Zwei Herzen im OP

Nun ist es soweit: Seit 12 Jahren sind die 24h miteinander verbunden. Und jetzt haben sie es sogar geschafft, parallel operiert zu werden. Das muss man erst einmal hinbekommen.

Mich kann man ohnehin weit weg von Ärzten und Krankenhäusern stellen. Wenn es geht, vermeide ich das und versuche lieber, gesund zu bleiben – auch wenn das regelmäßige Bewegung und bewusste Ernährung bedeutet. Wenn wir die Möglichkeit dazu haben, sollten wir sie nutzen. Viele Menschen haben diese Chance nicht mehr oder nie gehabt.

Obwohl ich immer noch an einer hartnäckigen Bronchitis leide, musste ich gestern Abend den Kopf frei bekommen. Das gelingt mir am besten beim Schwimmen. Die Wirkung ist bei mir sogar intensiver als beim Laufen – und das schon nach kurzer Zeit. 15 Minuten reichen oft schon.

Es ist inzwischen der dritte Tierarztbesuch in dieser Gegend. Besten Dank nochmals an den lokalen Schwimmverein für die Aufnahme. Andere Länder, andere Sitten: Während öffentliche Schwimmbäder in Deutschland zunehmend teurer werden, gibt es sie immerhin noch. In südlicheren Ländern sind sie oft rar oder gar nicht öffentlich zugänglich.

Die Nacht war ruhig. Die „Henkersmahlzeit“ für die Hunde gab es um 23:00 Uhr, dann war Schluss bis zur OP. Am Morgen klingelte der Wecker – alles war friedlich. Wir gingen noch eine letzte Runde durch den nahegelegenen Park, bevor es zur kurzen Fahrt zum Tierarzt ging.

Dann ging alles sehr schnell – und erstaunlicherweise ohne Tränen auf meiner Seite. Zwei Tage zuvor sah das noch ganz anders aus. Was ist heute anders? Ich weiß es nicht genau. Ich fühle mich ruhiger, weniger beunruhigt. Vielleicht, weil ich gar nicht erst versuche, mir auszumalen, was wäre, wenn einer der beiden – oder beide – es nicht schaffen würden.

Ein kurzer Abschied, und dann stand ich plötzlich alleine da. Ungewohnt. So komplett ohne Hunde bin ich selten. Erst einmal ein Espresso.

Ich bin immer noch ruhig. Das ändert sich erst, als ich erneut ein Anwaltschreiben meines ehemaligen Arbeitgebers bei TWIKE in den Händen halte. Die sind bemerkenswert ausdauernd – schaffen es aber trotzdem nicht, mich vom Blogschreiben abzuhalten.

Inzwischen wurden bereits die Gerichte in Marburg, Freiburg und Frankenberg kontaktiert. War Kassel nicht auch schon dabei? Ich habe im letzten Jahr den Überblick verloren. Es hatte einfach keine Priorität mehr – sollte es aber eigentlich haben, vor allem, da noch Geld aussteht.

Mit diesem Geld könnte ich nicht nur weitere Operationen angehen, sondern auch endlich andere rechtliche Themen vorantreiben. Bisher bearbeite ich nur das Nötigste – die großen finanziellen Themen. Alles andere steht weiterhin auf der To-do-Liste.

Gut immerhin, dass TWIKE weiter irgendwo aktiv bleibt. Das „Wie“ bleibt für viele ein Rätsel. Mittlerweile werden sogar elektrische Twingos als Übergangsfahrzeuge genutzt – immerhin Fahrzeuge, die ein Lächeln auslösen.

Zurück zu den Hundies: Gegen Mittag sollte ich eine Rückmeldung bekommen. Nichts. Eine Stunde später gehe ich selbst vorbei. Bei Bob sei wohl alles gut gegangen, er würde noch aufwachen. Bayda sei noch mitten in der Operation, aber ebenfalls stabil.

Nun sind drei Stunden vergangen. Immer noch keine neuen Informationen. Eine leichte Unruhe macht sich langsam bemerkbar.

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