Marburger Nachtmarathon barfuss?

Warum eigentlich nicht? Barfuß beim Marburg Marathon

Warum eigentlich nicht?

Mein Barfuß-Marathon in Marrakech liegt schließlich schon eine ganze Weile zurück – und in Deutschland bin ich bisher noch keinen Marathon barfuß gelaufen. Und welcher Ort würde sich dafür besser eignen als Marburg, das Mekka der Barfußläufer?

Es gab allerdings einen ziemlich guten Grund, der dagegen sprach: Ich hatte überhaupt nicht für einen Marathon trainiert.

Und dann passierte mal wieder etwas, womit ich nicht gerechnet hatte.

Bei einem Gewinnspiel des lokalen Laufladens Svens Laufshop in Marburg gewann ich tatsächlich einen Startplatz für den bereits ausverkauften Marburger Marathon.

Uups.

Noch drei Wochen bis zum Marathon.

Ich fing an zu rechnen. Sechs Stunden hatte ich Zeit, um ins Ziel zu kommen. Wenn ich also sämtliche Ambitionen auf eine bestimmte Zielzeit über Bord werfen und nur versuchen würde, innerhalb des Zeitlimits anzukommen, müsste das doch irgendwie machbar sein.

Ein Schnitt von ungefähr 9 Minuten pro Kilometer.

Meinen Füßen traute ich die 42 Kilometer barfuß durchaus zu. Aber meinem restlichen Körper? Ich war schließlich noch nie sechs Stunden am Stück gelaufen. Wobei – fast: Bei einem Ultra waren es schon einmal rund 5:30 Stunden gewesen.

Kurzum: Drei Wochen vor dem Marathon startete ich meinen ersten langen Trainingslauf. Perfekte Marathonvorbereitung sieht vermutlich anders aus.

Parallel dazu liebäugelte ich allerdings mit Plan B: meinen Marathonstartplatz in einen Staffelplatz umzuwandeln. Viermal zehn Kilometer – und diesen Platz dann unserem Barfußlaufteam der Laufschule Marburg zur Verfügung zu stellen.

Denn leider war die Staffel in diesem Jahr schneller ausverkauft gewesen, als wir uns anmelden konnten.

Doch daraus wurde zunächst nichts. Das Orga-Team des Marathons konnte meinen Einzelstartplatz nicht einfach in einen Staffelplatz umwandeln.

Dann kam – ausgerechnet in der letzten Woche vor dem Marathon – die rettende Nachricht:

Eine Staffel war kurzfristig nicht zustande gekommen und eine Läuferin aus diesem Team suchte einen Marathonstartplatz zum Tauschen.

Deal!

Und diesmal spielte auch die Marathon-Orga mit.

So waren am Ende tatsächlich alle glücklich: Ich war erleichtert, „nur“ zehn Kilometer barfuß in der Staffel laufen zu müssen. Unser Barfußlaufteam konnte doch noch gemeinsam an den Start gehen. Und die andere Läuferin bekam die Gelegenheit, ihren ersten Marathon zu laufen.

Manchmal muss man Pläne eben einfach Pläne sein lassen und schauen, was daraus entsteht.

Toll war’s mal wieder!

Und nächstes Jahr?

Dann vielleicht wirklich die kompletten 42,195 Kilometer barfuß durch Marburg.

Oder ?

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