Sleep, train, eat, sleep, conflictmanagement, sleep and repeat.

Fast eine Woche nach dem spektakulären ersten Triathlon und nach dem Überlebenskampf von TWIKE Hündin BAYDA geht es seit gestern wieder in die aktuelle übliche Routine. Schlafen, trainieren, essen, schlafen, Konfliktmanagement, schlafen etc. Die Hunde sind nicht spezifisch aufgezählt, da sie eigentlich überall mit dabei sind. Beim Trainieren sind sie im Fahrzeug und beim Schlafen in meiner Nähe bzw. auch im Fahrzeug. Unter Konfliktmanagement sind aktuell die Zeiten am PC zu verstehen, welche ich mit Anwälten und Mediator verbringe, auch hier sind die Hundies in der Nähe und ich meistens bei meinem aktuellen co-working Platz (meine geliebte E-Ladestation, fühle mich hier schon mit ins Team aufgenommen und fühlt sich gut an).

Während die Sportgruppe sich auf Ihren nächsten Triathlon am kommenden Wochenende vorbereitet, ist mein Fahrplan zwei Halbmarathone für die kommenden zwei Wochenende. Trotzdem war ich gestern beim Radtraining und heute beim Schwimmen mit dabei. Das Rad habe ich allerdings heute einer Kollegin zum Trainieren abgegeben. Wie gesagt, Rennräder für Frauen sind hier Mangelware und ich bin wirklich sehr froh, dass ich bei meinem letzten Deutschlandaufenthalt ein älteres gebrauchtes Rennrad für meine Größe ergattern konnte. Auch der Transport nach Marokko hat gut geklappt. Während mein Rennrad (Baujahr 2009) in Deutschland bereits belächelt wird, ist es hier noch eines der modernsten, bzw. Ist man überhaupt froh ein Rennrad zu haben. Bezüglich des Freiwasserschwimmens im Atlantik merkt man auch hier langsam, dass der Sommer vorbeigeht. Um den Winter über im Atlantik durchzutrainieren brauche ich dringend ein Ganzkörperschwimmanzug. Mal schauen was sich hier zeitnah organisieren lässt.

Der nächste Halbmarathon ist barfuß anvisiert und der darauffolgenden Marathon in Sandalen. Einmal weg von Schuhen ist es schwierig damit wieder anzufangen. Das trifft auch auf andere Sektoren in meinem Leben zu. Seit 30 Jahren weg vom Fleisch ist und wird ein no go bleiben. Ähnlich ist es mit dem Elektrofahrzeugfahren. Natürlich sollte man weiterhin flexibel bleiben, doch mit dem Fleisch würde es definitiv nicht mehr gehen.

Der Sport gibt mir weiterhin die Kraft, das tägliche Konfliktmanagement durchzustehen. Es zieht sich nun bereits seit 8 Monaten und von einigen von Euch bekomme ich hierfür einiges an Bewunderung, woher ich die Energie dafür habe und vor allem das Durchhaltevermögen. Na ja, die ersten 4 Monate stand ich unter Schock und dann hat die Sportgruppe beschlossen mit den Triathlon anzufangen und mich mitgezogen. Das tägliche Sportprogramm und somit meine neuen „Arbeitskollegen“ haben mir das Team gegeben, was ich wohl jahrelang bei der „eigentlichen Arbeit“ vermisst habe. Aus der Distanz arbeiten, ohne wirklich mit dem Team (welches?) Kontakt zu haben, lediglich Austausch mit IHM per Email (er ist das Team, er ist die Firma) und keine Video-, Wochen- und Monatsbesprechungen, hat mir eine notwendige Struktur bei der Arbeit genommen. Es wurde lediglich das Anfallende bearbeitet und es konnte weder ein Zeitplan noch ein richtiges Projektmanagement ohne Meilensteine aus der Entwicklung stattfinden. Hier beim Sport habe ich als Meilenstein den Wettkampftermin und den Trainingsplan, welchen es einzuhalten gibt um eben diesen Meilenstein termingerecht mit Erfolg zu erreichen. In Kombination mit einem motivierten Team hat das bis dato hervorragend geklappt und wenn Meilensteine erfolgreich erreicht werden, motiviert das auch für die nächsten Meilensteine und das Rad dreht sich positiv weiter. Und so sollte es eigentlich bei uns auf der Arbeit auch laufen. Doch wenn es kaum Meilensteine gibt, können diese auch nicht erreicht werden und das jährliche Aufschieben des Produktionstermines plus ein nicht vorhandenes Team hat wohl nach über 9 Jahre „Durchhalten“ nicht nur zu vermehrten Chaos und interne als auch externe Frustration geführt, sondern mit dem Dezember „10.000 Euro Newsletter“ auch zum finalen „Knall“. Ich bin gespannt auf die Mediation. Das Schiedsverfahren mit unserem TWIKE Partner aus Hannover hat mir die Augen geöffnet. Selbst wenn jemand noch so verbohrt ist, kann man Personen „knacken“, das heisst, wenn es professionell angegangen wird, kann man es tatsächlich schaffen Probleme zu lösen, selbst wenn die Gegenseite diese anfangs verweigert.

Never give up! Everything will be alright! Stay calm and let the mediator (court/judges) do their work! Und in der Zwischenzeit trainiere ich weiter 🙂

P.S: Korrekt, hätten wir diese ganze Energie in einen Teamcoach und in das Projekt gesteckt, wären wir nun schon viel viel weiter. Nun muss das ganze aufgeholt werden. Also zurück zur Basis, diese stabilisieren und mit vereinten Kräften auf Überholspur gehen.

PRO INDIVIDUELLE MOBILITÄT

Pro individuelle Mobilität? Und das sage gerade ich? Denn ich gehöre eigentlich seit Klein auf eher zur Kategorie „Pro Fahrrad“. Diese Kategorie ist gehört zwar auch zur individuellen Mobilität, doch möchte ich mich hier auf die „Fahrzeug-Kategorie“ konzentrieren.

Bereits während den Leistungskursen beim Abitur wäre ich ohne individuelle Mobilität nicht zu meinem Sportabitur gekommen. Da wir nur drei Personen von unserem Gymnasium waren, haben wir uns mit einem anderen Gymnasium zusammengetan, um überhaupt die Möglichkeit zu haben, einen Leistungskurs zu gründen (damals gab es noch Leistungskurse …). Das bedeutete für uns, dass wir zweimal die Woche 30 km zum nächsten Gymnasium fahren mussten, und das während der Mittagspause. Ohne meinen Käfer (mein erstes Fahrzeug) wäre das nicht möglich gewesen.

Nach meinem Studium und in einjähriger Warteschleife auf das Aufbaustudium in Jordanien war mir klar, dass ich dieses Jahr gerne in Marokko verbringen möchte, auch um meine Arabischkenntnisse weiter zu verbessern. Nachdem ich bereits nach Marokko und durch Marokko mit dem Fahrrad gefahren bin, im Anschluss dort auch studiert habe und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war, war mir klar, dass ich in dem freien Jahr etwas Ruhe brauche. Denn Reisen bzw. Alltag als Frau in einem muslimischen Land ist leider in öffentlichen Verkehrsmitteln immer noch nicht ganz so einfach. Auch sich nachts auf der Strasse zu bewegen, auf den Bus oder Taxi zu warten etc. Läuft leider nur selten ohne „Anmache“ ab. Auch hier war mir klar, wenn nochmal zurück nach Marokko, dann in einem eigenen Fahrzeug. Und just in dem Moment kam mir das TWIKE über den Weg gefahren und dieses ganze Geschichte hier hat ihren Anfang genommen. Denn es wäre wirklich in der Tat kein anderes Fahrzeug für mich in Frage gekommen. Bis auf den bisher gehabten Käfer hat mich in 2011 kein weiteres Fahrzeugmodell angesprochen. Die meisten meiner „Besitztümer“ passen zu mir und sind nicht nur Mittel zum Zweck. Auch in einem Fahrzeug verbringe ich Zeit und ich möchte mich gerne damit identifizieren können. Das TWIKE und ich, das war der perfekte Match von Anfang an.

Bereits auf der ersten größeren Wüstenexkursion bekam ich meine Partnerin BAYDA hinzu. Mit Hund in Marokko in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Taxi wäre ein NoGO. Auch hier wieder, dank eines Fahrzeuges war mir die Begleitung von BAYDA überhaupt erst möglich. Aber selbst die Rückreise nach Deutschland wäre zwar mit dem Flugzeug und Hund gegangen, doch diesen Stress möchte man seinem Hund nur im Notfall zumuten. Ich tat es einmal, als ich mein rechtes Augenlicht verlor und mir die lange elektrische Reise noch nicht zutraute mit einem Auge. Kurzum, das war dieser Notfall und dafür ist es ok gewesen. Hätte ich wahrscheinlich ein anderes Fahrzeug mit Airbag gehabt, hätte ich mir wohl auch die Fahrt auf eigenen Rädern zugetraut. Dann kam der zweite Hund dazu. Auch dieser hatte noch Platz im Fahrzeug. Aber für den dritten und vierten Hund kamen wir in Bedrängnis. Hierzu möchte ich auch sagen, dass diese anderen zwei Hunde nicht von mir „geplant“ waren. Als „Gutmensch“ habe ich einer lokalen Hundeorganisation zugesagt, diese bei mir zu versorgen, bis ich wieder nach Deutschland gehe. Dann kam der Autosalon in der Schweiz und diese Hundeorganisation hat mich im Stich gelassen. Nach vielen Streitereien bat man mir an, die Hunde in die Schweiz zu vermitteln, doch sie dürften mir den neuen Besitzer nicht mitteilen. Ein NoGO für mich, denn die Hunde sind bereits teil der kleinen Hundefamilie geworden. Kurzum, dann waren es vier Hunde und der Stress begann. Ich konnte kaum länger als 2h von zu Hause weg, ich konnte nicht mehr irgendwo länger hinfahren, wo ich normalerweise die ersten beiden Hunde mitgenommen hätte im „Hobbit-Fahrzeug“. Ich bin sozusagen zur kompletten „Hausfrau“ geworden. Home Office und Freizeit zu Hause. Ein No Go. Und dann kamen 2 Jahre COVID. Wir wurden komplett drei Monate ins Haus gesperrt und durften kaum mit den Hunden überhaupt raus. In dieser Zeit hat sich mein Auge entzündet und es gab keine Möglichkeit nach Deutschland zu fliegen, obwohl der Chefarzt der Augenklinik persönlich einen Brief an die deutsche Botschaft geschrieben hat. Mein Hund BOB fing an am ganzen Gesicht zu bluten und die marokkanischen Tierärzte konnten nichts tun …etc etc. Auch an diesem Beispiel des „Eingesperrtsein“ und Mangel an realen sozialen Kontakten plus realen Arbeitskollegen sieht man, wie in vielen Fällen Mobilität bzw. In meinem Fall individuelle Mobilität wichtig ist. Ich fühlte mich einfach komplett vom realen Leben abgekoppelt.

Im Herbst 2022 haben wir uns endlich mal zusammengesetzt. Denn der Firma ging es nicht gut und die einzige Möglichkeit, dass wir am Firmensitz mit vier Hunden uns bewegen konnten, war in dem wir alle Hunde in den Firmenbus platziert haben. Das war die einzige Möglichkeit für uns rauszukommen bzw. auch an Events oder Besprechungen ausserhalb des kleinen Dorfes teilzunehmen. Auch hier wieder ohne die individuelle Mobilität des Firmenbusses würde es in unserem Fall mit vier Hunden nicht gehen.

Letzten Sommer bin ich zweimal mit BOB und BAYDA im ICE nach Berlin gefahren. Kurzum, die Hunde haben jeweils das doppelte bezahlt als ich und bei Verspätungen im Zug und der Hitze draussen war das alles kein Spass.

Kurzum, ich kann verstehen, dass besonders mit Hunden aber auch mit Kindern individuelle Mobiltät weiterhin wichtig bleiben wird. Carsharing mit 4 Hunden? Äh nein!

Und dann haben wir im Oktober 2022 endlich den glorreichen Einfall gehabt, dass auch ich einfach einen Bus in Marokko bräuchte, um soziale Kontakte vermehrt real zu pflegen aber auch das „Home Office“ angenehmer zu machen, denn ich könnte tatsächlich auch mal ausserhalb von zuHause arbeiten. Sei es in einem Coworkingspace (ja, gibt es auch hier in Marokko), oder an einer Ladestation, im Bus, an einem schönen ruhigen Ort wo die Hunde gleichzeitig draußen liegen können…so viele tolle Möglichkeiten. Warum sind wir da bloss nicht vorher drauf gekommen? Weil wir nur noch an die „Arbeit“ gedacht haben, 24h 7 Tage am Stück…es ging einfach nur drum von einem Monat in den nächsten zu kommen, alles andere hatte keine Priorität mehr.

Ich esse seit meinem 12. Jahr kein Fleisch mehr! Was hat das in diesem Kontext zu suchen? Mit den Benzinern geht es mir ähnlich. Ich möchte einfach nicht mehr an eine Tankstelle fahren. Ich möchte keinen Benziner mehr fahren, ein Elektrofahrzeug zu fahren ist etwas komplett anderes. Ich möchte keinen Rückschritt mehr machen. Kurzum, ich könnte es einfach nicht mehr. Aber erstmal einen bezahlbaren Elektrobus finden. Ein Neufahrzeug kommt nicht in Frage, denn wie Ihr ja mitgekommen habt, habe ich ja sogar auf Gehalt verzichtet in den Jahren, wo es der Firma wirklich nicht gut ging. Das Gehalt ist leider bis heute noch nicht ausgezahlt worden…und auch im Oktober 2022 hatte die Firma nicht ausreichend Geld für ein zusätzliches Fahrzeug für die TWIKE Fleet. Aber man darf auch mal Glück haben. Wir haben den gebrauchten Maxus für sehr wenig Geld erhalten und dieses habe ich vorgestreckt und das Fahrzeug ging dann in unsere Firmenfleet über. Ab diesem Moment sollte alles besser werden! Es war zwar ein Umstieg nach 10 Jahre „Mini Fahrzeug“ auf „SUV XXL“ umzusteigen, doch bis auf das Rückwärtseinparken (keine Rückfahrkamera) habe ich mich glaube ich ganz gut gemacht. Auch die Hunde liebten das Busfahren und somit stand unserer eVAN Tour nach Marokko nichts im Wege. Ich freute mich und auch der gemeinsame Busausbau brachte uns endlich mal auf andere Gedanken. Das einzige Problem war, dass der Bus nicht an Schuko läd … auch für unseren Chief-Techniker ein unlösbarer Problem. Doch wir hatten keine Zeit mehr und Martin war sich sicher bis an Weihnachten vor Ort eine Lösung gefunden zu haben … und dann kam alles anders, da Marokko die Grenzen hinter mir zugemacht hat und diese bis Februar nicht mehr geöffnet und deshalb hat sich dieses aktuelle Drama entwicklen können…

Wieder zurück zum Thema: Individuelle Mobilität ist wichtig! Auch für Personen (wie mich), welche am Liebsten ohne Fahrzeug auskommen würden. Doch die Alternative wäre keine Hunde zu haben und das ist nicht mehr rückgängig zu machen. Wir haben den besten Weg mit dem eBus eingeschlagen, sind zu „Corona-Opfern“ geworden und hätten diesen Weg einfach nur weitergehen sollen. Das Problem des Schukoladens konnten mittlerweile die marokkanischen Experten zusammen mit der deutschen MAXUS Community regeln. Hut ab!

Und jetzt? Auch das neue geplante Fahrzeug würde uns ausreichen. Denn der Plan war bis dato zwei Hunde in den Kofferaum und zwei Hunde in einem speziellen Outdoor-Anhänger (korrekt, das neue Fahrzeug soll eine Anhängerkupplung haben … doch das Zuggewicht ist noch etwas limitiert…). Das einzige was mir weiterhin sehr wichtig wäre, wäre ein Airbag. Doch auch hier gibt es mittlerweile auch Helme mit Airbag und vielleicht bis zum wirklichen Produktionstermin auch noch andere Lösungen .

Kurzum, auch das neue Fahrzeug würde in mein Konzept der individuellen Mobilität passen.

Wir sind gespannt und drücken der Mediation die Daumen. Denn weiterhin sind wir gegen SPALTUNG und für GEMEINSAM. Wir halten unser Wort und würden Entschuldigungen annehmen gegen Ausgleich des bisher entstandenen Schadens. Das ist in unseren Augen fair! Doch erstmal müssen beide Seiten für eine ergebnisoffene, themenoffene und nach dem „wie und wo des Mediators“ (Pendelmediation gekoppelt mit Mediation vor Ort) „brennen“. Daran sind leider sechs Mediationsversuche gescheitert, doch habe ich diese drei Punkte auch schriftlich versichert bekommen plus Entschuldigungen der anderen Seite, falls diese etwas falsch gemacht haben sollte.

Kurzum, wenn jeder hier sein Wort hält sollte eigentlich nichts mehr schief gehen können (ausser, dass BAYDA dann vielleicht bereits über der REGENBOGENBRÜCKE ist ohne ihr Herrchen nochmals gesehen zu haben. Das könnte ich nur schwer verzeihen.)

P.S: Auch dieser Artikel entstand nicht im Home – Office. Alle vier Hunde sind im Van auf dem Parkplatz, während ich an meinem Favoritentisch an einer Tankstelle sitze. Die Mitarbeiter sitzen alle um den Fernseher um ein Fussballspiel anzuschauen und ich fühle mich hier aufgehoben und finde meine Ruhe an diesen Blog dranzugehen. Kurzum, individuelle Mobilität spielt bei vielen Dinge eine Rolle, aber nicht nur. Auch die Ambiente, das Team, Absprachen etc. Sind wichtig. Doch für all diese Punkte gibt es eine Lösung … doch wenn BAYDA über die REGENBOGENBRÜCKE geht ist sie erstmal nicht zurückzuholen. Deshalb drängt es mir etwas an Zeit … leider hat BAYDA noch eine zweite Baustelle entwickelt und wird voraussichtlich noch diese Woche operiert werden müssen. Nach dem Triathlon sind nun meine Gedanken bei Ihr…und ja, die Mediation spielt auch noch eine Rolle, doch aktuell bin ich bei BAYDA.

MEIN ERSTER TRIATHLON

Wer hätte es gedacht! Im Frühjahr beschloss unser Verein in Agadir erstmals auch die Abteilung Triathlon hinzuzunehmen. Anlass hierfür war unter anderem auch die Austragung der Afrikanischen Triathlon Championschip diesen Sommer in unserer Stadt. Auch ich wurde gefragt, ob ich Interesse hätte, aber ehrlich gesagt, war ich noch nie so richtig intensiv mit dem Schwimmen und Fahrradfahren kann ich zwar, auch Rennradfahren, doch habe ich das nie irgendwie für ein Rennen trainiert. Und der weitere Faktor war, dass der Triathlon im September stattfinden sollte…da bin ich normalerweise in Deutschland bzw. auf der elektrischen Fahrt von Deutschland nach Marokko. Kurzum, kam für mich im Frühjahr nicht in Frage, des Weiteren muss auch erstmal das von den anderen Seite „künstlich“ herbeigeführte Drama beendet werden. Und für eine Teilnahme an einen Triathlon braucht es ein gut strukturiertes Training vor Ort mit einem Team. Mein Plan war Ende Juni mit dem eVan nach Deutschland aufzubrechen um pünktlich im Juli zu einem Termin vor dem Arbeitsgericht zu erscheinen.

Doch dann kam alles etwas anders. Dadurch, dass ja ohne mein Wissen bereits Mitte März die Versicherung für den Bus nicht verlängert worden ist (absichtlich oder schlicht vergessen? Anderer Blogbeitrag), bin ich im April erstmal ohne dieses Wissen ohne Versicherung weiter damit gefahren. Als der Bus dann offiziel (wurde ja bereits von mir gekauft) in meine Hände ging, kam die große Entdeckung, dass man mich bereits einen Monat ohne Versicherung fahren lies. Und nicht jede Versicherung versichert für Marokko und schon gar nicht, wenn man selbst seit 10 Jahren kein Fahrzeug mehr versichert hat.

Kurzum, ich bekam keine Versicherung, die andere Seite wollte sie nicht weiterzahlen (auch nicht wenn ich bezahle), und so blieb mir nichts anderes übrig, als ohne offizielle Versicherung in Marokko weiter zu fahren. Doch eine Grenzüberfahrt ohne Versicherung war für mich nicht möglich. Somit hat man es geschickt verhindert, dass ich mit den Hunden über längere Zeit nach Deutschland komme. 1:0 für die andere Seite…aber ich nehme stark an, dass das noch ein Nachspiel hat vor Gericht…denn eine Versicherung abzumelden ohne Bescheid zu sagen …. Dass sollen die Anwälte klären bzw. Thema der Mediation.

Also blieb ich in Marokko und nahm am Triathlontraining teil. Ich hatte natürlich auch keinen Triathlonanzug mitbestellt, doch in letzter Minute gab es auch noch ein „übriggebliebener“ für mich.

Und das Triathlontraining hat mir mega geholfen. Wir hatten 7 Tage die Woche Training, manchmal auch zweimal täglich. Ich war wieder so richtig müde, hatte wieder ein Hungergefühl, besser geschlafen und es ging hauptsächlich um essen, schlafen, trainieren und Hunde und nicht zu vergessen Gerichte, Mediationen, Anwälte etc. Der Sport war und ist mein Kanal zum Dampfablassen geworden. Während eines Deutschlandaufenthaltes fand ich auch ein gebrauchtes Rennrad, denn diese sind nur schwer in Marokko zu bekommen und auch ein Grund, warum nicht alle Frauen unseres Vereins teilnehmen konnte.

Der Verein meldete mich im marokkanischen Verband an und wir hatten grünes Licht bis zur letzten Minute, dass ich für Marokko starten dürfte, da es sich ja um einen internationalen Triathlon handelte. Erst in letzter Minute wurden wir informiert, dass das nicht ginge und ich hätte eine Woche Zeit mir einen deutschen Verein zu suchen, welcher mich dann im deutschen Triathlonverband registrieren müsste. Ui! An dieser Stelle besten Dank an das Team Erdingeralkoholfrei für die Aufnahme und an den Verband. Das hat alles innerhalb von drei Tagen geklappt!

Das Training verlief ok. Aussetzer hatte ich immer, wenn mal wieder eine Mediation abgesagt wurde bzw. Ich in Deutschland vor Gericht anwesend sein musste, bzw. wenn die Firma sich wieder einen Ausrutscher leistete. Und dann zwei Wochen vor dem Triathlon hat BAYDA noch schlapp gemacht und sie hatte Priorität. Zwei Tage vor dem Triathlon erfuhr ich von einem Event der Firma, welches so nicht abgemacht wurde…kurzum, der negative Stress nahm zu und ich wurde krank. Doch ich liess nicht locker auch wenn die zwei Tage vor dem Triathlon noch durchgefiebert habe und auch nicht mehr zum Training ging.

Am Triathlontag regnete es. Es regnet hier fast nie! Wir haben Ärzte bei uns im Team und ich wurde noch vor dem Lauf versorgt. Mit dem Ehrenwort abzubrechen wenn es nicht mehr ging, zog ich mein Trikot an und hoffte, dass mich das Adrenalin aufputschen würde. Ähnlich wie bei meinem 50 km Traillauf letzten Sommer beim Burgwaldmarathon. Und es funktionierte.

1.5km Schwimmen standen zuerst an. Ich wusste, dass ich nicht 100 Prozent meiner Kräfte habe und wusste, dass ich mit Brustschwimmen ähnlich schnell schwamm als mit Kraul, dafür aber effizienter. Somit entschied ich mich für Brustschwimmen und war somit bei jeder Disziplin eine Ausnahme. Beim Schwimmen die einzige mit Brust, beim Radfahren die einzige in Sandalen, beim Laufen die einzige ohne Schuhe. Korrekt, was für mich gut ist, muss nicht für andere gut sein, doch ich muss auch nicht dass machen, was die anderen machen. Jeder macht sein Ding im legalen Bereich und ich fühle mich gut mit dem wie ich das mache und es ist mir auch erlaubt.

Das Schwimmen war ok. Ich versuchte es ruhig anzugehen, da ich ja nicht wusste, ob ich überhaupt die Kraft habe es durchzuhalten. Nach 750m ging es zurück zum Strand, kurzer Lauf um die Boje und zur zweiten Runde. Ich fühlte mich ok. Ich hatte ein Mädel direkt vor mir, doch hierzu keine Energie daran zu denken auf Überholmanöver zu gehen. Mein Ziel war mich selbst ans Ziel zu bringen.

Nach dem Schwimmen gab es ca. 200 m zum Laufen bevor man den Transitbereich erreichte. Da merkte ich bereits, dass ich k.o war. Zum schnellen Laufen reichte es kaum noch. Beim Transitbereich versuchte ich mich zu konzentrieren. Als erstes den Helm auf. Dann den Laufgürtel, dann die Sandalen. Und los! Nach der grünen Linie durfte ich aufs Fahrrad steigen. Es regnete aus allen Kübeln und ich sah bereits kaum was durch meine Brille. Vorsichtig fahren, nicht bremsen, bei den Kreisverkehren langsam machen. Immer mal wieder hat mir jemand Helm zugerufen. Mmh, ich hatte ja meinen Helm auf, geschlossen war er auch…doch dann merkte ich es. In der ganzen Aufregung hatte ich vergessen die Badekappe auszuziehen. Beim Triathlon gibt es strenge Regeln und allerlei Strafpunkte für die kleinsten Fehler. Ich war am überlegen irgendwo kurz anzuhalten um die Badekappe in den nächsten Graben zu werfen, hatte aber Angst disqualifiziert zu werden, wenn ich vom Fahrrad absteige und dann noch den Helm abziehe. Es fuhren die ganze Zeit Kontrollmotorräder rauf und runter. Gut, dann habe ich während den 40 km versucht die Badekappe immer weiter in den Helm reinzuschieben…was auch irgendwie geklappt hat. Ich bin 100 Prozent auf den Regen konzentriert und dachte an nichts anderes mehr. Ich versuchte dennoch in meiner angestrebten Zeit unter 1h30 zu bleiben, was mir auch einigermaßen gelang. Und dann ging es auch bereits in die Transitzone.

Mit dem Fahrrad im Regen zu rennen ist gar nicht so einfach. Schnell Helm aus, und zwar so, dass man nicht sah, dass ich die Badekappe noch drin hatte, Nummernschild nach vorne, Sandale aus, was trinken, Trockenobst in Mund und Hände und los. Korrekt, direkt vom Rennradfahren in den Laufschritt, auch das ist nicht einfach für die Beine. Die erste Runde gelang noch gut unter einem 5er Schnitt. Barfuss im Regen ist auch nicht ganz so einfach, ich bin hochkonzentriert. Doch ich merke, dass ich krank bin. Ich schaffe das Tempo unter 5 min / km nicht zu halten. Dann steht mein Trainer auf einmal auf der Seite und brüllt mich an, warum ich es nicht mehr auf 4 min 40 schaffe. Und ich denke nur, wow, wieso feuerst Du mich an und bist nicht selbst noch am Laufen. Zwei Möglichkeiten, entweder ich bin viel zu langsam und er bereits am Ziel (denn die Männer sind 15 Minuten vor uns gestartet), oder er ist disqualifiziert worden. Letzteres war dann der Fall. Er ist beim Fahrradfahren gestürzt und das Rennrad wurde hierbei beschädigt.

Kurzum, ich war eigentlich gar nicht so schlecht in der Zeit und überholte auch noch einige Männer. Die Frauen konnte ich nicht einschätzen, wer vor oder hinter mir war. In der dritten Runde fing mein rechtes Bein an wehzumachen. Das hatte ich noch nie und so kurz vorm Ziel wollte ich mir kein AUs erlauben, also Tempo reduzieren und einfach irgendwie ins Ziel kommen. In der vierten Runde ging es wieder besser und ich konnte nochmal alles geben und mit einem tollen Sprint ins Ziel einlaufen. 3h12! Wahnsinn. Und ich hatte mir bereits ausgerechnet, dass es toll wäre bei meinem ersten Triathlon mit 3h30 ins Ziel zu kommen. Und dann gilt ja noch den Vorsprung der Männer abzuziehen. Kurzum meine offizielle Finisherzeit lautet: 3h01 !!! Das ist einfach Mega! Mit Erkältung, Starkregen etc! Ich bin total geflashed.

Es war wohl die ganze Ambiente, aber auch die tolle Gruppe. Der gesamte Verein war da zum Anfeuern und ich merkte einfach wie gut mir das mit dem ganzen Drama tat. Auch wie sehr mir es fehlt in einem Team zu sein, wo alle füreinander da sind und sich füreinander einsetzen. Nach sovielen Jahren ohne richtiges Sporteam noch Arbeitsteam.

Wenn ich etwas positives aus dem aktuellen Drama mitnehme, dann ist es definitiv, dass es mich zur Triathletin gemacht hat. Die olympische Distanz (1.5km Schwimmen, 40km Rad, 10 Laufen) ist definitv meins. Die Sprintdisziplin wäre mir wohl zu schnell. Meine Fähigkeit liegt mehr in der Ausdauer. Unser Team möchte sich auf den IRONMAN 70.3 vorbereiten. Und nun bin ich sozusagen angefixt. Ich möchte auch! Das wäre dann für 2023 1.9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21 km Laufen.

Doch wie bekomme ich es in mein Plan für 2023 unter? Kann ich denn überhaupt bereits einen Plan machen? Anbei Plan A, B und C

Plan A: Mediation regelt Arbeitsverhältnis. Alles andere ist dann mit dem Arbeitgeber zu besprechen.

Plan B: Gericht regelt Arbeitsverhältnis im Frühjahr 2022. Erst dann Plan wie es weitergeht.

Plan C: Elektrische Fahrt ins südlichere Afrika plus parallel Schreiben des Buches twikingfuture.

Plan D: In Agadir bleiben, auf Triathlon trainieren, plus Schreiben des Buches twikingfuture.

Alle vier Pläne lassen sich eventuell kombinieren, in dem ich erstmal losfahre und bis April wieder zumindest in Marokko angekommen bin. Das hieße, dass ich im Februar wieder umkehren müsste…

Die nächsten Schritte heißen nun aber erstmal Deutschlandabstecher, laufende Gerichtsprozesse, neue Gerichtsprozesse, Mediation und vor allem BAYDA gesund zu bekommen.

Daumen drücken! Denn eigentlich war es so angemacht, dass die Mediation vor Ort direkt nach dem Triathlon beginnen sollte, so dass es einen fließenden Übergang gibt und ich keine „Lücke“ habe. Bis dato sind wir aber noch nicht soweit, so dass alles wieder ganz leicht eskalieren kann, in dem ich sehe, dass die Mediation für die andere Seite keine Prio hat, diese sich aber gleichzeitig „aufregt“, wenn immer mehr über die Firma und das Fahrzeug von meiner Seite bekannt wird…denn ich setze weiterhin auf Transparenz und Ehrlichkeit innerhalb der Community als auch in der Aussenkommunikation und möchte das auch weiterhin so beibehalten dürfen. Deshalb braucht es hier dringend eine Mediation, wie wir auch bezüglich Arbeiten weiter machen können, bezüglich eines Statements nach aussen. Von meiner Seite hatte ich ebenfalls viel an Gesundheit und auch Ausgaben eingebüßt, und könnte verzeihen wenn hierbei die letzten 6 Monatsgehälter bezahlt werden (wäre bei einem Gewinn vor Gericht ebenfalls so üblich), plus die fehlenden drei Jahresgehälter, plus die 100 Urlaubstage plus mehr Verantwortung im Job plus eine Mediationsausbildung. In meinen Augen ein faires Angebot, doch das ist nur meine Sichtweise. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Doch mein Angebot halte ich auf jeden Fall für einen Versuch wert. Da sich das neue Fahrzeug jedoch immer noch um ein bis zwei Jahre verschieben kann, gilt auch mit Hilfe eines Coaches zu versuchen wieder ein Team zu werden. Das hatten wir zuletzt 2016. Da waren wir noch eine richtige Mannschaft. In den letzten 5 Jahren wurde viel reduziert bzw. Einige sind gegangen, so dass wir uns nicht mehr wirklich als Team bezeichnen konnten und erst recht kein Teamgefühl mehr aufkommen konnte bzw. Kam. Ich bin weiterhin zuversichtlich. Es ist ganz bestimmt nicht einfach für die andere Seite mit einer sterbenden Mutter, einer Schwester, welche eher kontraproduktiv ist, einem sich dauernd streitendem Bruder und parallel mit Millkonen von Euro an Schulden und einem hohen Risiko das alles auf zwei Schultern alleine zu stemmen. Die Konsequenz ist, dass man sich komplett vom sozialen Netz zurückzieht und sich nur noch 7 Tage von morgens bis spätabends für das eine Thema interessiert. ….das kann über die Jahre nicht gut gehen und ging auch nicht gut. Jetzt müsste zusammen der Wendepunkt erreicht werden. Doch dass müssen beide wollen und dazu brauchen wir den Mediator.

Mir hat der Triathlon gezeigt, dass es zu unerwartenden Leistungen kommen kann, wenn ein Team zusammenhält und sich gegenseitig motiviert. Ich sehe hierbei keinen Unterschied zur Arbeit. Unsere Arbeit hat ebenfalls etwas mit Hoch und Tiefs und vielen Emotionen zu tun und ist bestimmt kein 0815 Job und auch nicht von 8 bis 17 Uhr Job. Auf gutes Gelingen!

WIRD TWIKE DOG BAYDA ÜBER DIE REGENBOGENBRÜCKE GEHEN?

Wir versuchen es mit allen Mitteln zu vermeiden, dass LEP (luckyepioneer) dog BAYDA uns nach 12 elektrifizierendere Hundejahren bereits verlässt. Denn BAYDA ist unsere Prinzessin, unsere Rudelführerin, unsere Große, unsere Einmalige, kurzum eine ganz besondere Hündin. Des Weiteren ist BAYDA auch unsere einzige Adlige. Denn mit vollständigem Namen heißt sie eigentlich BAYDA VON TANTAN.

Wer oder was ist denn TANTAN? TANTAN ist eine Saharastadt zwischen Agadir und Mauretanien. Bis dato habe ich noch nicht die einzelnen Schicksalsgeschichten unserer aktuell 6 LEPdogs (BAYDA, Bob, Daffa, Sophie, Billy und Souky erzählt). Auch darf SABLE (RIP) nicht vergessen werden. Dieses wird alles in den weiteren Beiträgen nachgeholt.

Zurück zur Prinzessin. In 2012 fuhren wir zu zweit mit einem TWIKE nach TARFAYA. TARFAYA liegt ebenfalls in der Sahara und dürfte dem ein oder anderem von „Le Petit Prince“ bekannt sein. Denn in in TARFAYA ist der kleine Prinz mit seinem Flugzeug abgestürzt. Kurzum, wir waren so vollbeladen mit Gepäck und Zeltutensilien für zwei Personen und einem Schlauchboot, dass wir uns am Anfang der Reise kaum haben vorstellen können, zu dritt zurückzukommen.

Ab TANTAN fangen vermehrt die Polizeikontrollen der „Westsahara (in Marokko marokkanische Sahara genannt – nein, wir möchten uns nicht in diesen Konflikt einmischen). Da Martin kein Französisch kann gehen die Kontrollen am schnellsten, wenn er diese regelt. In der Zwischenzeit bin ich einige Schritte gegangen und sah mitten im Sand dieses weißes Wollknäuel liegen und der Funke sprang sofort über. Ähnlich erging es mir, als ich das erste Mal das TWIKE in Freiburg an mir vorbeifahren sah. Ich wollte das Wollknäuel sofort mitnehmen, doch Martin, der seriösere und auch kühlere von uns beiden, Bestand darauf eine Nacht darüber zu schlafen. Sollte ich am nächsten Morgen immer noch der gleichen Meinung sein, würden wir zurückfahren. Deal!

In der Nacht haben wir noch über Vor- und Nachteile eines Hundes geredet. Martin hatte zu dieser Zeit noch TWIKE Hund Willy, doch ich war alleine in Marokko und das TWIKE bietet normalerweise genug Platz für einen Hund (wenn wir nicht ausgerechnet auf Wüstentour bzw. TWIKE Testfahrt) sind. Ich bin selbst als Kind mit einem Hund groß geworden und Tierliebe liegt mir im Blut. Was spricht also dagegen, dass ich wieder einen Hund an meiner Seite nennen konnte? Nichts. Auch wenn ich im Sommer als zurück für ca. 6 Monate in die Firma fuhr, mein Arbeitgeber saß ja neben mir und gab grünes Licht, dass dieser natürlich auch mit in die Firma durfte.

Kurzum, am nächsten Vormittag fuhren wir zurück zur Polizeikontrolle. Während der Fahrt fragen wir uns noch, wo denn der Hund hinsollte …, das Fahrzeug war bis unters „Dach“ gefüllt. Doch auf meinem Schoß war ja noch Platz. Wir sind angekommen, doch siehe da, der Hund war nicht mehr da. Wie jetzt? Genau, der Hund war nicht mehr da. Zuvor hatten wir uns noch überlegt, wie wir denn erstmal Bekanntschaft mit Ihr aufnehmen können ohne sie gleich zu „entführen“ und haben einige Leckereien auf dem Weg gekauft. Nun war der Hund nicht mehr da. Ich fragte die Polizisten nach dem weißen Wollknäuel, doch niemand hat sie an diesem Tag gesehen. Ich war enttäuscht und traurig, doch dann sah ich sie gut getarnt mitten in einer Sandmulde. Freu.

Kurzum, die ersten Tage mit BAYDA dürften für uns beide unvergesslich bleiben, sie akzeptierte uns beide gleich und als wir in einer Lagune mit dem Boot aufbrachen, lief sie ganz verzweifelt an den steilsten Steilklippen parallel mit uns mit. Dieses Bild werde ich nie vergessen.

Ich werde nochmal genauer in einem anderen Beitrag auf Bayda eingehen (hoffentlich nicht in einem Nachruf…). Bayda dürfte wohl der einzige Hund sein, der bereits 9 Mal in einem Elektrofahrzeug zwischen Afrika und Europa gereist ist. 6 Monate sind wir in Marokko geblieben und 6 Monate in Deutschland, immer mit dem TWIKE gereist. Wie gesagt, dieser lange Zeitraum war nicht geplant, denn seit 2014 verschiebt sich das neue TWIKE Modell immer um ein Jahr und für uns war von Anfang an klar, dass wir in Marokko bleiben bis zum nächsten Modell.

Doch nun, über 10 Jahre später ist das neue Modell immer noch nicht auf dem Markt. Und seit knapp einem Jahr schwächelt Bayda. Sie wurde immer langsamer und wollte oftmals nur noch gehen bis sie ihre Bedürfnisse erledigt hatte. Doch seit einer Woche ist alles anders. Sie kann sich kaum mehr von selbst aufrichten und frisst nicht mehr. Es ging von heute auf morgen. Nach zwei Tagen reagierte ich sofort, ab zum Tierarzt. Dieser hat sie erstmal geröntgt und festgestellt, dass die Lungenfunktion nicht so funktioniert wie es sein sollte. Auf dem Röntgenbild war diese kaum mehr schwarz und je weißer, desto weniger Luft vorhanden. Wir haben noch Blut abgenommen und das Ergebnis der Blutwerte war miserabel. Über 11 Werte stimmen nicht. Eine heftige Amnemie und alles andere könnte Alter oder eine Entzündung oder beides sein. Kurzum, wir konnten es nicht herausfinden und somit blieb leider nur der Griff zum Breitbandantibiotika, plus Eisensirup plus Vitamine zur Appettitanregung übrig. Ich solle nach einer Woche wiederzurückkommen. Doch zwei Tage später stand ich wieder auf der Matte. Bayda isst einfach überhaupt nicht und der Tipp einer Freundin war auf jeden Fall einen Leishmaniosetest nachzuholen. Leishmaniose…das Wort hört sich schon so schrecklich an wie die Krankheit selbst. Doch glücklicherweise fiel dieser negativ aus. Ich bekam eine größere Spritze um Bayda damit zweimal täglich „Zwangsnahrung“ zu verpassen. Das Ganze ist etwas schwierig mit unserem minimalistischen Vanlife (noch ohne Kochmöglichkeit), doch wir werden nun mal alle möglichen Suppenküchen in Agadir aufsuchen. Gemüsesuppen sind nicht so einfach zu finden.

In der Zwischenzeit versuche ich Bayda mit allen Leckereien zu verköstigen. Verschiedene Fleisch- und Fischsorten, Käse, Teigwaren, Ihre Lieblingskekse bis hin über Pommes und Katzenfutter. Nur ganz selten habe ich Erfolg. Doch wenigstens trinkt sie ausreichend.

Leider finde ich auch diesen Eisensirup nicht. Endlich bestätigte mir eine Apotheke, dass es dieses Medikament aktuell nicht in Marokko gibt. Fängt das schon wieder an … während dem Lockdown habe ich auch dringend ein Medikament für mein „Transplantatauge“ (Bericht folgt) gebraucht, war ebenfalls nicht erhältlich. Glücklicherweise kommt eine Freundin am Dienstag aus der Schweiz und versucht es mitzubringen.

Was macht das Ganze mit mir? Viel! Die Situation ist eh bereits durch die aktuelle Krise bei der Arbeit und im Team in Kombination mit Arbeitsgericht und verschiedenen anderen Verfahren als auch die finanzielle Situation (3 Jahre Lohn und 100 Urlaubstage werden weiterhin nicht ausbezahlt). Sieben versprochene Mediationen und sechs Absagen von Mediatoren, da die anderes Seite sich nicht an die versprochene Ergebnisoffenheit hält machen uns sehr zu schaffen. Auch die 7. Mediation scheint ja am Scheitern zu sein. Bayda ist mein ein und alles. Wir haben fast über 10 Jahre lang 24h miteinander verbracht. Viele Tränen sind bis dato geflossen und ich freue mich jedes Mal wenn ich sie atmen sehe, wenn sie wenige Schritte läuft, wenn sie trinkt und gerade fast schon in Euphorie wenn sei ein Mini-Fleischstücken zu sich nimmt.

Heute wollte ich ihr nochmal das Meer zeigen. Habe sie dahingetragen. Wenn ich auf sie angesprochen werde, rollen mir automatisch die Tränen runter …

Eigentlich hätte ich einen Flug nächste Woche nach Deutschland. Doch die Vorstellung, dass ich in der letzten Minute nicht bei ihr sein könnte ist unerträglich. Bayda geht aktuell vor allem vor. Ihr gilt meine gesamte Aufmerksamkeit und schade, dass ich leider immer noch kostbare Zeit mit Anwälten etc. mich beschäftigen muss.

BAYDA ist etwas ganz besonderes. Einige von Euch durften sie bereits in der Firma kennenlernen.

Bye Bye Social Projekt „BADR“

Seit meiner Studienzeit in Marokko kenne ich meinen Nachbarsjungen Badr. Damals war er noch nicht einmal in der ersten Klasse. Als die Schule anfing habe ich ihn während der Schulzeit auf dem Souk entdeckt, er hat Plastiktüten verkauft. Auf die Frage hin, warum er denn nicht in der Schule sei, habe ich die Antwort bekommen, dass der Lehrer ihn geschlagen hätte. Ja, das kommt leider noch in Marokko vor. Die Mutter ist Putzfrau und mit einer kleinen Tochter mehr als gefordert. Der Vater ist Parkplatzwächter. Keiner bekommt mit ob der Junge in der Schule ist oder nicht. In solchen Situationen denke ich oft an die eigene Geschichte. Mir hat Schule immer sehr viel Spass gemacht, ich wollte viel wissen, war interessiert, ich war gut … ich war somit in einem positiven Kreislauf drin. Kein Lehrer hat mich jemals geschlagen, Schulbücher gab es von der Schule aus, Nachmittags war ich im Musikverein, Sportverein etc. Kurzum, ich bin wie die meisten Deutschen sehr wohlbehütet aufgewachsen. Hier lag eine komplett andere Situation vor. Wer bereits als Kind den Anschluss verliert, landet früher oder später auf der Strasse. Das Viertel mit den „Kleberschnüffelnden“ Kinder ist nicht weit weg, die falschen Kontakte im falschen Alter können sehr einfach einen falschen Weg vorgeben. Ich kann die Welt nicht retten, doch jeder kann vor der eigenen Haustür kehren. Das hier spielte sich sozusagen vor meiner Haustüre ab.

Und verkörpert sehr viel. Es ist einfach Kinder in die Welt zu setzen, doch heißt es auch Verantwortung zu übernehmen und den Kindern die bestmöglichste Basis für eine gute Zukunft zu geben. Deutsches Denken? Mmh, Jein, es kommt auch in Marokko in den meisten Fällen darauf an, wie gebildet bzw. weitblickend die Eltern sind. Im vorliegenden Fall haben beide Elternteile kaum bis keine Bildung und es geht einfach um das tägliche Überleben. Es wird hauptsächlich an heute gedacht, etwas mehr an morgen aber nicht an übermorgen.

Der Junge ist mir ans Herz gewachsen und ich machte mich kundig nach Privatschulen. Diese holen nämlich die Schüler jeden morgen mit einem Schulbus ab. Für knapp 80 Euro monatlich habe ich eine solche Schule in nicht ganz so weiter Entfernung gefunden. Ein weiterer Vorteil wäre, dass Badr Französisch lernen würde als auch Englisch und einfach in einem anderen sozialen Umfeld unterwegs sein würde. Auch ich komme nicht aus einer Akademikerfamilie, aber mein Durst nach Wissen, meine sehr guten Noten brachten mich auf direkten Wege ins Gymnasium, wo ich ebenfalls mit „Akademikerkindern“ zu tun hatte und auch hier an vorderster Front mitspielte. Es hat viel mit dem eigenen Umfeld zu tun, wenn der Wissensdurst nicht von selbst vorhanden ist. Bei Badr stimmte das Umfeld nicht und der Wissensdurst und die Frage nach dem „Warum“ habe ich auch sonderlich nicht bemerkt. In der Hoffnung, dass die Privatschule ihm in vielerlei Hinsicht eine gute Basis gibt, habe ich ihn angemeldet. Hier in Marokko sind es Ganztagesschulen, somit wird er auch tagsüber von der Strasse weg sein.

Doch schnell merkte ich, dass auch ich finanziell überfordert war, arbeitete ich zu derzeit noch zu einem sehr kleinem Gehalt bei diesem Startup, allerdings als selbstständige Person. Das Geld hat gerade für Marokko gereicht, kurzum, es waren 1000 Euro monatlich, allerdings brutto. Für ich war es ok, da es immer hieß, wenn das neue Fahrzeug auf den Markt kommt, dann wird alles anders…damals war es für 2014 angedeutet … in einem anderen Blogartikel gehe ich deutlicher darauf ein, warum ich immer noch in Marokko bin. Aber die Kurzformel ist, dass das Fahrzeug noch immer nicht auf dem Markt ist.

Zurück zu Badr. Ein befreundeter TWIKE Pilot während seines Besuches in Marokko auf den Fall aufmerksam geworden und hat angeboten mich zu unterstützen. Aus dieser Unterstützung für die Schule wurde auch eine Unterstützung für die Familie. Mehrfach kam TWIKE Pilot R. mit seinem eigenen speziellen Fahrzeug von Deutschland nach Marokko mit seiner Freundin und brachte immer wieder nützliches für die Familie mit.

Während ich noch Nachbarin war konnte ich mich noch etwas mehr um Badr kümmern. Neben Hausaufgaben ihm auch andere Dinge beibringen. Nein, Müll sollte man nicht einfach auf die Strasse werfen und ja, die liebe Hundeproblematik. Ich nahm Badr immer mehr mit wenn ich mit dem TWIKE unterwegs war. Er kannte einfach nichts, weder den Strand, noch die Berge und war auch noch nie in einem größeren Kaufhaus. Alles Neuland und ich wollte ihm die Augen öffnen, dass mit einer guten Schulbildung theoretisch die Möglichkeit besteht auch das Leben ausserhalb seines Viertels kennenzulernen. Im TWIKE sind auch meine Hunde, am Anfang gab es nur BAYDA. Fast alle Kinder haben Angst vor Hunde, doch nach einiger Zeit schloß Badr nicht nur Freundschaft, sondern kümmerte sich mit Leidenschaft um alle Strassenhunde, welche in unserem Viertel rumliefen. Auch versuchte ich ihn mit dem Sport in Verbindung zu bringen. Viele Kinder hier, welche direkt am Meer wohnen können nicht Schwimmen. Ein Schwimmkurs wurde organisiert. Beim grünen Marathon von Agadir durfte Badr ebenfalls die Ambiente genießen, und da fand er seinen ersten Welpen. Er suchte die Mutter, doch fand diese nicht. Im Endeffekt nahm er den Welpen mit nach Hause…dieser wurde größer und ja, wie das so in den meisten Familien ist, ist der Welpe noch süß, aber ein größerer Hund ist dann nicht mehr tauglich. Erstmal Hut ab, dass die Familie überhaupt den Welpen geduldet hat, was in einem muslimischen Haushalt relativ unüblich ist. Kurzum, der Hund brauchte ein Zuhause, und eine Bekannte vermittelte diesen nach England. Badr hat auf jeden Fall sein Herz auf dem richtigen Fleck.

Wie es nun zu diesem Bruch kam, warum ich seinen Hund SOUKI habe etc. ….das erfahrt Ihr hier zeitnah.

Warum ich mich bei TWIKE verwirklichen kann

Der ein oder andere von Euch hat sich in den letzten Tagen gefragt, warum ich soviel Energie und Geld (Anwälte und Co) plus Gesundheit (schlaflose Nächte etc.) in diesen Fall reingebe.

Hier schreibe ich gerne weiter.

Stichwort: Ich bin ebenfalls ein großer Freund der LOHAS – Lifestyle of Health and Sustainability

Warum fahre ich jetzt einen Elektrobus?

Korrekt, seit Oktober 2021 fahre ich in einem Elektrobus und das hat einige Probleme gelöst.

Der ein oder andere mag mitbekommen haben, dass ich meine Hunde BOB und BAYDA, immer im TWIKE von Deutschland nach Marokko gefahren habe. Nun ist es aber so, dass ich noch zwei Pflegehunde in Marokko übernommen habe, welche mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen sind.

Wenn ich in Marokko bin, sind diese Hunde, BILLY und SOUKY, bei mir, wenn ich in Deutschland am Firmensitz arbeite, bleiben Sie in Marokko und nur BOB und BAYDA kommen mit. Denn am Firmensitz gibt es ja noch DAFFA und SOPHIE.

Das hat aber die letzten Jahre zur Konsequenz gehabt, dass ich in Marokko einfach nicht mehr frei war. Denn das TWIKE kann maximal 2 mittelgroße Hunde mitnehmen, aber auch diese kann ich nicht im TWIKE lassen, kurzum, ich konnte mich die letzten Jahre immer nur max. ca. 3h von zu Hause entfernen. Auch Abends konnte ich nicht wirklich Freunde etc. besuchen und am Wochenende nicht wegfahren …das war ok, denn er und ich haben die meiste Zeit einfach nur gearbeitet, auch am Wochenende.

Doch ich bin da eher der sozialere Mensch. 4 Hunde und ein PC ist einfach über die Jahre hinweg zu wenig für ein „normales“ Leben. Auch am Firmensitz hatten wir ein ähnliches Problem. Wir konnten einfach nicht weg, da wir vier Hunde hatten. Fast nicht weg, denn wir hatten ja den Firmenbus…kurzum, wenn wir zum Einkaufen gefahren sind oder doch mal ganz selten ins Kino etc. haben wir die 4 Hunde im Bus mitgenommen. Und das gab den Einfall … ich bräuchte ebenfalls einen Bus um in Marokko wieder etwas freier sein. Er müsste aber elektrisch sein …. und das würde sämtliches Budget überschreiten … wirklich? Denn da gab es diese Anzeige … ein elektrischer Bus aus China, 150 km Reichweite und wird verkauft in nur 30 km Entfernung von uns. 4 Jahre jung und bezüglich dem Preis konnte ich ihn mir fast alleine leisten bis auf 2000 Euro.

Wir haben uns diesen Bus gleich angeschaut … passt. Doch wie soll ich von TWIKE auf Bus umsteigen?

Fahrtraining! Er und ich sind auf das Feld rausgefahren und ich durfte nochmals mehrfach rückwärtseinparken etc. lernen. Meine zwei Hunde liebten bereits den Bus, SOPHIE und DAFFA jedoch waren zu ängstlich.

Kurzum, nach nur wenigen 100 km Fahren, habe ich bereits die Reise nach Marokko im Bus angetreten.

Die Reichweite ist ähnlich wie beim TWIKE, 150 km, doch während das TWIKE an einer Schukosteckdose bereits in 3h vollgeladen ist, braucht der Bus 7h an einer AC Ladestation. Während das TWIKE ca. 7 kWh auf 100 km verbraucht, verbraucht der Bus 50 kWh !!!!! Und das wären dann ca. 20 Euro pro 150 km … wow! Kurzum, ich habe mich über Deutschland, Schweiz und Italien an den noch kostenlosen Ladesäulen gehalten. Was möglich war, da ich während der Ladezeiten entweder geschlafen habe oder gearbeitet.

Er und ich hatten den Bus vorher in den späten Abendstunden noch ausgebaut. Er hat einen Klapptisch und ein Bett, welches wir so gestaltet haben, dass tatsächlich noch das Marokko – TWIKE reinpasste. Auch wenn dann wirklich nichts mehr Platz hatte ….auch der Ausklapptisch und das Bett nicht … in dem Moment habe ich vorne am Lenkrad mit meinem PC gearbeitet … alles machbar.

In Marokko hat mich das Rive Maroc Ladeteam bereits in Tanger begrüßt und ist mit mir bis nach Agadir gefahren. Die Strecke Tanger – Agadir haben wir in 24h zurückgelegt, das waren 800 km Rekordzeit. Nicht geschlafen und jede AC Ladestation wurde von ihnen in DC verwandelt. Denn an DC braucht der Bus lediglich 2h an Ladezeit.

BOB und BAYDA sind Reisehunde, doch wie ist es mit SOUKY und BILLY? Auch diese lieben den Bus! Glück gehabt. Dieses Jahr wird alles besser, denn es gilt die Zeit bis zum TWIKE 5 zu überbrücken. Ihr erinnert Euch, ich wollte immer bis zum kommenden TWIKE 5 in Marokko bleiben, bzw. habe nur diese Alternative gesehen, da das Dorf Rosenthal auf ein Jahr betrachtet nicht wirklich eine Alternative bietet. Gerne wollten wir wenn das TWIKE 5 fertig ist in die USA oder ein anderes europäisches Land, um dort das TWIKE 6 einzuführen.

Alles wäre jetzt besser, wenn nicht direkt nach unserer Einreise wieder die Grenzen geschlossen wurden. Covidbedingt hat Marokko im November 2021 gefühlt zum 5. Mal die Grenzen dichtgemacht, ein roter Triggerpunkt für mich, da dieses Land einfach alles machen kann, z.B. uns 3 Monate unter Hausarrest stellen, was bereits vorgekommen ist oder mich in dringenden medizinischen Notfällen (Auge) nicht ausreisen lässt. Ich hatte kein gutes Gefühl und mit dieser Grenzsperrung ging es mir nicht gut. des Weiteren hat der Bus ein Problem, er lädt nicht an Schukosteckdosen, was er eigentlich sollte.

Er bzw. die TWIKE Techniker kamen nicht weiter in Deutschland. Sie bauten bereits einen Zusatzlader ein, doch fehlte wohl noch ein Teil. Der Deal war, dass er wie gewohnt an Weihnachten nach Marokko kommt und sich dann auch nochmal um den Bus kümmert.

Doch es ist etwas passiert, was sich nie jemand hat vorstellen können. Nach zwei Jahren COVID und etlichen Grenzschliessungen hat das Land mehr als genug gelitten. Keiner hätte sich vorstellen können, dass Marokko als einziges Land weltweit die Grenzen auch über Weihnachten geschlossen hält. Seit Anfang Dezember war es das Gesprächsthema Nummer eins. Und dann kam endlich die Nachricht, dass Marokko die Grenzen vor Weihnachten aufmachen würde!!! Super! Doch 24h später wurde diese Nachricht dementiert ….dieses hin und her tat mir nicht gut. Sollte es wirklich so sein, dass ich mein erstes Weihnachten alleine verbringen? Ohne die Möglichkeit an Schuko zu laden, würde ich noch nicht mal mit dem Bus zu europäischen Bekannten fahren können …

Doch genau so kam es…die Grenzen blieben zu, ich konnte mit dem Bus nicht weitergefahren, mein erstes Weihnachten alleine (und Weihnachten bedeutet mir etwas) …. es kamen viele Dinge zusammen … welche wohl auch zu dieser Kündigung führten …. denn meine Enttäuschung war riesig … er und ich haben uns Anfang Dezember noch wegen einem Newsletter nicht gut verstanden …. während ich immer „nur“ Geld von der Community anfragen wollte wenn es parallel auch Neuigkeiten zum TWIKE 5 gab, wollte er es jetzt wissen und bat mich alle zu fragen auf 10.000 Euro aufzustocken… das ging jedoch gegen meine moralischen Prinzipien … denn wir konnten nichts anbieten und haben auch nicht gesagt warum weshalb wieso …. Schlussendlich hat er den Newsletter versendet und die Community war verärgert und hat auch nicht bezahlt …. die Stimmung war nicht gut und dann konnten wir es auch nicht persönlich vor Ort in Marokko wieder zwischen uns gut machen ….es hat sich hochgeschaukelt…

Bin ich etwa eines der vielen Corona Opfer? Wären die Grenzen aufgewesen, hätten wir uns wieder versöhnen können und alles wäre gut ….

Es muss wieder gut werden …nur noch wenige Tage bis zum Gerichtstermin.

Fazit: Der Elektrobus – vom gedachten Problemlöser zum Problemverursacher?

Wie kam es zum Gericht und warum sollte das Gerichtsverfahren unbedingt ausgesetzt werden?

Hallo liebe Freunde,

aktuell sieht es folgendermaßen aus:

Es kam am 9. Februar zu einer ordentlichen Kündigung zum 31. März. 2022.

Kündigungsgrund? Gab es erstmal keinen. Denn wir sind ein Kleinbetrieb von erstmal unter 10 Mitarbeitern. Somit gibt es keinen Kündigungsschutz und eine Kündigung kann ohne Grund ausgesprochen werden. Die nahestehende Frage lautet nun, wie wir denn ein neues Fahrzeug mit so wenig Mitarbeitern produzieren wollen. Berechtigte Frage, doch haben wir einiges ausgelagert und an externe Kollegen verteilt. Dies führt zur Problematik, dass weder ich noch meine Kollegen Kündigungsschutz haben, das war bisher kein Thema und deshalb auch nicht wirklich bekannt.

Wieso kommt es dann vor Gericht?

Ganz einfach, denn auch ohne Kündigungsschutz gibt es doch die ein oder andere Maßnahme, wo ein Arbeitnehmer geschützt ist. Es darf z.B. nicht sittenwidrig gekündigt werden, auch wenn unter 10 Mitarbeiter oder gegen treu und moral. Hier greift das sogenannte Massregelungsprinzip.

Kurzum, mir war klar, dass hier eine sehr seltsame Situation zustande kam, ohne wahre Abmahnung (wirklich nicht?, mehr dazu in einem anderen Beitrag). Doch zum Anwalt wäre ich nie gegangen, wäre da nicht der ein oder andere der mich dazu aufgefordert hätte. Trotzdem wollte ich es nicht …. stattdessen fuhr ich durch die halbe Republik, traf Freunde, Familie etc. Ich wusste, ich habe 21 Tage Zeit für eine Kündigungsschutzklage. Doch auch die Reisen und das viele Gutreden auf ihn von ausserhalb hat nicht wirklich etwas gebracht.

Ich war verzweifelt und nannte es eine emotionale Kündigung. Am Tag 18 war es Zeit einen Anwalt aufzusuchen, denn danach kam das Wochenende. Ich konnte mich kaum ausdrücken, so emotional erschüttert war ich von diesem Vorfall. Es flossen viele Tränen und der Anwalt verstand bereits, dass es sich hier wohl nicht nur um eine normale Kündigung handelt. Er klärte mich auf und machte mir auch Mut an den Kündigungsschutz zu glauben, denn oftmals hätten Unternehmen dann doch mehr als 10 Mitarbeiter. Doch ich kenne den Betrieb eigentlich und so gerne ich es hätte, ich kam lediglich auf 8,25 vollzeitarbeitende Mitarbeiter. Deshalb legte ich meinen Fokus auf die Art und Weise der Kündigung und dass es eher etwas persönliches ist.

Das Verfahren würde viel Geld kosten … Geld, dass Martin und ich in unserer 10 jährigen Bekanntschaft kaum ausgegeben hätten für uns … wir haben sehr sparsam gelebt und alles Geld in das Projekt gesteckt. Die Geschichte mit dem Backofen (anderes Thema), denn selbst diesen hatte ich mir mal „erbetteln“ müssen … wir leben wirklich einen sehr minimalistischen Lebensstil (anderes Thema).

Ich konnte meine Unterschrift nicht darunter setzen … unmöglich gegen meinen besten Freund und Arbeitgeber meines Traumprojektes gegen Gericht zu gehen … es muss doch noch einen anderen Weg geben … bis kommenden Montag hätte ich noch Zeit… nur noch ein Wochenende…

Unser TWIKE Partner Dieter Bleckmann ist mit im Boot. Ich vertraute ihm zum damaligen Zeitpunkt. Die Kommunikation ging teilweise bzgl. der Problematik über ihn. Er gestand mir auch, dass Martin diese Kündigung wohl sehr schwer gefallen ist, doch auch hier gab es nicht wirklich einen Grund.

Kurzum, Dieter versprach mir, bis Samstag Nachmittag, mir doch noch die ein oder andere Antwort zu bringen, denn schließlich musste ich ja am Montag die Klage einreichen. Es hieß immer Martin möchte das ebenfalls nicht, wir müssten einen anderen Weg finden. Diese ganze Problematik ist für mich neu, ich habe zuvor noch nie etwas von Mediation gehört. Doch durch das viele googeln bin auch ich darauf gestoßen und Martin war wohl auch einer Mediation offen gegenüber. Doch nach dem Gespräch mit einer Mediatoren stellte sich heraus, dass innerhalb dieser Mediation wohl nur darüber geredet werden sollte, wie die Aufteilung und Rückgabe diverser „Arbeitsmittel“ stattfinden solle… denn einen wirklichen Vertrag dazu gab es nicht ….und nach 10 Jahren Vertrauen habe ich viel gegeben, er viel gegeben und alles ohne es schriftlich festzuhalten … wir waren ein gutes Team aber haben zu viel gearbeitet und nicht auf uns geachtet und der Erfolg blieb aus. Im Gegenteil, der finanzielle Druck wurde immer größer und das Projekt hat sich seit 2014 immer um ein Jahr nach hinten verschoben, bis heute. Das tat auch meiner Marokkozeit nicht gut, da diese eigentlich ab 2012 bis zum TWIKE 5 geplant war …damals hieß es noch 2014 (Beitrag Warum 10 Jahre Marokko). Kurzum, dieser oben vorgeschlagenen Mediation konnte ich nicht zustimmen und von Dieter gab es keine Rückmeldung mehr an diesem Samstag Nachmittag. Ich befand mich in Marburg, lag auf meinem Bett, die Sonne strahlte und ich wusste nicht mehr weiter. Meine 4 Lieblinge (waren in Marokko, ursprünglich war max. eine Woche Deutschland geplant, doch mit dieser Kündigung konnte ja keiner rechnen), waren mittlerweile mehr oder weniger gut betreut in Marokko bei meiner ukrainischen Freundin. Mittlerweile war Krieg ausgebrochen, diesen gab es nicht bei meinem Abflug. Es war eine Woche ausgemacht, sie bat mich zurückzukommen, da sie mit den Nerven fix und fertig war und ihre Gedanken in der Ukraine waren und selbst kaum mehr Nahrung zu sich nehmen konnte und noch 3 Kleinkinder zu versorgen hatte. Ich war in einer Engpass – Situation. Meine Hunde sind neben Martin das wichtigste was ich aktuell habe, auch möchte ich keiner Fliege etwas zu leide tun, dass meine Freundin Olga nun mitten in einem Krieg stand, meine Hunde nicht mehr richtig verpflegt werden konnte, ich aber ohne Job keine Existenz mehr hätte und mit 4 Hunden wäre es auch schwierig etwas zu finden … eine sehr komplexe Situation. Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf. Ich musste vor Montag eine Lösung finden. Also raus aus dem Bett, rede mit ihm! Doch der direkte Weg ist ausgeschlossen. Ich dachte an den Marburger e-Mobil Club und habe mich auf den Weg zu einem Bekannten gemacht. Hierbei kam ich an dem Einkaufsladen Tegut vorbei, an dem Martin als Einkaufen ging.

Es sollte alles nicht gut sein heute! Dort angekommen musste ich erstmal durchatmen, es war mir zuviel. Und dann kam auch noch die Mitteilung, dass der Vater meines ersten Freundes gestorben war, wir haben 4 Jahre im Hause zusammen mit ihm gelebt. Ich stand verloren auf dem Parkplatz. Martin fährt normalerweise zum Brot kaufen nach Marburg, nimmt jedoch auch meine Hunde mit und kommt deshalb mit dem Sprinter. Er würde also auf einem ganz anderen Parkplatz ankommen, falls er heute zum Brotkaufen ginge. Doch dann hörte ich ein bekanntes Surren, ein TWIKE, und es parkte direkt neben mir. WOW! Es ist Martin, jetzt wird alles gut und endlich können wir reden! Wenn auch kurz vor knapp, denn am Montag braucht der Anwalt die Unterschrift. 2 Sekunden Erleichterung, doch er schaute mich nur sehr traurig an und fuhr wieder weg. Oha! Es war zuviel, und alles was dann folge, war wohl eine Schockreaktion und das muss ich nochmal in einem eigenen Beitrag schreiben. Kurzum, es war schrecklich. Es blieb mir nur der Gang zum Anwalt.

Diesen Moment beim Anwalt, wo ich ihm den Auftrag zur Klage gab, werde ich nie vergessen. Es wird nicht die Lösung sein. Insgesamt blieb ich noch 2 Monate in Deutschland und in der Schweiz. Ich versuchte eine Lösung bis Ende März zu finden, denn Martin konnte das Ganze ja immer noch rückgängig machen. Ich habe versucht den finanziellen Engpass der Firma zu lösen, habe mit vielen Firmenchefs, Investoren und Freunde und Bekannte geredet. Es kam nochmal eine 5 stellige Summe zusammen, doch es brauchte 5. Mio Euro …. das ist mir nicht gelungen. Meiner 12 jährigen Hündin in Marokko ging es immer schlechter, auch habe ich ein TWIKE vor Ort, was mittlerweile bestimmt in Tiefentladung war …ich flog zurück. Der erste Gerichtstermin wäre im April.

Ich kämpfte von Marokko weiter bis April. Jeden Tag gab es unzählige Telefonanrufe etc. Ein Gütetermin würde nichts bringen, denn das würde das angebliche Problem von ihm mit mir ja nicht lösen.

Und so war es dann auch. Mein erstem Mal vor einem deutschen Gericht. Ich hatte es mir ganz anders vorgestellt. Martin kann mir immer noch nicht in die Augen blicken, er kam nicht. Mein Anwalt und sein Anwalt vertrugen sich nicht, es war eine schreckliche Situation. Ich hörte vieles aus dem Munde von seinem Anwalt, was mich erstarren ließ. Da hieß es z.B. ich hätte den Job nur bekommen, da ich eine Beziehung mit ihm hätte (anderer Beitrag) und da diese jetzt nicht mehr bestand, wäre das ganze ja logisch, dass das Arbeitsverhältnis nun beendet wäre. Oh, das war zuviel für mich …. denn erstens hatte ich den Job erhalten ohne Beziehung und zweitens haben wir eine sehr tiefe freundschaftliche Beziehung. Mein Anwalt blieb sachlich, doch am Schluss sah der Richter, dass es keine Einigung geben würde und es kam zur Festlegung des Kammertermins am 21.07.

Dann folgte noch die Hunde – und Busgeschichte am gleichen Tag…Auch zu diesem Tag werde ich nochmal gerne ausführlicher schreiben.

Kurzum, ich flog wieder zurück um kurze Zeit wieder nach Deutschland zu fliegen … denn es gibt vor Ort in Rosenthal ein Schiedsgericht. Der Schiedsmann hat mich eingeladen zu erscheinen, damit er diese Angelegenheit auf kleinem Wege regeln konnte … das ist ebenfalls ein eigener Beitrag wert… denn es ist ihm nicht gelungen … da ich aber unbedingt meine Hunde vor Ort sehen wollte und mir das verweigert wurde, war ich sozusagen zu jeder „Schandtat“ bereit. Was musste ich tun um meine Hunde sehen zu dürfen als auch ein Gespräch zu bekommen. Die Forderungen wurden sehr hoch gehängt, doch ich war bereit diese alle zu erfüllen. Das kommt dann im Beitrag zu den Mediationen. Über 4 Mediationen sind nicht zustande gekommen und innerhalb der Mediation sollte dann auch das Thema mit dem Hundebesuch geklärt werden. Ich weiß nicht, wie ich diese Zeit überstanden habe, nachdem alles gescheitert ist wollte ich zurückfliegen, doch dann gab es keine Rückflüge mehr … alles ausgebucht für das große Schlachtfest in Marokko in Kombination mit Streiks etc. Und schon wieder hatte ich das Hundebabysitterproblem als auch die TWIKE Tiefentladung …

Kurzum, hier in Marokko ging die Diskussion täglich um diese Mediation weiter. Beide Seiten wollen deeskalieren, wollen eine interne Lösung, doch wir kamen nicht zu Potte.

Letzter Stand war am Mo 11. Juli, dass nun definitiv keine Mediation mehr zu Stande kommen würde, da ich ein Verfahren gegen den TWIKE Partner Dieter Bleckmann eröffnet hätte. Dies habe ich aber Bekanntgegeben vorab, denn ich wollte, dass es auf keinem Fall der Mediation schadet und ich bekam zur Antwort, dass das meine Angelegenheit sei. Anscheinend wohl nicht.

Kurzum, das ist der Punkt, wo ich nun hier von intern ins externe über meinen Blog gehe … denn es sollte nicht zu diesem Gerichtsverfahren am 21.07 kommen.

Die Chancen stehen mittlerweile für beide Seiten 50: 50. Denn mittlerweile sind wir bei 9.5 Vollzeitangestellten angekommen. Besten Dank hiermit an meinen Anwalt, welcher nicht locker gelassen hat aus seinen bisherigen Erfahrungen auch den Weg über die Anzahl der Angestellten zu gehen. Denn den ein oder anderen hätte ich übersehen. Um Kündigungsschutz zu erhalten, brauche ich den Nachweis von 10.25 Angestellten, es fehlen lediglich noch 0,75. Auch die Gegenseite gesteht mittlerweile Gewinnchancen zu und macht bereits bekannt, dass es in diesem Falle dann eine betriebsbedingte Kündigung wäre. Das wäre auch nicht gut, denn das Verfahren könnte sich ziehen, denn bei einer betriebsbedingten Kündigung geht es nach Sozialstrukturen etc. und ich bin nun bereist seit 10 Jahren dabei und der Wegfall des Postens ist nur schwer zu erläutern in Zeiten wo wir wegen mangelnder Kommunikation (mein Job) angekreidet werden.

Kurzum, sollte ich den Kündigungsschutz nicht bekommen und das Massregelungsprinzip nicht greifen, würde es von meiner Seite in die 2. Distanz gehen, würde die andere Seite verlieren, würde diese wohl in die 2. Instanz gehen. Ein kleiner Unterschied: Ich bezahle das ganze aus meiner eigenen Tasche, aktuell ohne Gehalt, die andere Seite bezahlt es von dem Geld der Community.

Eine loose – loose Situation, plus, dass diese Geschichte so seltsam schräg ist und ich sozusagen in der Wüste ausgesetzt wurde, dass ich natürlich auch mich wehre. Das tut mir nicht gut, der Community nicht, der Firma nicht, den Hunden nicht, keinem.

Die wahren Gründe könnten wohl nur in einer Mediation angesprochen werden.

Und dafür schreibe ich diesen Blog. Mit der Bitte mich zu unterstützen, dass dieser Gerichtstermin erstmal auf Eis gelegt wird und wir in eine zeitnahe Mediation eingehen.

Ihr erreicht mich unter silvia_brutschin@web.de

Wenn mind. zwei Extremsituationen aufeinanderstoßen

Hallo liebe Freunde,

hier möchte ich näher beschreiben, was meiner Meinung nach mit zum Auslöser des Konfliktes geführt hat. Ich werde zeitnah weiterschreiben.

FAQ: Was ist denn eigentlich los?

Ahoi liebe Freunde,

hier werde ich versuchen, in Kurzform auf Fragen einzugehen, welche mir bereits häufig gestellt worden sind. Ihr habt auch Fragen, dann schreibt diese mir bitte an silvia_brutschin@web.de

Dies soll auch als Grundlage gelten, für weitere Diskussionen in den Gruppen. Ich stehe für Transparenz und möchte wirklich auf alles eine Antwort geben können und dürfen, solange es Euch irgendwie weiterbringt mich bzw. uns bzw. das TWIKE Projekt zu unterstützen. Am besten eine win – win – win Situation. Mit mir redet leider keiner mehr von der anderen Seite. Am Anfang wollten wir es intern klären, doch die Mediationsversuche sind leider gescheitert (hierzu Thema Mediation). Deshalb versuche ich es extern, doch immer gerne freundlich und offen. Wir sind hier alles gute Personen und es sollte nicht wie die Johnny – Depp Affaire auseinandergenommen werden ….ich möchte keine Schlammschlacht, ich tue dies, mit der Bitte uns zu helfen, Missverständnisse zu klären und wieder gemeinsam in einem Boot das TWIKE Projekt zu treiben.

Danke für Euer Verständnis

  • Was ist passiert?
    • Ich bin Anfang Februar 2022 nach Deutschland geflogen. Seit November 2021 hatte Marokko den Flugraum geschlossen. Im Dezember haben Martin (GF TWIKE) und ich uns wegen dem Inhalt eines Newsletters in die Haare bekommen. Es ging darum, dass erneut um Geld gebeten wird ohne weiteres zum Fahrzeug bekanntzugeben. Im Konkreten sollten die Anzahler auf 10.000 Euro aufstocken. Ich habe bereits im Vornherein geahnt, dass das nicht funktionieren würde und die Community hat mir auch dieses Feedback bereits mehrfach gegeben. Es sollten 200 Anzahler à 10.000 Euro erreicht werden. Das ist bis heute nicht der Fall Manchmal braucht es nur einen kleinen Tropfen um das Fass zum überlaufen zu bringen. Das war dieser Tropfen, denn das Fass war bereits durch Sommer 2021 voll (andere Frage). Im Anschluss wurden wir beide sehr emotional (wir kennen uns bereits seit über 10 Jahre und er ist meine vertrauteste Person mittlerweile). Er konnte nicht mehr mit mir reden und wir hatten beide die Hoffnung, dass die Grenzen zu Marokko sich über Weihnachten öffnen würden. Bei mir gab es nur noch dieses Thema der Grenzöffnung (rotes Thema, anderer Beitrag, da die Grenzen während COVID bereits mehrmals geschlossen wurden). Dann kam das Nein von der marokkanischen Regierung. Tatsächlich war Marokko das einzige Land, wo die Grenzen geschlossen blieben. Ein negativer Ruck ging durch das ganze Land, eine Katastrophe für die Bevölkerung, welche nach 2 Jahre COVID bereits am Boden zerstört war. Auch für mich war es eine persönliche Katastrophe. Im Streit mit Martin, dann das Problem mit dem Elektrobus (anders Kapitel), welches er lösen wollte, mein erstes Weihnachten und Silvester alleine …es war mir alles zuviel. Martin wollte nur noch Schreiben, wir sind auch ansonsten täglich beruflich als auch privat in Kontakt. Wir schrieben uns kurz an Weihnachten und Silvester, doch für mich fiel eine Welt zusammen, da ich durch das Problem mit dem Bus und den vier Hunden auch komplett von der Aussenwelt abgeschnitten war. Kurzum, es wurde zum Arbeitsbeginn im Januar nicht besser. Wir haben einen Experten um Rat gebeten, doch Martin hat bereits nach der ersten Stunde den Kontakt zu ihm als auch zu mir abgebrochen. Es waren keine Teambesprechungen mehr möglich, ich hatte die Anweisung unsere zwei neuen Office Managerinnen einzuarbeiten, doch konnte selbst ohne grünes Licht von ihm keine neuen Projekt als Projektmanagerin einführen. In Sorge, dass unsere zwei neuen Mitarbeiterinnen das Handtuch wieder werfen würden aber auch in moralischer Pflicht gegenüber unseren Geldgebern, der Community, nahm ich sobald es wieder ging im Februar das Flugzeug, um die Problematik vor Ort zu klären. Denn innerhalb der letzten 10 Jahre hatten wir bereits den ein oder anderen Konflikt, doch hat sich dieser nicht wirklich in das Arbeitsleben eingetragen. Ich kam vor Ort an nach langer Anreise und habe ohne Worte von einem Kollegen die Kündigung erhalten. Natürlich stand ich unter Schock und bin direkt in die Firma, doch Martin lief regelrecht vor mir weg und konnte mir nicht in die Augen schauen bis heute nicht. Was die Zeit darauf passierte, werde ich in einem eigenen Beitrag schreiben, hier sollte es relativ kurz beantwortet werden.

  • Was könnte der wahre Auslöser gewesen sein?
  • Wie ist Deine Beziehung zu Martin?
  • Was braucht es für eine zeitnahe Lösung?
  • Wie kann die Community in wenigen Tagen noch helfen?
  • Wie könnte es in Zukunft weitergehen?
  • Wie siehst Du die Chancen für das Projekt TWIKE 5?