FREIBURG BEKOMMT NUN EIN E-CAMP

Freiburgerin bleibt Freiburgerin.

Auch nach über einem Jahrzehnt in Marburg bleibt man seiner Heimat irgendwie treu. Und tatsächlich begleitet mich Freiburg bereits seit Beginn meines elektrifizierten Lebensabschnitts.

Mein erstes eMobil bekam selbstverständlich ein FR-EE-Kennzeichen (2011!) – passender hätte es kaum sein können. Und auch meine erste elektrische Reise nach Afrika startete von Freiburg aus.

Mein letztes größeres Elektromobilitäts-Event in Freiburg liegt allerdings inzwischen mehr als ein halbes Jahrzehnt zurück: der EcoGrandPrix 2020 am Schauinsland.

Seitdem hat sich bei mir einiges verändert. In den vergangenen Jahren rückten elektrische Reisen, eCamper und die Frage, wie wir auch mit größeren Elektrofahrzeugen nachhaltig unterwegs sein können, immer stärker in den Mittelpunkt.

Umso mehr freut es mich, dass nun auch die CARAVAN LIVE Messe in Freiburg ein neues Kapitel aufschlägt. Erstmals wird es dort nicht nur einen eigenen E-Mobility & Travel Ausstellerbereich geben, sondern auch ein eCamp sowie täglich Reisevorträge von Menschen, die elektrisch unterwegs sind.

Und irgendwie passt das ziemlich gut zu Freiburg. Denn Freiburger Reisende trifft man gefühlt fast überall auf der Welt.

Natürlich weiß ich als Freiburgerin auch: In der Stadt selbst kommt man häufig am besten und schnellsten mit dem Fahrrad voran. Und dass viele Freiburger am liebsten möglichst wenige Pkw – egal ob elektrisch oder nicht – in der Innenstadt sehen würden, kann ich sehr gut nachvollziehen. Da bin ich durchaus dabei.

Gerade deshalb finde ich die kleinen elektrischen Mobilitätskonzepte besonders spannend.

Aktuell zeichnet sich sogar eine kleine Microlino-Sternfahrt nach Freiburg ab – passend zu einem Reisevortrag eines weiterreisten Microlino auf der Messe. Und natürlich wird auch ein Microlino im neuen E-Mobility & Travel Bereich ausgestellt.

Nicht jeder kann oder möchte Lastenrad fahren. Aber fast jeder kann Microlino, oder?

Zumindest urban.

Und dass ein Microlino noch sehr viel mehr kann als Stadtverkehr, wird seit 2025 regelmäßig bewiesen: Selbst die Sahara ist mit dem elektrischen Leichtfahrzeug erreichbar. Bei der eRallye RIVE Maroc gehören die kleinen Fahrzeuge inzwischen zu den ganz besonderen Hinguckern.

Vielleicht ist genau diese Bandbreite das Spannende an der Elektromobilität: vom Fahrrad über elektrische Leichtfahrzeuge bis zum eCamper. Nicht ein Fahrzeug für alles – sondern für jeden Einsatzzweck eine möglichst passende Lösung.

Sobald es mehr Informationen zum geplanten Microlino-Treffen in Freiburg gibt, folgt dazu natürlich noch ein eigener Blogbeitrag.

Bis dahin freue ich mich sehr darüber, dass meine Heimatstadt nun auch beim Thema E-Mobility & Travel ein neues Kapitel beginnt.

Weitere Informationen zum neuen elektromobilen Bereich der CARAVAN LIVE in Freiburg gibt es hier:

https://www.caravanlive.de/die-messe/ausstellungsbereiche/e-mobility

Lebens-Halbzeit erreicht?

Normalerweise halte ich mich mit meinem Geburtstag schon seit vielen Jahren eher zurück. Und wenn ich zurückblicke, habe ich ihn in den vergangenen 15 Jahren vermutlich fast immer irgendwo auf Reisen zwischen Europa und Afrika verbracht.

Als Kind fand ich Geburtstage großartig. Irgendwann hat sich ihre Bedeutung für mich jedoch verändert. Heute ist mein Geburtstag eher zu einer Art persönlichem Silvester geworden: Man blickt zurück. Man blickt voraus. Vielleicht setzt man sich neue Ziele. Ein persönliches neues Jahr beginnt – während an Silvester eben „nur“ ein neues Kalenderjahr startet.

Dieses Jahr fühlte sich mein Geburtstag allerdings anders an.

Vielleicht, weil es ein halbrunder Geburtstag ist. Vielleicht auch, weil er mir plötzlich wie eine durchaus realistische Lebensmitte vorkommt – zumindest im realistischen Best Case. In meiner ganz eigenen Theorie werde ich schließlich 130. Und ich versuche tatsächlich jeden Tag, meinen kleinen Beitrag dazu zu leisten: mit einem LOHAS-Lebensstil, also einem möglichst nachhaltigen und gesunden Alltag.

Doch wahrscheinlich prägen mich gerade auch meine Seniorenhunde. Denn bei ihnen wird mir momentan sehr deutlich vor Augen geführt, wie kostbar Zeit ist. Hier zählt inzwischen wirklich jeder einzelne Tag.

Auch in meinem persönlichen Umfeld hat sich in diesem Jahr einiges verändert. Menschen sind verstorben, andere haben einen Schlaganfall erlitten oder spüren, dass ihre Energie und Kraft nicht mehr dieselbe ist wie früher. Das verändert den eigenen Blick auf das Älterwerden.

Und so war mein Geburtstag – meine Schnapszahl 9.9. – dieses Jahr irgendwie anders.

Mir wurde an diesem Tag vor allem bewusst, wie unglaublich schön es ist, diesen Geburtstag noch einmal mit all meinen Hunden verbringen zu dürfen. Dieses Jahr wären es beinahe zwei weniger gewesen. Dank großartiger Tierärzte, Blutspender und vieler Menschen, die uns unterstützt haben, sind sie aber immer noch bei mir.

Vielleicht sieht das am nächsten 9.9. schon anders aus.

Mir ist bewusst, dass in meinem privaten Leben in absehbarer Zeit größere Verluste und Veränderungen auf mich zukommen werden. Gerade deshalb möchte ich die gemeinsame Zeit nicht als selbstverständlich betrachten.

Und genau in diesem Bewusstsein habe ich den Tag meiner möglichen Lebensmitte verbracht.

Dankbar dafür, dass meine Hunde noch bei mir sind. Dankbar für die Menschen um mich herum. Und auch dankbar dafür, selbst gesund bis hierher gekommen zu sein. Denn auch das ist keineswegs selbstverständlich – manchen Menschen bleibt bereits diese Lebenszeit verwehrt.

Vielleicht braucht es deshalb gar keine großen Geburtstagsfeiern.

Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die sich an meine Schnapszahl 9.9. erinnert und mir geschrieben oder auf andere Weise gratuliert haben.

Auf mein nächstes persönliches Jahr. 

Marburger Nachtmarathon barfuss?

Warum eigentlich nicht? Barfuß beim Marburg Marathon

Warum eigentlich nicht?

Mein Barfuß-Marathon in Marrakech liegt schließlich schon eine ganze Weile zurück – und in Deutschland bin ich bisher noch keinen Marathon barfuß gelaufen. Und welcher Ort würde sich dafür besser eignen als Marburg, das Mekka der Barfußläufer?

Es gab allerdings einen ziemlich guten Grund, der dagegen sprach: Ich hatte überhaupt nicht für einen Marathon trainiert.

Und dann passierte mal wieder etwas, womit ich nicht gerechnet hatte.

Bei einem Gewinnspiel des lokalen Laufladens Svens Laufshop in Marburg gewann ich tatsächlich einen Startplatz für den bereits ausverkauften Marburger Marathon.

Uups.

Noch drei Wochen bis zum Marathon.

Ich fing an zu rechnen. Sechs Stunden hatte ich Zeit, um ins Ziel zu kommen. Wenn ich also sämtliche Ambitionen auf eine bestimmte Zielzeit über Bord werfen und nur versuchen würde, innerhalb des Zeitlimits anzukommen, müsste das doch irgendwie machbar sein.

Ein Schnitt von ungefähr 9 Minuten pro Kilometer.

Meinen Füßen traute ich die 42 Kilometer barfuß durchaus zu. Aber meinem restlichen Körper? Ich war schließlich noch nie sechs Stunden am Stück gelaufen. Wobei – fast: Bei einem Ultra waren es schon einmal rund 5:30 Stunden gewesen.

Kurzum: Drei Wochen vor dem Marathon startete ich meinen ersten langen Trainingslauf. Perfekte Marathonvorbereitung sieht vermutlich anders aus.

Parallel dazu liebäugelte ich allerdings mit Plan B: meinen Marathonstartplatz in einen Staffelplatz umzuwandeln. Viermal zehn Kilometer – und diesen Platz dann unserem Barfußlaufteam der Laufschule Marburg zur Verfügung zu stellen.

Denn leider war die Staffel in diesem Jahr schneller ausverkauft gewesen, als wir uns anmelden konnten.

Doch daraus wurde zunächst nichts. Das Orga-Team des Marathons konnte meinen Einzelstartplatz nicht einfach in einen Staffelplatz umwandeln.

Dann kam – ausgerechnet in der letzten Woche vor dem Marathon – die rettende Nachricht:

Eine Staffel war kurzfristig nicht zustande gekommen und eine Läuferin aus diesem Team suchte einen Marathonstartplatz zum Tauschen.

Deal!

Und diesmal spielte auch die Marathon-Orga mit.

So waren am Ende tatsächlich alle glücklich: Ich war erleichtert, „nur“ zehn Kilometer barfuß in der Staffel laufen zu müssen. Unser Barfußlaufteam konnte doch noch gemeinsam an den Start gehen. Und die andere Läuferin bekam die Gelegenheit, ihren ersten Marathon zu laufen.

Manchmal muss man Pläne eben einfach Pläne sein lassen und schauen, was daraus entsteht.

Toll war’s mal wieder!

Und nächstes Jahr?

Dann vielleicht wirklich die kompletten 42,195 Kilometer barfuß durch Marburg.

Oder ?