Endlich krebsfrei? Anbei die Laborresultate

Ehrlich gesagt war ich in der Nacht davor ziemlich nervös. Gleichzeitig war da aber vor allem eines: große Dankbarkeit, dass Bayda auch diese Operation überstanden hat. Und doch ist der Mensch wohl nie ganz zufrieden. Sobald die erste Erleichterung da ist, hofft man direkt auf den nächsten guten Befund. Natürlich wünschen wir uns weiterhin, den Krebs zu besiegen – oder ihn zumindest dauerhaft in den Griff zu bekommen. Die dritte OP haben wir überhaupt nur gewagt, weil Baydas Werte trotz ihres Alters von inzwischen 14 Jahren immer noch erstaunlich gut sind.

Heute stand die zweite Nachkontrolle an – inklusive der Laborergebnisse.

Fangen wir mit Bob an: Seine beiden Wunden heilen so hervorragend, dass bereits jede zweite Naht entfernt werden konnte. Zum Glück ist er völlig vernarrt in unsere Tierärztin. Bei anderen Menschen wäre das Ganze vermutlich nur mit Maulkorb und mehreren Helfern möglich gewesen. Ich war wirklich positiv überrascht.

Und dann die größte Erleichterung des Tages: Beide eingeschickten Proben von Bob waren krebsfrei.

Was für ein Moment.

Auch bei Bayda sieht die Heilung der langen „Reißverschlussnaht“ über den gesamten Unterbauch sehr gut aus. Da es allerdings eine zusammenhängende Naht ist, können die Fäden noch nicht teilweise gezogen werden. Nächste Woche werden wir unterwegs einen Tierarzt aufsuchen und bei beiden Hunden die restlichen Nähte entfernen lassen.

Dabei musste ich direkt wieder an das Drama mit dem „Loch im Bauch“ denken, nachdem eine Freiburger Klinik beim ersten Versuch die Fäden gezogen hatte. Nach der zweiten OP hat es glücklicherweise problemlos funktioniert – also wird hoffentlich auch das dritte Mal gut gehen.

Inzwischen sind auch Baydas Laborergebnisse eingetroffen. Der histopathologische Befund nach der Entfernung der zweiten Milchleiste klingt insgesamt eher günstig.

Untersucht wurde die entfernte Milchleiste mit mehreren Zitzen sowie zwei kleinen Knoten. Dabei wurden ein weißer und ein brauner Knoten gefunden – beide allerdings sehr klein, jeweils nur etwa 0,8 × 0,5 cm groß. Von einem der beiden wusste ich bereits, der zweite war mir bis dahin nicht bekannt.

Beide Tumore waren kapsuliert, was häufig ein Zeichen für langsameres Wachstum ist. Außerdem wirkten die Zellen nur wenig bösartig. Sie waren also nur leicht verändert und zeigten nur geringe Zellteilung – ebenfalls ein eher positives Zeichen.

Den aggressiveren Tumor Grad 2 hatten wir bereits auf der ersten Milchleiste. Bis heute bin ich unserer Tierärztin unglaublich dankbar, dass sie ihn nur einen Monat nach der ersten Operation eines anderen Tierarztes entdeckt hat. Dort war er offenbar übersehen worden. Ich verstehe bis heute nicht, warum damals nicht direkt die gesamte Milchleiste entfernt wurde. Auch unsere jetzige Tierärztin kann das nicht nachvollziehen. Vermutlich hätte man Bayda dadurch eine weitere große Operation ersparen können.

Nun ist es aber, wie es ist.

Sind wir damit erstmal krebsfrei?

Ganz ehrlich: Ich bin noch vorsichtig optimistisch – aber weiterhin nervös.

Es fehlen nämlich noch die Ergebnisse des stark vergrößerten Lymphknotens. Diesen konnte die Tierärztin während der OP nicht mehr entfernen, weil Bayda die zusätzliche Operationszeit körperlich nicht mehr geschafft hätte. Stattdessen wurde eine Probe entnommen und ins Labor geschickt. Die Ergebnisse sollen nächste Woche kommen.

Im besten Fall handelt es sich lediglich um eine Entzündung oder um eine gutartige Veränderung. Dann könnten wir sogar noch einmal über eine weitere Operation nachdenken. Sollte allerdings der bösartige Tumor aus der ersten Milchleiste bereits gestreut haben, dann werden unsere Möglichkeiten leider sehr begrenzt sein.

Immerhin bleibt die Lunge weiterhin frei von Metastasen.

Die Sektkorken knallen also noch nicht. Aber allein die Tatsache, dass wir aktuell weiterhin „komplett“ sind, gibt mir gerade unglaublich viel Hoffnung.

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