Lebens-Halbzeit erreicht?

Normalerweise halte ich mich mit meinem Geburtstag schon seit vielen Jahren eher zurück. Und wenn ich zurückblicke, habe ich ihn in den vergangenen 15 Jahren vermutlich fast immer irgendwo auf Reisen zwischen Europa und Afrika verbracht.

Als Kind fand ich Geburtstage großartig. Irgendwann hat sich ihre Bedeutung für mich jedoch verändert. Heute ist mein Geburtstag eher zu einer Art persönlichem Silvester geworden: Man blickt zurück. Man blickt voraus. Vielleicht setzt man sich neue Ziele. Ein persönliches neues Jahr beginnt – während an Silvester eben „nur“ ein neues Kalenderjahr startet.

Dieses Jahr fühlte sich mein Geburtstag allerdings anders an.

Vielleicht, weil es ein halbrunder Geburtstag ist. Vielleicht auch, weil er mir plötzlich wie eine durchaus realistische Lebensmitte vorkommt – zumindest im realistischen Best Case. In meiner ganz eigenen Theorie werde ich schließlich 130. Und ich versuche tatsächlich jeden Tag, meinen kleinen Beitrag dazu zu leisten: mit einem LOHAS-Lebensstil, also einem möglichst nachhaltigen und gesunden Alltag.

Doch wahrscheinlich prägen mich gerade auch meine Seniorenhunde. Denn bei ihnen wird mir momentan sehr deutlich vor Augen geführt, wie kostbar Zeit ist. Hier zählt inzwischen wirklich jeder einzelne Tag.

Auch in meinem persönlichen Umfeld hat sich in diesem Jahr einiges verändert. Menschen sind verstorben, andere haben einen Schlaganfall erlitten oder spüren, dass ihre Energie und Kraft nicht mehr dieselbe ist wie früher. Das verändert den eigenen Blick auf das Älterwerden.

Und so war mein Geburtstag – meine Schnapszahl 9.9. – dieses Jahr irgendwie anders.

Mir wurde an diesem Tag vor allem bewusst, wie unglaublich schön es ist, diesen Geburtstag noch einmal mit all meinen Hunden verbringen zu dürfen. Dieses Jahr wären es beinahe zwei weniger gewesen. Dank großartiger Tierärzte, Blutspender und vieler Menschen, die uns unterstützt haben, sind sie aber immer noch bei mir.

Vielleicht sieht das am nächsten 9.9. schon anders aus.

Mir ist bewusst, dass in meinem privaten Leben in absehbarer Zeit größere Verluste und Veränderungen auf mich zukommen werden. Gerade deshalb möchte ich die gemeinsame Zeit nicht als selbstverständlich betrachten.

Und genau in diesem Bewusstsein habe ich den Tag meiner möglichen Lebensmitte verbracht.

Dankbar dafür, dass meine Hunde noch bei mir sind. Dankbar für die Menschen um mich herum. Und auch dankbar dafür, selbst gesund bis hierher gekommen zu sein. Denn auch das ist keineswegs selbstverständlich – manchen Menschen bleibt bereits diese Lebenszeit verwehrt.

Vielleicht braucht es deshalb gar keine großen Geburtstagsfeiern.

Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die sich an meine Schnapszahl 9.9. erinnert und mir geschrieben oder auf andere Weise gratuliert haben.

Auf mein nächstes persönliches Jahr. 

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