Ein elektrifiziertes 10 jähriges Adventure Southside Jubiläum

Wie alles begann: Die Idee zur ersten ePremiere auf der Adventure Southside

Es begann mit einer einfachen Idee: einen Reisebericht über eine Tour mit einem Elektrofahrzeug auf der Adventure Southside zu präsentieren. Was zunächst wie ein ungewöhnlicher Ansatz für eine Offroad-, Campervan-, Outdoor- und Adventure-Messe klang, entwickelte schnell eine ganz eigene Dynamik.

Denn die Adventure Southside gehört zu den renommiertesten Veranstaltungen in der Szene – ein Magnet für große Expeditions-Offroader, Abenteuerlustige und Outdoor-Enthusiasten. Und doch: Wer mit einem Elektrotransporter durch die Sahara bis nach Dakar und weiter nach Gambia fährt, darf sich ebenfalls zu den Abenteurern zählen, oder?

Der Veranstalter sah das ganz genauso. Schon im ersten Vorgespräch verstanden wir uns bestens – und schnell war klar: Das könnte mehr werden als nur ein einzelner Vortrag. Die Idee einer ersten ePremiere war geboren – mit einem eigenen eCamp, ersten eAusstellern und einer klaren Vision: Elektromobilität sichtbar machen in einem Umfeld, das bisher fast ausschließlich von Verbrennern dominiert war.

Gesagt, getan.

Wir legten los, fanden schnell Unterstützung aus der eCamper-Community, und auch seitens des Veranstalters wurde direkt eine Buchungsmöglichkeit für das eCamp eingerichtet. Der Anfang war gemacht!

Wenn diese Premiere erfolgreich verläuft, ist der nächste Schritt bereits in Sicht:

Für 2026 könnten nicht nur dreistellige Teilnehmerzahlen im eCamp realistisch werden – auch weitere elektrische Reisereportagen, elektromobile Aussteller und ein eigener Elektrofahrzeug-Parkplatz für Tagesgäste sind in Planung. Die Vision: eine eigene Erlebniswelt rund um das elektrische Reisen auf der Adventure Southside – offen, integrativ, neugierig, zukunftsgerichtet.

Das Potenzial ist riesig.

Bisher war ich auf vielen Events unterwegs – meist von und für eMobilisten oder Interessierte. Doch hier reden wir von einem etablierten Branchentreffen mit ganz anderem Maßstab:

220 Aussteller über 14.000 Besucher:innen mehr als 50 Workshops (Zahlen von 2024)

Ein ideales Umfeld, um Brücken zu bauen – zwischen klassischen Offroad-Abenteurern und der elektrischen Zukunft des Reisens.

Ladesäulenbekanntschaft mit interkulturellem Austausch

Eine weitere Begegnung, die mich berührt hat.

Heute ging es international zu – an einem ganz gewöhnlichen Tesla Supercharger. Fahrzeuge aus Dänemark, Norwegen, Marokko, Belgien, Frankreich und Deutschland waren gleichzeitig am Laden. Ein kleiner Moment, der wieder zeigt, wie sehr Elektromobilität verbindet – über Ländergrenzen hinweg. Und wie ein respektvolles Miteinander ganz selbstverständlich funktionieren kann.

Doch mein eigentliches Highlight war heute eine völlig unerwartete Begegnung.

Zerbrochenes Glas, offene Herzen

Beim Öffnen meiner Hecktür fiel mir eine Flasche auf den Boden – sie zerschellte. Bevor ich überhaupt reagieren konnte, war schon ein netter Mitarbeiter zur Stelle, Besen in der Hand. Er war freundlich, aufmerksam – und lud mich spontan ein, mit in die Tesla Lounge zu kommen.

Dort lernte ich auch seine Frau kennen. Beide arbeiten bei Tesla, betreuen gemeinsam die Lounge – und wir kamen sofort wunderbar ins Gespräch. Sie stammt aus der Türkei, ist aber in Deutschland aufgewachsen. Er ist ihretwegen nach Deutschland gezogen. Beide sind dankbar, hier bei Tesla Arbeit gefunden zu haben. Und was soll ich sagen? Es war einfach ein wundervoller Austausch auf Augenhöhe.

Integration ist kein theoretisches Konzept

Wir sprachen über das Leben zwischen zwei Kulturen, über Integration, über Gleichberechtigung, Religion – aber auch über die leider immer noch spürbare Ausländerfeindlichkeit in Deutschland.

Was mich dabei immer wieder beeindruckt: Die Offenheit. Das Interesse. Die Herzlichkeit. Ich erlebe das sehr oft – gerade bei Menschen, die mehrere kulturelle Hintergründe in sich tragen.

In Marokko werde ich als Deutsche mit offenen Armen empfangen. Ich fühle mich willkommen.

Aber in Deutschland? Da sehe ich viel zu oft das Gegenteil.

Da wird mit dem Finger auf „die Zugewanderten“ gezeigt – anstatt ehrlich hinzuschauen: Wie sieht die Realität aus? Wie viel Offenheit bringen wir eigentlich mit?

Der Burkini – und ein schmerzhaft aktuelles Beispiel

Natürlich kamen wir auch auf das Thema Burkini zu sprechen.

Sie erzählte mir, dass sie mittlerweile gar nicht mehr baden geht – nicht aus religiösen Gründen, sondern aus Selbstschutz. Sie ist es leid:

Diese Blicke. Diese Kommentare. Diese Unterstellungen.

„Kannst du überhaupt schwimmen?“

„Darfst du das überhaupt?“

„Was sagt dein Mann dazu?“

Wie absurd: Parallel feiern wir in den Medien gerade eine prominente Frau, die im Ganzkörperanzug schwimmt – um ihre Haut vor UV-Strahlen zu schützen. Dort: Positiver Hype.

Und ich selbst? Ich gehe frühmorgens gern mit meinem Neoprenanzug ins Wasser – einfach, weil ich Kälte nicht ausstehen kann. Kein Mensch stellt mir deswegen Fragen.

Wo liegt also wirklich das Problem?

Schluss mit Schubladendenken

Viele Menschen, die ausgrenzen oder urteilen, tun das aus eigenen Unsicherheiten oder Erfahrungen.

Aber seit wann hat Schubladendenken je zu mehr Verständnis geführt? Es bringt nur eins: Spaltung und Hass.

Das Gespräch heute hat mich wieder daran erinnert, wie gut mir die Verbindung mit offenen, herzlichen Menschen tut – gerade nach einem Monat in Deutschland, wo ich leider oft eine andere Stimmung wahrnehme.

Elektromobilität als Symbol

An diesem Supercharger waren wir heute alle gleich:

Unterschiedliche Nationalitäten. Unterschiedliche Geschichten.

Und trotzdem Seite an Seite – verbunden durch Strom, durch Technik, durch ein Ziel.

Menschlichkeit funktioniert genau so.

Wir leben in einer globalisierten Welt. Und wir sind – bei allem, was uns unterscheidet – vor allem eines: Erdenbürger.

Lasst uns das leben.

So wie unsere Elektrofahrzeuge heute an der Ladesäule.

Neugierig auf das Unbekannte. Respektvoll im Miteinander.

Und offen für Vielfalt.

Die Flasche auf zwei Beinen – ich mittendrin

Mein langsamster 10-Kilometer-Lauf – und einer der unvergesslichsten

Das Leben ist einfach viel zu kurz für Monotonie. Also warum nicht mal als überdimensionale Bierflasche durch München laufen?

Als mein Triathlonverein ERDINGER Alkoholfrei freiwillige „Flaschenläufer“ für den SportScheck-Lauf durch den Englischen Garten suchte, war ich sofort neugierig. Und bekam die Zusage! Ich durfte als lebendige ERDINGER-Flasche auf die 10-km-Strecke – quer durch Münchens grüne Lunge.

Perfekte Kombi aus Sport, Spaß und Terminplan

Praktischerweise hatte ich ohnehin noch ein paar Termine in München – also ließ sich das Event perfekt einbauen. Danke an dieser Stelle an mittlerweile guten Freunde in Fürstenfeldbruck, die sich als liebevolle Hundesitter angeboten haben. So konnte ich früh morgens ganz entspannt mit dem Rennrad 20 Kilometer in die Stadt fahren.

Ankommen, staunen, schmunzeln

Am ERDINGER-Stand wurde ich als VIP begrüßt und direkt zu meiner „Laufpartnerin“ geführt – der Flasche. Wow. Ziemlich groß. Nicht gerade leicht. Aber hey: wird schon!

Am Vorabend hatte ich noch gegoogelt, ob andere Flaschenläufer über ihre Erfahrungen berichten. Und ja, ein früherer ERDINGER-Flaschenläufer hatte geschrieben, dass man kaum nach rechts oder links schauen könne. Das konnte ja lustig werden.

Letzte Pinkelpause, dann Showtime

Als „VIP“ durfte ich die ERDINGER-Toilette nutzen – sehr angenehm, wenn man bedenkt, dass die Schlange bei den Damentoiletten gefühlt bis ans Siegestor reichte, während die Männer unzählige Pissoirs zur Verfügung hatten. Klassiker.

Die Innenstadt war voller Menschen, die Stimmung rund ums Siegestor elektrisierend. Und dann war sie da: die Flasche auf zwei Beinen – ich mittendrin!

Ein Lauf, den München nicht vergisst (und ich auch nicht)

Die Reaktionen? Unfassbar! Schon vor dem Start wurden Selfies gemacht, gelacht und gejubelt. Während des Laufs hatte ich das Gefühl, halb München sei Mitglied im ERDINGER-Fanclub. Was für ein geniales Guerilla-Marketing! Die Flasche kam einfach super an – bei Zuschauer:innen und bei den Mitläufer:innen.

Aber ehrlich: Es wurde heiß. Und schwer.

Schon bei Kilometer 5 musste ich Tempo rausnehmen. Mit einer 6er-Pace war nichts mehr zu machen – der Backofen auf dem Kopf forderte seinen Tribut. Doch aufgeben war keine Option. Immer mehr Läufer gingen, viele kämpften. Und ich merkte, wie die Flasche sogar motivierte: „Wenn DIE das durchzieht (und auch noch in Sandalen!) dann schaffe ich das auch!“

Nach dem Lauf kamen tatsächlich einige auf mich zu und bedankten sich. Das war schön. Und berührend.

Obstsalat und Gabelstapler

Zwischendrin lernte ich übrigens auch noch einen „Obstsalat“ kennen – inklusive der schnellsten Banane Münchens. Wir fanden uns für lustige Fotos zusammen und blieben virtuell in Kontakt. Die Community lebt!

Nach dem Zieleinlauf war ich dann ehrlich gesagt auch erleichtert: Flasche abgeben, durchatmen. Standesgemäß wurde sie mit dem Gabelstapler abgeholt – kein Scherz.

Mein Fazit?

Das war definitiv mein langsamster 10-Kilometer-Lauf. Aber einer der eindrucksvollsten. Ein Erlebnis, das bleibt!

Anmerkung;

Tolle Wasserversorgung!

Autsch: Abhängigkeiten an der Ladesäule

Digitales Dilemma am See

Wer kennt es nicht? Keine Ladekarte mehr besitzen, sondern jede Ladesäule spontan per App oder QR-Code aktivieren. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten von euch trotzdem noch eine Karte dabeihaben. Ich nicht.

Ich bin selten lange genug an einem Ort, als dass mir eine Karte zugestellt werden könnte. Seit 2011 bin ich elektrisch unterwegs – und trotzdem ist immer wieder alles neu: mal positiv, mal nervenaufreibend.

Nach einer intensiven Woche in München war es endlich soweit: Raus aus der Stadt, rein ins Grüne. Gemeinsam mit meinen Hunden steuerte ich eine bekannte „Stadt-Badewanne“ an – mit einer Typ-2-Ladesäule direkt am Ufer. Perfekt, oder?

Ankommen. Scheitern. Neustart.

Eine der beiden Ladesäulen war belegt – leider so schräg, dass auch kein zweites Auto daneben passte. Nach 30 Minuten erschien der Fahrer endlich, und unsere Vorfreude auf den Sprung ins Wasser stieg.

Doch dann der nächste Dämpfer: Mein ENBW-Abo war – wie so oft – teurer als Ad-hoc-Laden. Also griff ich zum Handy, um den QR-Code zu scannen. Nur hing das Smartphone am Kabel der EcoFlow-Powerbank, und als ich es ruckartig nahm, passierte es: Das Handy flog im hohen Bogen zu Boden. Ein lautes Klatsch, ein dumpfes Gefühl im Magen.

Display kaputt. Nur noch die Hälfte funktionierte – zu wenig, um den Sperrcode einzugeben. Und mir wurde wieder einmal bewusst, wie abhängig wir vom Handy geworden sind.

Plan B – oder auch: iPad statt iPhone

Glücklicherweise hatte ich mein iPad dabei. QR-Code gescannt, Zahlungsmittel eingegeben… und dann kam die Bank-App. Die wollte natürlich eine Bestätigung – vom Hauptgerät. Vom kaputten. Echt jetzt?

Digital gut gedacht – realitätsfern umgesetzt.

Ich musste also eine Lösung finden. Es war Freitagnachmittag. Ein Handyreparatur-Laden in erreichbarer Nähe? Hoffnung gleich null.

Doch dann: Eine nette Frau überließ mir ihr Smartphone, ich suchte nach Hilfe – und tatsächlich! In nur 10 km Entfernung fand ich einen Reparaturservice. Ich schnappte mir mein Rennrad, ließ meine Hunde mit ungutem Gefühl zurück und machte mich auf den Weg.

Das Leben überrascht. Immer.

Während ich wartete, entdeckte ich in einem kleinen Bahnhofskiosk das neue Arrive-Magazin – die Ausgabe mit meiner elektrischen Reise nach Dakar. Drei Wochen nach Veröffentlichung hielt ich endlich die Printversion in der Hand.

Zurück beim Reparaturladen: Mein Handy funktionierte wieder! Glück im Unglück – dachte ich. Doch das nächste Abenteuer ließ nicht lange auf sich warten: Platzregen!

Durchnässt, aber erleichtert, kam ich zu den Hunden zurück. Schwimmen war nicht mehr drin – aber immerhin: eine Art Naturdusche und ein traumhafter Sonnenuntergang als Belohnung.

Wir trafen auf eine ehemalige Hundebesitzerin, ihr verstorbener Hund sah wohl wie Bob aus – aus Griechenland, 14 Jahre alt geworden. Mein Bob ist jetzt 13, Bayda sogar 14.

Die wirklich kostbaren Momente

Zeit mit ihnen ist gerade das Wertvollste in meinem Leben. In einer Welt, die sich immer schneller dreht, ist Zeit ein unbezahlbares Gut. Ich nehme sie mir – bewusst. Und verzichte dafür auf ein „normales“ Leben in der Komfortzone.

Es ist nicht immer bequem. Aber es ist es mir wert.

Ein Urteil aber immer noch kein Titel

Auch ein „kleiner Arbeitnehmer“ hat Rechte und sollte versuchen diese vorm Arbeitsgericht durchzubekommen.

Da habe ich wohl etwas falsch verstanden …

Drei Jahre Prozess gegen die TWIKE GmbH – und am 10. Juni war endlich der große Termin vor dem Landesarbeitsgericht. Nicht zum ersten Mal! Der erste Durchlauf drehte sich um das Thema Kündigungsschutz.

Die TWIKE GmbH gab 7,5 Mitarbeitende an, ich hingegen 12. Der Richter entschied sich nach Durchsicht der Unterlagen für 9,5. Das Ergebnis: kein Kündigungsschutz.

Was viele nicht wissen – und auch ich zum Zeitpunkt meiner Einstellung nicht wusste:

Wer in einem Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden arbeitet, kann jederzeit und ohne Begründung gekündigt werden.

So ging es mir auch.

Nach 13 Jahren Einsatz gab es nur ein Schriftstück – keine persönliche Übergabe, kein Gespräch, kein Dankeschön. Einfach Schluss.

Harter Tobak. Aber: Das ist nicht überall so!

Ich habe in den letzten Jahren viele großartige Unternehmer:innen kennengelernt, die mit Herz führen – und mit ihren Mitarbeitenden auch im Trennungsfall fair umgehen. Gerade in kleinen Betrieben „menschelt“ es oft noch.

Der zweite Gerichtstermin drehte sich dann um zusätzliche sieben Rentenjahre und Arbeitsverträge, deren Echtheit von der Gegenseite angezweifelt wurde.

Es kam zu einem Urteil – und ich dachte:

Jetzt ist es geschafft! Ich habe einen Titel und die Gegenseite muss innerhalb von zwei Wochen ausstehende Gehälter plus fast 100 Urlaubstage auszahlen.

Pustekuchen.

Bis heute: kein Cent auf dem Konto.

Zum Glück reagieren fast alle meine Unterstützer:innen mit Verständnis – sie üben sich in Geduld. Nur ein TWIKE 5 Vollanzahler ist etwas unruhig geworden.

Aber ich konnte ihm versichern: Er bekommt sein Geld.

Ich hoffe, es ist wirklich nur noch eine Frage von Tagen oder Wochen.

Ganz ehrlich:

Wer eine fünfstellige Summe in ein Fahrzeugprojekt investiert, bei dem vom Unternehmen, teilweise nur auf Anfrage vierteljährlich ein Report mit realen Zahlen kommt – der geht aus meiner Sicht ein weitaus höheres Risiko ein.

Kurzum:

Ein Urteil allein reicht nicht. Einen vollstreckbaren Titel bekommt man erst, wenn die Urteilsbegründung vorliegt.

Wieder was gelernt.

Und: Vier Wochen nach dem Urteil – noch immer keine Begründung da.

Aber eines ist mir wichtig: Wenn jemand in einer ähnlichen Situation steckt – bitte gebt Euch nicht mit zu wenig zufrieden! Ihr habt für Eure Arbeit einen fairen Lohn verdient, und den solltet Ihr auch einfordern. Ich konnte bereits mindestens eine Person ermutigen, den Weg vors Arbeitsgericht zu gehen. Wenn ich noch mehr Menschen dazu inspirieren kann, für ihre Rechte einzustehen, würde mich das sehr freuen.

Bei Fragen schreibt mir über info@twikingfuture.blog

Teilnehmerrekord und Barfußpower beim 26. Marburger Nachtmarathon

Der 26. Marburger Nachtmarathon hat alle Erwartungen übertroffen: Mit über 4.000 Teilnehmer*innen wurde ein neuer Rekord aufgestellt – so viele wie noch nie! Der Andrang war so groß, dass die Medaillen erstmals nicht für alle reichten.

Zwischen Bangen und Aufatmen

Noch zu Jahresbeginn war unklar, ob das beliebte Großevent 2025 überhaupt stattfinden würde. Die verschärften Sicherheitsanforderungen – insbesondere im Hinblick auf mögliche „Autokiller“ – stellten die Veranstalter vor große Herausforderungen. Zum Glück konnte rechtzeitig eine tragfähige Lösung gefunden werden. Und so durfte Marburg auch dieses Jahr wieder im Zeichen der nächtlichen Lauflust erstrahlen.

Minimalistisch – aber schnell

Besonders gefreut hat mich, dass wir erneut eine Barfußstaffel auf die Beine stellen konnten. Mit einer Marathonzeit von 3:40 Stunden haben wir nicht nur den 70. Platz unter über 300 Staffelteams erreicht, sondern auch ein deutliches Statement gesetzt: Minimalistisches Laufen ist nicht nur gesund – es kann auch richtig schnell sein!

Von der Start- zur Schlussläuferin

Während ich im letzten Jahr noch als Startläuferin dabei war, durfte ich diesmal das Staffelholz als Schlussläuferin übernehmen. Eine ganz neue Erfahrung – und mit meiner Nachtblindheit als Barfußläuferin trotz Stirnlampe nicht ganz ohne Risiko. Doch ich vertraute auf die scherbenfreien Wege, und tatsächlich: Ich kam wohlbehalten und mit einem Lächeln im Ziel an.

Kühle Nacht, heiße Dusche

Die Temperaturen waren nahezu ideal – fast schon ein bisschen zu frisch. Doch gerade deshalb fühlte sich die heiße Dusche im Anschluss umso besser an. Und wie jedes Jahr denke ich mir: Immer wieder gerne!

Wiedersehen mit den gelben Engeln

Wenn der Hauptdarsteller nicht anspringt – und der Fehler ganz woanders liegt

Manche Menschen sieht man einfach immer wieder gern. Bei Engeln ist das ähnlich. In meinem Fall trugen sie diesmal Gelb.

Die Nacht zuvor lief alles nach Plan: Ich hatte noch vollgeladen am Supercharger, bin ganze vier Meter rückwärts in mein Nachtlager gefahren – bereit für den nächsten Tag. Ein besonderer Tag, denn: Meine allererste Podcastaufnahme stand an!

Ein bisschen Nervosität war natürlich dabei. Doch wie so oft: Es kam anders als geplant.

Wenn der Motor schweigt

Am Morgen war alles bereit – fast alles. Ich, mein Zeitplan, mein Team Hunde. Doch der Hauptakteur dieser Geschichte – das Fahrzeug – wollte einfach nicht starten.

Ich bleibe ruhig, versuche es mehrfach. Nichts. Kein Mucks. Äh … schlechter Scherz?

Also der Griff zum Telefon – Jokerzeit. Die erste Diagnose: “Kurz mal den Pol an der 12V-Batterie bewegen – da ist wohl viel Sand dazwischen.” Klingt einfach. Zum Glück stand ich ja noch am Supercharger, und prompt kam ein netter Teslafahrer zur Hilfe. Sogar mit Anti-Stromschlag-Handschuhen! Notiz an mich: auch besorgen.

Nur leider: Fehlanzeige. Kein Erfolg.

Der Engel in Gelb

Also doch: der Anruf bei den Gelben Engeln. Schnell vor Ort – doch als es ans Auslesen ging, zeigte sich das nächste Problem: Kein Eintrag für Maxus-Fahrzeuge auf dem Diagnosegerät. Auch keine neueren Modelle. Klassiker.

Immerhin Standard: Die Kontrolle der 12V-Batterie. Und siehe da – Bingo: Nur noch 9,5 V – also fast tiefentladen.

„Aber wodurch?“ fragte ich.

Der Engel zählt mögliche Verbraucher auf … doch ich selbst habe nichts extra angeschlossen gehabt. Alles wie immer – und trotzdem wieder irgendwie anders.

Sein Rat: Immer rückwärts parken, damit man im Ernstfall an die Batterie rankommt. Mach ich.

Rückwärts gegen die Realität

Also, auf zur Podcastaufnahme! Ein guter Freund stellt mir sein Büro zur Verfügung – super lieb.

Ich parke rückwärts ein, schaue sorgfältig in die Außenspiegel, komme schön nah an die Hauswand. Und dann:

BÄNG.

Mist. Ich hatte vergessen, auch nach oben links zu schauen.

Da war ein Vordach.

Dem Vordach geht’s ganz okay – aber mein Fahrzeug?

Ein dickes, frisches Feilchen. Und das, wo ich gerade erst in Marokko die meisten Dellen hatte rausmachen lassen.

Tja, heute ist wohl nicht mein Tag …

Fehler gefunden

Noch auf dem Parkplatz werde ich freundlich begrüßt – und gleich kommt die Frage:

„Warum hast du eigentlich tagsüber deine LAZERLight an?“

Autsch!

Der gesuchte Verbraucher war gefunden: Das LED-Fernlicht war über Nacht an.

So viel zur tiefentladenen 12V-Batterie.

Fazit:

Manchmal braucht es eine Panne, einen Engel in Gelb und ein schepperndes Vordach, um auf die naheliegende Lösung zu kommen.

Und auch wenn’s weh tut: Ich bin um eine Erfahrung reicher – und die erste Podcastaufnahme konnte trotzdem starten.

Eurobike 2025: Dreirad Vigoz stellt sich vor

Vigoz von Cixi – Das aktive E-Fahrzeug

Vigoz ist ein innovatives dreirädriges Elektrofahrzeug des französischen Start-ups Cixi aus Haute-Savoie (Nähe Annecy).Es gehört zu einer neuen Fahrzeugkategorie, die zwischen E-Bike und E-Auto liegt.

(Kleine Anmerkung: Eine der ersten TWIKE 5 Anzahler kommen aus Annecy. Sie hatten sich bereits seit Jahren eine TWIKE 5 Garage gebaut. Dann wurden die Größen nochmals verändert – so dass das TWIKE 5 nicht mehr reingepasst hätte … aber dennoch…auch heute würde diese Garage selbst bei passenden Größen noch leer stehen. Eventuell würde ja der/die/das Vigoz nun hineinpassen?)

Merkmale

Aktivantrieb mit Tretfunktion: Man fährt mit, ähnlich wie bei einem E-Bike – aber ohne Kette! Das System heißt PERS (Pedaling Energy Recovery System). Elektromotor + Muskelkraft: Bis zu 120 km/h schnell, mit ca. 160 km Reichweite. Zweisitzer in Tandemanordnung, mit geschlossener, klimatisierter Kabine. Neigetechnik in Kurven – für echtes Fahrgefühl. ISOFIX-Befestigung für Kindersitze ist vorhanden. Kann mit einem normalen Autoführerschein gefahren werden.

Ziel

Produktion ab ca. 2025/2026, vermutlich mit Abo-Modell. Fokus auf lokale Produktion und Nachhaltigkeit in Europa.

Cixi will Bewegung, Komfort und Klimaschutz verbinden – ideal für Menschen, die aktiv bleiben, aber dennoch elektrisch und wettergeschützt unterwegs sein wollen.

Ich habe mir gerade mal deren Webseite angeschaut. Und ja, da sieht man zumindest ein paar Teammitglieder. Bei einem Großunternehmen verstehe ich, dass das Produkt im Vordergrund steht. Nicht aber bei einem Startup! Alles richtig gemacht!

https://www.cixi.life/de/about-us

Kurze Anmerkung

Inzwischen ist auch Sekretärin Nummer zwei nicht mehr bei TWIKE. Das stimmt mich ehrlich gesagt traurig – ich hielt sie für eine geeignete Besetzung, auch wenn ihr der Bezug zur E-Mobilität weiterhin gefehlt hat.

Seit drei Wochen bewegt sich nichts mehr im Online-Ranking der Webseite. Entweder gehen derzeit tatsächlich keine neuen Anzahlungen ein – oder die zuständige Person ist anderweitig stark eingebunden, etwa durch persönliche Veränderungen wie eine Hochzeit.

Was mich besonders schmerzt: Die liebevoll gestalteten Kalenderbilder, die bis März noch regelmäßig auf Social Media geteilt wurden, sind einfach verschwunden. Insgesamt ist es enttäuschend zu sehen, wie stark Social Media und Pressearbeit im Jahr 2025 vernachlässigt werden – gerade weil ich selbst viel Herzblut und Know-how hineingesteckt habe.

Ob Algorithmus-Optimierung oder strategischer Content – all das bleibt wirkungslos, wenn niemand es weiterführt oder wertschätzt. Dabei ist es gerade in unserer digitalen Welt ein entscheidender Hebel, um innovative Produkte sichtbar zu machen.

Ich drücke Vigoz die Daumen!

Artikel: https://share.google/BG01pRZAl5VbPOZVO

Und das sagt die TWIKE Community über Vigoz:

• „Da das vigoz immerhin schon fast fertig als Prototyp auf der Eurobike ausgestellt wurde denke ich die sind in der Entwicklung zur Serienproduktion auch deutlich weiter als Twike obwohl die erst seit einigen wenigen Jahren die Entwicklung des Fahrzeugs angestoßen haben .
Twike ist da ungleich länger dran und es ist wohl bei weitem noch nicht serienreif „

• „Von wegen Finanzierung wurde mir an der SPEZI gesagt, dass CIXI die Entwicklung über ihre sonstigen/laufenden Geschäftstätigkeiten finanziert und somit nicht direkt auf Investoren angewiesen ist. Das tönt schon mal nicht schlecht. Allerdings wurde mir auch gesagt, dass das Fahrzeug nur zur Miete angeboten werden wird, und dies zu einem Mietpreix von schätzungsweise ca. EUR 6xx monatlich. Das wäre dann preislich natürlich sehr teuer, vor allem wenn man das mit der Ziel-Lebensdauer von gegen 30 Jahren beim Twike 5 vergleicht. Grundsätzlich bevorzuge ich immer einen Kauf gegenüber einer Miete (zumindest habe ich noch kaum einen Hersteller gesehen, bei dem das Mietmodell nicht zu einer mehr oder weniger deutlichen Preissteigerung gegenüber dem Kaufmodell führt). Aber lassen wir uns mal überraschen. Der Vigoz ist auf jeden Fall sehr interessant, wenn auch nicht so ikonisch wie das Twike.“

• „Ja, den eBike-Antrieb von CIXI habe ich auf der SPEZI auch probegefahren. Der ist wirklich GENIAL, bin absolut begeistert davon – trotz Pedalgenerator hat man wirklich ein absolut natürliches und direktes Fahrgefühl 100% wie mit Kette.“

MATCH! MAXUS + AMBIBOX = bidirektionales Laden

Bidirektionales Laden rückt näher – SAIC Motor & Ambibox GmbH schließen Partnerschaft!

Als Fahrerin eines eMaxus Transporters freue ich mich ganz besonders über diese Nachricht: Die Kooperation zwischen SAIC Motor und der Ambibox GmbH ist ein starkes Signal für die Zukunft des bidirektionalen Ladens.

Seit 2014 warte ich auf genau diesen Schritt – ursprünglich mit Blick auf das „neue“ TWIKE, bei dem V2G – Versprechen seit Jahren im Raum stehen, aber leider bisher noch nie in Serie umgesetzt wurden, obwohl bereits alle 500 Fahrzeuge vorbestellt sind. Deshalb verfolge ich die Entwicklungen bei Ambibox schon lange und freue mich umso mehr für Manfred Przybilla und sein Team!

Ob mein eigener Maxus eTransporter noch bidirektionales Laden bekommt, wage ich zwar zu bezweifeln – bislang gab es nicht einmal ein Softwareupdate. Aber vielleicht ist das eben auch Teil des Weges, wenn man zu den ePionier:innen gehört. 😉

Hier geht es zum Artikel:

https://www.maxus-motors.at/news/maxus-prasentiert-erfolgreiche-testergebnisse-uber-das-bidirektionale-laden-bei-eroffnung-des-ladin-ladeparks-krainerhutte-in-baden

MAXUS hat in Zusammenarbeit mit der AMBIBOX GmbH & ZAPe.at erfolgreich das bidirektionale Laden für die vollelektrischen Transporter eDELIVER 5, eDELIVER 7 AWD und den Elektro-Allrad-Pickup eTERRON 9 getestet. Weiterführende Tests mit den vollelektrischen Modellen eDELIVER 3 und e DELIVER 9 zeigen nun, dass das gesamte elektrische Modellportfolio von MAXUS mit bidirektionalem Laden kompatibel ist. 

Barfußlauf mit Überraschungsanruf

Heuchelheimer Mitternachtslauf 2025 – Barfuß, warm und mit Polizeieinlage

Der jährliche Heuchelheimer Mitternachtslauf und wir – die treuen Marburger Barfußläufer:innen – das ist einfach ein tolles Match! Auch dieses Jahr waren wir wieder dabei – allerdings „nur“ auf der 5-km-Strecke statt der üblichen 10. Der Grund? Selbst abends war’s noch erstaunlich warm – barfuß läuft man da lieber etwas kürzer, dafür entspannter.

Die erste Challenge: ein Parkplatz für den eVan und die Hundies

Vor dem Lauf stand erstmal meine ganz eigene Disziplin auf dem Programm: Parkplatzsuche. Und was soll ich sagen – ich hab den Joker gezogen! Nur 300 Meter vom Start entfernt fand ich einen perfekten Platz in einer ruhigen Sackgasse – direkt an einer Hauswand. Kein Gehweg, keine Passanten, absolute Ruhe. Ich konnte sogar die Schiebetür offenlassen, was bei der Hitze Gold wert war. Dank Dach- und Seitenfenster war es angenehm luftig im Van.

Weil wir in Deutschland sind – und weil Bob in meiner Abwesenheit zuverlässig bellt, sobald sich ein anderer Hund nähert – klebte natürlich meine Telefonnummer gut sichtbar am Fenster. Dieses Mal mit dem Hinweis: „Bin beim Laufen!“

Streckencheck und Wiedererkennungswert

Kurz vor dem offiziellen Start liefen wir die Strecke nochmal vorsichtig (ich mit Sandalen) ab – auf der Suche nach Scherben oder anderen fiesen Überraschungen. Sicherheit geht vor, gerade bei Nacht.

Inzwischen haben wir übrigens so etwas wie Kultstatus: Die Zuschauer:innen erkannten uns sofort wieder. Viele stellten ihre Grills, Sofas und Gartenstühle an den Straßenrand – und machten es sich für den Live-Lauf direkt vor der Haustür gemütlich. Die Stimmung war herrlich – man hatte das Gefühl, die ganze Innenstadt läuft irgendwie mit.

Zwischenfall bei Kilometer 3

Dann ging’s endlich los. Ich fühlte mich zwar immer noch leicht „untrainiert“, wollte aber trotzdem versuchen, die 5 km im 5er-Pace durchzuziehen. Und dann – klingelt das Handy. Polizei!

Bei Kilometer 3. Wegen der Hunde, natürlich.

Ich erklärte am Telefon freundlich, dass die Schiebetür offen sei und sie sich gerne selbst überzeugen könnten, dass es den Hunden gut gehe. Ich fragte auch, ob ich den Lauf abbrechen solle oder noch weiterlaufen dürfe. Antwort: Ich darf. Also lief ich weiter – und rannte danach sofort zurück zum Fahrzeug. Keine Polizei weit und breit. Die Hunde? Wohlauf. Alles gut!

Ich schnappte mir die beiden und ging mit ihnen zurück zum Event. Bob war natürlich in seinem Element: unter Leuten, auf Bratwurstjagd mit seinem legendären Bettelblick. Bayda hingegen war das Ganze etwas zu laut – sie zog sich lieber zurück.

Gruselmoment in der Turnhalle

Gegen 23 Uhr brachte ich die beiden zurück zum Van, damit ich mich vor dem Start der 10-km-Läufer:innen (um 23:30 Uhr) endlich mal duschen konnte. Und was soll ich sagen: Ich habe mich selten so unwohl gefühlt wie in dieser menschenleeren Turnhalle. Kein einziger Laut, niemand zu sehen – und ich allein unter der Dusche. Gänsehaut pur. Dieses Gefühl ist mir kein einziges Mal in den letzten drei Jahren eVanlife begegnet!

Was war ich erleichtert, als ich frisch geduscht, mit aufgefüllter Wasserflasche wieder im Van saß – bereit für die Weiterfahrt zum nächsten Tesla Supercharger.

Fazit

Trotz allem – es war wieder schön. Ein Abend voller kleiner Abenteuer, Lauffreude, Barfußkultur und echter Begegnungen. Wir kommen wieder – keine Frage!