02.06.2014: Essaouira – Safi – Oualidia

Die erste Nacht mit beiden Hunden haben wir sehr gut überstanden. Am nächsten Morgen fahren wir jedoch erstmal in die entgegengesetzte Richtung. Es sollen noch zwei kleine Stühle abgeholt werden, welche ich tags zuvor am Wegesrand erblickt habe.

Der Weg nach Safi führt uns am Meer entlang. Die Landschaft wechselt von Arganbäumen zu Wäldern und geht anschließend in Landwirtschaft über. Am Wegesrand erblicken wir teils sehr schöne Steinhäuser.

Bei der 1. Pause lernt Sable bereits ein Kamel kennen:-).

Bei unserem Ladehalt in Safi haben wir Glück. Wir fanden eine sehr nette Fischbude, welche uns Steckdosen plus Schattenplatz für die Hunde bieten konnte. Die Hunde freuten sich auch besonders über den Fisch. Der Haken hier: Leider trauten wir uns bei der Verkabelung nur mit geringem Strom zu laden. Demzufolge verbringen wir den Nachmittag mit Fisch und Getränken und finden auch endlich etwas Zeit ins Internet zu gehen. Wir beschliessen anschliessend die Batterien nicht voll zu laden und anstatt bis zum geplanten Ziel El Jadida zu fahren bereits in Oualidia den heutigen Tag zu beenden.

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01.06.2014: Agadir – Essaouira

Abfahrtstag.
Jetzt heißt es in meinem Wohnviertel Abschied zu nehmen. Anbei wurde ich von einem Schneider in der Nachbarschaft gefragt, ob ich nicht nach einer gebrauchten Nähmaschine Ausschau halten könne. Die alten deutschen Nähmaschinen sind hier in Marokko besonders beliebt. Er könnte 100 Euro für eine funktionierende bezahlen, gerne würde er auch zwei nehmen. Ich gebe diese Anfrage einfach mal an euch weiter, vielleicht hat noch jemand so eine Nähmaschine bei sich zu Hause oder kennt jemand im Bekanntenkreis.

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Jetzt müssen nur noch die Hunde ihre Plätze in den TWIKEs einnehmen und dann geht es endlich mit sehr viel Verspätung (14Uhr!) los. Es liegt eine Strecke von 180km vor uns.

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Wir fahren aus Agadir heraus an der Küste entlang. 60km später folgt eine Pause. Sable ist bisher nur 30km am Stück gefahren, wir wollen uns langsam emporarbeiten.
So werden auch gleichzeitig die TWIKEs nochmals vollgeladen während wir eine kleine Zwischenmahlzeit einnehmen.

Nebenbei wurden auch noch die letzten Souvenirs eingekauft. Sehr zu empfehlen: Arganhonig. Lecker!

Wir nehmen die Fahrt auf. Eine sehr schöne Strecke durch die bekannte Arganlandschaft führt uns nach Essaouira. Wir treffen erst bei Dunkelheit ein. Unsere Reichweite hat gerade so gereicht. Dies tut mir besonders leid, da wir einen geplanten Besuch bei der Tieroase Halona nicht mehr wahrnehmen konnten.

Mit zwei Hunden an Bord ist es für uns unmöglich in einem Hotel unterzukommen. Dies ist uns jedoch von Anfang an klar gewesen und dementsprechend sind wir gut ausgerüstet losgefahren. Doch hat keiner etwas von dem heftig wehenden kalten Wind auf dem Campingplatz von Essaouira gesagt. Kurzum, es ist viel zu kalt um sich außerhalb des Zeltes aufzuhalten. Wir beschließen trotz der späten Stunde noch nach Essaouira reinzufahren. Die Hunde werden zum ersten Mal sich selbst überlassen. Wir sind fast die einzigen auf dem Campingplatz und haben mit den TWIKEs eine kleine Hundeecke geschaffen.

Essaouira ist eine schöne Abwechslung zum gewohnten Agadir. Es besitzt eine Ambiente, die man leider in Agadir noch nicht vorfindet. Ganz entzückt war ich über diesen Recycleladen:

Recycelladen Essaouira

Alles vorzufinden was ein Recycleherz bedarf. Der Verkäufer ist übrigens auf mich aufmerksam geworden, da ich meine Laptoprecycletasche dabei hatte. Leider durfte ich keine Fotos machen, vielleicht aus Angst, dass jemand seine Ideen kopiert? Unter anderem wurden aus alten Sardinenbüchsen Dosen und Kerzenhalter hergestellt. Ich selbst kannte bisher nur die Aschenbechervariante. Auch wurde viele Autoreifen recyclet, z.B. zu Vorhängen, Spiegel, Kisten, Handtaschen etc.

Ein sehr beeindruckender Laden, ich komme auf jeden Fall wieder hierher.

Nach einer kurzen Nachtmahlzeit (die meisten Lokale hatten bereits geschlossen), ging es per Taxi zurück zum Campingplatz. Beide Hunde nehmen uns freudig in Empfang.

Bayda und Sable

Sable ist immer noch sehr verängstigt, macht aber große Fortschritte. Den Strand lernt sie wie Bayda sehr zu schätzen und fühlt sich hier auch mittlerweile sicher. Sie ist eine sehr angenehme Hündin. An der Leine laufen ist noch sehr unangenehm, doch durch ihre Unsicherheit läuft sie wie am Schnürchen bei Fuss.

Auch erste Erfahrungen mit dem Wasser und den Wellengeräuschen hat Sable bereits gesammelt.

 

Wir sind an der Reisevorbereitung für die Abfahrt nach Deutschland. Geplant ist Samstag, es wird sich aber sehr wahrscheinlich um einen Tag verzögern.
Die Hunde nehmen es sehr gelassen:

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Auch Ausfahrten zu mit beiden in einem TWIKE sind mittlerweile möglich:

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Bye Bye Dalmatinerpfote, welcome Sable

Heute ist Impftag für Dalmatinerpfote. Als erstes wird Bayda ins TWIKE gelegt. Sie macht sich gleich über den gesamten Kofferraumbereich breit. Aha, was für ein Zeichen! Trotzdem wird Dalmatinerpfote zu ihr nach hinten gelegt. Wir versuchen loszufahren. Es klappt nicht. Dalmatinerpfote macht ein Riesentheater und meine Kraft als Beifahrerin reicht nicht aus, sie davon abzuhalten ihre Nase zu weit nach vorne zu stecken. Wir machen kurzen Prozess. Bayda bleibt zuHause und Dalmatinerpfote wird von zwei Seiten im TWIKE festgemacht. Los geht’s!

Beim Tierarzt angekommen machen wir uns auf noch größeren Stress gefasst. Wir erinnern uns an Bayda’s ersten Tierarztbesuch. An diesem Tag kannten wir Bayda aber bereits eine Woche. Dalmatinerpfote ist noch ganz neu. Sie verhielt sich jedoch vorbildlich und ließ alles mit sich machen! Bravo. Wir waren wirklich verblüfft.

Der Tierarzt schätzt sie auf über 2 Jahre. Sie bekam eine Grundimpfung, ein antiparasitäres Mittel ins Fell abzutöten als auch eine Entwurmungskur verschrieben. Wir fanden zusätzlich noch eine Zecke. Der Tierarzt wollte sie jedoch nicht entfernen und beträufelte sie mit dem Antiparasitenmittel.

Glücklich zu Hause angekommen geht es aber trotzdem an die Zecke. Wir haben gelernt, wenn man sie ganz vorsichtig herausdreht, bleibt der Kopf auch nicht stecken. La voila:

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Am späten Nachmittag brechen wir Richtung Michèle auf. Es ist die Zeit um Dalmatinerpfote zu ihr zu bringen und Biscotte, die Hündin welche wir nach Deutschland mitnehmen, abzuholen.

Heute bekamen wir bereits erste Fotos von Biscotte von der Stiftung Tierbotschaft Schweiz zugeschickt. Danke Brigitte.
„An Biscotte kann ich mich gut erinnern. Magda und ich waren bei Michèle, als sie Biscotte und ihr Welpen noch auf dem Parkplatz beim Wächter umsorgte und fütterte. S. beiliegende Bilder: als wir sie auf dem Heimweg, es war bereits dunkel noch füttern gingen. Die Kleinen haben richtig runde Bäuche, damit sie dann fit für die 1. Impfung sind. Michèle ist eine tolle Frau, es ist enorm was sie alles für die Tiere tut. Aber sie braucht dringend finanzielle Unterstützung von allen Seiten und auch Oeffentlichkeitsarbeit, damit sie all die Rettungs- & Kastrationsaktionen realisieren kann.“

Seit unserem Missversuch heute morgen, war es klar, dass wir Bayda und Dalmatinerpfote die 30km zur Tierfarm in zwei TWIKEs mitnehmen.

Mich hatte das Los getroffen Dalmatinerpfote zu übernehmen. Aber schon nach den ersten Metern muss ich anhalten. Dalmatinerpfote hat eine scheinbar unendliche Kraft und ist es anscheinend nicht gewohnt sich hinzusetzen. Woher auch? Ich muss sie fester binden und sie parallel nach hinten drücken. Bei der Ankunft spüre ich zwar meinen Arm nicht mehr, aber wir sind immerhin angekommen. Bei Bayda ist die Freude groß. Sie kommt mittlerweile zum vierten Mal hierher und trifft ihre Tierbekannte als auch ihre Tierpfleger. Für Dalmatinerpfote ist alles neu, sie verhält sich jedoch vorbildlich und lässt alle Hunde bereitwillig an ihr schnüffeln.

Kurze Zeit später trifft noch ein weiterer Mitarbeiter ein mit einer frisch sterilisierten Strassenhündin, sichtbar durch die rote Kennzeichnung am Ohr.

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Jetzt sind wir gespannt auf Biscotte und wie sie sich mit Bayda vertragen wird. Wir hoffen sie wird ihr eine ebenso tolle Spielgefährtin unterwegs wie sie die letzten zwei Tage mit Dalmatinerpfote verbringen durfte.

Biscotte wird zu uns gebracht, beschnüffelt uns und anschliessend geht alles ganz schnell. Dalmatinerpfote hat sie nicht wahrgenommen und hat sich ohne das wir reagieren können auf Bayda gestürzt, sie gebissen und nicht mehr losgelassen. Mir enfährt ein Schrei. Währenddessen haben zwei Tierpfleger Biscotte von Bayda gezogen. Bayda und ich sind geschockt. Die gesamte Situation ist nicht gut. Wir haben uns doch so sehr gefreut Biscotte nach Deutschland in ein neues Zuhause zu überführen. Allerdings haben wir 2 Wochen Weg vor uns liegen. Sie muss sich einfach mit Bayda verstehen sonst ist das Wagnis zu groß. Wir lassen beiden Hunden etwas Zeit und versuchen es noch einmal. Blitzschnell attackiert Biscotte nochmals Bayda und ich sehe weisses Fell durch die Luft fliegen. Ok, das reicht! Das klappt so nicht. Wir werden es mit einem anderen Hund versuchen müssen.

Es ist trotzdem alles sehr seltsam. Bayda kann mit allen Hunden sehr gut und Biscotte nach Aussagen der Tierpfleger ebenfalls. Was könnte der Grund gewesen sein?

Es werden drei Zöglinge von Biscotte hergebracht. Es ist aber zwecklos, Bayda will keinen Hund mehr in ihre Nähe lassen und zeigt keine Miene. Wir entscheiden uns für den freudigsten unter den dreien und gehen mit Bayda und ihr auf ein naheliegendes Feld. Wir verbringen einige Zeit mit den zweien. Bayda zeigt weiterhin kein Interesse aber der neue Hund, Sable, zeigt sich sehr friedliebend. Besser gesagt, sie ist sehr sehr schüchtern und bewegt sich eigentlich kaum. Hier muss auch hinzugefügt werden, dass Sable bereits im Welpenalter zu Michèle kam und noch nichts von der Aussenwelt weiss.

Wir beschliessen das Wagnis einzugehen.

Bevor wir nach Agadir aufbrechen verabschiede ich mich noch von Dalmatinerpfote. Ich hoffe es wird ihr gut tun und das regelmäißige Essen und die Anwesenheit der Tierpfleger ihr den gewohnten Strand ersetzten.

Jetzt wird es spannend. Die erste TWIKEfahrt steht für Sable an:

Wir beschliessen direkt zum Strand von Agadir zu fahren. Bayda und Sable sollen sich besser kennenlernen. Die Fahrt verlief relativ ruhig bis auf die letzten Kilometer. Sable ist fix und fertig. Es ist wohl alles zuviel für sie.

Aber dann sind wir angekommen:

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Sie hat Angst und macht sich im wahrsten Sinne erst mal in die Hosen. Die Bescherung im TWIKE hielt sich in Grenzen, doch müssen wir aufpassen, dass durch die Lücken im TWIKE die Batterien keine Flüssigkeit abbekommen. Die Parkplatzwächter kennen Bayda und Dalmatinerpfote bereits und freuen sich über Sable. Ihr wird erst mal Wasser angeboten. Sie verzichtet. Ausserdem läuft sie nicht. Wir tragen sie zum Strand und geben ihr viel Zeit. Sie taut auf. Anschliessend läuft sie uns hinterher und weicht nicht von unserer Seite.

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In der Zwischenzeit sind wir zuHause eingetroffen. Beide Hunde schlafen friedlich neben mir. Sable ist bei weitem noch nicht die beste Freundin von Bayda aber bisher ist alles noch sehr friedlich und ruhig.

Wir sind gespannt auf morgen.

Die Abfahrt ist nun für Sa geplant.

Eine Freundschaft mit Tücken

Der erste Tag für Bayda und Dalmatinerpfote beginnt. Nach dem morgendlichen Gassi gehen ist erst mal gemeinsames Chillen angesagt.

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Dann erwacht der Spieltrieb. Der Vorgarten wird kurzerhand zum Ring erklärt:

Der Gast ist König. Dalmatinerpfote entdeckt das Knochenlager von Bayda und bedient sich ohne zu fragen. Bayda schaut etwas skeptisch. Auch die Kuscheltiere werden am Nachmittag heftigst von ihr bearbeitet. Bayda duldet es. Wir bemerken, dass Dalmatinerpfote um unsere Aufmerksamkeit kämpft. Wir mussten sie wegen einem Termin außerhalb zu Hause lassen. Bei Rückkehr kommen uns beide Hunde freudig entgegengesprungen. Wir merken, dass Dalmatinerpfote versucht über Bayda dominant zu sein, nach dem Motto, mein Herrchen und mein Frauchen. Ab diesem Moment achten wir bewusst drauf, immer beide Hunde gleich zu behandeln.

Endlich fängt es an zu dämmern. Strandzeit. Die meisten Badegäste sind nun beim Abendessen, der Strand gehört fast ausschließlich den Hunden.

Beide spielen jetzt eine Spur aggressiver. Das Gebell wird lauter. Auch jetzt haben wir erneut den Eindruck, dass um die Vorherrschaft gekämpft wird…aber alles noch spielerisch. Die Vorgehensweise unterscheidet sich aber von den Treffen zuvor.

Später zu Hause teile ich das Essen auf. Jeder Hund bekommt seine Schale. Auf einmal höre ich Gejaule. Dalmatinerpfote hat Bayda von ihrem Fressnapf verjagt, obwohl der ihrige noch voll ist. Ich ziehe sie zu ihrem Napf. Auf einmal greift sie Bayda an….Bayda erstarrt. Ich schaffe sie ins Haus, Dalmatinerpfote bleibt draussen. Ab jetzt herrscht eine andere Stimmung. Bayda verkricht sich hinter dem Spiegel und will nicht mehr herauskommen. Die Nacht verbringen beide Hunde in getrennten Zimmern. Schade! Ich hoffe, dass morgen wieder alles  zum Alten kommt.

Im Allgemeinen war es heute ein sehr stressiger Tag. Frühmorgens bin ich zum Geldautomaten. Meine VISAkarte wurde eingezogen, obwohl ich bereits die PIN eingegeben hatte und auch schon eine Geldsumme ausgewählt hatte. Die Bank hatte noch zu! Anschließend ging es gleich zum Gerichtstermin (mehr hierzu im Buch Meskina von mir). Hierzu musste erst der Übersetzer und ein Zeuge abgeholt werden. Das Thema Gericht ist hier in Marokko so komplex, dass es als ein Sonderthema später von mir ausführlicher beschrieben wird. Am Nachmittag bin ich mit meinem Ausweis zur Bank, um meine eingezogene Karte abzuholen. Die Antwort des Filialleiters war negativ. Sie hätten Anweisung ausländische Karten direkt nach Deutschland zu senden. WAS??? Das wäre ja die Katastrophe. So kurz vor Abreise nach Deutschland keine VISA mehr zu haben? Nur sehr ungern fahre ich in Marokko mit viel Bargeld auf Reise. Des Weiteren ist Monatsende und auf dem Sparbuch nicht mehr ausreichen Geld vorhanden. Ich bin empört und rufe bei der Bank in Deutschland an, ob es tatsächlich solch eine Regelung gibt. Ja, die gibt es!!! Mmh, nun ist aber meine VISA ja nicht auf Grund einer Sperrung oder wegen einer dreimaligen Falscheingabe des PINS eingezogen worden, sondern auf Grund eines Automatenfehlers. Ich lasse mich an den Bankdirektor überweisen. Hierzu ging es wieder mit dem TWIKE ins Agadir Zentrum. Der Bankdirektor war sehr freundlich und gab sofort Anweisung mir meine VISA zurückzugeben. DANKE!

Ich war froh, als der Tag sich zu Ende neigte. Die nächsten Tage werden weiterhin sehr aufregend werden. Es wird viel passieren. Jetzt heisst es aber morgen erstmal von Dalmatinerpfote Abschied zu nehmen und Biscotte aufzunehmen.

Dalmatinerpfote ist gerettet

Wir haben Dalmatinerpfote heute erneut vor dem Robinsonclub am Strand entdeckt. Wie gewohnt kam sie uns springend entgegen und turtelte mit Bayda herum.
Nach unserem Abendlauf kam sie erneut mit zum Fahrzeug.
Dann gab es etwas Schwierigkeiten, wollte sie doch zuerst nicht ins TWIKE einsteigen. Bayda blieb die ganze Zeit sehr gelassen. Wir schafften es beide Hunde in ein TWIKE auf dem Rücksitz zu verfrachten. Dalmatinerpfote fiebte zwar anfangs etwas aber dann wurde sie ruhig und mit der Schnauze auf der Schulter des TWIKE Piloten genoss auch sie die TWIKE Fahrt.

Es ist einfach so schön die beiden zusammen zu sehen. Zuhause gab es erstmal zu Essen. Dalmatinerpfote hört gar nicht mehr auf, so dass ich zuerst aufhörte ihr Fressen zu geben bevor sie sich überisst.

Nach einiger Zeit auf der Terasse kam Dalmatinerpfote sogar von sich aus ins Haus und liegt nun friedlich schlafend neben Bayda.

Ich freue mich auf morgen! Morgen geht es erstmals mit ihr zum Tierarzt die notwendigen Impfungen machen. Am Donnerstag wird sie dann in die Hundepension gebracht. Es ist wirklich sehr schade, dass unsere Abfahrt genau mit dem Kennenlernen von Dalmatinerpfote zusammenfällt. Ich hoffe sehr, dass Bayda sich mit Biscotte, dem Hund, welchen wir mit nach Deutschland nehmen, ähnlich gut versteht.

Und natürlich dass es Dalmatinerpfote während unserer Abwesenheit gut geht. Sehr beruhigt bin ich schon mal bezüglich der Tatsache, dass beide auf der TWIKE Rückbank Platznehmen können…sprich ich könnte nun also doch Dalmatinerpfote nach meiner Rückkehr an mich nehmen.

Dalmatinerpfote wahrscheinlich gerettet

Gerade kam ein Anruf von Michèle, Gründerin der Association „Le Coeur sur la patte“ und Besitzerin einer Tierfarm in der Nähe von Agadir. Mehr Informationen diesbezüglich auch unter Tierhilfe Marokko.
Wir sollen Dalmatinerpfote zur ihr auf die Tierfarm bringen. Anscheinend hätten sich bereits Anwohner des Strandgebietes über lautes nächtliches Bellen beschwert.
Somit sind erneute Vergiftungsaktionen sehr wahrscheinlich. Meine Bedenken bezüglich Freiheitsberaubung (schließlich hat Dalmatinerpfote den ganzen Strand für sich) wurden beseitigt. Neben dem wunderbaren Strand gibt es natürlich ein Nahrungs & Trinkwasserproblem, Krankheiten und ja, einige Marokkaner, welche mit Vorliebe sich Hunde durch einen Steinhagel vom Halse halten.

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Ich werde morgen auf Suche nach ihr gehen. Ich hoffe es ist noch nicht zu spät und dass es auch ein Wiedersehen gibt. Wie gesagt, nicht jeden Tag treffe ich auf sie. Nicht nur ich habe bei dieser Nachricht Freudensprünge gemacht.

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Für den Fall, dass wir Dalmatinerpfote finden, werden wir erstmals nicht viel Zeit mit ihr verbringen können. Sehr zeitnah werden wir sie auf der Tierfarm gegen Biscotte eintauschen.

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Biscotte wird unser 4. TWIKE Passagier auf dem Weg nach Deutschland werden. Voraussichtlicher Start der Reise: Diesen Freitag bzw. Samstag.

Heute ging der Brief an die Deutsche Botschaft in Rabat raus. Gerne würden wir diese für einen Ladestopp anfahren. Und nebenbei erwähnt, der aktuelle Deutsche Botschafter kommt aus Korbach…und wir fahren mit einem Korbacher TWIKE in Marokko. Zufälle gibt es!

 

Dalmatinerpfote (Dapfa) Treffen Nr. 4

Die Abstände unserer Treffen werden immer kürzer. Genau ein Tag später nach dem letzten „Meeting“ finden wir Dalmatinerpfote heute am Strandende vorm Gelände des Club Robinson.


Dieses Mal erkennt sie uns bereits von Weiten und läuft freudig auf uns zu. Es ist als ob wir verabredet zum Laufen wären. Wie bereits am Vortag laufen wir den Strand hoch und runter und sie bringt uns anschliessend zum Fahrzeug. Nur dieses Mal ist sie nicht mehr alleine zum Strand zurückgelaufen sondern hat sich ins Gras gelegt.
Bayda uns ich nutzen die Gelegenheit unbemerkt ins Fahrzeug zu gelangen. Wir beobachten sie. Was wird sie tun? Kurze Zeit später steht sie suchend auf. Sie findet uns nicht und geht weiter auf Futtersuche.

MMh.

Mittlerweile habe ich mir einen Kosenamen für sie ausgedacht. Dapfa. „Da“ von Dalmatiner und „pfo“ von Pfote. Da es sich hierbei aber um ein Weibchen handelt kommt noch die Endung „a“ hinzu. La voila, Dapfa. Und nebenbei hört es sich noch fast an wie tapfer.

Mittlerweile erreichte mich eine email mit folgendem Teilinhalt:
„Hm, das mit Dalmatinerpfote hat mich ein wenig traurig gemacht, gerade wo Bayda und sie sich so toll verstehen. Denn genau wie Du sagst werden die Hunde früher oder später vergiftet, werden überfahren oder erliegen dem Verlauf einer möglichen Mittelmeerkrankheit. Richtigerweise fragst Du Dich, ob man sie ihrer Freiheit berauben darf… Und sicher ist es für die Strandhunde ein Traum am STrand laufen und ihre Freiheit in vollen Zügen geniessen zu können. Aber leider eine traumhafte Freiheit, die schnell zum Alptraum werden kann. Gewiss kann man nicht jeden Hund mitnehmen, nur ist es vielleicht auch nicht jeder Hund, der sich einem anschliesst;)“

Danke an dieser Stelle für diese Worte. Ich weiss, die Zeit drängt. Dapfa wird bestimmt nicht alt am Strand werden. Mein Kopf versucht eine Lösung zu finden, ist aber noch nicht fündig geworden. Ende nächster Woche fahre ich nach Deutschland. Wir werden einen fremden Hund mitnehmen, welche auch schon eine Empfängerin hat. Einziges Kriterium hierbei war: Weibchen.

Dapfa ist ein Weibchen, warum nehmen wir also nicht sie mit?

Um einen Strassenhund nach Deutschland zu bringen braucht man mind. 3 Monate Vorlaufzeit. Der Hund muss mittlerweile neben den Impfungen auch gechipt sein. Doch das was wirklich Zeit kostet, ist der Nachweiss, dass er tollwutfrei ist. Hierzu muss das abgenommene Blut in ein Labor nach Frankreich geschickt werden.

All das hat Dapfa noch nicht hinter sich.

Meine Überlegungen drehen sich darum, ob ich Dapfa nicht bei Michèle für 2 – 3 Monate in die Hundepension gebe. Diese kostet normalerweise 8 Euro pro Tag. Wären also für 3 Monate fast 750 Euro. Sicherlich gibt es aber auch einen Langzeittarif. Das Geld ist nur das eine. Aber wie reagiert ein Hund auf ein 8qm2 Gehege mit einmal am Tag Auslauf, wenn er zuvor die „grenzenlose“ Freiheit besaß? Und was würde danach passieren?

Notfalls könnte ich zwei Hunde in einem TWIKE transportieren. Der Beifahrersitz im TWIKE kann rausgenommen werden. Notfalls könnten auch beide Hunde in meinem „Miniappartement“ wohnen.
Wenn ich beruflich in Deutschland unterwegs bin können bestimmt auch beide Hunde in die Hundepension. Doch ist ein Hund keine Entscheidung für ein – zwei Jahre sondern vielleicht für die nächsten 10 Jahre. Ich bin mir dessen durchaus bewusst. Es könnte durchaus passieren, dass ich in den nächsten Jahren wieder in Deutschland ansässig werde. Alleine mein momentaner Freiburger Vermieter würde schon mit einem Hund die „Krise“ bekommen. Zwei Hunde wären außer Diskussion. Schwierig, schwierig.

Bayda und Dalmatinerpfote

La voila, darf ich vorstellen: Dalmatinerpfote
Dalmatinerpfote

Dalmatiner ist Bayda’s Spielfreundin am Strand von Agadir, Dalmatiner’s aktuellem Wohnort. Auch sie ist wie Bayda damals völlig auf sich alleine gestellt
und das tägliche Dasein besteht aus der Nahrungssuche. Somit ist sie sehr über die Abwechslung dankbar, wenn die verspielte Bayda bei ihr auftaucht.

Seit der ersten Begegnung hängen die beiden zusammen wie zwei Schulfreundinnen. Sie wirbeln sich umher, buddeln zusammen Löcher, rennen um die Wette…

Bayda ist immer noch ein sehr verspielter Hund, doch mit Dalmatinerpfote ist es nochmals anders. Sie mögen sich einfach.

Bayda ganz

 

Bereits bei der ersten Begegnung wurde ich schwach. Gerade weil ich Bayda noch nie so verspielt und glücklich in einem gesehen habe wie zusammen mit Dalmatinerpfote. Zum anderen aber auch, da ich weiss, welches Potenzial in einem „Strassenhund“ steckt und wie dankbar dieser für eine Aufnahme sein kann. Ich überlege wie Bayda vor 4 Monaten war und wie sie jetzt ist. Ein Wunder. Nicht zu vergessen, dass Agadir eine Tourismusstadt ist und „Strassenhunde“ nun einmal nicht in dieses Bild hineinpassen. Die aktuelle Lösung der Stadt Agadir: Töten durch Vergiftung. Die Lösung des Nachbarortes: Erschiessen.

Dieser Gedanke kann zermürbend sein. Ich hätte sie damals gerne mitgenommen, doch war ich in Begleitung eines Freundes aus Deutschland, welcher mich zur „Vernunft“ brachte.

Danach habe ich Dalmatinerpfote für zwei Wochen nicht mehr am Strand gesehen. Ich habe schon mit dem Schlimmsten gerechnet, als ich sie vor einer Woche jedoch erneut gesichtet habe. Die Freude war bei allen drei Beteiligten groß. Leider hatte ich keine Kamera dabei…doch man stelle sich zwei im Sand buddelnde Hunde vor:

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 Auch das zweite Treffen war sehr berührend. Kaum zu Hause eingetroffen setze ich mich an den PC und veröffentliche das obige Foto von Dalmatinerpfote in sämtlichen Tierschutznetzen, unter anderem hier in Agadir.

Wie wunderbar wäre es, wenn ein Tierliebhaber aus Agadir Dalmatinerpfote adoptieren könnte. Bayda und sie hätten eine Freude an künftigen gemeinsamen Ausflügen. Auch in meinem Bekanntenkreis frage ich hier nach. Fehlanzeige. Auch wünsche ich mir für sie einen Besitzer der viel mit ihr an den Strand geht und sie in vollen Zügen ihre Laufbedürfnisse ausleben kann. Ich glaube sogar, dass sie noch einen Tick schneller ist als Bayda.

Nur Spazierengehen, das wäre nichts für sie.

Es folgte auch bereits die Überlegung, sie zu Michèle in die Hundefarm zu geben. Das Geld für ihre vorübergehende Betreuung bis ich wieder in Agadir bin  wäre kein unüberwindbares Hinderniss. Aber kann ich einen Hund, der die Freiheit gewohnt ist, einfach so in ein Gehege stecken? Und was passiert wenn ich zurückkomme und niemanden finde? Gedanken über Gedanken.

Heute haben wir Dalmatinerpfote erneut am Strand angetroffen. Bayda hat sie schon von Weitem erblickt und ist mit einem Freudengeheule auf sie zu. Ich bin froh, dass sie noch am Leben ist. Es scheint ihr gut zu gehen.

Zum ersten Mal folgt sie uns den gesamten Strand entlang, ca. 8km. Wir bleiben alle öfters zusammen stehen und spielen. Die Leute schauen uns seltsam an. Für ein kurzes Stück folgte unserem Grüppchen noch ein dritter Hund, ein Pudel. Erst etwas später merkte ich, dass die Besitzerin schnaufend hinter uns herjoggt, da ihr Hündchen nicht mehr zurückkam…

Wir nähern uns dem Strandabschnitt, wo ich das TWIKE parkte. Time to say goodbye. Bis wann wohl? Ende nächster Woche steht die Rückreise nach Deutschland an.

Mmh, wie schaffe ich es einen unbemerkten Moment zu erwischen wo wir Dalmatinerpfote entwischen können? Sie findet etwas zu essen und ist beschäftigt. Ich nutze die Gelegenheit und biege um die Ecke Richtung TWIKE. Aber nur kurze Zeit später ist Dalmatinerpfote an unserer Seite. MMh, das ist das 3. Treffen, alle guten Dinge sind drei, oder so ähnlich…und wenn ich sie jetzt einfach mitnehme? Erstmal besorge ich beim Parkwächter eine große Schüssel Wasser. Salzwasser ist nicht wirklich durststillend. Dalmatinerpfote nimmt das Wasser dankbar an. Beide Hunde haben kein Problem sich gleichzeitig aus dem Wassernapf zu bedienen.

Und jetzt? Mit zwei Hunden nach Hause fahren? In dem Moment läuft Dalmatinerpfote zum Strand zurück…sie schaut sich nicht mehr um.

Auf ein erneutes Treffen, inchallah.

 

 

23.04.2014: TWIKE Ostertour Tag 3: Tata – Tissint – Foum Zguid: 140km

Die heutige Aussicht nach dem Aufstehen:

Frühmorgens bemerken wir bereits, dass wir in uns in einer anderen Klimazone befinden. Es wird ein heißer Tag werden. Wir wählen demzufolge unseren Frühstücksplatz beim wohl einzigen Wasserfall der Stadt aus.

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Ein Pflichtfoto darf beim Verlassen der Stadt nicht fehlen. Tata ist Partnerstadt der hessischen Stadt Lich, welche nicht unweit vom TWIKE Hersteller FINE Mobile GmbH entfernt ist.

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Auf einer guten Teerstraße geht es Richtung Tissint. Links von uns führt ein beindruckender Canyon entlang.

Wir sind definitiv in der Wüste angekommen. Es ist sehr heiß und der uns begleitende Canyon ist genauso wie wir mittlerweile ausgetrocknet. Umso größer war unsere Freude als wir in Tissint ein größeres Wasserbecken vorfinden.

TWIKE Hund Bayda muss sich wie im Backofen vorkommen und dann DAS Ereignis. Bayda schwimmt zum ersten Mal!!! Wow, ich bin sprachlos. Sie scheint das Wasser zu mögen. Sie geht gleich nochmal baden.

Trotz Hitze meldet sich der Hunger, sowohl bei uns als auch bei den TWIKEs. Tissint scheint wie ausgestorben. Es scheinen nur wir bei der Hitze unterwegs zu sein. Alle Geschäfte und Cafés sind geschlossen, bis wir glücklicherweise am Ende der Stadt eine kleine marokkanische Imbissbude vorfanden, plus Schattenparkplatz:-). Neugierige Kinder kommen auf einmal aus den Häusern hervor…

Ach was ist das schön hier im Schatten…doch die TWIKEs sind satt, was gleichbedeutend ist mit einem Aufbruchsignal.

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Die Hitze ist immer noch vorhanden, warmer Fahrtwind kommt uns entgegen. Kein Grund sich zu beklagen…schließlich bewegen wir uns neben dem Pedalieren kaum.

Andere hätten eher ein Grund über die Hitze zu klagen:

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Und dann erreichen wir Foum Zguid und den bisher schönsten Campingplatz, inklusive Sanduntergrund.