Sahara Trail 2022 – Aus der Sicht einer Sandalenläuferin

ANREISE

Was für eine Anreise. Nach einer tollen Nacht in der Oasis von Ecolodge Palmeraie Ouarzazate ging es ca.160 km weiter nach Zagora in die Wüste. Bei der Ecolodge gilt es noch zu erwähnen, dass kilowatt.ma 1A Arbeit geleistet hat. Neben den beiden Rallye CEE Steckern gibt es nun auch eine Typ 2 Lademöglichkeit.

Da ich mich noch mit dem Besitzer und mittlerweile sehr guten Freund Adel verplaudert habe, kam ich erst gegen 16 Uhr los und kam dementsprechend erst im Dunkeln in Zagora an. Da kein Strom für die Weiterfahrt am nächsten Tag nötig war, versuchte ich einen guten Stellplatz in der Palmerie zu finden. Doch das hat nicht so wirklich geklappt. Ich fuhr somit aus der Palmerie heraus und kurze Zeit später von der Strasse runter. Um so schöner war es dann, dass ich am nächsten Tag direkt vor einer großen Sanddüne aufgewacht bin. Was für eine Freude bei Hundies und bei mir.

Kurze Zeit später kam dann das Treffen mit dem RIVE Maroc Team 2020 aus Berlin vor Ort zustande. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und gemeinsam gab es Abends dann noch eine kleine Pasta-Feier. Denn Jörg hat sich kurzfristig entschlossen, ebenfalls die 26 km beim Wüstentrail mitzulaufen.

Kurze Info: Es gibt die Möglichkeit 14 km, 26 km oder 52 km zu laufen. Letzteres ist zweimal die gleiche 26 km Runde, laut Veranstalter soll es bei höheren Teilnehmerzahlen aber wieder eine eigene 52 km Strecke geben. Dieses Jahr sind leider nur knapp über 10 Teilnehmer für diese Ultrastrecke am Start, das hätte jegliche organisatorische Kapazitäten gesprengt.

Tagsüber holten wir uns unsere Startunterlagen und wurden bereits mit einer großen Schachtel „Riesendatteln“ aus der Region plus einer sehr edlen Medaille überrascht. Der eVan scheint zum Souvenirbus zu werden:-)

Etwas ungläubig haben wir ausgeschaut, als es hieß, dass wir uns über die Wegmarkierungen keine Sorgen machen sollten. Denn ALLE 20 m gebe es eine Markierung. Natürlich haben wir beide das sehr stark bezweifelt, sollten aber am nächsten Tag sehr positiv überrascht werden. Denn in der Tat! Auf den gesamten 26 km gab es alle 20 m eine Wegmarkierung. Ist das nicht verrückt?

Natürlich hat mich auch mein erstes reales Treffen mit dem „Roi de désert“ LAHCSEN AHANSEL sehr gerührt. Wer die Laufgeschichte des mehrfachen Gewinners des Marathon de Sables noch nicht kennt, dem kann ich nur sehr ans Herz legen zumindest über WIKIPEDIA sich einen kurzen Überblick (über seinen Bruder) zu verschaffen. Ein tolles Interview über seinen Bruder Mohamed hat DER SPIEGEL bereits in 2014 verfasst.

RACE TAG

Um 6:30 klingelte der Wecker. Es war noch stockdunkel inmitten der Palmerie, wo wir untergekommen sind. Ich gönnte mir den Luxus einer heißen Dusche um wach zu werden. Die Sonne ging auf und es herrschte eine sehr friedliche und angenehme Stimmung. Ich freute mich auf den heutigen Tag. Mit dem Elektrobus ging es Richtung Start. Doch ein kurzer Espressostopp musste vorab sein. Mein einziges „Doping“.

Bis gestern war ich mir immer noch nicht sicher, ob ich mit Sandalen oder mit Schuhen laufen sollte. Denn folgendes Bild kursiert durch das Netz was mich verunsichern ließ. Deshalb packte ich gestern Abend kurzerhand meine Laufschuhe in den Rucksack und zog heute früh meine Laufsandalen an.

Beim Ankommen an den Startpunkt herrschte bereits hektiges Treiben. Zahlreiche Läufer waren bereits am Aufwärmen. Doch zuerst hieß es noch die vier Hundies einige hundert Meter weiter frei laufen zu lassen. Die Uhr zeigte mittlerweile 8h15 an. Um 08:30 sollte es los gehen. Nach einem Schattenparkplatz sah es erstmal nicht aus. Doch Team BERLIN hatte mir gestern noch zwei zusätzliche Ventilatoren mitgebracht. Ich hoffe es reicht aus. Da mir mein Arbeitgeber leider immer noch einiges an Geld schuldig ist, hat es leider immer noch nicht für eine Solarfläche auf dem Dach inklusive Innenkühlung gereicht. Gerade bei solchen Angelegenheiten ärgere ich mich immer noch darüber, wie sehr ich doch anscheinend hier wegen aktueller finanzieller Probleme ausgenutzt werde.

Kurzum, um 08:29 schaffte ich es an den Start. Sehr überrascht war ich, als dann ebenfalls zeitgleich noch ein Bus mit ca. 50 Läufern eintraf. Bekannte Gesichter, der Bus kam aus Agadir. Ebenfalls wurde ich auf eine kleinere Laufgruppe bestehend aus Schweizern und Deutsche aufmerksam.

Der Startschuss fiel. Nur knapp 1 km dauerte es bis wir zu dem von mir gefürchteten „Steineanstieg“ des Hausberges gelangten. Doch es war alles halb so schlimm. Denn alle vor mir fingen an vom Lauf- ins Marschtempo zu wechseln und somit war es kein Problem mit den Sandalen.

Die eigentliche Herausforderung für Sandalenläufer kommt im Anschluss, beim Bergablaufen. Hier geht es doch über einiges Geröll und Konzentration ist gefordert. Demzufolge kam der Panoramablick runter ins Tal etwas zu kurz.

Nach ca. 8 km (?) kam sie auch bereits, die erste Verpflegungsstelle. Wie bereits angekündigt gab es bei der ersten Verpflegungsstelle „nur“ Wasser, die zuckerhaltigen Getränke sollten dann bei den nächsten Versorgungen vorhanden sein. Ich selbst war froh, dass ich für den Anstieg bereits meine eigenen Getränke dabei hatte. Kleiner Tipp: Für die 52 km Ambitionierten, unbedingt hier eigene Getränke mitnehmen, denn Ihr lauft diesen Berg ja zweimal hoch. Und von der letzten Verpflegungsstelle der 26 km Runde bis zur ersten sind es dann doch gute 10 km, und das bei Mittagshitze!

Für die 14 km geht es an der ersten Verpflegungsstelle nach Rechts, alle anderen zweigen hier nach links ab. Nach einem knappen km wurde die Strasse erreicht. Für Sandalenläufer ist es nun wieder einfacher und es kann auch wieder etwas an Tempo angezogen werden. Doch nur ca. 1 km später geht es bereits wieder rechts ab ins „Geröll“. An dieser Stelle erneut eine kleine Anmerkung: Wir befinden uns in einem Schwellenland. Die Unterschiede zwischen der ländlichen einfachen Bevölkerung und den Herkunfsländern der meisten europäischen Läufern sind enorm. Es befinden sich dann doch alle 300 m kleine Gruppen mehr oder weniger „verwahrlosten“ Kinder mit der Anfrage nach Geld oder Kugelschreibern. Doch alles harmlos. Nett lächeln und weiter. Das ein oder andere Kind läuft noch ein paar Meter hinterher und dann ist aber auch gut. Nach einem erneuten kleinen Anstieg dann eine längere ebene Geröllebene.

Für Sandalenläufer aber machbar, wenn auch weiterhin etwas an Tempo rausgenommen werden muss. Eine Strasse gilt es zu überqueren und dann kam wohl der beste Verpflegungsstand ever:


Hier gab es nicht nur gekochte Eier, Trockenobst inklusiver lokalen Datteln, aber auch den „marokkanischen Whiskey“. Und es stand eine Fantaflasche auf dem Tisch. Endlich! Durstig nach Zuckergetränk hatte ich diese Flasche bereits in meinen Händen um meinen eigenen Trinkvorrat aufzufüllen, als auf einmal ein „Nein-Schrei“ mich zum Innehalten bewegte. Das wäre keine Fanta. Aha! Ja, korrekt, außen Fantabeschriftung, Inhalt aber Olivenöl. Uups, na, das wäre wohl runtergegangen wie Öl…wir mussten alle herzlich lachen.

Weiter ging es durch ein traditionelles Lehmdorf, bevor es dann in die Oasis reinging. Das ist ohne Zweifel für Barfussläufer der beste Teil um wieder Geschwindigkeit aufzunehmen und vor allem die Aussicht als auch den Schatten zu genießen. Auch die Bewohner der Oasis sind sehr freundlich und zuvorkommend.

Im Anschluss kommt erneut eine Verpflegungsstelle. Diesmal mit den gewünschten Zuckergetränken. Hier werde ich darüber informiert, dass ich zweite Frau sei und dass die erste Frau nicht weit vor mir sei. Na dann! Auf gehts! Ich merkte wie meine Beine schneller wurden. Doch nun ging es in den Sandpart über. Wunderschön und der Vorteil der Sandalen ist definitiv, dass der Sand zwar vorne reingeht aber auch hinten wieder raus. Der ein oder andere Schuhläufer, hat doch sehr viel Sand mit ins Ziel gebraucht bzw. musste seinen „Schuhsandkasten“ mehrfach unterwegs leeren.

Am Horizont erblickte ich endlich eine Person mit weißem T-Shirt. Es könnte durchaus eine Frau sein. Es lagen noch ca. 5 km vor mir bis zum Ziel. Wenn ich mich nun zu sehr verausgabe und die erste Frau das merken sollte, dann hätte ich nicht mehr die Kraft ein höheres Tempo in diesem Sandkasten bis zum Ende durchzuhalten. Also langsam aufholen. Doch zu meiner Überraschung wurde die erste Frau immer langsamer. Das war das Zeichen wieder an Tempo anzusetzen. Kurz hinter ihr merkte ich, dass es durchaus auch ein Mann sein könnte. Ich holte auf gleiche Höhe auf. Es war definitiv ein Läufer und keine Läuferin. Komplett aus der Puste erzählte ich ihm diese Geschichte und auch er musste lachen. Er kam ebenfalls aus Agadir und wir spornten und die letzten 4 km gemeinsam an. Und ich las bereits in einem anderen Artikel, dass am Schluss noch eine große Sanddüne kommen sollte. Die Kraft hierfür liess dann doch ziemlich nach und schwups waren wir auch schon auf der Teerstrasse in Zagora. Kurzum, die gigantische Düne gab es wohl mal in einem vorherigen Lauf auf den 52 km.

Mit Stolz und Freude lief ich in das Ziel ein. Die erste Frau habe ich zwar nicht mehr erreichen können, dennoch freute ich mich sehr über meine 3h30 Zeit und meinen ersten Sahara Trail überhaupt. Doch am meisten freuten ich mich, dass ich es geschafft habe diesen Trail in Sandalen zu laufen. Wirklich alle, inklusive der Veranstalter haben mir zuvor davon abgeraten. Deshalb habe ich unter anderem auch das erste Mal meine Laufschuhe auf den Rücken geschnallt. Am Ziel gab es eine 1.5 l Wasserflasche und eine weitere tolle Medaille. Und dann gratulierte man mir zur ersten Frau des 26 km Laufs. Wie jetzt? Genau! Die angebliche Läuferin vor mir gehörte wohl zur 52 km Runde. Ich erzählte meine Geschichte und alle lachten.

Dann aber schnell zum Elektrobus. Dieser stand in der prallen Sonne mit den vier Hunden drin. Die Größe hat den Vorteil, dass es doch einige Zeit braucht, bis das Fahrzeug sich im Innenraum komplett erhitzt. Ich hatte selbstverständlich einen Fenstersonnenschutz plus die 2 Ventilatoren. Dennoch war es bereits ziemlich heiß im Fahrzeug, doch den Hunden ging es gut. Ich drehte kurz eine Runde mit Ihnen und ging zum Ziel zurück.

Hier sollte die nächste Überraschung folgen. Der Kameramann kam auf mich zu. Nein, nicht für ein Interview, sondern um mich als Freund zu begrüßen. Ach wie klein ist die Welt! Said hatte bereits die erste Erallye für uns gefilmt und wir haben uns mehrfach in Marokko bei den unterschiedlichsten Events getroffen. Heute war er für den arabischen Fernsehsender AlJazeera vor Ort und kam mit der Idee auf, das Rallye Team Berlin zu interviewen, welche ja mit dem Elektrofahrzeug von Berlin bis zum Sahara Trail gefahren sind. Top!

Im Anschluss stellte sich heraus, dass Said auch ein guter Freund des Veranstalters ist und ebenfalls diesen jährlich mit Videos unterstützt.

Dann kam auch Jörg ins Ziel. Wir hatten uns bereits etwas Sorgen gemacht, doch alles gut. Auch er fand den Lauf einmalig und war erneut sehr erfreut, dass er „zufällig“ auf diesen Lauf aufmerksam wurde. Das freute mich natürlich als Ideengeberin ebenfalls.

Gemeinsam ging es zur Unterkunft zurück. Duschen, Ausruhen und um 16 Uhr ging es wieder zur Siegerehrung. Diese fand zwar erst gegen 17 Uhr statt, da die 52 km Läufer doch noch nicht alle im Ziel waren und ein wichtiger „Offizieller“ ebenfalls noch für die Siegerehrung erwartet wurde. Wir nutzten dieses Zeit um uns mit der deutschen Laufgruppe über die Erfahrungen während des Trails auszutauschen.

Dann ging es los. Die besten drei Läufer/Innen der drei unterschiedlichen Laufstrecken bekamen jeweils einen mächtigen Pokal in Form der Hand von Fatima. Auch alle Läufer, die die 52 km beendet hatten. Wirklich alle? Nein, ein Pokal stand noch auf dem Tisch, als der Veranstalter sich bereits bei allen Teilnehmern bedankte. Und ich stand noch da ohne Pokal. Nach einigem Zögern habe ich mich dann doch gemeldet. Lahcen war es höchst peinlich und innerhalb von Sekunden waren alle Kameras etc. wieder aufgebaut und mir wurde feierlich mein Pokal überreicht. Als erste Frau der 26 km ins Ziel, aber auch als einzige Frau! WOW! Das hat mich doch etwas erstaunt, denn es gab doch mehrere Frauen im Teilnehmerfeld. Diese sind aber alle entweder 14 km oder 52 km gelaufen. Na gut, dass ich das nicht bereits am Anfang erfahren habe plus unterwegs den zusätzlichen Ansporn hatte durch die Zwischeninfo, dass ich zweite Frau wäre. Etwas schade fand ich es, dass es weder beim 26 km Lauf noch beim 52 km Lauf eine Marokkanerin teilgenommen hatte.

TAG NACH DEM LAUF

Tatsächlich hätte ich mir die Schmerzen schlimmer vorgestellt. Meine Füße taten mir überhaupt nicht weh, umso mehr allerdings meine Oberschenkel. Berglauf war noch nie wirklich meine Spezialität.

Team Berlin ist bereits am Morgen in Aufbruchstimmung gewesen. Auch war es mein Plan an diesem Tag abzufahren, doch mein Fahrzeug war erst zur Hälfte vollgeladen. Wir verabschiedeten uns somit und hoffen auf ein kurzes Wiedersehen in der Nähe von Agadir.

Mit den Hunden ging es erstmal für einen längeren Spaziergang in die Palmerie. Es war keine Menschenseele unterwegs und alle genossen Ihren Freilauf. Dann war erstmal Siesta angesagt und am Abend traf ich mich zur Nachbesprechung des Laufs mit dem Veranstalter.

Wir hatten ein spannendes Gespräch und ich bin gespannt was sich hieraus ergeben wird.

Aufbruchstimmung

Heute ist es endlich soweit! Eigentlich wollte ich nur zwei bis drei Tage in dieser Wohlfühloase verbringen, wo ich mich aktuell befinde. Nach dem Halbmarathon in Casablanca diese Auszeit nehmen zum körperlichen Erholung als auch die notwendigen Stellungsnahmen für Anwälte und Gerichte endlich fertigzustellen. An einer Stellungsnahme sitze ich bereits seit über 8 Wochen dran. Es ist für mich einfach sehr anstrengend auf Hass (?), verwirrten Darstellungen und Verdrehungen (absichtlich?) sachlich und professionell zu antworten. Hierfür braucht es für mich die richtige Stimmung aber auch einen Ort, an dem ich mich wohl und aufgenommen fühle. In Agadir ist das der Ort der Ladestation, welches zu meinem neuen co-working office wurde. Tolle Stimmung, tolles Team und vor allem Strom und ein Parkplatz in Sichtweite, wo ich die Hunde mit offener Türe stehen lassen kann. Zusätzlich gab es letzte Woche nicht nur in Deutschland eine Hitzewelle, sondern auch in Marokko. Bei 35 – 40 Grad ohne Klimaanlage bin ich einfach tagsüber nur platt gewesen und auch nachts hat es nicht wirklich abgekühlt. Somit habe ich den Aufenthalt von Tag zu Tag verlängert, bis ich gestern endlich das wichtigste Schreiben an den Anwalt verfasst habe.

Am Wochenende ist der Wüstenlauf. Bis dato bin ich von der noch zu fahrenden Distanz weiterhin im Zeitplan, doch sollte und wird es heute definitiv weiter mit der elektrischen Fahrt in die Sahara rein gehen. Denn schließlich möchten wir doch noch etwas von der Umgebung mitbekommen und der Van erlaubt hervorragendes freistehen, was die Hunde und ich mittlerweile als richtigen Luxus betrachten. Allerdings werde ich weiterhin versuchen meinen täglichen Rhythmus aufrechtzuerhalten. Dazu gehören Blog schreiben, Social Media, Anwaltsschreiben aber auch die tägliche Runde Sport (Laufen/Fahrradfahren/Schwimmen). Das Rennrad ist im Van dabei, blieb allerdings noch unbenutzt. Das sollte sich zeitnah ändern, denn bereits Mitte Dezember steht der nächste Triathlon an. Geschwommen bin ich regelmäßig in der letzten Woche und seit einigen Tagen geht auch leichtes Joggen wieder. Heute morgen waren es bereits 45 min an Laufzeit. Am Wochenende sollen es 26 km werden, doch gönne ich meinen Beinen die Erholungspause. 2 Wochen sollten mindestens an Erholung zwischen zwei Wettkämpfen sein. Die Standardregel lautet hier pro gelaufenen Wettkampfkm einen halben Tag Pause. Das bedeutet bei einem Halbmarathon ca. 10 Tage. Heute ist Tag 9. Ob ich meinen ersten Wüstenlauf mit Sandalen oder Turnschuhen laufe werde ich kurzfristig entscheiden.

Besonders freue ich mich, das sich in Anfahrt befindende RIVE Maroc Team noch diese Woche in der Wüste zu treffen. Sie sind mittlerweile in Spanien angekommen und überlegen nun ebenfalls den Wüstenlauf mitzulaufen. Diesen gibt es in mehreren Distanzen, und somit ist für jeden etwas dabei.

Unterwegs aber auch hier in der Oasis trifft man auf einige Gleichgesinnte. Immer mehr Ideen ergeben sich zur Optimierung meines Vans. Ich danke an dieser Stelle allen Influencern und Co, welche meine Story nun weiterverbreiten für das soziale Engagement. Die Missverständnisse müssen unbedingt aufgeklärt werden! Weiterhin versuche ich intern mit der Firma eine Regelung zu finden. Nun bleibt diesbezüglich noch Zeit bis zum Frühjahr! Durch die mangelnde Projektfinanzierung habe ich auch die letzten Monate nichts verpasst, ich konnte leider nur nicht meinen Beitrag leisten, damit die Finanzierung endlich klappt. Und dieses Drama hat mit Sicherheit den ein oder anderen Investor verunsichert. Das muss der Geschäftsführer bei seiner „emotionalen“ Entscheidung in Kauf genommen haben. Leidtragende sind das Projekt, die Community und ich. Gewinner sind alle Kritiker des Projektes (davon gibt es leider sehr viele), Anwälte und Gerichte. Wenn wir bis Frühjahr eine Lösung gefunden haben, kann jeder seine Anwaltskosten übernehmen und die Gerichtskosten bleiben erstmal geringer. Natürlich habe ich bereits einige Ideen, wie vieles bei uns intern optimiert werden kann und arbeite weiterhin die win – win Situation aus. Aktuell befinden wir uns in der loose – loose Situation.

Der zeitliche Verzug der Einigung gefährdet für die Firma aktuell die Finanzierung des Projektes, denn einige Investoren sind sich natürlich unsicher, andere Bekannte ziehen mittlerweile ihr Geld wieder aus der Firma bis wir uns einigen. Für mich selbst bedeutet eine weitere Verzögerung der Einigung, dass meine geplante Afrikareise im worst case auf Oktober 2023 verzögert wird. Denn erst nach dem Frühjahr loszufahren ist zu spät. Doch hier wäre der Plan B das Jahr über für den Ironman 70.3 zu trainieren. Somit würde mir lediglich die Entscheidung zwischen Afrikareise und Ironman 70.3 abgenommen werden. Doch an wichtigster Stelle steht das Projekt. Wenn es eben noch Zeit für eine gute Einigung benötigt, dann soll das Priorität haben.

Ich bin ehrlich, die private (natürlich auch die projektbezogene) Finanzierung macht mir zu schaffen, vor allen sind die Ausgaben für die Anwälte enorm. Alleine eine Akteneinsicht kostet bereits über 100 Euro. Ein halber Monatslohn in Marokko. Heute hat mir erneut ein Mitglied aus der Community mit einem höheren Beitrag ausgeholfen. Hiervon werde ich die restlichen Schulden beim Tierarzt begleichen können, als auch alle Hunde gegen Tollwut impfen und Souky endlich sterilisieren lassen. Mit dem Rest des Geldes werden Mietschulden bezahlt. Mit der nächsten finanziellen Unterstützung ist der Fenstereinbau des Busses geplant plus ein Solarpanel. Da mir weiterhin über 100 bezahlte Urlaubstage als auch 1.5 Jahresgehälter von der Firma zustehen, ist das Geld somit in 2023 von meiner Seite her zurückzahlbar. Wer Interesse hat mich für den weiteren Busausbau finanziell bis zur Rückzahlung in 2023 zu unterstützen, darf sich gerne bei mir unter hello@twikingfuture.blog melden.

Andere Arbeitsprojekte kann ich noch nicht annehmen, denn das würde den Erfolg vor dem Arbeitsgericht mindern. Denn ich möchte ja keine Abfindung, sondern wieder zurück in den Job. Deshalb ist es wichtig erstmal weiterhin ohne Job zu bleiben. Ehrlich gesagt, brauche ich auch diese Zeit für das twikingfuture Projekt. Ich habe mittlerweile ebenfalls einen sehr interessanten Projektauftrag, doch in Einvernehmen mit der Anfrage, haben wir uns geeinigt wieder ins Gespräch zu kommen, wenn ich mit der Firma eine Einigung gefunden habe. Denn nur dann wäre ich 100% einsatzbereit.

Aktuell bin ich ebenfalls am twikingfuture Jahreskalender dran, als auch am twikingfuture Buch. Das Buch schafft es noch nicht bis Weihnachten, doch bin ich am Überlegen für den Weihnachtsbaum vorab Gutscheine zu erstellen. Wer mich also unterstützen möchte mit dem Erwerb eines Jahreskalenders 2023 und/oder eines Buchgutscheines für den Weihnachtsbaum darf das gerne tun. Weiteres folgt.

Bei Interesse gebt mir doch gerne bereits Bescheid unter hello@twikingfuture.com

Und anbei ein kleiner Ausblick auf die Ideen für die nächsten Blogbeiträge:

  • Vom Twittern und Tröten
  • Cop 27
  • Wiederaufnahme des eingestellten Gerichtsverfahrens
  • TWIKE 6 – Passender Wiedereinstieg?
  • Elektrifiziertes Afrikareise um auf lokalen Energiebedarf aufmerksam zu machen.

„You have been so patient“

Während dem OPEN DAY geschätzten 50 Besuchern (die Firma spricht von 150 Personen), wurden die Personen vor Ort darüber informiert, dass die aktuelle Finanzierung von 800.000 Euro weiterhin nicht ausreicht. Benötigt werden aktuell für den Serienstart mind. 6 Millionen Euro (Zahl vom Sommer 2022, es dürften mittlerweile mehr sein). Die aktuelle Finanzierungsrunde wurde auf 2 Millionen Euro ausgelegt. Während der Veranstaltung OPEN DAY wurde eine weitere Verlängerung bis zum 15. Januar 2023 offengelegt, in der Hoffnung speziell über Weihnachten das ein oder andere finanzielle „Weihnachtsgeschenk“ zu erhalten.

In der Tat wurde diese Information auch am Folgetag schwer ersichtbar unter einem blauen Balken auf der Finanzierungsplattform preisgegeben. Um Zugang zu dieser Information zu finden, muss man jedoch selbst aktiv werden. Verständlicherweise fühlen sich nun doch einige Personen auf den Schlips getreten, denn möchten viele als Geldgeber des Projektes doch gerne ebenfalls darüber informiert werden ohne selbst täglich auf Suche nach „News“ zu gehen.

Meine Anmerkung: Ich verstehe selbst nicht warum es der Plattform nicht möglich ist bei jeder Neuerung eine kurze Serienemail an alle Investoren zu versenden. Die weitere Problematik besteht aber darin, dass es mittlerweile bereits verschiedene Möglichkeiten gab und gibt als Investor aufzutreten. Über diese Plattform werden aber nur die aktuellen Investoren informiert, diese müssen aber wie oben beschrieben für diese Information selbst aktiv werden. Es gibt bereits seit 2015 Geldgeber für dieses Projekt. Diese würden natürlich auch gerne informiert werden bei weiteren Projektherausforderungen, Verschiebungen etc.

Ich selbst finde es sehr schade, dass auf der aktuellen Finanzierungsplattform erst der Zähler von 90 Tagen auf 4 Tage runterlief um nun wieder bei 68 Tagen zu stehen. Die Frage ist hierbei schon berechtigt, warum nirgendswo ein * vorhanden ist mit dem Hinweis, dass der Zähler beliebige Male von vorne angefangen werden kann und der Countdown somit nur „relativ“ zu betrachten sei. Auf der Plattform befinden sich im Archiv in der Tat einige erfolgreiche Projekte, doch natürlich darf man sich schon fragen, wieviele Monate oder sogar Jahre diese Projekte denn hierfür gebraucht haben um das notwendige Geld zu erhalten. Denn speziell bei diesem aktuellen Projekt kommt es schon etwas auf die Zeit an. Seit 2014 wird der Serienstart auf das Folgejahr angekündigt. Hätte es sich nicht immer so überzeugend angehört, dann hätte ich auch nicht jedes Mal meinen Marokkoaufenthalt pro Jahr verlängert. Doch bei einem netto Gehalt von 1000 euro monatlich war ein fester Deutschlandaufenthalt nicht für mich möglich. Versprochen wurde jedes Mal eine Gehaltserhöhung sobald das neue Fahrzeug erscheint. Und ich glaubte wirklich daran und konnte es deshalb auch sehr gut nach außen folglich darstellen. Mittlerweile sehe ich, dass ich doch sehr naiv war und „kämpfe“ bereits seitdem uns 40 Prozent der Belegschaft verlassen hat für mehr Transparenz. Eigentlich schon länger. Gelungen ist mir für eine kurze Zeit den monatlich erscheinenden Newsletter für Anzahler auf alle zwei Wochen zu erhöhen. Das gab den Anzahlern zumindest das Vertrauen, dass wir am Projekt dran sind. Auch sollten aber die bisherigen Piloten nicht vernachlässigt werden, die Basis sozusagen. Jede mündliche „Werbung“ zählt. Doch mittlerweile ist durch den „fehlenden“ Posten der Kommunikation jeglicher Newsletter eingestellt worden. Es bereitet mir Kopfzerbrechen.

Während ich weiter für Transparenz stehe und auch dafür kämpfe, kommt jedoch die Kommunikation fast zum Stillstand oder wenn Sie stattfindet, dann oftmals mit Fehlern. Hier wurde für die „Übergangszeit“ bis zur gerichtlichen Klärung ein externer „Kommunikationsdesigner“ hinzugenommen, doch folgende Fehler dürfen einfach nicht passieren. Ich habe meinen Kollegen Bescheid gesagt, doch bis zum heutigen Tag wurde hierbei leider noch nichts korrigiert.

„Wir haben heute bereits Vorbestellungen, die das Absatzpotenzial von drei Jahresproduktionen des TWIKE 5 sichern könnten“ (Quelle: Aktuelle Finanzierungsplattform, Updates)

(wurde gerade auf der Plattform korrigiert, beziehungsweise der Satz wurde gestrichen.)

Nochmal für alle. Es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen Vorbestellungen und Reservierungen. Für eine Vorbestellung muss bereits ein höheres Darlehen vorab getätigt werden. Dieses ist zwar ebenfalls unverbindlich, doch kann nur bis zum Ende des Jahres gekündigt werden und das Darlehen wird erst ein Jahr später ausbezahlt. Des Weiteren täuscht die Anzahl der aktuellen Vorbestellungen, da bereits gekündigte Darlehen immer noch im Ranking stehen. Hier bitte auch Transparenz und Korrektheit zeigen! Ist es nicht ähnlich wie in einer Partnerschaft? Wenn einmal das Vertrauen angeknackst ist, dauert es sehr lange, bis dieses wieder vorhanden ist. Aber es ist möglich! Vor allem wenn zu den Fehlern gestanden wird und offengelegt wird wie es nun anders wird. (Siehe Statement Podbike)

Natürlich haben auch andere Startups Probleme angekündigte Zeiten einzuhalten. Beispiel Sono Motors oder auch das Podbike. Umso ehrlicher fand ich das Statement von Podbike letzte Woche. Und dreimal dürft Ihr raten, wie dieses Statement bei deren Community ankam. Sehr gut! Deshalb verliere ich weiterhin nicht den Glauben, dass auch unsere Community sehr positiv auf ein Statement von Entschuldigungen reagieren würde und noch positiver, wenn wir endlich unser internes Problem aufklären und aufhören hier uns in Verdrehungen der Tatsachen vor dem Gericht „lächerlich“ zu machen und dafür auch noch das Geld unserer Investoren für Anwälte und Richter ausgeben. Von meiner Seite kann ich nur sagen, dass neben dem materiellem nicht nur Lebenszeit ineffizient eingesetzt wird, sondern wir im Projekt schon viel weiter wären, wenn wir Probleme im Team intern oder extern mit Mediatoren und Konfliktmanagern lösen könnten.

Anbei möchte ich gerne das Statement von Podbike einmal hervorheben und bin gespannt auf Eure Meinung.

You’ve Been SOOOO Patient! 💓 

It has been a long and challenging path for us to reach this stage of Podbike’s development

When we set out in 2016, we thought our bikes would have been commercially available for years by now. Instead, COVID, war in Ukraine, supply chain problems, funding shortfalls and design challenges have continually set us back.

We know we have overpromised.

We know we have underdelivered.

We also know you want your bikes.

For those pre-order customers who have been waiting so patiently, we need to be totally honest. We’ve disappointed you – and ourselves – when previous delivery dates were missed. So, to not overcommit again, we can only say that full production is getting closer. 

There is no firm date, however

It all depends on how successfully this latest model tests on the road.

If any business schools are interested, Podbike’s story would be a fascinating case study of all the unexpected things that can go wrong for an entrepreneurial start-up and how you overcome them. There will be a happy ending to our story. We just can’t put a firm date on it yet.

Und nein, ich möchte nicht bei Podbike anfangen. Das TWIKE ist ein sehr spezielles Fahrzeug und bereits beim ersten Anblick dessen in 2011 hat es bei mir „Klick“ gemacht. Ich möchte es auf der Strasse sehen, doch nicht unter Gewalt und unter vergraulten Investoren. Aktuell ist eine Krisensituation und aus der gilt es herauszukommen. Ein Entschuldigung an die Anzahler, an die bisher gegangen als auch erkrankten Kollegen fände ich angebracht. Ich würde diese akzeptieren wenn wir im Anschluss versuchen die Sachen vereint besser zu machen. Dazu gehört Stärke. Podbike hat diese bewiesen. Mein Respekt!

Auch hier wieder die Bitte an Euch, gerne Feedback, Rückmeldungen, Anregungen und Lösungsvorschläge in die Kommentare oder anonym an mich zusenden. Wer überlebt eine größere Summe zu investieren, jedoch gerne hätte, dass das Team vorab wieder eins wird, bitte ich das der Firma zu kommunizieren. Ich bedanke mich vorab.

Aktuelles Feedback aus der Community zur „stillen“ Verlängerung der Finanzierung:

  • „Der in Zahlen denkende sagt, das wird nie was. Doch immerhin macht sich die Finanzierungsplattform die Taschen voll. Mit dem Herzen wünsche ich es mir natürlich, aber ohne einen Investor der da mal ein paar Millionen reinkniet wird das nichts.
  • „Ich sag‘s ja, mit falschen Angaben Investoren um Ihr Geld bringen, kriminell“

Positive Kommentare gibt es erstmal in den diversen Gruppen nicht. Diese sind aber beim Hersteller auf dem Blog zu finden 🙂

Rückblick & Feedback der Community zum 1. OPEN DAY

Was für ein gestriger Tag. Nach mehreren Tagen Vorbereitung und mehrwöchigen Ankündigungen war man bereit „die halbe Welt“ zu empfangen. Tatsächlich sind auch neben ca. 50 Interessenten drei Piloten mit dem eigenen dreirädrigen Elektrofahrzeug erschienen.

Doch das schönste gleich am Anfang. Zum ersten Mal in der TWIKE 5 Entwicklungsgeschichte (seit über 10 Jahren), hat sich das Team fast komplett gezeigt. Das möchte ich gerne zum Anlass nehmen um es anbei näher vorzustellen:

Von links: David, welcher 2020 seinen Master beendet hat und nun den externen Entwicklern zuarbeitet. Er ist unter anderem auch für die Aerodynamik zuständig. Dann unsere zwei neuen Office Managerinnen Steffi und Anne, dann unsere neue Graphikdesignerin Monik (wird aktuell durch einen Kommunikationsdesigner unterstützt). Im Hintergrund Wolfgang Möscheid, welcher bei TWIKE für das 2stündige Pilotentraining zuständig ist. Rechts davon Benjaminm welcher unser Springer ist und in der IT und mittlerweile auch im Ablauf der Entwicklung tätig ist und ganz rechts die Allround Person und GE Martin. Auf dem Bild fehlen der zweite Geschäftsführer Bernd Werner (Elektrik) und unser Mechaniker Rainer. Ebenfalls unsere Buchhalterin Yunjie. Und natürlich die nette Dame, welche im Bereich Vertrieb und Marketing aktuell einen offenen Posten solange offenlässt bis endlich einer der unzähligen Mediationversuche greift.

PROGRAMM

Auf dem Programm standen neben Testfahrten mit dem in 2009 konzipierten Prototypen als auch dem über 20 Jahren jungen Vorgänger vier einstündige Blogbeiträge am Nachmittag, welche durch das Crowdfunding Team moderiert wurden.

BLOG 1: ENTSTEHUNGSGESCHICHTE

Hier wurde unter anderem der Bruder des Geschäftsführers, Wolfgang Möscheid, hervorgehoben, welcher das TWIKE in der Schweiz entdeckt hat und im Anschluss als Generalimporteur nach Deutschland einführte. Nachdem der Schweizer Hersteller Insolvenz ankündigen musste, war der Generalimporteur einer von drei Interessenten zum Aufkauf und im Anschluss gingen die Rechte am TWIKE nach Deutschland. Wolfgang ist aktuell im Unternehmen als Pilotentrainer zuständig und parallel noch als selbständiger Solateur. Auch ist er ebenfalls mit für den Bau der neuen Produktionshalle zuständig, wo er annähernd „rund um die Uhr“ anzutreffen ist.

BLOG 2: AKTUELLE ENTWICKLUNG

Vor Ort war Axel Pauly, welcher bis 2012 aktiv für die Konzeption der Hinterachse tätig war und nun sich im wohlverdienten Ruhestand befindet. Er erklärte ausführlich sein damaliges „Werk“ von 2012 vor einem interessierten Publikum und stand auch im Anschluss gerne für Einzelgespräche zur Verfügung.

Bodenfreiheit:

Die Bodenfreiheit wird wohl erstmal bei 14 cm bleiben. Das Fahrwerk ist erstmal nicht nach oben verlegbar, hierzu ist die aktuelle Hinterachse nicht ausgelegt.

Motoren:

Diese sind bereits festgelegt und bezahlt. Die 500 Motoren sind noch auf dem Seewegund dürften in ca. 2 Monaten eintreffen.

Batterien:

Weiterhin besteht Unsicherheit über das Zellformat: 12er oder 14er Zellen. Doch aktuell besteht keine Kaufkraft hierfür. Die Entscheidung ist allerdings wichtig für weitere Festlegungen.

Sitze:

Diese sind weiterhin in Design offen und noch anpassungsfähig. Sehr wahrscheinlich wird vom Flax-Material auf Carbon übergegangen werden. Trotzdem lässt es noch an Komfort Spielraum nach oben. Doch sind die aktuelle Sitze für die Beinfreiheit und das Pedalieren ideal. Wer es bequemer haben möchte, kann sich eventuell als Option den teueren Ricardo Sitz gönnen, dieser verwehrt allerdings die Beinfreiheit. Aktuell werden verschiedene Materiallieferanten angesprochen, allerdings scheitert es auch hier erstmal an der Festlegung der Form als auch der Kaufkraft.

Display:

Hier gibt es bereits eines zum „Anfassen“. Als Option ist ein separater Bildschirm in Überlegung. Dieser dient dann ebenfalls dazu, um sich den Herzfrequenzzähler anzeigen zu lassen. Aktuell ist man dabei, dass dieser Zähler ebenfalls Einfluss auf den Generator nehmen könnte.

Prototyp:

Die meisten Teile sind bereits vorhanden, doch harmonieren diese noch nicht miteinander. Aktuell wird noch nach einem passenden Isolierschaum gesucht.

BLOG 3: FINANZIERUNG

Herr von Preysing (GE von Fundernation) konnte es sich nicht nehmen extra vor Ort zu kommen, um nochmals die Crowdfundingplattform zu erklären als auch die Verlängerung des aktuellen Crowdfundings. Aktuell sind knapp 800.000 von 2 Millionen eingesammelt worden. Insgesamt werden jedoch 6 Millionen Euro benötigt. Jedoch könnten die ersten 2 Millionen bereits helfen einen Prototypen herzustellen. Denn die meisten werden erst investieren, wenn etwas Fahrbares bereitsteht. Davon konnte sich Herr Preysing am Vortag selbst überzeugen mit seiner ersten Fahrt im Konzeptfahrzeug.

Weiterhin bedarf es jedoch für weitere Finanzierung eine bessere Kommunikation. Mein bisheriger Posten und hoffentlich auch zeitnah wieder von mir besetzt, wird aktuell versucht über den Kommunikationsdesigner von Fundernation auszugleichen. (Eigene Anmerkung: Dieser Posten ist nicht so leicht auszugleichen, denn nur sehr wenige leben auch wirklich den LOHAS Lebensstil und das ist genau die Nische, welche es anzusprechen gilt. Es ist schwierig mit dieser Nische als Externer zu kommunizieren).

Über Weihnachten soll es nochmals weiteren Input geben, um zu weiteren Finanzierungen zu motivieren.

BLOG 4: ZUKUNFT

Das Projekt wird sich weiterhin zeitlich nach hinten verschieben, doch bleibt man zuversichtlich. Es ist bereits zu viel Geld und Zeit (seit 2009) investiert worden, als dass das Vorhaben zum aktuellen Zeitpunkt noch fallengelassen werden könnte. Das Fahrzeug wird auf die Strasse kommen, es ist nur eine zeitliche Frage.

Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass neben dem TWIKE 5 auch das TWIKE 6 nicht von einem Fertiger produziert wird. Für das TWIKE 5 würde lediglich der Rahmen extern gefertigt werden, und vor Ort würde man bis zu zwei Fahrzeuge pro Tag dann selbst zusammensetzen. Beim TWIKE 6 (aktuell auf 2024 verlegt) könne man sich noch mehr Selbstständigkeit vorstellen und vor allem auch die vorgesehene Stückzahl von 2000 Fahrzeugen pro Jahr ebenfalls vor Ort zu produzieren. Es wird mit über 90 weiteren benötigten Mitarbeiten gerechnet.

Bezogen auf das nicht mehr produzierte TWIKE 3 bleibt es weiterhin offen, wo der künftige Platz für den technischen Service sein wird.

Weiterhin wurde keine Zeitschiene für die nächsten Schritte bekanntgegeben. Als nächster Schritt steht weiterhin der Aufbau des ersten Prototypen an.

PRESSE

Presse war bis auf die lokale HNO keine vor Ort, allerdings hielt das fleißige Filmteam von Fundernation Stellung und hat das Event festgehalten. Es wird auf jeden Fall noch nach außen getragen werden.

UND DAS SAGT DIE COMMUNITY, WELCHE VOR ORT WAR BZW. ES ÜBER DIE SOZIALEN MEDIEN GRUPPEN VERFOLGT HAT:

Insgesamt wurde das Event erstmal positiv aufgenommen. Die Interessenten, welche noch nicht mit dem Konzeptfahrzeug bisher in Berührung gekommen sind, waren nach einer 5 minütigen Testfahrt als Beifahrer erstmal begeistert. Aber auch für die, welche bereits schon länger in der Community sind, war es interessant sich mit Seinesgleichen auszutauschen und endlich mal etwas Greifbares neben den bisher vielen Renderings zu sehen. Der Anblick des bisher noch nicht wirklich aufgebauten Prototypen kam allerdings etwas enttäuschend an. Der geschraubte anstatt genietete Blechrahmen wurde als „mutig“ beschrieben. Schön war es endlich auch mal einige Gesichter vom Team zu sehen, denn bis dato ist eigentlich eher meine Person oder die Person des Geschäftsführers nach außen bekannt. Dem ein oder anderen ist aufgefallen, dass der zweite Geschäftsführer jedoch weiterhin fleißig während der Blogbeiträge vor seinem PC sass. Hierzu gilt zu sagen, dass er davor aber auch fleißig Testfahrten im TWIKE 3 gegeben hat.

Etwas negativ aufgestoßen sei, dass zum neuen Zeitplan keine Auskunft gegeben wurde. Doch liege aktuell Hoffnung auf dem Aufbau des ersten Prototypens für Frühjahr 2023.

Die Moderation sei sehr gut angekommen, da auch das Publikum angesprochen wurde und es nicht zu lange gehalten wurde.

Zum schwierigen Thema Finanzierung bleibt die Community weiterhin gespalten. Es kam definitiv nicht gut an die ganze Zeit von einer guten Funding Kampagne zu reden, wenn 4 Tage vor Ablauf erst 800.000 Euro von 2 Millionen Euro eingesammelt wurden und es positiv gesehen werden sollte, dass bis zum 15.01.2023 noch der Rest zu schaffen wäre. Dazu hätte eine leere Produktionshallen mit kaum Werkzug und einem „Blechkasten“ erstmal keine Aussicht gegeben.

Der Geschäftsführer hätte allerdings erstmal besser ausgesehen als auf dem Finanzierungsvideo, entspannter (eigene Anmerkung: Ich hoffe sehr, dass er sich endlich externe Hilfe genommen hat. Denn nur wenn er dem bisher nervösen und angespannten Zustand rauskommt, haben wir noch eine Chance auf eine entspannte Mediation).

EIGENE ANMERKUNG

Weiterhin bin ich der Meinung, dass dieser erstmalige OPEN DAY eine gute Gelegenheit gewesen wäre ein längst überfälliges Statement über den aktuellen Status Quo zwischen mir, ihm und der Firma zu geben. Beide Seiten wollen das, doch wir konnten hierzu immer noch nicht ins Gespräch kommen. Denn auch der 7. Mediationsversuch ist gescheitert. Dieses Mal daran, dass der Mediator auf die Einhaltung der Mediationsregeln pochte. Dazu gehört es alle aktuellen Prozesse vor Gericht (aktuell noch drei!) zur Ruhe zu bringen. Von meiner Seite wäre ich sofort bereit, das Verfahren vorm Arbeitsgericht ruhen zu lassen. Doch von seiner Seite kam eine erneute Bedingung (Ihr erinnert Euch, ich musste erst diverse Vorbedingungen für eine Mediation erfüllen) ins Spiel. Er möchte für weitere Gespräche, dass ich das Arbeitsgericht komplett einstelle. Doch das kann ich nicht, denn mittlerweile bin ich doch größere finanzielle Schulden bei einigen aus der Community eingegangen und wenn ich es gewinnen würde (aktuell brauche ich hierfür nur 0.5 Mitarbeiter mehr), würde ich die letzten 9 Monate noch ausbezahlt bekommen. Kurzum, ja ich bin bereit das Arbeitsgericht einzustellen nach erfolgter Mediation. Der nächste Gerichtstermin wird im Frühjahr stattfinden. Bis dahin versuche ich durch meinen Blog nicht nur Öffentlichkeit für meinen Fall, sondern natürlich auch für das Projekt zu bekommen. Da ich weiterhin an meinem Herzensprojekt mitarbeiten möchte, sehe ich den einzigen Weg nur darin, das fehlende Geld aufzubringen. Doch hierzu müsste auch garantiert werden, dass ich nicht nur auf den bisherigen Posten zurückkomme, sondern nach über zehn Jahre Mitarbeit hier etwas weiter komme. Nach all den bisherigen Dilemmas auch mit bereits gegangenen Mitarbeiter möchte ich zudem eine Zusatzqualifiation bezogen auf Krisenemanagement oder noch besser eine Ausbildung zum Mediator. Es wird immer wieder gesagt, dass die echten Probleme erst beim Stemmen einer Produktion entstehen, somit wäre das eine sinnvolle Investition. Es bleibt hier weiterhin spannend und ich versuche zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, so dass wir im Nachhinein durch diese Krise besser dastehen als zuvor. Nicht einfach doch ich habe die Herausforderung angenommen und würde Euch für Eure Unterstützung und Rückmeldung danken. Falls Ihr denkt, dass ich zu kritisch vorgehe, schreibt mir gerne. Falls Ihr denkt, dass ich es gut mache auch gerne. Lob, Kritik, Anmerkungen, weitere Lösungsvorschläge sind immer gerne gesehen. Sollte sich jemand für eine größere Investition interessieren und dabei aber mich gerne wieder an meinem Posten zurücksehen, wäre ich natürlich ebenfalls dankbar, wenn das dem Unternehmen kommuniziert werden würde.

Elektrifizierender Samstag: OPEN DAY & RIVE MAROC Treffen

Die Heimat grüßt. Es freut mich insbesondere, wenn es zu Hause vor Ort weitergeht. In der Tat sind es heute sogar drei elektrifizierendere Events: OPEN DAY, RIVE MAROC Treffen und EcoGrandPrix. Die letzten beiden finden in Meppen statt. Doch am meisten freue ich mich über die nun endlich zum Einsatz kommende Transparenz auch beim OPEN DAY. Diese von mir jahrelang erkämpfte fehlende Kommunikation und Ehrlichkeit kam bereits teilweise durch den transparenten Quartalsbericht für einen gewissen Teil an Investoren zum Trage. Hier gibt es noch Potential nach oben, denn auch die anderen Unterstützer als auch Anzahler sowie potentielle Investoren hätten natürlich auch gerne diesen Einblick. Doch heute vor Ort konnten sich neue Interessenten davon überzeugen, dass es sich nicht nur um eine „Briefkasten“firma handelt :-). Die bereits auf August versprochene Produktionshalle wurde heute Vormittag eingeweiht und sehr gut sichtbar war der aktuelle Stand des Prototypen. Dieser entspricht dem bisher schriftlich fixierten 40 Prozent des Entwicklungsstandes.

Parallel dazu gibt sich nun auch Podbike transparent. Ich freue mich, dass nun mehr und mehr Startups erkannt haben, dass zuviele unrealistische Versprechen einfach kein Vertrauen aufbauen können. Umso mehr Respekt, wenn man so ehrlich ist und noch rechtzeitig die „Kurve kratzt“ oder im Falle von Podcast sich sogar entschuldigt. Dazu gehört Einsicht, Stärke und Empathie.

„You have eben SOOOO Patient! 💓 

It has been a long and challenging path for us to reach this stage of Podbike’s development. 

When we set out in 2016, we thought our bikes would have been commercially available for years by now. Instead, COVID, war in Ukraine, supply chain problems, funding shortfalls and design challenges have continually set us back.

We know we have overpromised.

We know we have underdelivered.

We also know you want your bikes.

For those pre-order customers who have been waiting so patiently, we need to be totally honest. We’ve disappointed you – and ourselves – when previous delivery dates were missed. So, to not overcommit again, we can only say that full production is getting closer. 

There is no firm date, however. 

It all depends on how successfully this latest model tests on the road.

If any business schools are interested, Podbike’s story would be a fascinating case study of all the unexpected things that can go wrong for an entrepreneurial start-up and how you overcome them. There will be a happy ending to our story. We just can’t put a firm date on it yet.One thing we are sticking to though is our roll-out plan: FRIKAR will be delivered to pre-order customers in Norway first and then to customers in Germany in 2023. We will launch in other European countries, one at a time.“

Und last but not least finden heute in Meppen gleich zwei Emobil Veranstaltungen statt. Der Eco Grand Prix als auch ein RIVE Maroc Treffen. Super, dass die eRallye RIVE Maroc auch weiterhin weitergetragen wird. Von meiner Seite aus warte ich auf die Entschuldigung und das Beenden des Dramas seitens der Firma und dann sollte es auch wieder mit der RIVE Maroc weitergehen können. Spannende neue Routen laden ein. Aktuell könnte ich mir die RIVE bis Zagora abers auch bis Dakhla vorstellen. Hier vor Ort tut sich was.

Let‘s ELECTRIFY!

Der 3. Quartals-Report ist draussen! Nur für Investoren!

Die langersehnte Transparenz, die unter anderem auch zu dem Drama geführt hat, kommt dann doch endlich. Manchmal muss es erst vielleicht BÄNG machen, damit endlich reflektiert wird. Natürlich sollte den Geldgebern eines Projektes in regelmäßigen Abständen mitgeteilt werden, was mit dem Geld gemacht wird, was gut geklappt hat, was nicht und wie der aktuelle Status als auch die nächsten Meilensteine in Zeitangaben sind.

Zum ersten Mal wurden Zahlen beim Einführen des zweiten Crowdinvests veröffentlicht. Zahlen, welche selbst ich nicht kannte! Denn bereits 2017 hieß es, dass nur noch 2 Mio Euro fehlen würden bis zu einer Serienproduktion. Und 2022 fehlen dann noch knapp eine zweistellige Millionensumme. Das zweite Crowdfunding wurde somit auf 2 Millionen Euro ausgelegt und hat es am Schluss auf kaum 800.000 Euro geschafft. Hiervon wurden im September bereits 500 Motoren gekauft plus die Produktionshalle weiter ausgebaut. Somit fehlt erneut das Geld für den so wichtigen und herbeigesehnten Prototypen. Seit knapp 10 Jahren wird das Konzeptfahrzeug TWIKE 4 für Testfahrten als Beifahrer benutzt. Dieses hat aber weder eine Pedalerie noch entspricht es mittlerweile dem aktuellen Design. Unter uns gesagt, im TWIKE 4 fühle ich mich mit sehr viel Raum und es sagt mir auch optisch zu. Doch das TWIKE 5 wird um einiges enger als auch kantiger. Auch erscheint es so, als ob der Kofferaum nun doch nicht mehr von innen zugänglich ist und somit wäre es das Aus für alle Hundeliebhaber, welche es bis dato sehr genossen haben Ihren Vierbeiner auf der Rückbank dabeizuhaben.

In den letzten Tagen haben mich über diverse TWIKE Gruppen aber auch privat mehrere Anfragen zum Invest Report erreicht. Fakt ist, dass dieser Report erstmal NUR zugänglich ist für die Investoren des letzten Crowdfundings. Korrekt, selbstverständlich sind auch alle Anzahler als auch Unterstützer des ersten Crowdfundings Investoren. Doch der Report wurde über das zweite Crowdfunding versendet. Die versendete PDF ist vertraulich und darf nicht einfach veröffentlicht werden. Deshalb bitte ich Euch drum kurz an meine beiden Kolleginen, welche einen Teil meiner Aufgaben übernehmen, solange wir das „BÄNG – Drama“ noch vor dem Arbeitsgericht austragen anzuschreiben. Ihr erreicht beide unter office@twike.com. Mit Sicherheit werden die beiden eine Lösung auch für bisherige Investoren finden um allen einen Überblick über den aktuellen Status zu geben.

Besten Dank an dieser Stelle nochmals an alle Unterstützer des Projektes. Hinter dem Projekt stehen Menschen und die letzten Jahre waren nicht einfach. Denn auch wenn das Team im Schatten des Projektes steht, ist es auch nicht einfach ein Projekt von einem Jahr zum nächsten zu verschieben. Am eindrücklichsten ist es wohl an meiner Person zu beschreiben. Seit 2012 arbeite ich an diesem Projekt von Marokko aus mit. Fasziniert vom ersten Mal, wo ich in meinen elektrischen dreirädrigen Flitzer nach Marokko fuhr und vor Ort ein Jobangebot bekommen habe mit dem Hinweis, dass ab 2014 das neue Fahrzeugmodell in Serie gehen wird. WOW! Ich entschied mich definitiv gegen mein geplantes Aufbaustudium in Jordanien und war dankbar über die Möglichkeit noch zwei Jahre in diesem Land verbringen zu dürfen. Doch nie hätte ich gedacht, dass wir nach über 10 Jahren das Projekt immer noch nicht auf den Markt bringen. Ich pendelte zwischen Deutschland und Marokko, jeweils in jedem Land für 6 Monate. Ich führte sozusagen zwei Leben gleichzeitig plus eine Fernbeziehung, welche diesem Leben aber auch nicht Standhielt. In der Zwischenzeit gehöre ich zu nur 5 Mitarbeitern, welche diese Zeit mitgemacht haben. Ansonsten ist es ein Kommen und Gehen an Kollegen gewesen, was mich als teamfreudige Person jedes Mal sehr traurig gemacht hat. 2020 war dann der Tiefpunkt, 40 Prozent meiner Kollegen haben das Team verlassen zum Teil auch sehr unkollegial. Das führte zum VOR-BÄNG. Im Report hat es mich sehr verwundert, dass die Anzahl der Mitarbeiter der letzten 2 Jahre konstant blieb. Doch auch noch weitere Zahlen bezüglich Zukunft verwundern mich sehr. Doch lest es am besten selbst. Ich möchte ungern, dass erneut zu hohe Erwartungen aufgestellt werden, welche dann wieder in Enttäuschungen führen. Das „HullaHupp“ ist weder bei Diäten noch im Alltag gut. Nach über 10 Jahren braucht es eine gewisse Stabilität. Viele unserer Unterstützer sind auch noch bereit weitere Jahre auf das neue Produkt zu warten. Die meisten haben mittlerweile bereits ein Übergangfahrzeug. Deshalb gilt hier nicht das Vertrauen zu verspielen. Die ersten haben Ihr Fahrzeug bereits 2016 komplett anbezahlt und sehen es mittlerweile als gute Investition, da das Darlehen doch jährlich ein besserer Zinssatz als auf der Bank aufwirft. Top! Doch weiterhin ist es ein Hochrisikomanagement, denn es gilt der 100 Prozentige Verlust des Darlehens. Und hier sind wir alle gefragt, denn wir sitzen alle im gleichen Boot. Wir wollen nicht nur das investierte Geld nicht verlieren, sondern auch das Produkt auf der Strasse sehen. Der erste Schritt um Vertrauen wieder zu schaffen ist es interne Zahlen nicht nur einem Teil der Investoren auszuhändigen. Auch wenn die Zahlen mir Kopfzerbrechen bereiten, gilt es jetzt die Investoren damit nicht alleine zu lassen. Gerade nach Aushändigen dieser Zahlen gilt es nochmehr Vertrauen zu schaffen. Wie ist der aktuelle Stand jetzt? Eine Produktionshalle ist fertig! Top! Doch wie sollen die Zahlen im Report für die nächsten Jahre erfüllt werden?

Folgende Kommentare haben mich in den letzten Tagen erreicht und zeigt eindeutig, dass nicht alle in unserer „Blase“ sich befinden:

  • Seit wann ist TWIKE eine Firma für Hallenbau?
  • Prototyp, Serienfahrzeug? Nix
  • Ist doch offensichtlich, wenn man weiß, wie lange am TWIKE 5 schon rumgebastelt wird: da träumst sich einer was zusammen, das mit der REalität nichts zu tun hat. Das geht nicht mehr lange gut.
  • 2023 ist in 8 Wochen. Dann Serienproduktion von 10 Fahrzeugen pro Woche? Never ever!
  • Bei einer Unternehmensbewertung von 10 Mio Macht das eine KUV von über 38. Das ist abgrundtief schlecht. Wer will das bezahlen? Würde man einen Applestandard drauf ziehen, wäre die Bewertung für TWIKE bei 1.6 Mio. Und Apple verdient Geld. Das ist einfach utopisch was da aufgerufen wird.
  • Wie kommt der überhaupt auf ne Unternehmensbewertung von 10 Mio? Das ist ja der 30 fache Umsatz und das ohne vorhandene KGV? Hat der Goldbarren im Keller oder sonstige Assets (Patente o.ä.) die so eine Bewertung rechtfertigen?
  • …..

Kurzum, genau solche Kommentare haben mir immer geholfen zur Aufbereitung der nächsten News. Denn es ist doch toll sowohl negativen, positiven als auch konstruktiven Feedback aus der Community zu erhalten. Als Manufaktur ist man über jeden einzelnen dankbar, welcher überhaupt das Produkt kennt und versucht diesen positiv an sich zu binden.

In der Tat habe ich noch keine einzige positive Rückmeldung bekommen. Darüber würde ich mich natürlich auch sehr freuen.

Weiterhin möchte ich dazu beitragen, dass wir hier eine positive Kurve bekommen.

Aktuell arbeite ich daran, wie wir als Firma ein Statement über den aktuellen Stand zwischen mir und der Firma nach außen geben können. Mein Vorschlag wäre Folgender:

Liebe Community, wir als Firma entschuldigen uns über das interne Geschehen innerhalb unseres Teams die letzten Monate. Wir sind nun mit einem Krisenmanager in Kontakt und sind zuversichtlich, dass wir zeitnah interne Missverständnisse nicht nur bereinigen können, sondern aus den gemachten Fehlern unser Team stärken können und noch besser für eine elektrifizierendere Zukunft aufzustellen. Hinter unserem Projekt stecken noch echte Menschen und diese machen Fehler und können aber auch aus Ihren Fehlern lernen. Wir werden zeitnah auf Euch mit einem ausgearbeiteten Lösungsvorschlag zukommen. Let‘s TWIKE! Let‘s Team! Team TWIKE!

AFRIKA erfahren mit dem elektrischen Van? Erneutes E-Pioniering?

Korrekt, der ein oder andere mag es bereits mitbekommen haben. Wir liebäugeln auf größere Reise zu gehen und probieren das aktuell bereits mit immer größeren Etappen in Marokko aus. Zuerst waren es Tagesausflüge, dann haben wir die Länge als auch die Distanz erhöht und mittlerweile fahren wir das erste Mal mit 4 Hunden auf größere Tour. Richtig, die bislang längste Tour war von Deutschland nach Marokko, doch diese Tour war nur mit zwei Hunden als auch entlang funktionierender und erprobten AC und DC Ladestationen. Abseits von Marokkos Autobahn sieht das jedoch anders aus. Hier sind wir schonmal an Schukosteckdosen mit nur 6A bis zu 30h am Laden. Doch für die Hunde ist es bis dato ein Genuss und ich finde auch noch Zeit zum Schreiben und mich zu „Verteidigen“ gegen mittlerweile mehrere Gerichtsverfahren. Und noch dieses Jahr muss ich ebenfalls einige Gerichtsverfahren von meiner Seite aus starten, sollten wir uns nicht irgendwie friedlich einigen. Doch eines nach dem anderen. Wichtig ist erstmal, dass es uns gut geht, wir auf Achse sind, an Laufwettkämpfen teilnehmen oder mit unserer lokalen Triathlongruppe uns verausgaben.

Wenn die aktuelle Wüstentour erfolgreich sein wird, wollen wir ein weiteres Niveau drauflegen. Uns in Richtung abgelegenen Gebieten bewegen, wo es eben mehr Tankstellen als Steckdosen gibt. Bis dato heißt es in den Industrieländern ja immer, dass es mehr Steckdosen als Tankstellen gibt. In Afrika sieht das anders aus und da wollen wir uns langsam antasten. Und genau in solchen Gebieten werden wir erproben müssen, ob der eVan bei geringer Geschwindigkeit auch 200km fahren kann, da es einfach dazwischen nur Sand geben wird.

Bis dahin brauchen wir aber unbedingt die Fenster zum Durchlüften plus eine Solarfläche auf dem Dach. Mir schwebt auch noch eine externe Solarfläche vor, wo wir dann im Fall der Fälle auch das Fahrzeug noch einige Km daran laden können.

Dann ist die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Gerne würden wir ja bereits im Dezember Richtung Mauretanien und Senegal aufbrechen, doch es sind noch zwei Gerichtstermine im Januar und im Frühjahr vorhanden. Noch ein weiterer Grund es zeitnah friedlich zu lösen. Falls nicht wäre es aber auch ok. Plan B wäre dann den Marathon in Marrakesch Ende Januar mitzulaufen, im Frühjahr mit dem Ironman 70.3 Training anzufangen, diesen im Herbst 2023 zu laufen und im Anschluss auf Tour zu gehen. Ausreichend Zeit für Sponsorensuche etc. und bis dahin dürfte ich auch mein noch ausstehendes Gehalt und Urlaubstage auf dem gerichtlichen Wege bekommen.

Doch schöner wäre eine Einigung vorab und da das berufliche Projekt erstmal meiner Meinung nochmals 1 bis 2 Jahre braucht bevor es in die USA geht, würde ich mir gerne diese Zeit für die Afrika – Reise nehmen bevor wir dann im besten Fälle versuchen das Projekt in den USA voranzutreiben…ich weiß, ich bin optimistisch…aber ich sehe das als die einzige Lösung aus diesem Schlamassel raus. Es sollte für alle eine win win Situation werden und nochmals in dieses Vorserien-Produktionschaos einzudringen sehe ich bis auf meine zwei Firmenhunde vor Ort rstmal nicht effektiv. Ich sehe bis dato, dass es ein sehr guter Zeitpunkt ist um mit den vier Hundies auf Afrikareise zu gehen. Denn diese werden auch nicht jünger.

Trotz meiner 10 jährigen Erfahrung mit Emobilität in Schwellenländern ist Afrika doch nochmal eine eigene Hausnummer, welcher ich mit große Respekt begegne. Aktuell fahren offroadfun.de mit Ihren drei Wolfshunden schonmal voraus um die Abstände der Steckdosen für uns zu dokumentieren. Auch kilowatt.ma ist bereits dran für uns die Ladestationen bis Dakhla zu erstellen. Und aktuell hat gerade die Deutsche Sintje mit ihrem Ridecake die Grenze zu Mauretanien überquert. Sie hat mit Ihrem elektrischen Motorrad ebenfalls nur eine Reichweite bis zu 150 km doch kann im Notfall ihr Motorrad auf einen lokalen Pickup oder Bus verladen.

Es bleibt spannend und Langeweile kommt zum Zeitpunkt des „Abwartens“ auf eine friedliche oder gerichtliche Lösung ganz bestimmt nicht auf. Und bezogen auf das berufliche Projekt habe ich nicht den Eindruck etwas zu verpassen. Denn es scheint zumindest finanziell nicht weiterzugehen und ohne das Finanzielle stockt auch die Entwicklung. Ich möchte aktuell eher nicht in seiner Haut stecken und denke eher, dass er ohne Marketing und Kommunikation (mein Posten) gegen eine Wand fahren wird. Denn die Community fängt schon wieder an unruhig zu werden da keine Informationen rauskommen bezüglich wie es denn weitergehen wird da nun bereits das zweite Crowdfunding gescheitert ist. Ich hätte da so einige Ideen und vor allem die Kontakte…es ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite möchte ich auf keinen Fall, dass das Projekt scheitert, doch auf der anderen Seite würde ich natürlich auch gerne meinen Beitrag nach über 10 Jahren leisten und es auch zum Erfolg bringen dürfen. Ich sehe einfach, dass weiterhin die falsche Bahn eingeschlagen wird und die Entwicklung wichtiger ist als die Finanzierung des Projektes…deshalb kam es Dezember 2021 zum BÄNG. Es ist nun fast ein Jahr her und das Projekt ist kaum weitergekommen plus zusätzlich die Kämpfe vor Gericht. Schade! Aber optimistisch bleiben. Weiterhin gilt, wir sind alles nur Menschen und diese können auch Lösungen finden 🙂 Let‘s PEACE!

Minimalistischer Halbmarathon als Friedensangebot?

Seit wenigen Tagen sind wir elektrisch Richtung Norden unterwegs. Dank der immer besseren Lademöglichkeiten in Marokko geht es auch gut vorwärts. Ich steigere mich peu à peu bezüglich elektrischen Reisens mit vier Hunden. Zunächst konnte ich ja wegen nicht funktionierendem Schukoladens überhaupt nicht groß ausserhalb der Autobahn elektrisch Reisen gehen.

Das war schon etwas ärgerlich, denn dachten wir (Martin und ich), dass wir eventuell durch meinen Kauf des Elektrobus zumindest eines von mehreren Problemen Lösen könnten. Denn seit Jahren befinden wir uns ja bereits in der schwierigen Phase das Geld für das nächste Fahrzeugprojekt zusammenzubekommen. Wir beide haben hier definitiv ein Problem die notwendige Balance bzw. Ausgleich zu finden, um diese schwierige Zeit auch als Mensch durchzuhalten. Ich habe sehr viel nachgedacht in den letzten Monaten und komme immer wieder zu dem Entschluss, dass es ohne die Hunde nie zu diesem aktuellen Problem (Drama) gekommen wäre. An dieser Stelle fällt mir auch wieder ein, dass er doch emphatisch sein kann, zumindest was Tiere angeht. Er hat mich immer unterstützt wenn es um die Strassenhunde Marokkos ging und wir haben uns durch das Misslingen eines lokalen Sterilisationsprojekts in Marokko und das Zustandekommen mehrerer Umstände irgendwie verrannt. Auf keinem Fall haben unsere Hunde hier aber direkt Schuld. Im Gegenteil, sowohl er als auch ich haben diese in unser Leben integriert und sind froh, dass es so gekommen ist. Vielleicht damit zu vergleichen, wenn Paare unerwartet eigenen Nachwuchs bekommen haben. Oft zeitlich unpassend, doch im Nachhinein sind die meisten dann doch froh, dass es so gekommen ist.

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Am Anfang war ja BAYDA, welche Martin und ich zusammen aus der „Wüste“ gerettet haben. Ja, ich hatte Bayda gesichtet, ja, es war meine Idee und ja ich bin froh, dass Bayda existiert und dass Sie erst vor Kurzem dem Tod entronnen ist. Ein Hund passt ja auch locker ins TWIKE … Vom Fliegen war ich eh noch nicht begeistert und somit war klar, dass ich mit BAYDA mehrfach zwischen Europa und Afrika elektrisch fahren würde. Pro Jahr war ich ein halbes Jahr in Deutschland und ein halbes Jahr in Marokko.

Nach einem längeren Deutschlandaufenthalt kam BOB in mein Wohnviertel in Marokko. Er hatte ein Autounfall und war nur noch dreibeinig unterwegs. Er hat sich über einen Monat bei mir auskuriert und im Anschluss gehörte er dazu.

SOPHIE wurde am Strand vergiftet. Man hat mich sofort angerufen, da ich mich um die Strandhunde von Agadir kümmerte. Bereits gelähmt und in Koma habe ich Sie vom Strand aufgelesen und direkt zum Tierarzt gebracht. Mit sehr viel Glück hat Sophie überlebt und konnte wieder zum Strand zu Ihrem Partner BILLY. Sophie ist die erste sterilisierte Hündin Agadirs gewesen. Als das Sterilisationsprojekt versagt hatte (kommt ein eigener Bericht hierzu), bat mich die zuständige Organisation Billy und Sophie bis zu einer Lösung aufzunehmen. Und dann waren es vier Hunde…SOPHIE lebt aktuell mit DAFFA (ähnliche Geschichte) in der Firma und bei mir kam noch SOUKY dazu. Ein Strassenhunde vom Souk, der ansonsten verblutet wäre.

Kurzum, er hat zwei Hunde, ich habe 4 Hunde. Zusammen haben wir sechs Hunde. Ich habe nach Deutschland immer BOB und BAYDA mitgebracht, egal wo ich war, ich hatte immer 4 meiner Hunde um mich herum. Schön aber es ist auch Arbeit udn vor allem eine Frage der Organisation. Wir haben in DE einen Firmenbus, konnten uns somit in DE von A nach B bewegen. Hört sich aber auch einfacher an als es ist. Aber hey, wir waren mobil und vor allem zu zweit. Einer konnte auch mal aufpassen, während der andere einen Arzttermin etc hatte. Aber in Marokko sah die Welt anders aus. Nach über 2 Jahren COVID mit 5 Grenzschließungen war ich mit 4 Hunden relativ ohne viel Aussenwelt. Doch Mobilität ist wichtig, Balance ist wichtig. Die einzige Lösung für mich von zuHause rauszukommen, ist alle 4 Hunde mitzunehmen. Kurzum, die Antwort auf die mögliche Lösung war naheliegend. Ich bräuchte ebenfalls einen Bus. Denn seit Jahren habe ich auf das geplante TWIKE 5 mit Anhängerkupplung gewartet. Hier hätte ich zwei Hunde im Fahrzeug und zwei im Anhänger transportieren können. Doch auf Grund der Finanzierungsschwierigkeiten des Projekts hat sich das Projekt von 2014 bis heute verschoben …denn eigentlich war mein Marokkoaufenthalt ja nur bis zum TWIKE 5 geplant…

Und dann haben wir endlich den Elektrobus im Oktober 2021 gefunden! Und auch Spätabends noch auf die Schnelle mit dem Notwendigsten ausgebaut. Das 220V Ladesystem funktionierte nicht und wir haben es auf die Schnelle auch nicht nicht geschafft. Denn die Zeit lief gegen uns, jeden Moment könnte Marokko wieder die Grenzen schließen. Und so war es dann auch. Eine Woche nachdem ich in Marokko eingetroffen bin, hat Marokko die Grenze für 4 Monate, die Seegrenzen sogar für 6 Monate gesperrt. Manchmal denke ich, es wäre besser gewesen ich hätte die Fähre nicht geschafft, dann wäre es vielleicht nicht zu diesem Drama gekommen…

Kurzum, wir konnten ja nicht wissen, dass Marokko die Grenzen zum 5. Mal schließt und wirklich keiner hätte es Marokko zugetraut, die Grenzen über Weihnachten zuzulassen. Somit konnte Martin nicht wie geplant an Weihnachten das 220 V Ladegerät reparieren, kurz zuvor hatten wir uns über den „10.000 Euro! Newsletter nicht einigen können, Geldmangel, es hat sich alles hochgeschaukelt und dann die durchgehende Grenzsperrung an Weihnachten. Ich saß sozusagen mit 4 Hunden an Weihnachten und Silvester fest und parallel konnten wir uns nicht aussöhnen und keine Chance aus dem ganzen Chaos mal auszubrechen. BÄNG.

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Jetzt bin ich abgeschweift. Kurzum, in den letzten Monaten bin ich nicht immer nur weitere Strecken mit den 4 Hunden gefahren, sondern habe auch immer längere Zeit im Bus gelebt während ich meine selbst gemietete Wohnung vermietet habe und weiterhin vermiete um hier finanziell über die Runden zu kommen bis ich endlich meine dreistellige Urlaubstage plus 1.5 Jahresgehälter noch ausbezahlt bekomme. Bis dato haben diese kleinen Steigerungen zu einer maximalen Reise von über 200 km geführt. Die aktuelle Reise wird uns über 1000 km weit bringen.

Die Reise in den Norden zum nächsten Sportevent, Casablanca Marathon, schafften wir problemlos in zwei Tagen. Was für ein großer Unterschied die Ladezeiten in einem Van zu verbringen als ich einem TWIKE. Während der Ladezeit kann man sich einfach hinlegen, erholen, schlafen, Internet, etc. Kurzum, es war eine angenehme Reise, wenn nur nicht diese Hitze wäre. Hier ist der eVan einfach noch nicht vollständig ausgebaut. Weiterhin fehlt uns noch eine Solarfläche, als auch der Einbau der bereits gekauften Fenster. Mühsam hatte ich hier das Geld aufgetrieben, doch letzte Woche kam eine erneute Anwaltsrechnung und das Geld war wieder weg. Somit haben wir jetzt die längere Reise in einer erneuten Hitzewelle ohne Fenster für den Durchzug als auch ohne Solaranlage für den Ventilor angetreten…Bayda geht es wieder besser doch trotzdem sollte man bei den älteren Hunden darauf achten, dass es nicht zu heiß wird. Schade! Wenn ich leide ist das eine Sache, doch die Hunde können noch weniger für das ganze Drama als ich.

In Casablanca selbst galt es somit eine ruhige Nebenstraße zu finden, wo es am Vormittag schattig war, damit ich mir während dem Lauf nicht zuviel Gedanken machen musste. Und diese fand ich auch und wir verbrachten auch in dieser Nebenstraße die Nacht. Toll, wie unauffällig wir sind mit dem Van. Er sieht einfach aus wie ein Transporter. Mit dem TWIKE war es immer sehr umständlich einen sicheren Platz zu finden, mit den Hunden im TWIKE wäre es überhaupt nicht gegangen, das TWIKE für mehrere Stunden unbeaufsichtigt zu lassen. Die Nacht vor dem Halbmarathon war gut, ich konnte sogar einige Stunden schlafen, am nächsten Morgen mit den Hunden mich warmlaufen Iaund stand pünktlich ohne Stress zum Start mich bewegen. Die Sandalen zog ich kurz vor dem Lauf aus und hatte diese im Laufrucksack verstaut. Alles praktisch und nichts Neues mehr mittlerweile. Trotzdem war die Aufregung groß. Denn keiner aus meiner Laufgruppe war vor Ort, ich kannte niemand und vor allem auch nicht den Streckenuntergrund. Wie wird der Strassenbelag der nächsten 21km sein? In den vorherigen 3 Wochen bin ich zwei Halbmarathone gelaufen…eigentlich wäre Pause angeraten

, doch Pause tut mir mental nicht gut…ich merke, dass mich diese Wettkämpfe positiv ablenken. Ich konzentriere mich hierbei endlich mal auf etwas anderes als das Drama.

Es waren über 8000 Läufer am Start, wow! Der Start war somit sehr beengt und ich war damit beschäftigt keine Schuhe anderer auf meine Füße abzubekommen. Mit Erfolg. Allerdings kam ich nur sehr langsam aus dem Pulk raus. Um eine Zeit von 1h50 zu erreichen, sollte ich jeden Kilometer in nicht mehr als 5Min20 laufen. Das ging bereits auf den ersten zwei km nicht. Im Anschluss merkte ich, dass meine Beine noch nicht ausgeruht sind und einigte mich mit mir auf 5Min30. Es wäre ok für mich, diesen Halbmarathon in unter 2h zu laufen. Sonntags früh waren noch nicht sehr viele Autos unterwegs und ich fand im Nachhinein den Lauf entspannter als den Marathon in Marrakesch bezogen auf den Verkehr. Auch den Abschnitt am Meer entlang war nett. Ab km 10 bis km 15 konnte ich das Tempo nicht mehr halten, ich hatte noch Kraft aber die Beine waren zu schwer. Aber ich war nie auf der Strecke alleine, bis zum Schluss war ich immer umrundet mit Läufern, welche allesamt sehr positiv auf meine nichtvorhandenen Schuhe reagierten.

Und dann rief es hinter mir ASAN (Name unserer Laufgruppe in Agadir). Überraschenderweise hat mich jemand aus Agadir erkannt. Im Anschluss noch eine zweite Person. Aber auch während des Laufes gab es nette Bekanntschaften. Dann kam noch ein größerer Anstieg und die letzten 5 km konnte ich nochmals Gas geben und siehe da ich lief genau mit 2h ein. Meine Fussohlen sind komplett heile geblieben und ich genoss sehr den Einlauf in das große Stadion Mohamed V. Ähnlich wie der Frankfurter Einlauf, doch anders.

Als ich zum Van zurückkam, ist alles ruhig gewesen, die Hunde weiterhin im Schatten. Was für ein Luxus in Van sich „duschen“ zu können, auf die Toilette zu gehen, in Ruhe umzuziehen etc. In Deutschland ist dies relativ normal, dass der Veranstalter das anbietet, Marokko ist hier eine andere Liga. Auch unterwegs ist man besser dran seine eigene Getränke als auch Verzerrung mitzunehmen. Es gibt lediglich Wasser, das ist für viele für einen Halbmarathon oder sogar Marathon zu wenig. Soweit das bekannt ist und man sich dementsprechend vorbereiten kann, ist es ok.

Relativ schnell sind wir aus Casablanca weitergefahren, denn heute wollen wir noch die „Wolfshunde“ treffen, welche auf dem Weg nach Mauretanien sind und ganz in unserer Nähe nochmals Ersatzteile abgepasst haben. Auf dem Weg konnten wir erstmals die schnellste Ladesäule mit 60 kW testen und waren ganz überrascht, dass der Van hierbei sogar 30 kW läd. So macht Emobilität Spass, wenn nicht nur der Weg das Ziel ist, sondern in diesem Fall das Ziel.

Minimalistischer Halbmarathon als Friedensangebot? Korrekt! Es ist mir nicht leicht gefallen, auf der Hinfahrt habe ich lange darüber nachgedacht, wie ich es alles miteinander verbinden kann. Denn das wichtigste Thema seit Monaten lautet neben meiner Resilienz auch eine Lösung für das Drama zu finden. Für ein Motto oder Support.Me zu laufen, fehlte mir einfach die Zeit als auch die Kraft zur Vorbereitung. Dann habe ich unser Team TWIKE Laufshirt im Van gesichtet. Denn bereits 2020 habe ich mich dafür engagiert, dass wir unser eigenes Laufteam bestehend aus Kollegen, Piloten aber auch Freunde erhalten. Schließlich pflegen wir ja alle anzusprechen, welche sich für einen nachhaltigen und gesunden Lebensstil (LOHAS) entscheiden. Des Weiteren sind Firmenläufe im Kommen und es gilt weiterhin auch im sportlichen und gesundheitlichen Bereich Gesicht zu zeigen, das TWIKE verdient einen größeren Bekanntheitsgrad. Besten Dank an dieser Stelle nochmals an alle Läufer des Team TWIKEs!

Kurzum, ich habe mich entschieden Gesicht zu zeigen und für das TWIKE Team zu laufen. Denn im Endeffekt haben wir ja alle das gleiche Ziel. Er, ich, das Team, unsere Piloten, Freunde und auch Unterstützter. Das TWIKE es schafft! Es wäre ein Tragödie falls nicht, doch es sieht aktuell wirklich nicht gut aus. Der 3. Quartalsbericht ist gerade rausgekommen und ich bin froh, dass ich diesen erst nach dem Lauf erhalten haben. Bis dato bereitet er mir Kopfzerbrechen und auch schlaflose Nächte. Er und andere haben sich wirklich sehr im letzten Jahrzehnt ins Zeugs gelegt, viele haben uns Vertrauen geschenkt und sehr hohe Geldsummen überwiesen. Aus Unterstützern wurden Freunde, auch im privaten. Und vor allem auch jetzt während dieses Drama. Vielen Dank auch an dieser Stelle an alle, welche mich weiterhin positiv unterstützen in meinen Friedensangeboten. Denn es gibt keinen anderen Weg aus diesem Drama heraus ausser mit Vermittlern, Konfliktmanagern etc., aber ein Gerichte werden es nicht richten und keinen Frieden bringen. Ein weiteres Thema, hier nur kurz angesprochen: Ein Gerichtsfall ist bereits eingestellt worden (hier hatte ich berichtet), doch er hat sehr empört Einspruch eingelegt. Ich bin gespannt, ob dieser Fall nochmals aufgerollt wird. Und ja, ich glaube wenn wir es nicht intern regeln, dann sollten wir es transparent gegenüber allen machen. Denn in dieser wichtigen Phase des TWIKE hilft nur Transparenz, und solch ein Drama wirft uns zurück. Ich bin weiterhin dazu bereit, Entschuldigungen zu akzeptieren, doch muss in irgendeiner Form, das unnötige Leid der letzten Monate wieder ausgeglichen werden. Ein Bericht hierzu folgt.

Als erste Frau ins Ziel.

Was für ein unvergessliches Ereignis. Nur eine Woche nach meiner Premiere zum ersten Mal einen Halbmarathon barfuß unter der magischen 2h gelaufen zu sein, ging es weiter zum ersten Trail Halbmarathon mit Sandalen ins marokkanische Anti-Atlas Gebirge.

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Doch bereits die Anfahrt sollte spannend bzw. elektrifizierend werden. Endlich endlich kann ich an solchen Events mitnehmen, dank meiner neuen „Mobilitätsfreiheit“. Wie ich schon an der ein oder anderen Stelle erwähnt hatte, bedeuteten die Jahre zuvor mit 4 bzw. bis zum 5 Hunden eine enorme Einschränkung meiner mobilen Freiheit. Ich kam mir eher zum größten Teil wie ein „Home-Manager“ vor. Zu Hause gearbeitet, gelebt, geschlafen, plus 2 Jahre COVID mit Grenzsperrungen und eine Firma, welche von Monat zu Monat ums Überleben kämpft und ein sehr vertrauter Freund, der damit direkt verbunden ist. Kurzum, es fehlte der Ausgleich, einfach mal rausfahren übers Wochenende, sich mit anderen Treffen. Und nun ist es soweit. Seitdem der elektrische Bus vor Ort ist passen alle Hunde rein, seit dem er auch an Schuko laden kann, steht uns nichts mehr im Wege. Und selbst COVID scheint in Marokko verschwunden zu sein. Keine Reisebeschränkungen mehr und alle Events finden wieder statt. Ich habe ein Aufholbedürfnis in mir.

Eigentlich sollte nach einem Halbmarathon eine zweiwöchige Regenerations – Pause eingehalten werden … eigentlich. Doch endlich wieder an einem Event in Marokko teilzunehmen, sogar an einem Trail … die Verlockung war größer.

Am Vorabend sind wir noch gegen Abend losgefahren. Der Austragungsort Timlilt ist ca. 80km von Agadir entfernt. Ich hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen, denn dieses sagte, dass eine Hin und Rückfahrt möglich sei ohne zu Laden, doch mein Verstand verneinte, da es ja immerhin auch bergauf ging. Somit fuhr ich bereits am Vorabend an eine 40 km entferntere Autobahnladestation. Das Ziel war dort über Nacht zu laden und am nächsten Morgen gemütlich zu frühstücken und an den Start um 10:30 zu fahren. Doch das wäre ja zu einfach. Dort angekommen fiel mir auf, verwöhnt von der Ladestation in Agadir (dieses mit Kabel), dass ich selbst ja kein Typ 2 – Typ 2 Kabel mehr habe. Denn meines haben wir in Typ 2 – Schuko verwandelt. Somit blieb dann lediglich die letztere Variante. Doch nach 10 Minuten sprang jedes Mal die Sicherung. Erst als ich es auf 8A runterstellte, verhielt es sich stabil. Doch damit schaffte ich lediglich 5km pro Stunde zu laden. Es war mittlerweile 1 Uhr morgens und um 6 Uhr morgens müsste ich aufbrechen. Das macht lediglich 20 km … uff.

Und so war es dann auch. Nicht nur hatte das Fahrzeug nur minimal geladen, sondern angekündigt prasselte auch ein richtiger Sturzregen auf das Fahrzeugdach. Na, ob das heute was mit den Sandalen wird, bzw. ob der Traillauf auch wirklich stattfindet. Bei dem Regen im Matsch rumwarfen…hört sich vielleicht lustig an, aber auch mega gefährlich.

Nach einem doppelten Espresso fuhr ich mit 30 km/h auf der Autobahn los. Ich wusste, dass es erstmal bergab ging, und so verbrauchte ich kaum etwas auf der ersten Hälfte und ich schaffte es in der Tat noch 10 Min vor Startpfiff mit 10 km Reichweite ans Ziel zu kommen. Hier scheint es weniger bzw. kaum geregnet zu haben, also definitiv die Sandalen anziehen. Das tolle an dem bewölkten Wetter war, dass ich mir keinen Gedanken um einen Schattenparkplatz für die Hunde machen musste.

Meine Teamkollegen waren alle schon da und nach einer kurzen Begrüßung und kurzem Einlaufen ging es auch schon los. Mit 4h Schlaf fühlte ich mich nicht wirklich so fit, doch bekanntlich sagt man ja, dass es auf die vorherigen Nächte ankam. Kurz vor dem Start wurde noch gemeinsam getanzt und dann ging es auch bereits los. Mein Ziel auch diesen Trail unter 2h zu laufen habe ich bereits nach den ersten km aufgegeben. Hierfür müsste ich eine Pace von 5:40 Min pro km laufen, doch viel zu steinig hierfür und viel zu viel hoch und runter. Ich setzte mir ein neues Ziel von 2h 15 auf die 21 km und habe dieses auch knapp erreicht.

Für Sandalenläufer würde ich diesen Trail als „advanced“ einstufen. Konzentration ist Voraussetzung um nicht zu stolpern. Den ein oder anderen Schuhläufer habe ich stürzen sehen und auch die ein oder andere blutige Wunde ist hierbei erschienen. Die Landschaft ist super, einfach nicht mit einem Stadtlauf zu vergleichen. Es begegnen einem zwar kaum Leute, dafür aber viel Ruhe und Aussicht. Hin und wieder mal ein Esel mit Reiter bzw. einige Hunde, diese sind aber friedlich. Der Lauf ist gut organisiert gewesen, an jeder Kreuzung gab es erkennbare gut ersichtliche Punkte und alle 7 km einen Verpflegungsstand mit Müllsack!

Das Teilnehmerfeld betrug ca. 180 Teilnehmer, ich würde schätzen, dass es für den Halbmarathon ca. 100 Läufer waren. Auf 21 km verteilt sich das Feld doch ziemlich, so dass ich ein großes Stück alleine lief. Sehr überrascht war ich, als auf den letzten 5 km das „firstman“ Fahrrad mir entgegenkam und mir mitteilte, dass ich die erste Frau wäre und er mich jetzt ins Ziel begleiten würde. Das was super und eine tolle Erfahrung. Hilft es doch enorm auf den letzten Kilometern nicht alleine zu sein.

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Im Ziel angekommen wurde ich erstmal von vielen Mikrophonen empfangen. Gerne gebe ich meine Meinung zum ersten veranstalteten Halbmarathon als erste Frau wieder und teile auch gerne meine Sandalenerfahrungen.

Im Anschluss konnte ich mich um meine Rückfahrt kümmern, bzw. um eine Steckdose. Eine lokale Schule bot mir eine Schukosteckdose an. Hiermit war klar, dass ich vor Ort übernachten würde, denn ich hatte einen ca. 100 km Rückweg und das macht ca. 20h laden! Auf diesen Weg machte ich eine sehr gute Bekanntschaft mit zwei jüngeren Lehrern, mit denen ich mich noch bis in die Nacht hinein austauschte und am nächsten Tag machte ich mich dann auf die Heimfahrt.

Meinen „Pokal“ übergab ich der lokalen Organisation mit der Bitte sich gerne für das Folgejahr etwas traditionelles auszudenken. Schön, fand ich von der Organisation, dass im Anschluss an den Lauf es auch einen Fragebogen mit Verbesserungsvorschlägen gab.

Anbei meine Vorschläge:

  • Lokales Essen
  • Lokale Preise
  • Mehr Werbung -> Instagram und Co
  • Mehr Teilnehmer
  • Gerne auch Kontakte knüpfen mit nachhaltigen Tourismusorganisationen und Co.
  • Gerne versuche ich auch Kontakte mit Läufern aus der DACH Region zu knüpfen

Während der Heimfahrt spottete ich einen tollen Platz abseits der Strasse, wo die Hunde und ich erstmal einige Stunden verbrachten. Die Hunde konnten sich austoben, während sich meine Beine ausruhten. Genau so würde ich mir meine Afrikatour vorstellen. Auf der Suche nach tollen Stellplätzen und dort Freiheit genießen. Doch dafür müssten wir abseits der Hauptstraßen gelangen, welche wohl in Afrika nicht immer so toll ausgebaut sind wie in Marokko und wir bräuchten eine Stromquelle. Also Fahrzeug höher legen und mehr Solarplatten … da haben wir noch einen Weg vor uns.

P.S: Wer Interesse an diesem Halbmarathon Trail für 2023 hat, darf sich gerne bei mir melden. Der Veranstalter ist leider noch nicht gut verlinkt. Die Veranstaltung nennt sich Trail n‘Timlilt.

Einspruch gegen EINSTELLUNG – Staatsanwaltschaft überprüft erneut.

Richtig gelesen! Falls Du es noch nicht mitbekommen hast, die schnelle „emotionale“ Kündigung Anfang des Jahres ohne direkte Begründung, Ansprache etc., lediglich durch eine Briefübergabe eines Kollegens, welcher nach eigener Angabe ebenfalls keine Ahnung vom Inhalt hatte, hat selbstverständlich mehrere offene Baustellen hinterlassen.

Erneut ein weiteres Beispiel, dass es ohne Kommunikation innerhalb eines Teams (?), aber auch mit der Community nicht funktioniert. Ich habe selbst noch nie für ein anderes Unternehmen gearbeitet, doch einige Chefs aus der Branche folgen mir und geben mir auch Tipps und erklären mir immer wieder, warum genau solche Probleme überhaupt erst nicht entstehen dürfen, bzw. warum es unmöglich sei, dass diese bei Ihnen vorkommen würden. Nach all den Gesprächen kann ich einfach nur sagen Hut ab vor vielen nachhaltigen Unternehmen und dass ich mir wünsche nur einen kleinen Teil davon bei uns zu integrieren und weiterhin optimistisch bin, dass wir das nach all dem Prozedere und bei einem friedlichen Handschlag beachten werden und vor allem auch einen Schwerpunkt auf PRÄVENTION setzen. In zeitnaher Zukunft soll sich jeder Mitarbeiter hier wohlfühlen dürfen und auch die Community soll uns „gratulieren“ zum Schwerpunktsetzen auf das Team und nicht nur das Projekt. Denn ein Projekt wird immerhin von einem Team durchgeführt…

So, das war ein kurzer Schwenker, nun aber wieder zurück zur eigentlichen Thematik. Ich gehöre noch zu den Mitarbeitern, welche über Vertrauen eingestellt wurden und zu denen Mitarbeitern, welche ohne auf die Uhr zu schauen arbeiten, auch wenn es eine 60h Woche wird…diese Stunden wurden nie zusätzlich berechnet und gehörte auch zu den Mitarbeitern, welche innerhalb von 10 Jahren nicht einmal wirklich Urlaub gemacht haben. Ich gehöre zu den Mitarbeitern, welche freiwillig auf Ihr Gehalt „verzichten“, damit andere ausbezahlt werden können, die es nötiger haben etc etc. uns welche selbst während einer Hornhaupttransplantationsphase mit einem Auge im Krankenhaus weiterarbeiten … Kurzum, natürlich habe ich auch keine Verträge über Arbeitsmittel etc. Bei uns heisst es, wenn erst kein Vertrauen vorhanden ist, dann braucht man auch nicht zusammenarbeiten. Bis dato fand ich diese Arbeitsdevise eigentlich immer gut. Die „älteren internen“ Mitarbeiter sind sozusagen mit dem Unternehmen verwachsen, haben so wie ich auch teilweise vor Ort gelebt und kaum jemand hat jeweils auf die Uhr geschaut. Wir haben ein gemeinsames Ziel und das gilt es zu verwirklichen, so wie uns unsere Geldgeber ebenfalls fast „blind“ vertrauen. Ich finde es immer wieder beachtlich, wieviele LOHAS es da draussen gibt …

In einem meiner vorherigen Beiträge habe ich ausführlicher erklärt, wie das Jahr 2021 zu dem Akt im Frühjahr hat führen können. Während ich einfach nur naiv und sozial war und mich 150% eingesetzt habe (Fall andere Kündigungen, Fall Sekretärin, Fall 10.000 Euro Newsletter, Fall nichteffizientes Arbeiten Januar 2021) und somit im Februar ein „Feedback“ Besuch in Deutschland für notwendig befand, stand die andere Seite unter mehreren Einflüssen, die wohl versucht haben, die Situation für ihre persönlichen Interessen zu nutzen. Kurzum, wir kamen nicht mehr ins Gespräch und stehen nun vor einem großen Scherbenhaufen. Während ich versuche passende Teile zusammenzufinden, habe ich den Eindruck, dass die andere Seite versucht noch mehr Scherben dazuzusteuern. Denn Fakt ist, dieses einseitig konstruierte Drama bringt nicht nur viele Nebenbaustellen mit, sondern hat mittlerweile doch einen Einfluss auf unsere Hauptbaustelle, dem kommenden Fahrzeugprototypen.

Im aktuellen Fall geht es um eine Attacke seinerseits auf mich. Anstatt sich auf einen Krisenmanager bzw. Mediator einzulassen, wird direkt über Anwälte kommuniziert. Wer attackiert wird, muss sich zu gegebenen Fristen auch wehren. Obwohl es mir widerstrebt, habe ich das getan, und siehe da, ich habe gewonnen. Im konkreten Fall geht es um eine Unterschlagung des Marokko – TWIKEs, dessen Besitzer noch Eigentümer ich bin, aber er halt auch nicht … und es keine Verträge diesbezüglich gibt. Logischerweise hat das Gericht das Verfahren eingestellt … doch die andere Seite möchte es wieder aufrollen … das wiederum ist auch ein Grund gewesen für unseren 7. Mediator (!!!), die Mediation erstmal ruhen zu lassen. Denn eine wichtige Mediationsregel neben der Themen – und Ergebnisoffenheit ist, dass ALLE Gerichtsverfahren zum Ruhen gebracht werden.

Leider hält sich die andere Seite nicht daran und wertvolle Lebenszeit aber auch Projektzeit gehen mit jedem Tag ohne Mediation und Bewegung Richtung Aufklärung verloren.

Denn sind wir mal ehrlich, egal wie sich Gerichte entscheiden, ob Straf – oder Arbeitsgericht, nach den Entschlüssen wird es doch auch keinen Frieden geben. Zu sehr sind beide Räder miteinander verbunden, und für mich spielen auch meine beiden Firmenhunde noch eine große Rolle als auch das Projekt selbst. Mit großer Sorge betrachte ich, dass es erstmal kaum weitergeht, ich bemerke und teile auch die Sorgen der anderen. Denn kein Projekt ist nachhaltig ohne ein funktionierendes Team. Wenn eine Führungsperson dermassen eine Mediation ablehnt, bzw. diese unter Bedingungen verspricht und dann nicht einhält ist das bedenkenswert.

Nun kenne ich ja diese Person sehr gut, bzw. aktuell erkenne ich sie nicht wieder. Doch auch ich mache mir Sorgen, denn das aktuelle Verhalten ist nicht mehr nachvollziehbar und für kaum jemanden noch begründbar. Auch er hat das letzte Jahrzehnt durchgearbeitet, alles liegt auf seinen Schultern, es ist einfach zuviel und eine Auszeit wäre wahrscheinlich angebracht. Erst danach kann man sich wohl ohne Druck unterhalten, aktuell scheint es mir, dass die andere Seite zu sehr unter Spannung steht.

Wie siehst Du das?