas unterstützen. Doch nun wurden seine Pfoten operiert, und damit bedeutet jeder Ein- und Ausstieg: ein komplettes 30-Kilo-Paket knapp zwei Meter hochheben.

Wer braucht schon ein Fitnessstudio, wenn man einen Bob hat?

Immerhin hat Bob einen entscheidenden Vorteil: Er ist ein absoluter Allesfresser. Und „alles“ beinhaltet selbstverständlich auch Futter mit Medikamenten. Hauptsache Essen! Jeder hat eben seine ganz eigenen Schokoladenseiten.

Wir schaffen das auch dieses Mal. Das Schlimmste liegt hinter uns.

Zwei Herzen im OP

Nun ist es soweit: Seit 12 Jahren sind die 24h miteinander verbunden. Und jetzt haben sie es sogar geschafft, parallel operiert zu werden. Das muss man erst einmal hinbekommen.

Mich kann man ohnehin weit weg von Ärzten und Krankenhäusern stellen. Wenn es geht, vermeide ich das und versuche lieber, gesund zu bleiben – auch wenn das regelmäßige Bewegung und bewusste Ernährung bedeutet. Wenn wir die Möglichkeit dazu haben, sollten wir sie nutzen. Viele Menschen haben diese Chance nicht mehr oder nie gehabt.

Obwohl ich immer noch an einer hartnäckigen Bronchitis leide, musste ich gestern Abend den Kopf frei bekommen. Das gelingt mir am besten beim Schwimmen. Die Wirkung ist bei mir sogar intensiver als beim Laufen – und das schon nach kurzer Zeit. 15 Minuten reichen oft schon.

Es ist inzwischen der dritte Tierarztbesuch in dieser Gegend. Besten Dank nochmals an den lokalen Schwimmverein für die Aufnahme. Andere Länder, andere Sitten: Während öffentliche Schwimmbäder in Deutschland zunehmend teurer werden, gibt es sie immerhin noch. In südlicheren Ländern sind sie oft rar oder gar nicht öffentlich zugänglich.

Die Nacht war ruhig. Die „Henkersmahlzeit“ für die Hunde gab es um 23:00 Uhr, dann war Schluss bis zur OP. Am Morgen klingelte der Wecker – alles war friedlich. Wir gingen noch eine letzte Runde durch den nahegelegenen Park, bevor es zur kurzen Fahrt zum Tierarzt ging.

Dann ging alles sehr schnell – und erstaunlicherweise ohne Tränen auf meiner Seite. Zwei Tage zuvor sah das noch ganz anders aus. Was ist heute anders? Ich weiß es nicht genau. Ich fühle mich ruhiger, weniger beunruhigt. Vielleicht, weil ich gar nicht erst versuche, mir auszumalen, was wäre, wenn einer der beiden – oder beide – es nicht schaffen würden.

Ein kurzer Abschied, und dann stand ich plötzlich alleine da. Ungewohnt. So komplett ohne Hunde bin ich selten. Erst einmal ein Espresso.

Ich bin immer noch ruhig. Das ändert sich erst, als ich erneut ein Anwaltschreiben meines ehemaligen Arbeitgebers bei TWIKE in den Händen halte. Die sind bemerkenswert ausdauernd – schaffen es aber trotzdem nicht, mich vom Blogschreiben abzuhalten.

Inzwischen wurden bereits die Gerichte in Marburg, Freiburg und Frankenberg kontaktiert. War Kassel nicht auch schon dabei? Ich habe im letzten Jahr den Überblick verloren. Es hatte einfach keine Priorität mehr – sollte es aber eigentlich haben, vor allem, da noch Geld aussteht.

Mit diesem Geld könnte ich nicht nur weitere Operationen angehen, sondern auch endlich andere rechtliche Themen vorantreiben. Bisher bearbeite ich nur das Nötigste – die großen finanziellen Themen. Alles andere steht weiterhin auf der To-do-Liste.

Gut immerhin, dass TWIKE weiter irgendwo aktiv bleibt. Das „Wie“ bleibt für viele ein Rätsel. Mittlerweile werden sogar elektrische Twingos als Übergangsfahrzeuge genutzt – immerhin Fahrzeuge, die ein Lächeln auslösen.

Zurück zu den Hundies: Gegen Mittag sollte ich eine Rückmeldung bekommen. Nichts. Eine Stunde später gehe ich selbst vorbei. Bei Bob sei wohl alles gut gegangen, er würde noch aufwachen. Bayda sei noch mitten in der Operation, aber ebenfalls stabil.

Nun sind drei Stunden vergangen. Immer noch keine neuen Informationen. Eine leichte Unruhe macht sich langsam bemerkbar.