Sa 18.06 Souira – Jadida : 180km

 

Alle Fahrten unter 200km Tagesreichweite bezeichne ich mitterweile als kleine „Kaffeefahrt“. Fahrten über 200km sind schon als anstrengend zu betrachten und alles über 300km als Extrem. Allerdings bewegen wir uns in unserem Fall nicht nur im Sommer Marokkos fort sondern zusätzlich auch noch in einer Hitzeperiode. Wir haben ca. gefühlte 40Grad um uns herum. Das TWIKE kann hier nur Probleme erhalten wenn wir mit hohem Strom mehrere Zwischenladungen durchführen, doch wir fahren mit einer gemütlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 50km/h und laden in Oualidia mit jeweils 6A. Auch bei diesem Ladehalt sind die Getränke sichergestellt. Der Kellner sieht uns wohl unsere Anstrengungen an und bietet uns ein Käseomelett als „Energieriegel“ an. Wie können wir da nein sagen…

3km vor El Jadida biege ich leider mit letzter Energie in die falsche Richtung ein. Das war es dann mit rechtzeitigem Fastenbrechen bei der Unterkunft. Wir laden an einem Strassencafé für ca. 20 Minuten, es gab jedoch weder Getränke noch etwas zu Essen. Dann schaffen wir es gerade noch kurz nach Fastenbrechen an eine Fischerbude, wo es zur Fastensuppe auch noch eine Portion Calamares gab (auf diese hätten wir besser verzichten sollen, schade!).

Und dann finden wir ihn doch doch relativ schnell, den mager ausgeschilderten Campingplatz von El Jadida. Alle kennen uns, ein großes Hallo, und die Hundies dürfen sich erneut über einen leeren Campingplatz freuen. Wir kennen El-Jadida, sind dermaßen müde, dass wir nicht mehr in die Altstadt gehen.  Und fallen zu Bett.

Fr. 17.6 Ounagha – Souira : 140km

Heute steht eine kleinere Fahrt an. Eigentlich ist es nur eine 80km Tagesetappe bis zum sehr empfehlenswerten Dar Aicha bei Souira. Ich nutze die Gelegenheit um beim nahegelegenen Tierprojekt,  Refuge Gco, vorbeizuschauen. Wir hatten einige Probleme es zu finden, doch hat es sich gelohnt. Allerdings kamen wir just in dem Moment an, wo ein Pferd seinen Todeskampf ausführte. Leider ist es dann auch gestorben. Sehr beeindruckend von der Arbeit von Valerie und Ihrem Partner ziehen wir gegen 16 Uhr wieder von dannen. Die große Hitze ist vorbei und unser Ziel ist erneut, kurz vorm Fastenbrechen bei unserer Unterkunft anzukommen. Wir versuchen es ohne Zwischenladung, doch 2km vor Ziel komme ich bereits an die 320V an. Ein Tanta Emma Laden wird genutzt um mein TWIKE (die kleinere Batterie als das andere Fahrzeugg) für 10 Minuten anzustecken und parallel das Essen und die Getränke für den morgigen Tag zu besorgen. Der letzte Anstieg zur Herberge wird geschafft und auf uns wartet nicht nur die bekannte imposante Aussicht sondern auch ein wunderbares Gericht.

16.06 : Agadir – Essaouira – Ounagha : 230km

Der erste Tag ist zugleich mit ca. 230km auch unser längster TWIKE-Reisetag. Leider kommen wir erst gegen Mittag los, dafür sind aber alle Ladehalte bekannt. Allerdings befinden wir uns schon mitten im Fastenmonat Ramadan, das könnte die Verpflegung während der Ladehalte etwas einschränken.

Endlich geht es los:

Die ersten 60 km geht es nur an der Küste entlang. Bye Bye Agadir. Es ist sehr windig und mein rechter Armmuskel kommt zur Geltung, manchmal auch unterstützt durch den linken Arm.

Doch dann schaffe ich es nicht mehr das TWIKE zu steuern, ich fahre rechts ran. Reifenplatten, wohlgemerkt auf dem Vorderreifen! Und ja, genau der Reifen, den wir bereits auf der Hinfahrt geflickt hatten. Wir sind sehr spartanisch unterwegs und haben nicht mit einer Reifenpanne gerechnet, folgedem fehlt die Luftpumpe. Wir befinden uns erst bei km 25 nach Agadir. Ein Zurückfahren des 2. TWIKE wäre möglich, doch würden wir 50km Reichweite verlieren. Ich erinnere mich an den naheliegenden Campingplatz. Und siehe da, alles vorhanden, um den mit einem neuen Schlauch bezogenen Reifen mit Luft zu versorgen. Weiter geht’s!

Auf den Ladehalt bei km 60 in Tamri ist Verlass. Wir bekommen zwar nichts zu Essen, aber Getränke sind vorhanden. Die Hundies sind längere TWIKE-Fahrten mittlerweile gewöhnt und dösen im Schatten weiterhin in ihren „TWIKE-Hundehütten“ vor sich her.

Wir müssen weiter. Um 19:45 ist Fastenbrechen angesagt, wir sind 30km vor Essaouria, doch hätten wir es nicht mehr rechtzeitig geschafft. Ich schlage eine sehr kleine Küstenstraße Richtung eines bekannten Surfspots, Sidi Kaouki, vor. Diesen erreichen wir auch rechtzeitig, doch ist alles geschlossen und es wirkt wie ein windiges Geisterörtchen. Keine Ramadansuppe für uns weit und breit. Wir genießen die autofreien Straßen und fahren mit unserer letzter Energie kurze Zeit später nach Essaouira ein. Hier finden wir  ein nobleres Fischrestaurant mit Zugang zur Steckdose. Perfekt.

Ab jetzt sind es bis zu unserer Übernachtung nur noch 20km Fahrt. Allerdings im Dunkeln und bergauf. Wir laden bis ca. 350V, das sollte reichen. Folgende Wegbeschreibung liegt uns vor: Bis zum Kreisverkehr, dann die Straße Richtung Safi 6km entlang.

Wir erreichen den Kreisverkehr und erkennen, dass es zwei Strassen nach Safi gibt. Nachdem uns die erste Straße nicht vielversprechend aussieht, fahren wir über 15km weiter zur zweiten Strasse. Nichts! Es wäre die erste Straße gewesen. Wir sind müde und erschöpft und während wir uns besprechen, tanken die Fahrzeuge erstmal an einer Dorftankstelle.

Ganz in der Nähe ist der Campingplatz vom letzen Jahr. Wir fahren hin, es ist mittlerweile 23Uhr, geschlossene Tür. Ich rufe die anstehende Telefonnummer an. Der Campingplatz hat während dem Ramadan geschlossen, doch man kennt uns und lässt uns nach einiger Diskussion hinein. Super, ein ganzer Campingplatz nur für uns. Die Hunde sind ausser sich vor Freude, Glück gehabt!

15.06.2016 : Letzte Vorbereitungen für die Rückfahrt Marokko – Deutschland

Nach knapp 7 Monate erfolgreichem TWIKE-Testfahren in Marokko geht es morgen zurück nach Deutschland. Es liegt eine 2000km Fahrt vor uns plus eine 2-Tages Schifffahrt von Tanger nach Marokko. In Marokko selbst legen wir 1000km elektrische Fahrt zurück und wählen wegen den sommerlichen Temperaturen die Küstenstraße.

Die Belegschaft besteht dieses Mal aus 2 TWIKE, 2 TWIKE Piloten und 2 tierischen TWIKE-Wächtern aus der „Lucky-e-Pioneer“ Familie. Diese umfasst mittlerweile mehrere durch das TWIKE gerettete Strassenhunde, einige davon sind bereits in Deutschland, andere bleiben in Marokko. Der zweite TWIKE Pilot ist gestern aus Deutschland eingetroffen.

Heute werden die TWIKEs startklar gemacht und überprüft. Zum ersten Mal kamen in dieser Testphase die breiten Reifen zum Einsatz: Resultat: Kein einziger Platten und das will was heißen bei über 5000 km zurückgelegter Kilometer in Marokko. Allerdings haben wir bereits einen Platten bei der Hinreise auf Höhe von Rabat gehabt, jedoch war der Vorderreifen betroffen.

Die Pilotin des TW 973  (meinereiner) wird erstmal einpedalig unterwegs sein, da das rechte Gewinde defekt ist. Ob ich wohl in Marokko zuoft bremsen musste? Ich bin definitif eine Rechtsbremserin.

Beim zweiten TWIKE zeichnet sich eine defekte Lagerung im Getriebe ab, wir hoffen es auf jeden Fall bis Italien zu schaffen.

In Marokko haben in meinem Fall die TWIKEs einen längeren erlaubten Aufenthalt als ich. Meine Visumsverlängerung um einen Monat habe ich gestern noch rechtzeitig erhalten und das wichtige Dokument ist bereits gut verpackt.

Sämtliche Formalitäten sind geregelt , in letzter Minute werden noch meine zwei Appartements (Büro und Zuhause) auf Vordermann gebracht. Jedes Mal scheinen sich meine Sachen vermehrt zu haben…

Es wird eine lange Nacht vor Abreise werden.

Unsere Tourbilder werden hier zu finden sein.

Jahreskalender 2016

Das Jahresende naht und dieses Mal gibt es nicht nur ein Jahreskalender sondern gleich drei zur Auswahl. Hoffentlich genug, um für die Liebsten eine gute Entscheidung zu treffen:-).

  • TWIKE Maroc Kalender 2016

Ein wunderbares TWIKE Jahr 2015 neigt sich zu Ende. Marokko gehört neben Island zu meinem Favoritenländer zum twiken. Seht selbst:

Cover

Größe: DIN A5/A4

Stückzahl: individuell

Preis: Bis 12.12 via Sammelbestellung  (E-Mail an: sales@twike.com) DIN A4 19,90 € = 9,95 €

 

DIN A5 18.90€ / DIN A4 19.90€

Bestellung:

Online hier

Über Buchhandel:

Format DIN A5 Tisch: TWIKE Maroc 2016 – E-Pionier in Marokko (Tischkalender 2016 DIN A5 quer) / ISBN 978-3-664-77927-7

Format DIN A4 Wand: TWIKE Maroc 2016 – E-Pionier in Marokko (Wandkalender 2016 DIN A4 quer) / ISBN 978-3-664-77926-0

  • Lucky e-Pioneer Doggies 2016

Was habe ich für tolle 2 Hunde in Marokko gefunden, welche mir jeden Tag soviel Freude bereiten. Das TWIKE ist auch Ihnen als auch vielen weiteren Hunden vor Ort ans Herz gewachsen. Der ein oder andere Strassenhund wird nämlich in Marokko elektrisch zum Sterilisieren gebracht. Ganz großes Glück haben wenig andere, welche gleich elektrisch bis nach Deutschland fahren dürfen, um dort ein neues Leben anzufangen. Mein „Gewinn“ an diesem Kalender geht natürlich an das Hundesterilisationsprojekt in Agadir (www.tierhilfemarokko.ch).

Unbenannt

Größe: DIN A5/A4

Stückzahl: individuell

Preis: Bis 12.12 via Sammelbestellung  (E-Mail an: sales@twike.com) DIN A4 19,90 € = 9,95 €

 

DIN A5 18.90€ / DIN A4 19.90€

Bestellung:

Online hier

Über Buchhandel:

Format DIN A5 Tisch: TWIKE Maroc 2016 – E-Pionier in Marokko (Tischkalender 2016 DIN A5 quer) / ISBN 978-3-664-77927-7

Format DIN A4 Wand: TWIKE Maroc 2016 – E-Pionier in Marokko (Wandkalender 2016 DIN A4 quer) / ISBN 978-3-664-77926-0

  • TWIKE Iceland Kalender 2016

Elektrisch rund um Island – mit dem TWIKE. Leider gab es 2015 keine erneute Wiederholung der Reise, aber eine erneute elektrische Umrundung ist für 2017 mit TWIKE 3 & TWIKE 5 geplant. Interesse?:-)

Dafür gibt es diesen Kalener aber auch gleich in 3 Formaten.

TWIKE Iceland klein

Größe: DIN A5/ A4/ A3

Stückzahl:  individuell

Preis: Bis 12.12 via Sammelbestellung  (E-Mail an: sales@twike.com) DIN A4 19,90 € = 9,95 € / DIN A3 29,90 € = 19,45 €

Ab. 12.12 siehe Bestellung

Bestellung:

Online hier

Über Buchhandel:

Format DIN A5 Tisch: TWIKE Iceland – Elektrisch rund um Island (Tischkalender 2016 DIN A5 quer) / ISBN 978-3-664-77785-3 18,90€

Format DIN A4 Wand: TWIKE Iceland – Elektrisch rund um Island (Wandkalender 2016 DIN A4 quer) / ISBN 978-3-664-77786-0 19.90€

Format DIN A3 Wand: TWIKE Iceland – Elektrisch rund um Island (Wandkalender 2016 DIN A3 quer) / ISBN 978-3-664-77784-6 29.90€

 

Ankunft in Südmarokko

Angekommen! Am vergangenem Wochenende sind wir nach einer 16-tägigen Fahrt ab Deutschland endlich an der Destination Agadir, Südmarokko, angekommen. Es war erneut eine einzigartige und mit Sicherheit unvergessliche elektrische Reise.

Mittlerweile sind alle meine Bilder auf der Flickr Seite hochgeladen. Aktuell bin ich gerade mit deren Beschriftung beschäftigt und es werden noch einzelne Schnappschüsse von den TWIKE Piloten Gudrun & Rainer hinzugefügt werden.

IMGP9817

Fast am Zielort Agadir eingetroffen.

Anschließend werden die Tagesberichte geschrieben und auf den Blog nachträglich hinzugefügt. Ganz wichtig: Ein ganz großes Dankeschön an geeigneter Stelle an all die Personen, welche uns vor als auch während der Reise zur Seite standen. Auch haben wir unterwegs viele neue und interessante Bekanntschaften gemacht, welche ebenfalls gepflegt werden sollten.

Rainer sitzt seit Montag wieder im Büro im weißen Deutschland, während sich Gudrun bereits erneut ins Getümmel gestürzt hat. Aktuell ist sie auf einer privaten Sightseeingtour in Marrakech während sich auch bei mir wieder das tägliche Arbeitsleben einpendelt.

Bis zum nächsten Sommer werden die TWIKEs viel erleben in Marokko und mit Sicherheit mit neu erworbenen Kenntnissen in Deutschland eintreffen. Ob es dann wohl schon seinem neuen großen Bruder, dem TWIKE 5 von seinen Erfahrungen in Marokko berichten kann? Wir sind alle sehr gespannt und wünschen der Firma TWIKE während unserer Abwesenheit ein gutes Gelingen! Die Welt braucht mehr effiziente Leichtelektromobile!

 

 

 

 

Zwischen Europa und Afrika

Hallo zusammen,

kurze Meldung von uns. Allen geht es gut. Wir genießen die Fahrt auf der Fähre und werden heute noch Marokko erreichen. Weitere Blogmeldungen sobald bessere Internetverbindung.

Bye Bye Europa, welcome Africa!

Eure Crew TWIKE Maroc Expedition 2015/2016

P.S: Unsere Bilder Sammlung auf flickr ist übrigens zur Zeit aktueller als der Blog…

13.11.2015: Chiavenna – Chiasso: (81km) – Dorno (101km) – 15050 Tortona/Alessandria (35km): 217km

Früh morgens geht es los. Ein erneuter „200km“ Tag steht an. Dieses Mal jedoch ohne Alpenüberquerung. Gestern scheint der „Monstertag“ der gesamten Reise gewesen zu sein und wir haben ihn meisterhaft bewältigt. Jetzt sind wir für alles gewappnet, selbst für den marokkanischen Zoll (Gudrun hat vor der Alpenüberquerung schlecht geschlafen, mir schafft die bevorstehende Zollüberquerung unruhige Momente…)

Nach nicht langer Fahrt erreichen wir den „magischen“ Comer See. Toll. Sehr lange dürfen wir an seiner Seite entlangfahren, wenn auch größere Abschnitte dabei untertunnelt sind.

Unser erster Ladehalt führt uns zurück in die Schweiz. Richtig gelesen, denn dort haben wir nochmals die Möglichkeit, innerhalb des einzigartigen Park&Charge Systems unser TWIKE aufzuladen. Leider glänzt die italienische Ladesäulenkarte  nur so von weißen Flächen…Speziell für diesen Ladehalt transporieren wir den notwendigen Park&Charge Schlüssel bis nach Marokko. Beim Park&Charge Halt in Chur hätten wir den Schlüssel nicht extra mitnehmen müssen, es hätte sich auch eine andere Lösung gefunden.

Das schweizerische Chiasso liegt direkt hinter der italienische Grenze. Wir üben also bereits schonmal die „Zollüberquerung“ für Marokko:-).

Die angekündigte Ladesäule finden wir zugleich:

Ladestopp Italien

Doch einer der beiden vorhandenen Parkplätze ist bereits belegt. Kein Problem für das TWIKE, bekommen wir doch  zwei TWIKE auf einen Parkplatz gestellt und 3 Anschlüsse stehen ebenfalls zur Verfügung. Done!

„Gudrun, hol doch mal bitte den Schlüssel“. Gesagt, getan, wir haben alles parat, es kann losgehen. Ich nehme den Schlüssel in Empfang, stecke ihn in das Schloss und…der Schlüssel lässt sich nicht umdrehen. Wie jetzt…das gibt es doch nicht. Der Schlüssel hat doch immer bisher gepasst. Jeder von uns probiert es bestimmt 5 Mal ohne Erfolg. Ich greife zum Telefon und rufe die angezeigte Nummer an. Fehlanzeige, die Nummer existiert nicht mehr. Es ist bereits kurz vor 12 Uhr mittags. Auf der Parkscheibe des nebenan ladenden E-Fahrzeuges steht Ankunftszeit 10 Uhr. Mmh, ob der Besitzer wohl zur Mittagszeit zurückkommt? Es ist schließlich die italienische Schweiz, da könnte doch eine obligatorische Mittagspause einberechnet werden, oder? WOW! Gedacht und schon stand der Besitzer neben uns. Er ist so nett und lässt und die Steckdosen frei zugänglich. Doch Moment, wir sind doch keine „Stromschmarotzer“. Wir haben doch ebenfalls DEN Schlüssel und der kostet ebenfalls eine 3stellige Jahressumme. Wir vergleichen beide Schlüssel, auf beiden steht KARABAG plus die gleiche Nummer. Optisch sieht er auch gleich aus. Verwirrt probiert jetzt auch der Besitzer unseren Schlüssel. Doch kein Erfolg. Ok, unsere TWIKEs laden mittlerweile, doch ohne Schlüssel können wir den Schutzdeckel der Ladesäule nicht mehr alleine aufbekommen. Und der Deckel rastet automatisch ein.

Doch anbei unsere Lösung (nicht Lachen!, es war „Notwehr“):

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Genau, man nehme eine Plastiktüte, welche verhindert, dass das Schloss mitsamt unseren Kabeln einklickt. Es wird doch keiner so frech sein, und während unserer Abwesenheit unsere „provisorische“ Schlüsselattrappe kappen? Denn wir sollten ganz voll laden, sprich wir rechnen mit mind. 3h Ladeaufenthalt. Den nächsten Ladehalt gibt es erst in 100km Entfernung, und einen Großteil davon werden wir auf der Autobahn zubringen.

Alles ging gut. Ca. 3h später fahren wir weiter Richtung Teslaladestation über die italienische Autobahn an Mailand vorbei. Autobahn? Wir gehörten in der Tat zu den schnelleren Fahrzeugen. Ich hätte nicht vermutet hier soviele Fahrzeuge mit 70km/h Geschwindigkeit anzutreffen und vor allem keine „Schlaglochpiste“.

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Was für eine Fahrt. Einmal die falsche Ausfahrt genommen, einmal das TWIKE verloren und am Ende ging doch noch alles gut. Wirklich?

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Ok, hier sind wir falsch am Platz. Noch sind die Tesla-Ladesäulen anderen E-Fahrzeugen nicht zugänglich, dafür gibt es aber genau gegenüber die E-Tankstelle für „alle“:

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Doch scheint diese oder aber unser Typ 2 Stecker nicht zu funktionieren…wir wissen es nicht. Aber wir wissen, dass unser Typ 2 Stecker bisher immer funktioniert hat…doch gibt es wohl unterschiedliche „Normen“ in Bezug auf eine Typ-2 Ladesäule und nicht jeder Typ 2 Stecker kommt mit jeder Norm zurecht (habe ich das jetzt richtig verstanden?).

Mmh und jetzt? Wir haben doch noch ca. 35km zu fahren. Ein Großteil hiervon über die Autobahn und für zumindest das letzte Drittel werden wir in die Nacht hineinkommen. Also ist auch das Licht gefragt. Wir brauchen eine Lösung. Da alle Ladestationen im Vornerein geplant sind, habe ich auch keine italienischen Adapter dabei (ja, in Italien gibt es meisstens noch andere Steckdosen…). Es bleibt uns trotzdem nichts anderes übrig als an der Raststätte nach einer „Notlösung“ für uns zu fragen.

Und bevor ich überhaupt nachfragen kann, sehe ich ganz versteckt hinter zwei Mülltonnen eine rote und blaue CEE. Mal wieder zu früh gefreut. Sie funktioniert nicht…doch genau nebenan gab es dieses Duo nochmal. Funktionierend! Würde uns der Tankstellenbesitzer ein Strich durch die Rechnung machen? Nein, grünes Licht! Was für ein aufregender Ladetag heute!

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Geschafft, alles gut, oder? Wir erreichen Tortona bei Dämmerung und wenigen Restkilometern. Doch scheinen wir noch nicht beim Ziel angekommen sein. Die ausgesuchte Unterkunft, Agriturismo Montegualdone,  liegt nämlich direkt auf dem Hausberg!!! Dieser extrem steiler Anstieg war nicht eingeplant. Mit viel Pedalkraft erreichen wir mit hohem Adrenalinspiegel endlich die Destination des Tages.

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Leider haben wir uns erneut zu früh gefreut, denn die angebotene Steckdose scheint nicht für 2x 4A gewappnet zu sein. Nachdem ich einen Ladestopp beim obligatorischen Check festgestellt hatte, ging es also erst mal mit 1x4A weiter. Ich werde mir meinen Wecker stellen um früh im Morgengrauen die Fahrzeuge umzustecken.

Und endlich endlich sitzen wir vor der verdienten Rotweinflasche und lassen uns vom italienischen Essen verwöhnen. Der Adrenalinspiegel sinkt!

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Jetzt nur noch die Hunde rauslassen und ab ins Bett. Wirklich?

Während die Hunde Ihre Runde drehen, schaue ich nochmal nach dem ladendem TWIKE. Alles gut! Super! Jetzt aber schnell wieder ins Haus. Doch wo ist Bayda? Ich suche, pfeife, friere…keine Bayda in Sicht. Verzweifelt bringe ich Bob ins Zimmer und nehme mir eine Taschenlampe für die Suche mit. Bayda entfernt sich sonst nie. Geht denn dieser seltsame Tag nie zu Ende? Bisher ging doch trotzdem immer noch alles gut…Bayda wo bist du? Ich suche fast noch eine halbe Stunde und auf einmal stand sie neben mir. In Gedanken habe ich bereits die Fähre ohne uns abfahren sehen…

Es ist jetzt halb 2. Um 6 klingelt der Wecker…das TWIKE läd gut. Es sollte jetzt aber auch nichts mehr schief gehen und morgen werden wir ganz bestimmt entpannt auf der Fähre nach Marokko ankommen. Wirklich?

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Sämtliche Bilder der Tour sind mittlerweile hier zu sehen.

 

 

12.11.2015: Lindau– Chur(94km) – St. Moritz (77km) – Chiavenna (50km): 221km

Sehr früh morgens im dichten Nebel verlassen wir Lindau so wie wir es tagsdarauf vorgefunden haben.

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Nicht nur ein langer TWIKE Tag von über 220km liegt vor uns, es gilt ebenfalls die Schweizer Alpen zu überwinden. Heute werden wir die Schweiz durchfahren und am Abend bereits in Italien ankommen.

Unser erster Ladestopp befindet sich in der Schweiz bei Josias Gasser Baumaterialen AG. Es ist eine Park&Charge Ladestelle, das bedeutet, dass es hierfür einen bestimmten Schlüssel gibt, welchen wir natürlich dabei haben.

Herr Josias Gasser ist ebenfalls ein langjähriger TWIKE Fahrer, doch wurde uns schon zuvor gesagt, dass er leider bei unserer Ankunft bei einer Tagung ist. Schade, gerne hätten wir sein grünes TWIKE mit in unsere Fotosammlung aufgenommen. Und wie es der Zufall wollte, ist das grüne TWIKE beim Einstecken dann doch noch an uns vorbeigeprescht, leider wahrscheinlich zu schnell um uns zu sichten. Wiedersehen macht Freude!

Ein wunderbarer Ladehalt. Zum weiterempfehlen! Während dem Ladeprozess gehen wir mit Bob & Bayda am nahegelegenen Fluss erstmal spazieren und lassen uns anschließend im nahegelegenen Gasthof verköstigen. Lecker!

Gestärkt sind wir bereit die Alpen zu erzwingen. Direkt nach Chur beginnt auch schon der Aufstieg nach St. Moritz. TWIKE Pilotin Gudrun hatte anfangs noch Bedenken, schließlich ist es Ihre erste Bergfahrt, doch auch Sie genießt das herrliche Panorama und das tolle Wetter.

Und là voila, sind wir auch schon auf dem Julierpass. Toll!

Jetzt ist es nicht mehr weit bis nach St. Moritz, wo wir uns schon drauf freuen, via Tempomat die Rekuperationsbremse fast 50km lang zu betätigen!

Mit wieder aufgeladenen Batterien erreichen wir somit Italien und werden auch bereits in unserer Unterkunft in Chiavenna erwartet. Leider sind die Tage kürzer im Winter doch wir lassen uns nicht nehmen nochmals loszuziehen mit einem TWIKE. Neben einer tollen Pizza gehen wir noch mit dem TWIKE auf Stadtsightseeingtour. Was macht es für einen Spass mit dem TWIKE durch die schmalen Gassen der Altstadt Chiavenna durchzufahren!

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11.11.2015: Laichingen – Bad Waldsee(77km) – Lindau (51km): 130km

Nach unserer anstrengenden „Bergfahrt“ von gestern stehen heute „nur“ 130 km an. Morgens früh zum „Aufwärmen“ für die anstehende TWIKE Fahrt gemütliches Jogging mit den Doggies, danach ein stärkendes Frühstück und erst gegen 11 Uhr !!! sind wir abfahrtsbereit. Schließlich wollen wir es gemütlich angehen. Besten Dank an dieser Stelle an den Heidehof. Als mittlerweile „Campingplatzexpertin“ kann ich diesen 5 Sterne Campingplatz mitsamt Blockhütten sehr weiterempfehlen. Er ist nicht nur hundefreundlich, sondern auch dem TWIKE sehr angetan. Ohne Probleme konnten wir die zwei Fahrzeuge an den Steckdosen der Blockhütte aufladen. Und nicht zu vergessen, aufmerksames und freundliches Team. Spitze!

 

Bereits 77km später erreichen wir über schöne & ruhige Landwege Bad Waldsee. Das Hotel-Landgasthof Kreuz geht mit gutem Vorbild voran. Neben einer 1A-Küche bietet es nämlich ebenfalls Strom für E-Fahrzeuge an. Ist bestimmt auch ein guter Übernachtungstipp!

 

Direkt nach dem Essen fahren wir weiter, denn für die heutige Tagesreichweite von „nur“ 130km haben wir nur nochmal „auf Nummer sicher“ nachgeladen. Eigentlich hätten wir es auch ohne Ladestopp schaffen sollen.

Kurze Zeit später erreichen wir auch bereits das im Nebel versunkene Lindau. Schade, nur 30 Minuten zuvor gab es wohl noch Sonne.

Das Bräuhotel Steig ist bereits über unsere geplante Ankunft informiert und die Steckdosenfrage als auch die Mitnahme von 2 Hunden wurden glücklicherweise positiv bejaht. In der Tat hatte ich zuvor eine sehr zeitintensive Suche nach einer für unsere „Sonderwünsche“ gerechte Unterkunft verbracht und NICHTS weiteres von Lindau bis Bregenz gefunden. Danke Bräuhotel!

Während Bob & Bayda gleich in einen Tiefschlaf versunken sind, ruft mich die Arbeit und Pilotin Gudrun geht „shopping“. Doch die vergessene Yogamatte lässt sich auch in Lindau nicht auf die Schnelle finden. Wir werden weitersuchen.

Der zweite erfolgreiche und letzte Tag in Deutschland neigt sich zu Ende. Marokko, wir sind im Anflug:-)