Die Geschichte mit dem Quadrokopter (Drohne?).

Psst! Für die TWIKE Weihnachtstour wurde ein Quadrokopter der Marke DJ Phantom 2 nach Marokko geschmuggelt. Spaß beiseite, in der Tat wurde dieses Objekt als kleines Spielzeug für unterwegs aus Deutschland mitgebracht.

 

Quadrocopter

 

ER wurde ganz normal im Gepäck verstaut. Auf der Seite vom der Deutschen Botschaft steht nichts von einem Verbot, auch auf marokkanischen Seiten wurden wir nicht fündig. Der Kopter wurde weder bei der Abflugkontrolle in Deutschland beachtet noch bei der Einfuhr nach Marokko.

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Um nicht zu vergessen zu erwähnen. Nach der Weihnachtstour wurde der Kopter auch wieder ordnungsgemäß außer Landes gebracht.

Und dann kommt die Ostertour…Ein weiterer Besucher aus Deutschland soll am Flughafen Marrakech abgeholt werden. Ich erinnere mich sehr gut, da es ein sehr heißer Tag war und TWIKE Hund Bayda und ich  beim Warten VOR dem Flughafen sehr darauf bedacht waren uns nicht zu sehr zu bewegen. Ein Hund darf einen Flughafen in Marokko übrigens nur mit Maulkorb betreten, den besitze ich jedoch nicht. Es würde mich nun auch mal interessieren, ob ein Hund in Deutschland einen Flughafen betreten darf. Verbotsschilder waren in Marrakech nicht vorhanden. Der Flug von Berlin hätte schon seit einer Stunde ankommen müssen, ich sehe jedoch noch keine Passagiere vom Flug Berlin aus dem Flughafen treten. 1.5 h später höre ich deutsche Stimmen. Ja, sie seien vom Flug Berlin und hätten keine Landeerlaubnis bekommen. Sie seien kreisend über Marrakech geflogen. Zudem würden gefühlte 1000 Passagiere bei der Zollabfertigung warten, nur die Hälfte der Schalter seien besetzt. Was für ein Chaos! Aber die zu erwartende Person kam auch nach 2.5 h nicht aus dem Flughafen. Ich begann mir gerade Sorgen zu machen als mein Handy klingelte. Seine Nummer. Er stünde beim Zoll, dieser lasse ihn mit dem Kopter nicht nach Marokko einreisen, ob ich mal kurz dolmetschen könnte. Aha! Und was soll ich jetzt mit Bayda machen? Alleine kann ich sie nicht vor dem Flughafengebäude lassen. Ein nettes Mädel erklärte sich bereit 10 Minuten aufzupassen. Dann aber mal schnell!

In der Tat erklärte mir der Zoll, dass der Kopter nicht nach Marokko gebracht werden dürfte. Sie würden ihn jetzt hier am Zoll bis zum Abflug aufbewahren. Mmh, mein Besuch fliegt aber von Agadir zurück. Da sei nichts zu machen, sie würden den Kopter 40 Tage behalten, anschliessend würde er verlagert werden. Es müsse ein Flug von Marrakech gebucht werden. Zudem würde noch eine Gebühr von 6% des Kaufpreises verlangt werden. Aha!

Wir verlangten den Vorgesetzten zu sprechen. Es muss doch immerhin eine Vorlage geben oder ein Dokument, welches dieses Vorgehen schriftlich dokumentiert. Wir wurden zum Herrn „Ordinnateur“ geführt. Seinen richtigen Namen verrät er uns nicht…Dafür teilte er uns aber mit, dass wir auf der Internetseite vom marokkanischen Zoll alles nachlesen könnten. Wir liessen uns die Adresse aufschreiben und marschierten der Hitze entgegen, wo uns Bayda schon sehnlichst erwartete.

Bei der nächsten Internetgelegenheit schauten wir tatsächlich nach und wurden NICHT fündig! Folglich standen wir am nächsten Tag erneut am Flughafen um den Herrn Ordinnateur zu bitten uns doch genau die besagte Stelle zu zeigen. Dieser nahm unseren Besuch überhaupt nicht freudig entgegen. Er konnte uns die Seite nicht zeigen! Stattdessen verwies er uns an das Kommunikationsministerium. Aha! Wir betonten nochmals, dass wir private Filmaufnahmen machen würden, welche nicht kommerziell seien. Sicherlich würde sich das genannte Ministerium nicht freuen, wenn es in Zukunft täglich mehrere Anfragen bekommen würde zu privaten Filmaufnahmen.

An dieser Stelle sagte besagter Herr dass Filmen allgemein nicht in Marokko erlaubt sei. Wir packten unser Handy aus und machten ihm klar, das mit der heutigen Technologie sogar Filme mehr Handy gemacht werden könnten…er beachtete uns nicht mehr…ein Zeichen zu gehen!

Am nächsten Tag verließen wir Marrakech in Richtung Agadir ohne Kopter! Hierbei ist noch zu erwähnen, dass ich meine Zollkontakte in Agadir anrief. Jaja, ein TWIKE verhilft einem zu zahlreichen Kontakten. Diese Anlaufstelle teilte es uns mit, dass es durchaus möglich sei, dass der Zoll uns den Kopter nach Agadir transportieren lässt. In Agadir gab es wohl einen ähnlichen Fall mit einer professionellen Kamera. Auch der Besitzer flog nicht mehr ab Agadir zurück sondern ab Casablanca. Wir sind aber schon unterwegs nach Agadir, aber sicherlich wird das alles noch ein Nachspiel haben. Man hätte doch zumindest den Koffer mit dem Kopter verplomben können etc.

Eine weitere Möglichkeit wäre jdn. zu finden, der ab Marrakech zurückfliegt und den Kopter mitnehmen würde. Diese Vorgehensweise würde der Zoll gelten lassen. Doch in der Kürze der Zeit waren unsere Versuche jdn. zu finden vergeblich. Last but not least wurde doch tatsächlich ein neuer Flug ab Marrakech gebucht.

Jetzt bitte einmal festhalten. Folgendes haben wir in Agadir in einem Elektrofachgeschäft gesichtet:

Quadrokopter

Da werden doch tatsächlich Kopter in Marokko verkauft…wir verstehen die Welt nicht mehr und fragen den Geschäftsführer. Was für ein Zufall, er scheint sich in Zollangelegenheiten etwas auszukennen, da seine Frau beim Zoll in „höherer Etage“ arbeitet. Er entschuldigt sich sofort bei uns für die Unannehmlichkeiten, welcher uns durch das Vorgehen des Zolls entgegengebracht wurden. Seiner Meinung dürfe man sehr wohl Kopter zum privaten Gebrauch besitzen als auch benutzen. Nur bei kommerzieller Anwendung sei eine Genehmigung erforderlich. Uff, unser Kopf schwirrt. Jetzt also eine dritte Meinung. Der Zoll aus Marrakech, welcher klar verneinte, der Zollkontakt aus Agadir, welcher der Meinung war, dass der Kopter zumindest nach Agadir gebracht werden dürfte und jetzt noch der Ladenbesitzer, welcher Kopter verkauft, der sagt der persönliche Gebrauch von Koptern sei erlaubt. Schwirr, schwirr.

Der Abflugtag ist da. Ich bringe mein Besuch in Agadir zum Busbahnhof. Ich hoffe es klappt alles, da die französischen Sprachkenntnisse doch nur gering vorhanden sind. Es gilt in Marrakech einmal ins Taxi zu finden und die Kopterangelegenheit auf französisch zu klären. Mein Handy bleibt bis zu seinem Abflug in Reichweite. Endlich der finale Anruf. Alles hätte geklappt, der Zoll wäre sogar von einer  6% Gebühr auf 4% runter. Häh? Das müsste doch auch irgendwo eindeutig festgelegt sein. Anscheinend ist der besagte Kopter nicht der einzige. Mein Besuch durfte seinen Kopter im „Kopterzimmer“ abholen. Sprich in Marrakech ist tatsächlich eine zweistellige Anzahl an Koptern aufbewahrt…es scheint wirklich nirgendswo nachzulesen zu sein…auch andere Ausländer scheinen das gleiche Dilemma wie wir durchzumachen. Auf nochmaliges Nachfragen hinäusserte ein Zollbeamte, dass dieses Vorgehen erst seit Kurzem durchführt wird…anscheinend hätte ein Kopter den Königspalast überflogen…

 

 

 

 

 

 

Agadir aktuell: Richter schlägt Polizeikommissar

Ich habe den Eindruck, dass ich kaum was vom Leben in Marokko berichte. Das wird nachgeholt!

Folgender Artikel ist mir gerade ins Auge gesprungen und ich kann es bis jetzt noch nicht glauben, dass es sich wirklich auf diese Art und Weise

zugetragen hat. Hut ab vor manchen Polizeikommissaren in Agadir!

http://www.bladi.net/juge-commissaire-police-bagarre.html

Der Artikel ist in französisch, hier eine knappe Zusammenfassung.

Ein Polizeikommissar spaziert nach Feierabend in seinem Viertel. Er trifft auf ein Fahrzeug, welches illegal abgestellt war und spricht den Fahrer an. Der Fahrer antwortet ihm, dass er doch sein Chef sei. Daraufhin antwortet der Kommissar, dass er durchaus sein Chef während der Arbeitszeit sei, aber nicht nach Feierabend. Ausserdem wären alle Bürger vor Gesetz gleich, so müsse er sich als Richter auch an die öffentliche Ordnung halten. Die Situation eskaliert und der Richter boxt den Kommissar ins Gesicht und in den Bauch. Daraufhin meldet der Kommissar den Vorfall seinem Vorgesetzten.

Liebe Grüße aus Agadir und bis bald.

TWIKE DOG BAYDA freut sich auf bevorstehenden Deutschlandbesuch

Es ist bald soweit. TWIKE Dog Bayda kommt zu Besuch nach Deutschland.

Ende Mai fahren TWIKE Aya und TWIKE Zora in den Jahresurlaub nach Deutschland. Sehr wahrscheinlich wird es an Freiburg vorbei in die Manufaktur nach Rosenthal zur jährlichen Kontrolle gehen. Die Tourplanung steht noch nicht, hoffentlich aber bald. In Diskussion steht eine Alternative zur Küstenstrecke in Spanien, welche nun schon durch zwei Marokkofahrten und eine Rückfahrt mehr als bekannt ist.

Zwei TWIKEs und ein Hund? Falsch, zwei TWIKEs und zwei Hunde. TWIKEs sind nämlich nicht nur ökologisch unterwegs sondern auch sozial. TWIKE Maroc unterstützt die in Agadir ansässige Assoziation „Le Coeur sur la Patte“, deren Anliegen die Strassentiere von Agadir sind. Mehr Infos in Kürze hier auf dem Blog oder bereits unter folgender Webseite: http://lecoeursurlapatteagadir.com

Der Schweizer Initiatorin, Michéle Augsburger, liegen die Strassentiere sehr am Herzen. Auf ihrer Farm nahe Agadir bietet sie bereits über 50 Hunden und mehr als 100 Katzen einen Unterschlupf. Bereits zwei Mal nahm sie Bayda in ihrer Hundefarm auf und ermöglichte es mir somit beruflich nach Europa zu fliegen. Als kleines Dankeschön wird nun ein Hund aus ihrer „Sammlung“ mit den TWIKEs ebenfalls die Deutschlandreise antreten, jedoch auf Lebenszeit. Michèle hat immer vereinzelnd Abnehmer in Deutschland und in der Schweiz, jedoch nehmen nicht alle Fluglinien Hunde mit.

Wir sind gespannt auf dieses Vorhaben. Noch kennen sich beide Hunde nicht, mal davon abgesehen, das für Bayda das TWIKE bereits zum zweiten Zuhause geworden ist aber für den weiteren Hund noch eine unbekannte Nummer sein wird.

Anbei noch einige Impressionen zu TWIKE Dog Bayda:

 

22.04.2014: TWIKE Ostertour Tag 2: Tafraoute – Tata

Aufstehen:-)

Bei so einer Aussicht geht das Aufstehen gleich viel schneller, und schwupps zum Frühstück getwikt.

Nach einem ausreichendem Frühstück kann es losgehen. Eine interessante Route liegt vor uns. Doch bevor wir Tafraoute verlassen gehören unbedingt die „Blauen Steine“ noch zum Programm. Riesige Granitbläcke wurden von Jean Vérame, einem belgischen Künstler, mit leuchtend bunten Farben angemalt.

Sie scheinen auch TWIKE Hund Bayda zu begeistern.

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Im Nachhinein hätten wir uns ein „Frühstück to go“ besorgen sollen um bei dieser Aussicht frische Croissants zu genießen. Beim nächsten Mal!

Back on the road to Tata. Sie führt uns erneut auf den Gipfel von gestern. Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Was für eine herrliche Aussicht. Am Vortag erblickten wir hier nur eine weiße Nebelwolke.

Es folgt eine 30km lange Lochstraße. Wir sehnen uns das Ende herbei und üben uns soweit in Geschicklichkeit bei 20-30km/h. Es gilt so wenige Löcher wie möglich zu treffen. Teilweise war dies unmöglich, so dass wir gleich am Seitenrand entlang fuhren. TWIKE Zora und TWIKE Aya sind beide sehr ungeschickt was Löcher umfahren angeht, jedoch sehr ausdauernd.

Endlich Licht am Horizont. Wir erreichen ein Dorf mitten im Nirgendwo mit einem kleinen Café. TWIKE Aya muss dringend gestärkt werden und wir genießen die ruckelfreie Zeit. Danach geht die Fahrt weiter aufs Hochplateau. Die Straßenverhältnisse besserten sich erheblich und wir genießen die einsame aber landschaftlich sehr ansprechende Gegend.

Irgendwann sieht man vor lauter Ziegen den nicht vorhandenen Wald nicht mehr…

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Dann sind wir endlich über dem Berg aber noch lange nicht am Zielort, über 100km fehlen noch. Nun gilt es aber erstmals die TWIKEs zu laden.
Leider sind wir etwas spät dran. In einer Stunde geht die Sonne unter. Dann mal ganz schnell los, denn was jetzt kommt, sollte unbedingt bei Tageslicht genossen werden.
In der Abenddämmerung dürfenn wir eine der wohl atemberaubensten Gegenden Marokkos kennenlernen.

Das letzte Drittel wird im Dunkeln gefahren. Halb so schlimm, unsere Aufnahmekapazität für Landschaften ist bereits mehr als überschritten.

Wir erreichen müde aber glücklich Tata. Heute war definitiv ein Panoramatag.

21.04.2014: Ostertour 2014: Tag 1: Agadir-Tafraoute

Es ist wieder soweit. Die TWIKEs gehen erneut auf längere Tour. Diesmal soll es von Agadir über Tata und Aid Benhaddou nach Marrakech gehen. Die Gesamtstrecke beträgt 860km. 5 Tage sind hierfür vorgesehen.

Das Ziel wird die Teilnahme an der Marrakech Atlas Etape sein. Hierzu aber zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

über Tata 860km

 

Beim Aufstehen erwartet uns Regen! Wow! Auch nicht schlecht. Dies erinnert mich an die vergangene Weihnachtstour, welche auch im Regen startete. Beim Losfahren lässt sich allerdings die Sonne blicken. Doch es ist eher nur ein Anlächeln, anschliessend haben erneut die Regenwolken das Sagen.

Nach 50km Ebene erreichen wir die Hügel- und anschliessende Bergzone des Antiatlas. Es ist herrlich, doch vermissen wir sehr den blauen Himmel. Es ist somit eher ein schöner und seltener Anblick.

Es fehlen noch wenige Kilometer bis zu unserem Mittagessen. Jedoch war es abzusehen, dass die Kräfte von TWIKE Aya unterwegs nachlassen werden und somit laden wir es nochmals auf den letzten 10km.

 

Unser Essen wartet auf der Kasbah Tizourgine auf uns. Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis hierherzukommen. Vor allem die Sonnenterrasse und deren Aussicht ist sehr zu empfehlen, allerdings nicht heute.

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Nach einer Vorspeise (Nudeln mit Puderzucker und Salat) plus eine reichhaltige vegetarische Tarjine wartet ein Kasbahrundgang auf uns. Beide TWIKEs sind währenddessen am Laden und TWIKE Hund Bayda wächst an seiner Aufgabe die Fahrzeuge während unserer Abwesenheit zu bewachen.

Es geht weiter. Zumindest hat es zu regnen aufgehört. Auch der blaue Himmel traut sich mittlerweile aus der Regenfront hervor.

Wir tauchen immer tiefer in die Bergwelt ein und erleben atemraubende Ausblicke. Den besten Ausblick hat man eigentlich vom Gipfel, aber seht selbst.

Ab hier geht es 20km bergab. Für TWIKE Piloten ist das ein besonderes Ereignis, da die rekuperierte Energie beim Bremsen zeitgleich in zunehmende Reichweite umgewandelt wird. Da schaut man doch gerne auf sein Display.

Ankunft in Tafraoute.  Der kleine Imbiss ist wohlverdient. Sehr zu empfehlen: Avocadomilchshake.

In der Hoffnung auf besseres Wetter für den nächsten Tag, wenn es Richtung Tata geht. Tata ist ein bekannter Ausgangspunkt für Wüstentouren, die Garnisonsstadt  liegt sozusagen auf der „Schönwetterseite“ des Berges.

Morgen geht es also der Sonne entgegen.

 

 

10.01.2014: TWIKE Maroc Calendar 2014

Anbei eine kleine Auswahl an TWIKE Impressionen  des vergangenen Jahres 2013 jetzt auch als Tisch – und Wandkalender.

http://www.calvendo.de/galerie/twike-maroc-2014/?sesid=995763429944679599129035&s=TWIKE%20Maroc%202014&pcat=0&cat=0&

Kalender 2014

Wir, (TWIKE ZORA, TWIKE AYA und meinereiner), hoffen, dass ihr alle einen schönen Start ins Neue Jahr hattet. Bestimmt werden auch im Jahr 2014 spannende Berichte folgen, wenn es erneut heisst „TWIKINGFUTURE“ in Marokko.

 

01.01.2014: TWIKE Weihnachtstour Day 8: Lac de Naila

Der erste Tag im Jahr beginnt gut. Schaut euch die herrliche Gegend an. Wir beschliessen einen weiteren Tag hierzu bleiben. Wenn das hier mal keine Gelegenheit ist unser Schlauchboot auszuprobieren, wann dann?

Also los! Ähm, Moment, wer hat denn da die elektrische 12V Luftpumpe vergessen? Räusper! Schon mal ein Schlauchboot mit körperlichem Einsatz aufgepumpt? Wir sind zu zweit, keine Widerrede. Es scheint doch leicht anstrengend zu werden. Nach einiger Zeit und mehreren Atempausen sind wir soweit. Hund Bayda ist bereits von der aktiven  Beobachtung unserer Blasaktivitäten ganz erschöpft. P1140586 Jetzt aber nix wie ins Wasser damit. Zwei Marokkaner nähern sich. Einer von ihnen stellt sich als die Aufsichtsperson des Nationalparks Lac de Naila vor. Unglaublich aber wahr. Die haben uns die ganze Zeit beobachtet, wie wir uns mit dem Schlauchboot abmühten, und genau auf unserem Gipfel des Erfolges sollten wir nun einen Dämpfer erhalten? Nicht mit uns. Auf meine Warumfrage bekomme ich zur Antwort Vogelschutz. Aha! Meine 2. Warumfrage: Warum sind denn hier die ganzen Fischer mit den lautstarken Motoren unterwegs seien. Keine Antwort. Er merkt, dass wir nicht so leicht aufgeben und verweist uns auf die Schilder am Parkeingang. Wir schauen uns an, hatten wir doch am Vortag keine Verbotsschilder wahrgenommen. Dann schauen wir sie uns halt nochmals an:

Aha, campen ist nicht erlaubt. Ich blicke mich um und sehe mind. 10 Wohnwagen! Auch erkenne ich nicht, dass Schlauchbootfahren verboten sei. Ich sehe nicht warum das gerade aufgeblasene Schlauchboot den Nationalpark  in irgendeiner Art und Weise negativ beeinträchtigen könnte. Kurzum, ich beschließe unserem Ruderprojekt grünes Licht zu erteilen. Wir tragen das Boot die Klippen hinunter. Was wird mit Bayda? Sie soll auf uns am Ufer warten. Wir sind soweit. Gerade jetzt kommt erneut einer der Aufpasser hinzu, der Chef scheint jedoch nicht mehr anwesend zu sein. Wir erklären ihm, dass der Chef grünes Licht gegeben hätte, schliesslich steht es ja nicht als verboten auf den Plakaten. Wir fahren ab. Eine sehr wacklige Angelegenheit. Bayda rennt den Strand wie verrückt auf und ab. Ob sie wohl Panik hat, dass sie erneut verlassen wird. Wir beschliessen uns nicht weit zu entfernen. Aber hey, die Naturgewalten haben auch noch ein Wort mitzureden. Die Flut hat nämlich eingesetzt und wir kommen kaum gegen die Strömung an, welche uns auf den „See“ hinaustrieb. Keine Diskussion, mit aller Kraft zurück zum Ufer. Das war aber ein kleiner Ausflug. Na ja, wir wissen jetzt, dass unser Boot wassertauglich ist und vor allem dass Bayda auch ein Steinbock sein könnte.

Was macht man mit so einem angebrochenem Nachmittag? Genau, Copterfliegen!

Wir werden erneut zum Mittelpunkt der Camper. Erst war das TWIKE das Hauptgesprächsthema, anschließend Bayda. Genau, denn die Platzbewohner haben Bayda eindeutig identifizieren können. Bayda war anscheinend vor ein paar Tagen bereits einmal hier mit einem italienischen Wohnwagen. Eine noch gebliebene Italienerin konnte Bayda eindeutig an dem ihr noch verbliebenem Halsband identifizieren. Seltsam. Haben wir vielleicht doch einen ausgesetzten italienischen Hund aufgenommen? Vielleicht haben die Italiener nicht gewusst, dass der Hund zur Rückkehr gechipt sein muss plus Antitollwutbescheinigung. Vielleicht haben sie es doch gewusst, der Hund ist gechipt und ist ihnen nur ausgebuchst? Der Tierarzt in Agadir wird das wohl überprüfen können. Apropo Hund. Unsere Wohnwagennachbarn am Platz kommen ebenfalls aus Freiburg und sie sind ganz große Hundeliebhaber. Haben sie ihren Hund doch damals in Bulgarien adoptiert. Da wir ja überhaupt nicht ahnen konnten, dass wir bald Hundebesitzer werden haben wir folglich auch kein Hundefutter mit. Dieses gibt es auch erst wieder in Agadir. Bisher kam Bayda mit unseren Essensresten und viel Fisch durch den Tag. Und auf einmal bekommen wir einen großen Sack deutsches Hundefutter plus Schale vor das Zelt gestellt. Wow! Danke nochmals. Es hat tatsächlich bis zu unserer Rückkehr in Agadir gereicht.

Der Copter fängt an zu surren und steigt auf.

Anbei einige Copterimpressionen:

 

 

 

31.12.2013: TWIKE Weihnachtstour Day 7: Lac de Naila – Tarfaya – Lac de Naila

Kaum angekommen und schon wieder weg. Am letzten Tag des Jahres soll es einen Abstecher nach Tarfaya geben, unser Endziel der Reise. Zelte etc. haben alles bei Lac de Naila gelassen und los geht es. Eine wunderschöne Dünengegend.

Kurz vor Tarfaya: Ein neuer  Campingplatz im Bau, und anbei noch ein sehr schöner. Bei vielen Campingplätzen fühlt man sich immer etwas „eingepfercht“ hinter einer großen Mauer. Hier ist zwar ebenfalls eine Mauer vorhanden, doch immer hin verziert:-).

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Tarfaya sagt vielleicht dem ein oder anderem etwas. Antoine-de-Saint-Exupéry, Schriftsteller der in vielen deutschen Schulen franz. Pflichtlektüre „Le petit prince“ wurde hier ein Denkmal gesetzt. Er war hier in den 1920er Jahren stationiert.

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Als ich bereits 2012 nach Tarfaya fuhr, gab es diese Bautätigkeit wie im obigen Bild ersichtlich noch nicht. Wir waren überrascht. Unsere Vermutung: Die Fährverbindung zu den kanarischen Inseln könnte vielleicht wieder aufgenommen werden und Tarfaya bereitet sich auf die spanischen Touristen vor.

Petit Prince Statue 2012:

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Aktuell ist Tarfaya wegen dem größten Windpark Afrikas bekannt:

http://www.strom-magazin.de/strommarkt/der-groesste-windpark-afrikas-entsteht_33007.html

Impressionen von Tarfaya 2014:

Impressionen von Tarfaya 2012:

Es war schön Tarfaya erneut erlebt zu haben. Es hat sich viel getan in den letzten zwei Jahren. Gespannt wie es sich weiterentwickeln wird.

Die Menschen in Tarfaya sind sehr freundlich, kaum aufdringlich. Das TWIKE wurde in der gleichen Garage wie 2012 geladen. Ein kleines negatives Ereignis am Rande erwähnt. Wir sind mit TWIKE Hund Bayda durch Tarfaya marschiert und wurden unterwegs von Polizisten aufgefordert uns auszuweisen. Die Pässe hatten wir im Fahrzeug. Hier wurden wir hinbegleitet. Dann ging die Fragerei erneut los. Standardfragen in der „Westsahara“ oder in der Nähe der „Westsahara“ angefangen ab TanTan sind folgende: Frage nach Beruf, Aufenthalt, Übernachtung, weitere Fahrt. Da diese Befragung auf der einzigen Straße Richtung Mauretanien ungefähr alle 50-100km erneut stattfindet, reagierten wir etwas gereizt diese nun erneut während eines Spaziergangs über uns ergehen lassen zu müssen.

Bezüglich der zukünftig erhofften Tourismusströme liegt hier noch etwas Arbeit vor! Vor allem sollten die befragenden Personen fähig sein ihre Fragen auf Englisch zu formulieren als auch die englische Antwort zu verstehen. Bei den Befragungen hielt ich mich meistens mit meinen Französischkenntnissen zurück und hörte mir leicht schmunzelnd die Kommunikationsprobleme an.

Toi toi toi Tarfaya!

30.12.2013: TWIKE Weihnachtstour Tag 6: Tan Tan Plage – Lac de Naila

Im Laufe des Tages findet die Namensgebung unseres weissen Fellknäuels statt. BAYDA, arabisch für die Weisse. Ein seltsames Gefühl sozusagen über Nacht zur Hundebesitzerin geworden zu sein. Bayda geniesst während des Tages den Schattenplatz am Campingplatz. Die Campingbesitzerin erwähnt nochmals, dass wir den Hund gerne über Nacht ins Hausinnere holen können. Wir versuchen es, doch erfolglos. Bayda betritt kein Haus, selbst mit Futter lässt sie sich nicht locken. Somit verbringt sie die Nacht draussen.

Am nächsten Morgen Begrüßung mit Schwanzwedeln. Aha! Heute wollen wir aber definitif weiterfahren. Erstes Gepäckproblem! Hatten wir Bayda gestern noch mit einem leeren TWIKE abgeholt und unsere Sachen beim Campingplatz gelassen, müssen wir heute unser Gepäck mitsamt Bayda in das TWIKE reinbekommen. Unmöglich! Wer wollte denn nochmal unbedingt das Schlauchboot mitnehmen? Grmpf! Ok, wir können noch so gut packen, wir schaffen es nicht das Platzproblem zu lösen. Schliesslich sind wir mit einem überaus vollem TWIKE losgefahren. Naheliegende Lösung: Bayda kommt auf den Schoss des Beifahrers. Da bin ich ja mal gespannt! Es liegen nämlich noch einige Kilometer vor uns, ganz davon zu schweigen, dass Bayda noch nie wirklich TWIKE gefahren ist und wir sie eigentlich nicht kennen.

Los geht’s! Ich setze mich auf den Beifahrersitz und bekomme Bayda auf den Schoss gelegt. Uff, definitiv kein kleiner Hund! Es wird wohl besser sein, wenn sie mir das Hinterteil entgegenstreckt und mit dem Kopf nach vorne schaut.

Wir verlassen den Campingplatz. Das heutige Tagesziel ist kurz vor Tarfaya, unser Endziel der Reise.

1. kurzer Halt und schon fühlt sich TWIKE ZORA heimisch. TWIKE ZORA schafft es immer die Freiburger in Marokko ausfindig zu machen:-).

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Hier lässt es sich aushalten, oder?

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Der zweite Halt ist in Akfennir. Ein kleines Fischerdorf kurz vor unserem heutigem Tagesziel Lac de Naila. Es ist unser 1. Ladehalt. Wir haben Hunger und geniessen den frischen Fisch.

 

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Die Fahrt mit Bayda verläuft überraschend gut im TWIKE. Nur ausserhalb des TWIKEs, wenn wir sie freilaufen lassen hapert es noch etwas mit dem zurückkommen. In Akfennir ist sie uns entwischt und es hat einige Zeit gedauert bis wir sie wieder bei uns hatten…definitiv hat sie ihren eigenen Kopf. Es bleibt spannend.

Wir erreichen Lac de Naila noch kurz vor Dunkelheit. Ein sehr schönes Plätzchen Natur.

Anbei einige Fahrtimpressionen des heutigen TWIKE Tages:

 

 

29.12.2013: TWIKE Weihnachtstour Day 5: Tan Tan Plage

Was für eine Nacht. Die Gedanken kreisten um das am Vortag gesichtete weisse Fellknäuel. Beim Frühstück werden nochmals verschiedene Optionen durchgesprochen. Schlussendlich brechen wir auf, um uns 20km rückwärts zu bewegen, nämlich genau an die Stelle, an der wir am Vortag das Knäuel zurückgelassen haben.

Wir lassen es uns zuvor jedoch nicht nehmen, ein nahenahegelegenes Ouad elektrisch zu entdecken. Wir sind nicht die einzigen:

Die scheinbar unendliche Weite ist ein Genuss für unsere Augen. Wir geniessen sehr die farbliche Kombination aus Wüste und Wasser. Nichtsdestotrotz entreissen wir uns dieser Schönheit, schliesslich haben wir noch „Großes“ vor.

Angekommen in Tan Tan trennen uns nicht mehr als einen Kilometer von dem gestrigen Militärkontrollpunkt, wo vielleicht die kurze weiße Bekannschaft von gestern noch auf uns wartet…Habe ich mir alles gut durch den Kopf gehen lassen? Es geht um eine mögliche Adaption eines marokkanischen Hundes, welcher uns gestern während der Kontrolle aufgefallen ist. Dieser schöne weisse verspielte Hund ist an dieser Stelle defnitiv fehl am Platz. An jeder Militär-bzw. Polizeikontrolle sind Strassenhunde aufzufinden, da hier schließlich die Möglichkeit besteht durch anhaltende Fahrzeuge an Essen zu kommen. Doch dieser Hund ist seinem Aussehen und Verhalten entsprechend noch nicht lange auf der Strasse, auch hat er ein Halsband um. Ob er wohl ein Herrchen und zuHause hat? Aber warum ist er dann bei diesem Militärposten? Wird er überhaupt noch dort sein? Und falls ja, was dann? Mitnehmen auf die Reise und mit zurück nach Agadir? Erstes Problem: Wir sind bis oben hin mit Gepäck vollbeladen. Es musste ja unbedingt alles von Zelt bis  zu einem Schlauchboot mitgenommen werden. Wenn TWIKE Tour dann richtig. Zweites Problem: Die Zeltvariante war nur als Option gedacht, auf Dauercamping sind wir nicht eingerichtet. Aber Hund und Hotel schliesst sich in Marokko meistens aus. Direktes Problem: Wie bekommt man einen fremden Hund in ein vollgepacktes TWIKE? Weiteres Problem: Was wenn das Zusammenleben nicht klappt? Auf der Rückfahrt wieder an gleicher Stelle zurücklassen?

Ein Hund zu adoptieren ist keine leichte Frage. Der Hund ist uns gestern noch sehr jung vorgekommen. Theoretisch muss auch die Frage gestellt werden, wie meine Lebensweise in 3, 5 oder 10 Jahren aussieht. Fragen, welche ich zum derzeiten Moment nicht beantworten kann. Eines ist jedoch klar. Einen aufgenommenen Hund könnte ich nicht mehr hergeben.

Mmh, ok, wir halten nochmals an einem kleinen Cafe zur letzten Besprechung. Mehrmals sind wir mögliche Bedenken durchgegangen…und sind vorerst mit folgendem Entschluss verblieben:

Als erstes brauchen wir etwas Nahrung für den Hund. Er scheint ausgehungert zu sein, und Nahrung würde einer mögliche Mitnahme im Fahrzeug erleichtern. Anschliessend würden wir erstmal zum Militärposten fahren, ob er überhaupt noch dort aufzufinden ist. Falls ja, heisst es Vertrauen aufzubauen und nochmals insichzugehen…also, es geht los.

Wir kommen an. Es ist eine neue Gruppe an Militär am Posten, welche uns bereits misstrauisch beäugen. Sie können es wahrscheinlich nicht verstehen, warum wir nicht direkt zu Ihnen fahren, zwecks Passkontrolle. Wir stehen etwas abseits auf einem kleinen Parkplatz mit suchenden Augen nach dem Hund. Wir sehen ihn nicht und steigen aus. Nun kommt bereits ein Militärmensch auf uns zu. Wir erklären unser Anliegen nach der Suche nach einem weissen Hund. Auf unsere Frage hin, ob er diesen heute bereits gesichtet hätte verneinte er jedoch.

War somit alle Aufregung umsonst gewesen? Und dann sehe ich das Objekt der Begierde. Ganz unscheinbar und gut getarnt liegt der Hund nicht weit von uns. Als wir ihm Beachtung schenken, fängt er heftig an mit dem Schwanz zu wedeln. Jetzt ist unsere Essensreserve gefragt. Es wird gestreichelt, gefüttert und gespielt. Die Entscheidung ist bereits für diesen Hund gefallen. Wenn da nur nicht dieses Halsband wäre…würden wir diesen Hund jemanden wegnehmen? Für das Militär sind wir eine Belustigung und bestimmt ein seltener Anblick. Sie kommen herrüber und auf unsere Bedenken hin, dass der Hund jemand gehören könnte winken Sie ab. Er sei wohl bereits mehrere Tage hier…

Ok, dann mal los. Wir marschieren erst mal einige Meter. Er kommt mit, läuft aber auch immer wieder eigene Wege…das Verfahren stellt sich als nicht ganz so einfach heraus. Wir marschieren weiter um anschliessend zum Fahrzeug zurückzukehren. Vorausdenkend haben wir das Fahrzeug zuvor leergeräumt, so dass der Hund hinten auf der Rückbank vorerst Platz finden kann.

Es ist nicht einfach, doch zu zweit schaffen wir es. Seltsames Gefühl. Der Hund geniesst jedoch die Fahrt und beruhigt sich relativ schnell. Die Fahrt verbringt er mit der Schnauze aus dem Beifahrerfenster gestreckt.

Wir kommen an unserer Unterkunft aus. Ein Campingplatz mit Zimmern. Die Chefin, eine sehr nette Französin, haben wir bereits vorgewarnt und es war kein Problem das wir den Hund mitbrachten. Neugierig wird er beäugt. Wir fahren auf den Platz und dem Hund wird ein schönes Schatteneckchen eingerichtet nachdem er sich sein neues Revier erschnüffelt hatte.

Wir beschlossen eine weitere Nacht hier zu verbringen. Wer weiss welche Unterkunftsmöglichkeiten uns morgen mit dem Hund erwarten werden. Und dieser Platz erscheint uns für den Hund gerade zu perfekt und auch wir fühlen uns sehr wohl.

Fortsetzung folgt.