23.07.2013: Tag 9: Los Gallardos – Cabo de Gata – Roquetas de Mar – Fuengirola: 340km

Unbenannt

Am nächsten Morgen konnte die wunderbare Aussicht auf die Berge uns nur erahnen lassen welche reizvolle Landschaft wir gestern Abend durchfahren haben.

http://www.campinglosgallardos.com/

Anblick beim Aufstehen

Anblick beim Aufstehen

Auch der entdeckte Pool schaut verlockend aus. Doch time to say goodbye:

Es erwartet uns im Süden eine der schönsten Gegenden Spaniens. Der Nationalpark Cabo de Gata. Twiken durch eine Vulkanlandschaft erlebt man nicht alle Tage. Einzigartig…warum bietet hier noch niemand TWIKEs zum Verleihen an?

Unser heutiger Ladehalt fiel auf den Camping Roquetas (www.campingroquetas.com) in Roquetas de Mar.

Camping Roquetas de Mar

Camping Roquetas de Mar

Auch wieder eine Geschichte für sich. Erst mal super, 16A stehen pro Steckdose zur Verfügung und abgerechnet wird nach KWh. Perfekt. Ich ließ mir sogleich 4 Steckdosen freischalten. Ein Schwimmbad hat es auch noch. Während dem Ladeprozess verschlug es mich zum Strand wohingegen mein Begleiter das Café bevorzugte. Als ich nach einer kurzen Abkühlung wieder zurückkam, fand ich ihn nicht mehr im Café sondern bei den Fahrzeugen. Die Fahrzeuge hatten aufgehört zu laden…aha. Seltsam, wir hatten doch erstmals mit 8A zu laden angefangen. Nach meiner Nachfrage an der Rezeption hieß es dass wir wohl zu wenig A laden, wir sollten mind.  auf 12A stellen. Häh? Na, ja, bei 12A fiel auch die Sicherung raus. Die Geschichte zog sich noch etwas…es stellte sich jedoch raus, dass der gute Herr die Steckdosen nicht auf 16A freigeschaltet hatte, obwohl er die Möglichkeit hierzu hatte…mmh, sprich die letzte Stunde luden wir tatsächlich mit dem Zusatzlader…trotzdem verweilten wir insgesamt gute 3h auf diesem Campingplatz…Pool war genau während dieser Zeit (Siesta) geschlossen…

Es geht weiter durch das Plastikmeer hindurch. Gewächshäuser über Gewächshäuser verfolgten uns auf bestimmt 100km der Strecke. Europa’s Gemüsegarten, geschmackloses Gemüse angebaut in einer der wasserärmsten Gegenden Europas. Traurig.

Mmh, unser Tanknadel neigt sich nach einiger Zeit wieder alarmierend der 0  zu…wir fanden einen sehr heimeligen Campingplatz, Camping Carambolo. Auch hier konnten wir nur mit 8A laden und die Nacht brach ein. Die Lust war groß hier zu übernachten, doch müssen wir morgen Mittag die Fähre ab Algeciras nehmen. Eine Tankladung muss noch gefahren werden…und wir fuhren sie auch…bei Nacht.

Auch über das Ende des Tages lässt sich einen Roman schreiben aber kurz und knapp: Wir trafen gegen 1 Uhr morgens auf dem Camping in Fuengirola ein. Zu spät. Ich glaube sie schliessen gegen 23 Uhr …ja, in der Tat schlugen wir unsere Zelte vor der Schranke auf…ohne die TWIKEtanks mit Strom zu speisen. Leider haben wir diesen Druck im Nacken morgen Mittag die Fähre zu erreichen. Aber das sehen wir morgen, ob wir es schaffen werden. Gute Nacht!

Einige Fahrmomente:

22.07.2013: Tag 8: Benidorm – Alicante – Totana – Los Gallardos: 270km

Unbenannt

Da wir die Nacht auf der grünen Wiese genächtigt haben, hatten sich unsere beiden TWIKEs über Nacht nicht mit Strom versorgen können. Mit der bestehenden Restreichweite schafften wir es nach Alicante und wurden auf dem Campingplatz Bon Sol (http://www.campingbonsol.es/) mit Strom versorgt…leider nur mit 6 Ampere. Dafür nutzen wir die Gelegenheit ausgiebig das Internet zu benutzen. Die Hitze macht uns zu schaffen.

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Nach einer viel zu langen Ladepause ging es endlich weiter.

Wir beschlossen uns etwas von der Küste zu entfernen und nahmen den Weg über Murcia. Auf diesem Weg sparten wir uns etwa 70km ein. Auch nahmen wir dieses Mal, da leider etwas unter Zeitdruck die Autobahn. Die Campingplätze und somit unsere Ladestationen sind im Inland nicht mehr wie gewohnt zahlreich vertreten, so dass wir uns entschlossen zum vom ADAC emfohlenen Camping Totana (http://www.campingtotana.es/) zufahren.

Ein schönes Schwimmbadplakat bei der Einfahrt liess uns bei der Hitze schon ins Träumen geraten…ein Ladehalt mit Schwimmbadmöglichkeit hatten wir bisher noch nicht…

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Höflichst frage ich an der Rezeption nach…und war umso überraschter über die Absage…das sei hier ein Camping und keine Elektrofahrzeugladestation…Mmh, ob Sie wohl dachte, dass da ein Porsche vor der Tür steht…ich versuchte ihr klarzumachen, dass es mehr ein motorunterstütztes Fahrrad ist und bei Volladung in etwa 1.50 Euro an Strom kosten würde…wir gerne bereit wären mehr zu zahlen…und vor allem auch gerne zusätzlich etwas trinken und essen würden…und das es prinzipiell eine Win-Win Situation für beide wäre…natürlich würden wir den Campingplatz auch gerne weiterempfehlen…NIX. Der Typ an Person vor mir, eine Dame um die 50, am PC gerade am Facebooken hat glaube ich gar nichts von meiner Rede verstanden…anscheinend doch…denn das Schiebetor des Campingplatzes hat sie per Knopfdruck geschlossen…

Hilfesuchend schaute ich meinen Begleiter an der aufgrund mangelnder Spanischkenntnisse lediglich an meinem ungläubigen Gesichtsausdruck erahnen konnte, dass das Gespräch nicht zu meiner Zufriedenheit ausging…Das TWIKE AYA hat eine geringere Reichweite als TWIKE ZORA und ist mittlerweile bei 0km angekommen, sprich wir hatten wirklich ein sehr dringendes Bedürfnis an eine Steckdose zu gelangen…Ich schaute erneut zu dieser Dame und hab wirklich alle Lust verloren mich erneut bei ihr lächerlich zu machen.

Ich fotografierte noch kurz die ADAC Campingplatzempfehlung (von 1999!!!) und nahm mir vor den ADAC zu bitten diesen Campingplatz bitte in Zukunft nicht mehr in seinen Empfehlungen aufzunehmen. Wäre es nicht auch eine Sache des ADAC in Zukunft in den Campingplatzempfehlungen Tipps für Elektrofahrzeugfahrer zu geben, welche Campingplätze mit welchen Strommöglichkeiten bereit wären als Lademöglichkeit sich eine zusätzliche Gewinneinnahme zu sichern?

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Da TWIKE ZORA noch um die 20km an Reichweite zur Verfügung hatte fuhr ich das Dorf entlang, um eine neue Lademöglichkeit zu finden. Tatsächlich wurde ich bei einer Autogarage fündig und die Freude war groß, als ich sogar einen „roten Ladestecker“ vorfand. Ich funkte meinen Begleiter herbei, der nun bereits pedalierend erschien…Auch er war nun hocherfreut über diesen Anblick, würde diese 400V Steckdose uns doch sogar noch ausreichend Strom bieten für unsere Zusatzlader. Aber dann…beim Einsteckversuch sahen wir, dass der Stecker anstelle der 5 Pins nur 4 Pins verlangte…argh, man müsste tatsächlich einen ganzen Koffer voller Adapter mitsichschleppen. Der zweite Versuch schlug also fehl…ich fuhr weiter und entdeckte in 500m Reichweite eine weitere Garage mit zwei normalen 230V Steckdosen.

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Geschafft! Erschöpft verliessen wir die beiden TWIKEs um in einer nahegelegenen Raststätte auch unsere Lebensgeister wieder zu beleben.

In der Zwischenzeit überprüften wir einmal ob die TWIKEs noch laden…alles gut.

Nach abgeschätzen 3h Ladezeit (was ein TWIKE braucht um wieder 150km weiterzufahren) kamen wir voller neuer Energie bei unseren TWIKEs an…NEIN, sie hatten doch in der Tat aufgehört zu laden bevor Ladeende…GRRRR, wann kommt endlich diese App raus, welche uns Bescheid sagt, wenn das TWIKE unbeabsichtigt einen Ladestopp macht…

Ok, da die Werkstatt Schluss machte, mussten auch wir gehen. Planänderung…wir mussten den nächsten Campingplatz in 70km Entfernung nehmen…ob das mit der rechtzeitigen Ankunft in Marokko nochmal etwas wird…???

Am Anfang des Tages schwankten wir noch über die weiterführende Route. Sollten wir die Berge in Kauf nehmen und über Granada nach Malaga fahren oder doch lieber ab Almeria die Mittelmeerküste entlangfahren? Die Entscheidung wurde uns jetzt abgenommen, wir fuhren Richtung Almeria.

Die Dunkelheit der Nacht brach genau dann herein als wir durch eine wunderbare bergige Landschaft fuhren…typisch…2km vor unserem Ziel, dem Camping Los Gallardos (http://www.campinglosgallardos.com/) müssen wir irgendeine falsche Abbiegung genommen haben…auf jeden Fall fuhren jetzt zwei TWIKE TO CROSS durch die Nacht eine interessante Piste…und dann kamen wir an.

Ein Campingplatz von Engländern geführt, welche nicht schlecht staunten, welche komischen Gefährte sie noch so spät nachts aufsuchten…ein schöner Campingplatz mit schönem Pool, welchen wir natürlich erneut wegen unserer späten Ankunft nicht nutzen konnten…auch wir hätten wir wahrscheinlich mit unserem Zusatzlader 16A laden können, die Stromverbindung sah gut aus…da wir aber die ganze Nacht zum Laden der TWIKEs hatten reichten 4 A aus.

Erneut geht ein sehr TWIKEreicher Tag zu Ende…

21.07.2013: Tag 7: Alcanar – Valencia – Benidorm: 300km

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Die Rezeption des Campingplatzes (Camping Estanyet, http://www.estanyet.com) öffnet eigentlich um 8 Uhr morgens. Da wir jedoch vorhatten! bereits um 7 Uhr abzufahren, bestand die Möglichkeit, dass uns jemand das verschlossene Tor bereits früher aufmacht. Mmh, der Wecker war auf 7 Uhr gestellt…aber erneut schaffen wir es nicht. Jedoch waren wir kurz vor 9 Uhr auf der Straße. Ab jetzt ging es die doppelspurige Schnellstraße Richtung Valencia.

Der Sonntagvormittag macht sich sehr schnell bemerkbar. Wir sind fast die einzigen auf der Straße. Die Fahrt verlief ruhig, rechts die Berge, links das Meer. Nach 115km steuerten wir einen Yachthafen an, und siehe da, er kam mir bekannt vor. Und tatsächlich bin ich hier bereits einmal mit TWIKE ZORA zum Laden gewesen. Auch entstand an diesem Hafen das TWIKE TO FLY Bild der FINE Mobile GmbH (TWIKE):

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Zuversichtlich frage ich im Büro nach, welches auch am Sonntag besetzt war. Man verwies mich an einen Marinero, der heute die Verantwortung hatte. Er verneinte jedoch mein Anliegen, es sei ein privater Club. Sehr schade, denn hier hätten wir sogar eine rote 400V Steckdose, an die wir unsere zwei Zusatzlader hätten anstecken können. Es tut weh so nah am Ziel abgewiesen zu werden, doch es half alles nichts. Mit annähernd 0 Restkilometer des TWIKE AYA fuhren wir langsam und pedalierend weiter zum nächsten Campingplatz in 6 Kilometer Entfernung.

Geschafft! Camping Puzol (http://www.campingpuzol.com) an der Playa de Puzol versorgt uns mit Strom. Es ist heiß, sehr heiß.

Bei Aufbruchzeit geht es jedoch den TWIKEs als auch den Piloten bereits erheblich besser.

Nächster Halt ist kurz nach Valencia. Der Camping Kikopark (www.kikopark.com) an der Playa Oliva ist unsere nächste Stromquelle. Wir wurden von einer sehr netten Rezeptionistin begrüßt und sogleich zu unserer 16A Stromzufuhr geleitet. Das grenzt jetzt schon fast an ein Wunder. Wir befinden uns soeben auf dem ersten Campingplatz mit vier Steckdosen à la 16A. Juhuu, wir können unsere Zusatzlader hinzunehmen und würden in einer knappen Stunde nochmals 150km in den Abend reinfahren können.  Zu schön um wahr zu sein? JA! Denn, räusper, es ist die letzte Ladung des Tages und unser Display zeigt uns bereits eine Batterietemperatur von über 40 Grad an. Mit dem Zusatzlader würden wir die Batterietemperatur noch weiter nach oben pushen. Wir versuchten einen Mix zwischen Normalladung und Doppeltladung. Schade!

In der Zwischenzeit holte ich mein neues Bromptonfaltrad aus dem TWIKE heraus, machte es fahrbereit und besorgte uns das Abendessen von einem nahegelegenem Strandlokal:

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Die Dunkelheit bricht herein als wir gerade mit dem Laden fertig geworden sind. Sollten wir vielleicht doch einfach hier übernachten? Wir sind müde und die Versuchung ist groß…doch nein, wir würden noch weiter im Zeitplan (leider!) zurückfallen. Weiter geht es! Wir sollten heute doch noch an die 300km Tagesreichweite schaffen.

Mit zwei kurzen Kaffeestops schafften wir es bis kurz hinter Benidorm. Es war bereits gegen 1 Uhr morgens als wir eine freie Wiese auf einer Anhöhe ansteuerten. Es ist viel zu spät für einen Campingplatz bzw. Hotel. Wir nehmen es in Kauf, dass die TWIKEs nicht über Nacht geladen werden.

FAHRER FÜR ELEKTROFAHRZEUG TWIKE GESUCHT

Die TWIKEs sind mittlerweile in Marokko angekommen, jedoch verspätet. Damit der Fahrer des zweiten TWIKEs seinen Flug ab Agadir noch rechtzeitig bekommt mussten wir leider die beiden TWIKEs in Tanger stehen lassen und den Nachtzug nehmen.

Es wird somit ein Fahrer gesucht, der das zweite TWIKE entweder von Tanger nach Agadir  (800km Küste) bzw. von Casablanca nach Agadir (500km) fährt. Da einiges an Gepäck per Zug mitging, wäre auch Platz für eine zweite Person. Ab Tanger ist es eine 5-Tagesfahrt, ab Casablanca eine 3-Tagesfahrt.

Der einzige Haken an der Geschichte.  Batteriebedingt ab sofort! Günstige Flüge sind nach Casablanca erhältlich (ab 50 Euro).

Bei Interesse mitte melden unter marokko@twike.com

Vielen Dank für die zahlreichen Anfragen. Die TWIKEs werden nun bereits morgen wieder die Fahrt aufnehmen können.

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24.07.2013: Tag 10: Fuengirola – Tanger: 280km

Fuengirola - Tanger: 280km

Fuengirola – Tanger: 280km

Was für eine Nacht. Mit fast leerem Tank kommen wir mitten in der Nacht an einem Campingplatz an. Leider kann uns der Wächter keinen Einlass geben, was somit auch bedeutet, dass wir keine Stromquelle für die TWIKEs haben. Müde wie wir sind stellen wir unsere Zelte direkt vor dem Campingplatz auf. Um 7 Uhr heißt es, dürfen wir offiziell eingelassen werden. Der Wecker wird gestellt. Bis mittags würden wir es somit definitiv nicht auf die Fähre schaffen, es fehlt uns ja die Nachtladung. Es wird mal wieder alles sehr knapp werden. Fest steht jedenfalls, dass wir abends um 21 Uhr in Tanger den Zug nach Marrakech bekommen müssen. Unsere Fähre geht nach Tanger Med, sprich es sind immer noch über 40km in Marokko zu fahren. Der Plan ist die Fahrzeuge am Flughafen in Tanger abzustellen und mit dem Taxi zum Bahnhof zu fahren. Der Flughafen ist das einzige Gelände welches mir spontan einfiel, wo ich die TWIKEs unbeaufsichtigt einige Tage stehen lassen würde. Wenn das alles klappt, würden wir mit dem Nachtzug am nächsten Morgen in Marrakech ankommen und 3h später in Agadir sein.

7 Uhr. Der Wecker klingelt. Schlaftrunken bauen wir die Zelte ab und stellen uns vor die Schranke zum Campingplatz. Aha, es gab in der Nacht ein Wächterwechsel. Da will mir die Ablöse doch klar machen, dass der Einlass erst um 8 stattfinden könnte. Argh, immer mit der Ruhe, doch es hilft nichts…ich merke, dass meine Kräfte unter dem Zeitdruck unter dem wir stehen nachließen. Ich kann noch so oft erklären, dass wir mittags eine Fähre nehmen müssen und es nicht schaffen würden. Nein, auch in Spanien gelten anscheinende Bestimmungen…Um 8 können wir reinfahren. TWIKEs angeschlossen. Es hieße 16A wären möglich, aber natürlich zack, die Sicherung raus….Nun, die Fähre mittags rückt immer weiter in die Ferne. Mein TWIKE ist richtig leer, wir laden es alleine mit 8 A. Wie es der Zufall will, kommt ein interessierter Niederländer auf uns zu, erkundigt sich über unser Problem und lacht leicht auf. Wir wären wohl nachts direkt an einer neuen Renault Schnellladestation vorbeigefahren. Das gibt es ja wohl nicht. Er ist sofort bereit mit meinem Begleiter und dem zweiten TWIKE dorthin zufahren. Vielleicht wird es ja doch noch etwas mit der Fähre…ich schlafe erst mal neben meinem TWIKE ein…

Ein Anruf. Bei Renault bräuchte man einen Extraladestecker, den wir nicht dabei haben. Argh. Jedoch kannder Chef nach vielem Zureden überredet werden, das TWIKE in eine normale Haushaltssteckdose einzustecken. Na immerhin, das zweite TWIKE ist also auch am Laden.

Erst mittags kommen wir los. Am Morgen will der Platzwächter tatsächlich mir noch die volle Summe von fast 20 Euro abkassieren, doch jetzt winkt er mich einfach nur durch. Ob es vielleicht doch noch ein gelungener Tag werden wird?

Das nächste Hindernis ist das Fährticket. Als welches Transportmittel wird ein TWIKE eingestuft? 30km vor Algeciras kaufen wir bereits die Tickets. Es gibt die Wahl zwischen Motorrad und Auto, das Auto kostet jedoch fast 3 Mal so viel wie ein Motorrad. Bei meiner ersten Fahrt mit dem TWIKE vor über einem Jahr musste ich in den sauren Apfel beißen und ein Autoticket lösen, auf der Rückfahrt vor einem halben Jahr durfte es sogar als Fahrrad durch…wir haben Glück, die TWIKEs werden als Motorräder durchgewunken.

Beim Ticketschalter

Beim Ticketschalter

Der Tag scheint definitiv auf unserer Seite zu stehen, aber noch sitzen wir nicht im Zug.

Mein Fahrzeug ist nicht vollgeladen und somit wird es gegen Ende noch einmal knapp und ich fahre die letzten Kilometer mit 20km/h stark pedalierend. Aber was ist das denn? Marokko lässt grüßen. Viele Marokkaner überholen uns auf dem Weg zur Fähre mit ihrem Fahrzeug und sind ganz aus dem Häuschen über unser TWIKE Maroc Projekt. Es folgt ein freudiges Hupkonzert nur für uns und ich fühle mich wieder ganz wie in Marokko.

Wir sind der Mittelpunkt. Sei es beim Anstehen an der Fähre als auch auf der Fähre.

Ich brauche dringend Strom. Wir haben keine Zeit zu verlieren, da wir erst gegen 16 Uhr in Marokko eintreffen werden. Außerdem hätte ich es auf marokkanischer Seite mit meinem Unterstrom wahrscheinlich noch nicht mal aus dem Hafen rausgeschafft. Wir setzen auf der Fähre unseren Steckdosenblick auf. Wir finden Steckdosen, zu denen wir aber kein Adapter hatten. Verzweiflung kommt auf. Dann erinnere ich mich jedoch, dass ich bei meiner ersten Fahrt ebenfalls auf der Fähre geladen hatte und zwar gab es eine Steckdose beim Treppenaufstieg. Und siehe da, es ist hier ebenso. Ich suche mir einen nettaussehenden Angestellten aus, spreche ihn mit meinem besten Spanisch an und siehe da, ich darf mein Verlängerungskabel legen….auch das wäre gelöst.

Ich brauch eine Pause, und ja was haben wir denn da, eine Fähre mit Pool. WOW.

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Und es kommt noch besser. Es ist in Marokko der Ramadan eingebrochen. Ein Marokkaner spricht mich an und schenkt mir seine Essenstickets, welche ihm als Chauffeur zustehen. Sprachlos. Wir lassen es es uns verdient gut gehen bei einem Dreigängemenü.

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Mit etwas mehr Kraft kamen wir in Marokko an.

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Und das Krafttanken ist gut, schließlich müssen wir jetzt noch den marokkanischen Zoll passieren. Es ist heiß, 16 Uhr, die Zollbeamten dürften Hunger und  Durst haben…wir kommen dran.

Fragende Blicke über unsere Dokumente. Schließlich fahren wir die zwei TWIKEs mit offiziellen Dokumenten der Handelskammer ein. Wo denn unsere Produkte wären? Es sind die Fahrzeuge selber. Ungläubige Blicke, der Chef war nicht da…wir sollten doch warten. Wir warten, doch niemand in Sichtweite…wir werden unseren Zug verpassen, so geht es nicht, wir müssen los. Sie stempeln schließlich unsere Pässe ab, genau das falsche, schließlich sollen ja die Fahrzeuge nicht in den Pässen stehen…ok, wir regeln den Rest dann in Agadir am Zoll. Erstmals schnell um den Nachtzug nicht zu verpassen. Wir entschließen uns den weiteren Weg in die Innenstadt über die Autobahn zu nehmen. Eine weise Entscheidung. Bei den vielen Tieren auf der Straße wären wir nie ans Ziel gekommen. Eine weitere Strecke bedeutet aber nochmals anhalten um zu Laden. Zeitverlust. Argh. Auf Marokko kann man sich größtenteils verlassen. Es kommt nur sehr selten vor, dass man an einer Tankstelle zum Stromtanken abgewiesen wird. Wir setzen auf Risiko. Wir mussen an dieser Autobahnraststätte tanken und wir hatten Glück.

Wieder auf Risiko. In 1.5h würde unser Zug fahren. Wir sind noch 30km entfernt vom Flughafen. Dann muss noch ein Taxi gefunden werden und die 10km in die Stadt gefahren werden. Das kann dauern in Marokko. Argh. Mit 330V kommen wir am Flughafen an. Noch 30Minuten bevor der Zug losfährt. Schon beim Reinfahren auf die Parkplätze spreche ich durch das Fenster einen Taxifahrer an. Er kommt uns hinterhergefahren, so dass das Umsteigen schnell geliegt. Ich machte mir jedoch sorgen um die zwei TWIKEs. Mehr als drei Tage sollte ich sie nicht stehen lassen, sie würden noch mehr Strom verlieren und in Unterbatterie geraten. Egal, darüber zerbreche ich mir später den Kopf.

Noch 10 Minuten. Ankunft am Bahnhof. Anstehen am Schalter. Noch 5 Minuten. Ich habe unsere Tickets für den Schlafwagen in der  Hand. Uff. Was für ein Tag, was für eine Reise. Reflektiert dieser Tag doch die meisten unserer bisherigen Tage.

Was kann jetzt noch schiefgehen? Wir werden in unseren Schlafwagon gebracht. Fast alle Abteile sind leer…aber wir werden in ein Abteil gebracht, das bereits durch eine weitere Person besetzt ist…na ja, dann sind wir halt zu dritt. Jedoch kommen nach und nach noch weitere Zweiergrüppchen, welche alle ein eigenes Viererabteil erhalten. Mmh, eigentlich sind wir ja in Marokko und da lässt sich so etwas bestimmt regeln. Schließlich gibt es noch weitere leere Viererabteile. Und ich sollte Recht behalten.

Das erste Mal Schlafwagen in Marokko. Auch interessant. Da ich jedoch in Deutschland noch nie ein Schlafwagen benutzt habe, fehlt mir der direkte Vergleich. Ich schlafe auf jeden Fall sehr gut, hätte aber nach diesem Tag und vor allem letzter Nacht sehr wahrscheinlich überall wie ein Stein geschlafen.

Fahrbilder

20.07.2013 Tag 6: Tàrrega-Tarragona- Alcanar: 207km

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Die Nacht im Hotel Carmen bot angenehme Abwechslung zu den Campingplatznächten.

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Jedoch vermisste ich das angenehme Zirpen und überhaupt stellte ich erneut fest, dass ich mehr der Campertyp bin. Die TWIKEs sind wohl der gleichen Meinung. Da wir sie nicht mitten in der Nacht an der einzigen Aussensteckdose umgesteckt hatten, zog sich unser Ladehalt bis mittags hin. Genug Zeit also zur Regeneration, soziale Netzwerke à la Internet zu pflegen als auch die Weiterfahrt zu organisieren. Ab Tàrrega bestand die Möglichkeit direkt nach Barcelona zu fahren oder aber die wenigen Kilometer nach Tarragona. So gerne wir mit den TWIKEs durch Spanien hindurchfahren wollten, so sehr bemerken wir, dass wir die einstig gedachten 500 Tageskilometer nicht einmal angehend geschafft hatten. Zusätzlich fühlten wir uns nach den 5 Tagen on the road doch ziemlich ausgelaugt. Schweren Herzens fassten wir die Entscheidung die Fähre für den morgigen Sonntag ab Barcelona zu buchen. Während ich mich mit dem Buchungsprozess der Fähre beschäftigte, hat mein Begleiter bereits seinen Flug ab Agadir für den kommenden Freitag gebucht. Jetzt sollte also eine gemütliche Fahrt nach Barcelona anstehen. Aber es kam mal wieder ganz anders…

Unentschlossenheit. Barcelona oder Tarragona?

Unentschlossenheit. Barcelona oder Tarragona?

Ich konnte die Fähre nicht buchen, ich kam zwar gerade noch in das Buchungstool rein, direkt danach wurde es aber geschlossen. Auf der einen Seite bin ich froh, denn ansonsten hätte ich wahrscheinlich gerade nur für eine Person und ein TWIKE noch buchen können, die zweite Person und das zweite TWIKE wären dann ausgeschlossen gewesen. Auf der anderen Seite hatten wir jetzt einen festen Rückflug aber kein Schiff. Ja, da ist Schicksal, wir sollen wohl wie gewünscht und herbeigesehnt durch Spanien fahren. Ende der Diskussion, los geht’s!

Die doppelspurige Strasse nach Tarragona ist sehr beliebt. Es hat den Anschein, als ob die gesamte Hinterlandbevölkerung das Wochenende am Strand verbringen wird. In Tarragona wählten wir aus diversen Campingplätzen nach gut Glück unsere nächste Lademöglichkeit aus: Camping Las Palmeras, http://www.laspalmeras.com.

Ein sehr angenehmer Familienbetrieb, wir durften sofort Laden. Allerdings funktionierte es nur mit 6 Amper pro Fahrzeug, so dass wir dementsprechend spät erst aufbrechen konnten. Es ist schon immer wieder interessant wieviele Campingplatzbetreiber nicht wissen wieviel Amper sie pro Steckdose freigeben können. Oftmals ist es für uns ein Selbstversuch. Zwar sind sämtliche Steckdosen auf 16 Amper ausgelegt…was jedoch nicht viel heissen mag. Auch hier fingen wir bei 10 Ampere an und arbeiteten uns auf 6 Ampere runter. Ungefähr 3 Mal ging die Sicherung raus. Das Gute daran war, dass wir es jedes Mal sofort mitbekamen, da sich die Camper über das fehlende Licht bei Tageslicht beschwerten. Ich freue mich sehr darauf, wenn eines Tages ein System erhältlich sein wird, welches mir sofort Bescheid sagt, wenn das TWIKE nicht mehr läd. Es ist ansonsten sehr ärgerlich nach einer Stunde zum TWIKE zurückzukommen um zu sehen, dass es bereits nach 10 Minuten aufgehört hat zu laden.

Es ging weiter. Eine Batteriereichweite sollten wir noch schaffen. An der Küste entlang ging es direkt zum Camping Estanyet nach Alcanar (www.estanyet.com). Ein vorzüglicher Campingplatz. Empfehlenswert! Es wurde sofort für uns ein 40m Kabel verlegt um Zugang zur 30 Ampere Stromquelle zu erhalten. Super, damit wären wir ruckzuck vollgeladen und könnten noch eine weitere Etappe fahren. Diese hätten wir auch notwendig, sollten wir doch ab jetzt einen Schnitt von 400km am Tag fahren um bis zum Freitag in Agadir anzukommen. Aber…die Sicherung flog…also doch normal mit 6 Ampere laden, sprich die Nacht hier verbringen.

19.07.2013: Tag 5: Sigean-Prades-Tàrraga: 293km

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Am frühen Morgen bemerkten wir was gestern Nacht in der Dämmerung nicht auf den ersten Blick ersichtlich war: Wir verbrachten tatsächlich die Nacht Zaun an Zaun an das afrikanischen Reservat.

„Im Süden Frankreichs, zwischen Narbonne und Perpignan im Bereich der Küstenseen (Étangs) gelegen, beherbergt die Réserve Africaine de Sigean über 3800 Tiere auf einer Fläche von etwa 300 Hektar. Als Park mit großen Tiergehegen konzipiert, bietet sie genügend Raum, um den Tieren ein nahezu „wildes“ Leben zu gestatten, wobei sie ihre natürlichen Verhaltensweisen beibehalten können.“

Afrikanisches Reservat Sigean

Afrikanisches Reservat Sigean

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http://www.reserveafricainesigean.fr/ Unbenannt2

Leider blieb keine Zeit für einen Besuch, wir hoffen diesen aber ein anderes Mal nachholen zu können.

Planänderung: Heute früh wäre unsere Fähre ab Barcelona gegangen. Da wir die Nacht nicht durchgefahren sind, haben wir somit unsere noch nicht gebuchte Fähre verpasst. Da die nächste Fähre erst am Sonntag ging, beschlossen wir uns beide Optionen offen zu lassen. Die Fähre zu nehmen oder aber auch bis Algeciras durchzufahren. Wir beide würden natürlich gerne durch Spanien fahren, sind uns aber sicher, dass es ohne Benutzung des Zusatzladers sehr schwierig sein wird in dem engen Zeitrahmen das Ziel Agadir zu erreichen. Wir beschlossen eine Abkürzung nach Tarragona über die Berge zu nehmen. Sollten wir uns doch für die Fähre entscheiden, könnten wir immer noch am Samstag die 90km von Tarragona nach Barcelona zurückfahren.

Unser nächster Halt vor dem Anstieg ist in Prades. Dieser Citroenhändler hat bestimmt den notwendigen Stecker, damit wir unseren Zusatzlader (Turbolader) anschliessen können.

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Ich stieg aus und fragte recht höflich. Doch eine barsche Antwort kam zurück, dass er dafür keine Zeit hätte. Mmh, ich bin ja einiges gewohnt, von nicht ausreichend Strom zur Verfügung haben bis hin zu dass die „Autoritätsperson“ nicht vor Ort ist. Aber keine Zeit haben um einen Stecker einzustecken? Da wir den Strom dringenst brauchten da laut Karte jetzt der Anstieg beginnt und weit und breit kein größerer Ort mehr kommt, gab ich nicht auf. Ich erklärte dem Zuständigen, dass er mir nur zeigen müsste in welchen Stecker ich einstecken könnte und dass ich auf gar keinen Fall seine wertvolle Zeit in Anspruch nehmen wolle…schlussendlich hatte ich Ihn soweit einfach ehrlich und direkt zu sein. Er wollte nicht.

Mmh, hier sind mehrere größere Einkaufsläden und ein McDo vorhanden. Beim McDo ist keine Aussensteckdose zu erkennen, die Einkaufsläden weisen Schiebetüren vor. Etwas ratlos fuhren wir herum bis wir auf die städtische Müllabfuhr trafen:

Super Jungs. Wir fanden alle benötigten Steckdosen und fügten in Gedanken städtische Müllabfuhren als mögliche Lademöglichkeit neben unseren typischen Lademöglichkeiten  Campingplätzen, Yachthäfen  und Autohäuser/Garagen hinzu. Danke nochmals!

Strombezüglich sind wir für den Aufstieg gewappnet. Los geht’s!

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Da kommt ein richtiges „Cross“ Fahrgefühl auf. Die Serpentinen schlängelten sich durch eine wunderbare Landschaft.

Der nächste Ladehalt ist eine Autowerkstatt, in der wir freundlicherweise einstecken durften:

  Jedoch war weit und breit kein Internet erhältlich und auch ansonsten fanden wir uns in der „Pampa“ wieder. Aber das war auch gut so. Endlich fanden wir die Zeit TWIKE AYA fertig zu bekleben:

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Das Resultat kann sich sehen lassen:

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Es geht weiter. Kurz kamen wir in einen ersten Regenschauer. Nachdem wir unsere Fenster hinuntergerollt hatten war der Spuk auch schon wieder vorbei. So wunderschön die Gegend auch war, Serpentinen kosten Zeit.

TWIKE AYA mit "Cross Look"

TWIKE AYA mit „Cross Look“

Es stellte sich heraus, dass wir es heute nicht mehr nach Tarragona schaffen würden. Auch würden wir kein Campingplatz mehr antreffen, so dass als Übernachtungsmöglichkeit zur Abwechslung dieses Mal nur noch ein Hotel in Frage kam. Die ersten Hotels sollten erst wieder in Tàrraga zum Vorschein kommen. 20km davor mussten wir jedoch unseren TWIKEs Nahrung zu kommen lassen. Während mein Begleiter Strom an der Dorftankstelle fand, stiess ich auf eine Gruppe internationaler Mechaniker, welche sich eine Werkstatt teilten. Wir verstanden uns alle gut und hatte mit dem TWIKE als auch dem Pedalo eine gute Zeit:-)

P1120560Kurz vor Mitternacht trafen wir endlich beim Hotel ein. Wir fanden jedoch nur eine Aussensteckdose vor, so dass theoretisch mitten in der Nacht die TWIKEs an der einzige Stromquelle umgesteckt werden müssten…praktisch wurde es vormittags…

18.07.2013: Tag 4: Laudun – Sète – Sigean: 225km

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Beim Aufstehen geht der erste Blick sofort zum Display der TWIKEs. Da wir immer über Nacht laden, besteht ein kleines Restrisiko, dass von uns unbemerkt die Sicherung rausspringen könnte. Bisher haben wir jedoch unsere zwei TWIKEs am nächsten Morgen immer schön gesättigt vorgefunden, auch heute.

Den Camping „Le César“ (www.campinglecesar.com) empfehlen wir weiter! Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen:

Unsere Reichweite ließ uns in Sète auf Steckdosensuche gehen. Wir steuerten zuerst den Hafen an. Es gibt einen großen Fährhafen, doch fanden wir auf Anhieb keine Steckdose.

Wir fuhren weiter auf Suche nach dem Yachthafen. Wir fanden ihn und die für uns notwendigen Steckdosen. Ich frage kurz beim Yachtmeister nach, und ohne das dieser einen Blick auf unsere Gefährte geworfen hat, genehmigte er mir diese zu benutzen….alles gut? Nein, denn leider konnten wir mit den TWIKEs auf Grund mangelnder Kabellänge die Stromquelle nicht erreichen…In der Zwischenzeit ist der Besitzer eines Surfladens auf uns aufmerksam geworden. Er ist begeistert von den zwei TWIKEs und bot uns sogleich seinen Strom an. Wir nahmen dankbar an, konnten erneut aber nur einfach und nicht mit unserem Zusatzlader laden.

Beim Laden im Surfshop

Beim Laden im Surfshop

In der Zwischenzeit suchten wir ein Café auf. Unsere Bedürfnisse nach Essen, Trinken und Internet sollten gestillt werden…das letztere gelang uns leider nicht. Und was sahen unsere Augen: Ideale Stromquellen direkt vor uns:

Stromsäulen so weit das Auge reicht

Stromsäulen so weit das Auge reicht

Das tat etwas weh, doch zeitlich hätte es sich nicht mehr rentiert unsere TWIKEs umzustecken. Hier hätten wir jedoch definitiv mit unserem Zusatzlader doppelt so schnell laden können…wir merken es uns für das nächste Mal.

Die heutige Übernachtung führt uns indirekt nach Afrika. Im Herzen des Weinbaugebietes Corbieres Maritimes, in unmittelbarer Nähe der afrikanischen Reserve und nur wenige Autominuten von den langen Sandstränden von Port-la-Nouvelle entfernt, befindet sich der Campingplatz Grange Neuve (http://www.campingsigean.com/).

Camping Grange Neuve

Leider fanden wir hier kein Rasen zum Zelten vor, jedoch die deutsche Community:-). Danke nochmals an unsere zwei Nachbarn für eure Matratze.

17.07.2013: Tag 3: Les Abrets- Rhonetal- Narbonne-Laudun: 230km

Bisher schafften wir es noch nie vor 9 aufzubrechen. Heute wurde es auch 9 Uhr morgens. Das Pedalieren macht sich allmählich in den Beinen bemerkbar, das Panorama des Rhonetals gleicht es wieder aus.

Bye Bye Camping

Bye Bye Camping

Erfrischende Nässe...wir kamen leider nicht dazu...

Erfrischende Nässe…wir kamen leider nicht dazu…

Eine wunderbare Fahrt entlang des Rhonetales fand statt. Gegen Mittag wurden wir durch die Industrievororte von Narbonne wieder von der Zivilisation eingeholt. Perfektes Timing dachten wir, da unsere Batterien wieder etwas Strom vertragen konnten. Wir fahren an den verschiedenen Autohäusern wie Fiat, Peugeot, Renault und Citroen vorbei und entschieden uns bei der Peugeot Werkstatt nach einer Lademöglichkeit nachzufragen. Aha, die Mittagspause steht an, keine Chance. Wieder etwas dazugelernt, was ich eigentlich von meiner ersten TWIKEfahrt nach Marokko hätte wissen müssen. In Frankreich als auch Spanien gibt es noch die „richtige“ Mittagspause. Da können sogar selbst große Discounter über Mittag für zwei Stunden geschlossen sein. Wir fuhren weiter, unsere Restkilometer gingen gegen 0 zu. Mein Begleiter fand eine Steckdose bei Carglass, jedoch nur für eine halbe Stunde. Ich entschloss mich für die gegenüberliegende Werkstatt. Durchgehend geöffnet! Sie baten uns sogar eine zweite Steckdose an, so dass TWIKE AYA anschließend ebenfalls hier geladen wurde. Ein sehr interessiertes Personal. Danke nochmals!

Wir hatten die Reise ladetechnisch sorgfältig geplant. 3500km in 10 Tagen sollten es werden. Es wurde ein Zusatzlader in die TWIKEs eingebaut, so dass es uns fortan möglich war, an 4 Steckdosen gleichzeitig zu laden. Super dachten wir, doch recht schnell fanden wir den Haken in der Geschichte…nur selten fanden wir in der Schweiz als auch jetzt in Frankreich vier verschiedene Stromkreisläufe. Wir können uns schließlich nicht mit 2 mal 16 Ampere an die gleiche Leitung hängen. Schade!

Wir bevorzugen weiterhin das Campingplatzhopping. Hier finden wir meist eine gute Strominfrastruktur, da jeder Wohnwagen mit Strom versorgt werden will. In der Schweiz konnten wir jedoch oftmals nur 10 Ampere Steckdosen, selbst mit CEE Stecker, vorfinden. Somit kommt unser Zusatzlader nur sehr selten  zum Vorschein.

Doch wir mussten bald herausfinden, dass selbst 10 Ampere nicht immer selbstverständlich sind an Campingplätzen. Auf dem nächsten angefahrenen Campingplatz durften wir erst mal gar nicht laden. Zu hoch war die Befürchtung, dass wir eine Rechnung von über 100 Euro hinterlassen würden. Ich rechnete unsere benötigten Kilowattstunden für zwei TWIKEs aus und kam auf  max. 15kw/h. Auf unsere Frage was eine Kilowattstunde kosten würde, kam nur die Antwort dass dies sehr teuer sei. Ich verwies darauf, dass Frankreich Atomstrom bezöge und dieser eigentlich relativ billig sein dürfte. Daraufhin bekam ich die Antwort, dass wir ja dann direkt bei der Zentrale einstecken könnten. Ich erfuhr später was er damit meinte.

Wir hatten 0 Restkilometer, so dass wir das nahegelegene Ibis Hotel ansteuerten. Der sehr nette Rezeptionist konnte uns eine Steckdose anbieten, so dass TWIKE ZORA nochmals auf Suche fuhr und in 500m ebenfalls eine nette Rezeptionistin vorfand, welche mit einer Steckdose aushelfen konnte.

Alsbald ging es weiter. Der nächste Campingplatz hatte nur 6 Ampere Steckdosen zu bieten. Seltsam, denn tatsächlich befinden wir uns direkt vor einem großen Atomkraftwerk:

Soviel Strom ganz nah...

Soviel Strom ganz nah…

Kurze Zeit später fanden wir nochmals einen sehr netten Campingplatz und verweilten hier einige Zeit direkt am Ufer der Rhone zum Laden. Die Zeit wurde gut genutzt um die versprochene Beklebung von TWIKE AYA anzugehen. Wir schafften es wenigstens eine Seite zu bekleben.

Eine wunderbare Gegend und Campingplätze schießen nur zu wie Pilze aus dem Boden. Für die Übernachtung entschieden wir uns für den „Hühnercampingplatz“ Camping Le César (www.campinglecesar.com). Super! Wir kamen etwas nach 22 Uhr an, was jedoch überhaupt kein Problem darstellen sollte. Es ist ein sehr familiärer Campingplatz mit sehr netten Besitzern. Wir bekamen noch eine warme Mahlzeit als auch Internet. Mich verwunderten die vielen Südamerikaner und bekam kurze Zeit später erklärt, dass diese als Gastarbeiter anstatt in Spanien jetzt von Frankreich angeworben wurden. Sie finden ihre Übernachtungsmöglichkeit während der Feldarbeitszeit hier auf dem Campingplatz. Ein toller Campingplatzbesitzer. Er baut alles selber an, züchtet Bienen, die Hühner laufen frei auf dem gesamten Platz herum, bei der Einfahrt grüßt der Esel….und beleuchtete Ladesäulen. Wir fühlen uns wohl!

Ladesäule bei Nacht

Ladesäule bei Nacht

 

16.07.2013: Tag 2: Neuchâtel – Morges – Geneve (Carouge) – Les Abrets: 250km

Wir wachen auf und finden zwei geladene TWIKEs vor. Super. Ein neuer TWIKEtag beginnt. Erster Halt war beim TCS Campingplatz in Morges (www. campingtcs.ch), direkt am Genfer See gelegen. Wir durften unsere zwei TWIKE laden und wurden wie zwei Kühlschränke abgerechnet. In der Zwischenzeit schafften wir es die Facebookbeklebung an TWIKE ZORA anzubringen.

Neue Beklebung von TWIKE ZORA

Neue Beklebung von TWIKE ZORA

TWIKE AYA erhält die TWIKE TO CROSS Beklebung…bei einem der nächsten Ladehalte…da bin ich ebenfalls gespannt…Da die Batterie nicht leer war, konnten wir alsbald aufbrechen. Nächster Halt ist BIKES2FOLD in Carouge, bei Genf. Der dortige TWIKE Händler Sulpiz wird mir mein erstes Brompton Faltrad aushändigen. Wir sind gut aber sehr verschwitzt angekommen und konnten auch sogleich unsere TWIKEs laden. Tatsächlich fand auch das Bromton noch seinen Platz im TWIKE.

TWIKE AYA plus Bromton

TWIKE AYA plus Bromton

TWIKE ZORA eifrig am Strom ziehen

TWIKE ZORA eifrig am Strom ziehen

Es geht weiter. Unser Weg schlängelte sich durch ein sehr schönes Panorama. Bewusst haben wir auf unserem Navi nur eine Höchstgeschwindigkeit von 58km/h eingeben um Schnellstraßen zu vermeiden. Und tatsächlich wurden wir über sehr kleine urige und idyllische Dörfer geführt.

Zum Abschluss fanden wir noch einen super Italiener an der Ecke und könnten uns Wein und Pizza. Erwachsene interessierten sich derweil für das TWIKE, die Kinder für das Pedalo.

Kleine Stärkung

Kleine Stärkung

Wenige Kilometer weiter kam der Campingplatz „Le Coin Tranquille“ (www.coin-tranquille.com). Wow! Welch ein Luxus. Sogar mit beleuchtetem Schwimmbad und 25 Grad warmen Wasser. Ok, das steht auf dem Papier, wir kamen sozusagen um kurz nach 21 Uhr an, Baden erlaubt bis 21 UhrJ. Ein sehr schöner Campingplatz, sehr nettes Personal, einfach nur empfehlenswert!