Voruntersuchung für 3. KrebsOP

Was für eine erneute Anreise…

Seit mittlerweile zwei Wochen sind wir wieder auf der Straße – inklusive einer kompletten Kontinentüberquerung. Obwohl wir eigentlich großzügig geplant hatten, haben wir es am Ende gerade einmal 15 Minuten vor unserem Termin geschafft.

Die Reise hatte es in sich: Dinge gingen kaputt, ich wurde krank und konnte mehrere Tage nicht fahren, und unser Fahrzeug zeigte sich erneut äußerst wählerisch bei Ladestationen. Umso größer mein Dank an Ionity – dort funktioniert das Laden wenigstens zuverlässig. Heute Morgen haben sie uns tatsächlich noch pünktlich ans Ziel gebracht.

Wie geht es Bayda?

Seit ihrer letzten Krebs-OP geht es Bayda eigentlich erstaunlich gut. Sie liebt das Reisen und besonders die Wüste. Kälte hingegen bekommt ihr überhaupt nicht – dann kann sie teilweise kaum laufen. Deshalb führt uns unser Weg diesen Winter erneut bis nach Gambia.

Und ja: Bayda blüht auf Reisen regelrecht auf.
Bob natürlich auch.
Und mir tut dieses Unterwegssein ebenfalls gut.

Bei der letzten Operation wurde aufgrund des bösartigen Brustkrebses eine komplette Milchleiste entfernt. Dieses Mal steht die zweite Seite an. Auch dort wurde Krebs festgestellt, allerdings war der Tumor bislang nicht weiter gewachsen.

Doch vor einer Woche entdeckte ich plötzlich unter ihrer Achsel einen Knoten von mindestens 2 x 2 Zentimetern. Ich erschrak sofort. Wie konnte mir das vorher nicht auffallen? Die geplante OP hätte eigentlich schon Anfang Februar stattfinden können – doch da waren wir noch weit weg. Natürlich stellt man sich dann sofort die Frage: Hätten wir früher umdrehen sollen?

Aber gleichzeitig wissen wir auch: Nässe und Kälte tun uns allen nicht gut.

Der Verdacht

Auch die Tierärztin ertastete den Knoten sofort.
Der erste Verdacht: Krebsbefall der Lymphknoten.

Und genau dieser Gedanke zog mir den Boden unter den Füßen weg. Denn unter solchen Umständen wäre eine weitere Operation möglicherweise gar nicht mehr sinnvoll.

Ich bin eigentlich ein optimistischer Mensch. Die gesamte Strecke hierher bin ich mit dem Gefühl gefahren, dass wir diese harte Operation noch einmal gemeinsam schaffen, den Krebs besiegen und vielleicht noch zwei weitere gemeinsame Jahre gewinnen können.

Vielleicht naiv. Vielleicht einfach Hoffnung.

Doch plötzlich änderte sich alles. Das Herz schmerzt, die Tränen kommen, und einem wird wieder bewusst, was im Leben wirklich zählt: Gesundheit – und die Menschen und Tiere, die man liebt.

Hoffnung zwischen den Bildern

Vor der Operation stand zunächst das Röntgen an. Zusätzlich hatte die Tierärztin noch eine Zecke bei Bayda entdeckt. Vielleicht, so die vorsichtige Hoffnung, reagiert der Lymphknoten lediglich auf eine Entzündung. Möglich wäre es. Aber natürlich klang die Krebstheorie deutlich plausibler.

Die Zeit während des Röntgens fühlte sich endlos an.

Ich zog mich innerlich zurück und dachte darüber nach, wie dankbar ich eigentlich für jeden einzelnen Tag mit Bayda sein muss. Der Schmerz ist noch da – aber anders als im vergangenen August, als die Diagnose bei einer Routineuntersuchung völlig unerwartet kam.

Seit zehn Monaten leben wir nun mit dem Wissen, dass Bayda trotz zweier Operationen weiterhin einen bösartigen Krebs zweiten Grades in sich trägt. Es ist kein Schock mehr. Aber weh tut es immer noch.

Das Ergebnis

Dann kam Bayda zurück.

Die Tierärztin verglich die aktuellen Aufnahmen mit denen von vor sechs Monaten – und plötzlich kam wieder Hoffnung auf:

Die Lunge ist weiterhin komplett sauber. Kein Krebsbefall.
Das Herz sieht sehr gut aus.
Die Blutwerte sind top.

Damit gab die Tierärztin grünes Licht für die Operation am Mittwoch.

Der Knoten unter der Achsel wird zusätzlich zur betroffenen Milchleiste entfernt und eingeschickt. Erst danach werden wir wirklich wissen, womit wir es zu tun haben.

Und dann ist da noch Bob

Als würde das nicht reichen, steht auch Bob eine Operation bevor.

Vor zwölf Jahren wurde er kastriert – seitdem musste er nie wieder operiert werden. Nun wird an seinem rechten Bein eine größere Fläche entfernt, zusätzlich ein mittlerweile schwarzer Fleck.

Bei Bob liegt die größte Sorge weniger beim Befund, sondern vielmehr darin, wie er in seinem Alter auf die Narkose reagieren wird.

Mittwoch wird also ein großer Tag: zwei Operationen gleichzeitig.

Alleine – und doch nicht ganz

Eigentlich halte ich mich für ziemlich stark und traue mir vieles zu. Viel Wahl bleibt einem manchmal ja auch nicht.

Trotzdem wäre es gerade schön, das alles nicht alleine durchstehen zu müssen.

Umso dankbarer bin ich für die Freunde, die mich zumindest virtuell begleiten und unterstützen– auch wenn ich noch immer weit entfernt von Deutschland unterwegs bin.

Und vielleicht schaffen wir es ja bald, gemeinsam mit Bob und Bayda zumindest kurz wieder „Hallo“ in der Heimat zu sagen.